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 [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion

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LeKüken
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BeitragThema: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   Fr 16 März - 12:56

„Zwei Minuten bis zum Beginn der Trainingseinheit.“

Lyth antwortete nicht auf die männliche emotionslose Stimme, welche durch das Kommunikationsgerät in ihrem linken Ohr zu ihr sprach. Zu sehr war sie damit beschäftigt, das Gleichgewicht auf dem wackeligen Gerüst zu halten. Ein winziger Windstoß hätte wohl genügt, um sie kurzerhand in die Tiefe zu befördern. Normalerweise hatte die Chiss-Agentin keine Höhenangst. Doch bei den dreißig Metern, welche zwischen ihr und dem öden, rostfarbenen Erdboden lagen, wurde selbst ihr schwindelig.

Du hattest schon einmal bessere Pläne. Schalt sie sich im Kopf selbst.

Von der erhöhten Position aus hatte sie einen guten Überblick über die Baustelle, die sich mit ungefähr einhundert Quadratmetern um das geplante Gebäude herum erstreckte. Überwiegend befanden sich noch Baumaterialien auf dem Gelände, wo später einmal der Hauptsitz der Czerka Corporation auf dem aufsteigenden Industrieplaneten Bonadan stehen sollte. Nur in der Mitte waren die Arbeiten bereits im vollen Gange, zumindest am Tage. Das Gerüst war bereits fertiggestellt. Um das geplante Hauptgebäude herum erstreckte sich ein gewaltiges Netzwerk aus Fließbändern, welche Material an jede erdenkliche Stelle des Gerüsts bringen konnten. Gleichzeitig wurde auf ihnen Müll in die bereitstehenden Pressen transportiert.

Die Sonne befand sich gerade im Sprung der Abenddämmerung und war bereits fast hinter dem Horizont verschwunden. Trotzdem stach der orangene Feuerball noch einige Male spaßeshalber in die roten Augen der Chiss, störten sie in ihrer vorsichtigen Konzentration. Nur noch wenige Schritte trennten sie von der perfekten Position, von der aus die Agentin beinahe jeden Winkel des Geländes überblicken konnte.

Erleichtert atmete Lyth auf, als ihre Füße endlich das stählerne Verbindungsstück an dieser Ecke des Gerüsts erreichten, welches gerade Mal genügend Platz zum hinlegen bot. Und selbst dann lagen ihre Beine ab den Knien auf dem unsicheren Gerüst, aber das würde sie vernachlässigen können.

„Eine Minute bis zum Beginn der Trainingseinheit.“

Wieder antwortete die Chiss nicht auf die Stimme, wissend dass ihr Kollege lediglich seine Informationen herunterleierte. An sich war er ihr Kontaktmann im imperialen Geheimdienst. Der, der ihr ihre Aufträge übermittelte. Doch Wächter 9 war noch viel mehr für Lyth, denn er begleitete sie aktiv auf jeder Mission. Zumindest mit seinem Kopf.
So auch dieses Mal. Nachts, wenn niemand außer einiger schlecht programmierter Droiden über die Baustelle wachte, versammelten sich Mitglieder einer imperiumsfeindlichen Untergrundorganisation unbemerkt auf dem Gelände, indem sie sich in die Systeme der Aufräumdroiden hackten. Ungestört nutzten sie die Baustelle als Trainingsgelände.

Nicht mehr lange… dachte Lyth bei sich, als sie ihr Scharfschützengewehr von der Halterung am Rücken zog und sich langsam in eine liegende Position begab. Ihr rostfarbener Mantel würde gerade bei Dunkelheit kaum auffallen, dafür sah sie mit dem Nachtsichtvisier ihres Gewehrs umso mehr.

„Dreißig Sekunden bis zum Beginn der Trainingseinheit.“


Die Windstille kam der Chiss zugute, als sie ihre Ausrüstung durchging. Da könnte sie es glatt riskieren, einen Schalldämpfer auf ihr Gewehr zu montieren. Kurzerhand griff sie in ihren Mantel, holte den runden, länglichen Dämpfer aus der Tasche und drehte ihn mit zwei flinken Handgriffen auf das Schussrohr. In einer weiteren, sorgsam einstudieren Bewegung klappte sie die Zielvorrichtung heraus, klemmte den Griff unter ihre Schulter und überprüfte noch einmal alles. Position, Haltung, Wind, Ausrüstung. Alles korrekt.

„Trainingseinheit in zehn… neun… acht…“

Einige besonders eifrige Mitglieder der Untergrundorganisation sammelten sich bereits bei ihrem vereinbarten Treffpunkt, welchen sie, närrisch wie sie waren, noch niemals gewechselt hatten. Bei einem Berg aus Durastahlplatten fanden sie sich ein, warteten geduldig auf ihre Kollegen. Lyth beruhigte von ihrer erhöhten Position aus ihren Atem, zielte durch das grüne Nachtvisier probeweise auf jeden der Köpfe einmal.

Just als Wächter 9 auf null herunter gezählt hatte, versammelte sich der Rest der Party um die Stahlplatten herum. Sie alle, insgesamt zwölf, wie Lyth zählte, waren in schwere Kampfrüstungen gehüllt. Mit Jetpack, eingebautem Flammen- und Raketenwerfer… was das Herz begehrte. Kurz schnalzte die Chiss mit der Zunge. Ohne Deckung oder zumindest einen Helm würde die ganze schöne Rüstung nicht helfen.

„Initiiere Beginn der Operation.“


Die gerade zusammengefundene Truppe wurde jäh auseinandergerissen, als versteckte Sprengladungen überall um sie herum detonierten. In einem Meer aus Explosionen gingen die Schreie der Männer und Frauen unter. Trotz des präzise berechneten Schlags überlebten jedoch ein paar. Genau genommen drei, jeder einzelne von ihnen schwerstens verwundet.

Lyth hielt den Atem an, und den Finger am Abzug. Als erstes zielte sie auf den muskulösen Mann mit den blonden Haaren. Vielleicht tagsüber ein ganz normaler Geschäftsmann. Wie auch immer. Ohne Gnade drückte die Chiss ab und pustete dem Mann mit einem kaum hörbaren Schuss den Schädel weg. Blut spritzte auf die beiden anderen Überlebenden, ein Rodianer und eine Menschenfrau, dann nahmen sie die Beine in die Hand.

Das Gefühl der Macht war berauschend, als Lyth kurz einen Ladungsbolzen am Gewehr vor- und zurückzog und direkt darauf wieder ansetzte. Aus Tarnungsgründen sah sie bei jedem ihrer Aufträge davon ab, auf Blastergewehre mit Scharfschützenaufsatz zurückzugreifen. Die hellen Blastergeschosse waren zwar schneller, aber auch viel deutlicher sichtbar als die herkömmlichen Patronen. Da arbeitete die Chiss lieber altmodisch mit Munitionsmagazin.

Der Rodianer war so dumm, über offene Fläche die Flucht anzutreten. Nahezu problemlos nahm die Scharfschützin ihn ins Visier, berechnete im Kopf die ungefähre Flugbahn der Kugel und zielte dementsprechend etwas vor seinem Kopf. Als ihr die Gelegenheit günstig erschien, drückte sie ab und sah durch das Visier zufrieden den nächsten im Bunde zu Boden sinken. Dank der vielen technologischen Verbesserungen musste man selbst mit herkömmlichen Gewehren kaum mehr mit einem Rückstoß kämpfen.

Fehlte nur noch eine. In gewohnter Routine zog Lyth erneut am Ladebolzen und suchte durch das Visier die Umgebung des explodierten Treffpunktes nach der Menschenfrau ab. Die verkohlten Leichen ihrer verstorbenen Kollegen musste die Angst wahrlich geschürt haben. Grinsend suchte die Agentin weiter, bis sie den Haarschopf der Frau hinter einigen Balken versteckt fand. In der Dunkelheit konnte sie die Haarfarbe nicht genau identifizieren.

„Hab ich dich…“ murmelte sie leise, während sie auf den Kopf zielte. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, wartete die Chiss ab, bis die Ungewissheit die Menschenfrau ganz von allein aus ihrem Versteck treiben würde. Doch es gab kein Entkommen.

Tatsächlich dauerte es nur wenige Sekunden, bis die Frau aus ihrem Versteck kam. Jedoch nicht in panischer Flucht. Lyth setzte gerade zum letzten Schuss an, da hob die Frau ihre Hand und feuerte blind eine Rakete ab. Kurz lächelte die Agentin ob dieser Verzweiflung.
Dann merkte sie, dass die Rakete auf genau dem richtigen Weg war.

„Verdammt!“

Hektisch versuchte Lyth noch aufzustehen, doch da traf die Rakete bereits das Gerüst direkt unter ihr. Von der Explosion in die Luft gehoben verlor die Agentin ihr Gewehr aus der Hand, befand sich kurz im freien Fall bevor sie unsanft auf einem der Fließbänder landete. Die Luft wurde ihr bei dem Aufschlag aus den Lungen gepresst, und es dauerte einige Augenblicke, bis sie sich einigermaßen gefangen hatte. Blinzelnd bemerkte sie, dass das Fließband sie langsam aber sicher vom Gerüst wegbrachte, in welchem nun ein ansehnliches Loch prangte. Die Arbeiter würden sich am nächsten Tag freuen.

Gerade war die Chiss aufgestanden, da hörte sie das entfernte Fauchen eines Jetpacks. Einige Meter vor ihr landete die Menschenfrau mit blutverschmiertem Gesicht auf dem Fließband. Blitzschnell ging die Agentin ihre Möglichkeiten durch, betrachtete die einzelnen Müllhaufen, welche von den Droiden auf die Fließbänder gelegt wurden, um die Baustelle für den nächsten Arbeitstag vorzubereiten. Nichts Verwendbares in Reichweite.

Anstatt sich irgendeine exotische Methode zu überlegen griff Lyth schlussendlich in ihre Manteltasche und ließ geübt ihr altmodisches Balisongmesser herausspringen. Mit der linken zog sie ihren Notfallblaster aus dem Gürtelholster, zielte damit auf die Menschenfrau. Diese gab sich siegessicher. Sie fummelte kurz an den Modulen ihrer Rüstungsgadgets herum, dann sprangen auch schon zwei lautlos drehende Kreissägen aus den Armen.

„Zeig, was du ohne Hinterhalt drauf hast, Imperiumsabschaum!“ fauchte die Frau.

Ohne sich großartig einschüchtern zu lassen drückte Lyth mehrere Male ab. Blaue Laser schossen aus ihrem Blaster direkt in Richtung der Soldatin, trafen sie überwiegend am Oberkörper und an den Armen. Doch jeder einzelne Schuss wurde von der ausgezeichnet verarbeiteten Rüstung mit den aufgemalten schwarzen Symbolen abgefangen. Wofür der schwarze Hammer stand war Lyth in der ganzen Operation ein Rästel geblieben.

Lachend aktivierte die Frau ihr Jetpack, stürmte damit unfassbar schnell auf die Agentin zu. Auf dem schmalen Fließband, welches doch noch gut und gern zwanzig Meter über dem Boden lag, war es schwer, sich ausreichend für ein Ausweichmanöver zu bewegen. Flink trat Lyth zur Seite, ließ damit die Kreissägen samt Soldatin knapp an sich vorbeiziehen. Die Chiss wedelte mit den Armen, drohte kurz zu fallen, dann fand sie wieder sicheren Stand auf dem Band. Bevor sich die Soldatin wieder umdrehen konnte, schoss Lyth ihr zwei gezielte Schüsse gegen das Jetpack, welches in einer kleinen Exlosion den Geist aufgab. Die Frau fiel beinahe vornüber, was Lyth genug Zeit gab, etwas Abstand zu nehmen.

Als die Soldatin sich wieder umdrehte fielen Lyth zuerst ihre schwarzen Haare auf. Dann bemerkte sie die beiden Kreissägen, welche nun als Geschosse in ihre Richtung abgefeuert wurden. Im letzten Moment duckte sich die Chiss unter den tödlichen Sägen hinweg, da wurde bereits ihre linke Hand von einem Fangseil, abgeschossen aus dem Arm der Soldatin, umwickelt. Unter einem plötzlichen Zug fiel die Agentin vornüber, verlor den Blaster aus ihrer Hand, welcher nutzlos vom Fließband fiel. Keuchend befreite sie sich von dem durch die kürzere Distanz etwas gelockerten Seil, nur um dann mit einer Rolle seitwärts einem gigantischen, metallenen Schuh auszuweichen, der ansonsten wohl ihren Kopf zertrümmert hätte.

Einer plötzlichen Intuition folgend stieß Lyth ihr Balisongmesser in die bei fast allen Rüstungen schwach gepanzerte Kniekehle. Der Geistesblitz rettete ihr wohl das Leben, denn er ließ die gepeinigte Soldatin zurückweichen. Erleichtert ausatmend rappelte sich die Agentin auf, nahm wieder einige Schritte Abstand von ihrer Kontrahentin, die sich gerade zischend das Messer aus dem Knie zog. Humpelnd folgte die schwarzhaarige Soldatin dann der Agentin, hob dabei den rechten Arm.

„Brenn, Abschaum!“

Sogar auf einige Meter Entfernung war das Feuer des nun aktivierten Flammenwerfers unerträglich heiß. Unbewaffnet trat Lyth den Rückzug an, trat immer weiter zurück. Ein kurzer Blick über die Schulter genügte, um ihr die wenige angenehme Lage zu verdeutlichen. Nur noch wenige Schritte entfernt mündete das Fließband direkt in eine der vielen Müllpressen auf dem Gelände. Der einzige Schutz vor dem Fall, die Kontrollplattform direkt neben dem Fließband, bot leider keine Deckung vor dem Flammenstrahl. Wie sie es auch anstellte, sie würde sterben.

Ohne viele Alternativen ging die Agentin kurz in die Hocke, tastete in einem Müllhaufen nach irgendetwas Verwertbarem. Unendlich dankbar umfasste sie eine kalte Eisenstange, richtete sich sofort wieder auf und trat weiter zurück. Den richtigen Moment abwartend nahm sie die Stange in beide Hände. Durch den Flammenstrahl aus ihrem Arm konnte die Soldatin kaum etwas von der Chiss sehen, was ihr einziger Vorteil in dem ungleichen Kampf war.

Als keine zwei Schritte mehr zwischen dem kämpfenden Paar und der Müllpresse standen, setzte Lyth alles auf eine Karte und schlug seitlich mit der Eisenstange nach dem Kopf der Soldatin aus. Das dumpfe Geräusch und die zusammenklappende Frau ließen die Chiss erneut erleichtert aufatmen. Kurz bevor das Fließband ihr doch noch zum Verhängnis werden konnte, stieg sie vom Fließband auf die Plattform, welche die Müllpresse überwachte, und beobachtete zufrieden, wie die kurzzeitig ausgeknockte Soldatin zusammen mit den Müllhaufen in die Presse fiel. Dass der Aufprall im Müll sie wieder zur Besinnung brachte, erkannte Lyth an ihren erst verwirrten, dann panischen Schreien.

Zu schade, dass dein Jetpack eine Panne hat.

Süffisant lächelnd loggte sich die Agentin in das Kontrollterminal der Kontrollplattform ein und aktivierte die Müllpresse. Auch wenn sie sich gerade nicht in einer sicheren Position mit ihrem Scharfschützengewehr befand, das Gefühl der dominanten Macht war immer dasselbe, herrliche Gefühl.

Die Soldatin schrie indes verzweifelt aus der sich langsam zusammenschiebenden Müllpresse heraus.
„Nein! Tut das nicht! Ich ergebe mich!“

Triumphierend stellte sich Lyth an den Rand der Plattform, gut im Sichtfeld der hilflosen Soldatin. Um sie herum wurde der Müll von den zwei Pressen bereits zusammengedrückt, bis sie schlussendlich selbst eingeklemmt war. Schmerzerfüllte Schreie.
„NEIN! BITTE NICHT!“

Das Flehen ließ die Chiss kalt. Vor allem, als es sich in einem Orchester aus knackendem Müll und Knochen, gurgelnden Lauten und einfach nur gepeinigten Schreien verlor. Zufrieden verfolgte Lyth jeden einzelnen Augenblick, in welchem die Müllpresse das letzte Ziel ihrer Operation zerquetschte. Bis schließlich nichts mehr zu hören war. Die Klappe unterhalb der Presse öffnete sich und ließ den zusammengedrückten Abfall in einen Schacht fallen.

Stille kehrte wieder auf der Baustelle ein. Erst jetzt ließ Lyth sich den Luxus, ihrer Erschöpfung und den Schmerzen die Kontrolle zu überlassen. Seufzend setzt sie sich an den Rand der Plattform, sackte etwas unter der Last ihrer körperlichen Grenzen zusammen.

Schließlich ertönte ihr Kommunikationsgerät.
„Operation beendet. Die Fähre nach Dromund Kaas fliegt um sieben Uhr Standardzeit des nächsten Tages ab.“

Kurz schloss Lyth die Augen, atmete einmal tief durch. Dann stand sie auf und nahm die Treppe hinab zum Gelände.
Sie musste ihr Gewehr wiederfinden.




OoC: Wieder im Geschäft! Feedback hier rein, wie ihr's kennt
Ansonsten wie immer: Viel Spaß bei dieser Reihe ;D
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   Fr 16 März - 17:32

*_* mona mag! (mal wieder) ist einmal mehr sehr spannend und packend geschrieben ^^ eine frage hätt ich aber: wann spielt das ganze? ich nehme an vor der zeit bei vhem, da sie ja noch agentin ist? ö,ö
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   Sa 17 März - 16:58

„Seid versichert, dass die Vertreter gebührend empfangen und einquartiert werden. Ich werde persönlich für ihr Wohlergehen sorgen, ungeachtet der Verhältnisse.“

Synn Dylos‘ freundlicher Ton besänftigte die erregte Stimme des imperialen Diplomaten keineswegs, während dieser eine ganze Welle an Anforderungen und Vorkehrungen herunterleierte. Das genervte Augenrollen des Senators entging dem Diplomaten offenbar, denn das flackernde Hologramm begann, völlig gefangen von der eigenen Rede, auf dem Holo-Terminal auf und ab zu gehen.

Dylos hatte inzwischen gar kein Ohr mehr für seine Worte. Alles, was der Diplomat erwähnte, waren sie schon unzählige Male in den vergangenen Wochen durchgegangen. Trotzdem bestand der Diplomat eisern darauf, mindestens alle drei Tage gründlich alle Details erneut aufzugreifen. Einzig die Tatsache, dass Kaon auf ein weitreichenderes Bündnis angewiesen war, hielt den Senator noch bei der Stange. Ohne den Worten des Diplomaten zu lauschen beobachtete er den offensichtlichen Sith dabei, wie er auf und ab ging. Dabei fiel das Lichtschwert besonders auf, welches am Gürtel hing.

Bei den Sith konnte man nie wissen. Genau darum hütete Dylos sich auch davor, die Verhandlungen einzuschränken. Als der Diplomat geendet hatte, erwiderte der Senator mit dem üblichen Spruch.
„Wir werden alle möglichen Vorkehrungen treffen, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Ihr habt mein Wort als Senator des Planeten Kaon, Darth Devon.“

Das Hologramm hielt inne und verschränkte zufrieden die Arme hinterm Rücken.
„Ausgezeichnet, Senator. Unsere Vertreterin wird innerhalb der nächsten Tage eintreffen und dann alles weitere mit Ihnen besprechen. Sie ist eine Sith, bereiten Sie sich entsprechend vor.“

Bevor große Abschiedsfloskeln ausgetauscht werden konnten verschwand das Hologramm auch schon mit einem Flackern. Das war der einzige Punkt, den Dylos wirklich am Imperium schätzte. Sie tratschten nicht immer um den heißen Brei herum. Nun, jedenfalls fast.

Seufzend ging der Senator zum Stuhl seines Schreibtisches zurück und lehnte sich erschöpft zurück. Sein Blick schweifte über die helle Einrichtung. Wandfarbe, Möbel und sonstige Einrichtung waren in einem angenehmen Mix aus hellem Grün, weiß und golden gehalten. Die Farben, für die Kaon als Planet stand. Von allen Planeten in den Systemen der Tion-Hegemonie war Kaon sicherlich derjenige mit der umweltbewusstesten Politik, der saubersten Atmosphäre und Umgebung.

Dass dies Nachteile in der Militärkraft nach sich zog war ein offenes Geheimnis. Darum waren engere Beziehungen notwendig. Obwohl die Tion-Hegemonie formal ein Teil des Imperiums war, übte es keine direkte Kontrolle über die Systeme aus. Deshalb stand es frei, zu welcher galaktischen Macht engere Beziehungen aufgebaut werden sollten. Imperium oder Republik. Im Austausch für Schutz sollten dann die im Überfluss vorhandenen Energien des Planeten, gewonnen durch umweltfreundliche Methoden, welche das Meer und die Windkraft einbezogen, abgetreten werden.

Seit Wochen geisterten Dylos‘ Gedanken beinahe ausschließlich um diese Verhandlungen, die in wenigen Tagen beginnen würden. Vertreter der Republik und des Imperiums würden eintreffen und tagelange Debatten über die Vorteile eines Bündnisses ihrer jeweiligen Fraktionen führen.
Dabei hatte er doch ganz andere Sorgen…

Kurz fuhr sich der Senator durch die schulterlangen schwarzen Haare, welche bereits erste graue Strähnen aufwiesen, dann drückte er den kleinen Knopf unterhalb der Schreibtischkante, der die Kommunikationseinheit aktivierte.
„Elizabeth, ich mache für heute Schluss.“

Die junge Stimme seiner Sekretärin ertönte über Lautsprecher im Tisch.
„In wenigen Tagen werden die Vertreter eintreffen, Senator…“
„Ja, und bis dahin möchte ich nicht mehr gestört werden.“
„Wie Sie wünschen.“
„Danke.“

Müde erhob sich Dylos von seinem Schreibtischstuhl und betätigte das Kontrollfeld der Schiebetür, welche sein Büro vom Rest des Senatsgebäudes abtrennte. Draußen hörte man immer wieder vorbeiziehende Gehilfen und Beamte, die mittels kleiner Kom-Einheiten diskutierten. Sobald sich die Türen allerdings schlossen herrschte wunderbare Ruhe in seinem Büro Büro. Der Senator gab den Sicherheitscode des Raumes ein und verschloss ihn somit vor allzu neugierigen Kollegen.

Das Senatsgebäude war eine riesige, große Glaskuppel, die mehrere Stockwerke enthielt. An der Spitze der Kuppel residierte der Präsident von Kaon, während in absteigender Rangfolge die Senatoren, Beamten und sonstigen Angestellten ihre Büros hatten. Auch innerhalb der Stockwerke konnte man anhand der Anordnung der Büros feststellen, welchen Rang die Angestellten innerhalb der Politik des Planeten einnahmen. In den äußeren Bereichen, in der Nähe der Aufzüge, arbeiteten die ranghöheren, in der Mitte der Stockwerke arbeiteten die rangniedrigeren Angestellten.

In seinem Stockwerk war Synn Dylos als Senator ein hohes Tier. Als er sich von der Bürotür abwandte blinzelte ihm direkt die helle Mittagssonne durch das Glas der Kuppel entgegen, umrandet von einem wolkenlosen blauen Himmel. Im hellen Licht getaucht sahen die Hochhäuser der Hauptstadt malerisch aus. Ohne Fabriken oder sonstige Abgase wirkte der Anblick beinahe natürlich. Als Dylos in den Aufzug stieg, stellte er sich die weiten Grasflächen vor, welche hinter der Hauptstadt lagen. Lediglich einige Windräder störten dort die Idylle, die sich kilometerweit bis zur nächsten Stadt erstreckte.

Während der Aufzug in den untersten Stock, den Empfangsbereich fuhr, musste Dylos trotz seiner Müdigkeit zufrieden lächeln. Er wusste, weshalb der im Dienste des gesamten Planeten arbeitete. Die Bürger wählten ihn, weil er einer der wenigen Politiker war, die frei von Korruption arbeiteten und einzig und allein für das Wohl des Planeten standen.

Unten angekommen strich sich der Senator die grüne Robe glatt, die er, wie jeder andere Senator auch, trug. Grüßend nickte er den Empfangsdamen zu, trat dann heraus aus dem Senatsgebäude in den Park, der die Kuppel umspannte wie eine umarmende Liebste. Während er durch den Park direkt auf den hohen Turm zusteuerte, welcher direkt gegenüber der Kuppel auf der anderen Seite des Parks stand, nickte er entfernten Bekannten und Freunden genauso zu wie Leuten, die er niemals zuvor gesehen hatte, ihn aber trotzdem freundlich grüßten.

Da er sich jedoch nicht durch großartige Gespräche aufhalten ließ, war er bereits innerhalb von zwanzig Minuten bei dem großen Turm mit der Kuppel an der Spitze angekommen. Die graue Schutzhülle war über die gläserne Kuppel gefahren, um das Licht fernzuhalten. Ein Zustand, der nun schon Wochen andauerte und erste Gerüchte in der Bevölkerung auslöste.

Bevor seine Gedanken wieder an politische Konsequenzen abdriften konnten schob sich der Senator in den Aufzug des Turms, drückte auf den obersten Knopf und sah durch die geschlossenen Glastüren die Hauptstadt wieder unter seinen Füßen kleiner werden, bis er in der Ferne am Horizont den grünen Streifen erkennen konnte.
Urlaub wäre mal wieder angesagt, sobald die Verhandlungen abgeschlossen waren. Lächelnd malte Dylos sich diesen Gedanken aus, wieder in der Ferienwohnung draußen außerhalb der Stadt zu residieren. Zusammen mit Frau und Sohn.

Da gab es nur ein Problem…

Der Aufzug tauchte erst in die vollkommene Dunkelheit der Kuppel, dann öffneten sich mit einem kaum hörbaren Geräusch die Glastüren. Mit blinder Präzision manövrierte sich Dylos durch das Wohnzimmer seiner Wohnung direkt ins Schlafzimmer. Die leise Atmung seiner Frau Beth empfing ihn vom Bett aus. Ihre kränkliche Stimme war wie ein Messerstich in seinem Herzen.
„Synn… Warum bist du schon zuhause?“

Er trat an ihr gemeinsames Doppelbett heran und kniete sich neben ihre Seite hin. In der Dunkelheit konnte er die Umrisse der im Bett liegenden Frau erkennen, schwach und abgemagert. Auch ohne Licht wusste er, dass ihre Haut todesblass war, und die Augen vor Erschöpfung geschlossen. Die freundlichen grünen Augen seiner Gattin hatte er schon seit Wochen nicht mehr richtig gesehen, denn Beth ertrug das Licht der Sonne nicht mehr, seit die Krankheit bei ihr ausgebrochen war. Eine Krankheit, die in den letzten Monaten schon unzählige Tote gefordert hatte.

Sie sprachen nicht über das, was beide befürchteten. Nicht einmal, wenn die Ärzte es ihnen direkt zu vermitteln versuchten. Keiner von ihnen wollte es wahrhaben.
„Ich hatte genug von den imperialen Forderungen, damit wird sich Elizabeth auch die paar letzten Tage noch selbst auseinandersetzen können. Nun will ich bei dir bleiben.“

Beth hustete etwas, wobei es genauso gut der klägliche Versuch sein konnte, zu lachen.
„Und wieder stundenlang neben dem Bett sitzen, abgesehen von den gelegentlichen Gängen zur Küche oder Toilette? Das machst du doch schon jeden Tag nach Feierabend.“
„Du weißt, dass es ein Hobby von mir ist, Sachen auszusitzen.“

Wieder Husten.
„Ja… Das weiß ich… Darum musste ich schließlich DIR den Antrag machen.“

Lächelnd erinnerte sich Dylos zurück an den Abend, an dem sie ihre Verlobung beschlossen hatten. Tatsächlich hatte Beth öfter die Rolle des Mannes übernommen, als ihm persönlich lieb war. Aber das passte ganz gut zu ihr. Ungewollt hatte ihm das einen Ruf als Vorreiter der Emanzipation im Senat verschafft.

„Anstatt sinnlos neben mir zu hocken könntest du dich viel besser um Jim kümmern. Ihm macht das ganze mehr zu schaffen, als er zugeben mag. Warum holst du ihn nicht von der Schule ab, und beschäftigst dich etwas mit ihm? Etwas Ablenkung tut ihm gut.“
„Wenn du versprichst, dich auf dem Komlink zu melden wenn dir etwas fehlt.“
„Keine Sorge…“

Alles andere als überzeugt stand Dylos auf, beugte sich über den Körper seiner Frau und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen. Kurz spannte sie sich an, wollte die Arme heben, doch der Schwächeanfall hielt sie zurück. Darum hauchte sie nur leise.
„Du solltest das nicht tun… du steckst dich an…“
„Es ist mir egal. Ruh dich aus.“
„Mir bleibt ja keine andere Wahl, oder?“

Bevor er sich abwandte, inspizierte Dylos noch die Vorräte, die auf dem Nachttisch lagen. Mit Bedauern stellte er fest, dass sie kaum etwas gegessen hatte. Deshalb standen noch so viele der Proteinriegel und Wasserflaschen auf dem Tisch.
„Ich bin bald zurück.“
„Geh schon, du Narr.“

Ein freudloses Grinsen zierte Dylos‘ Gesicht, und er wusste dass es auch Platz in Beths Lippen gefunden hatte. Trotzdem stieg er mit einem Gefühl zurück in den Aufzug, als wäre ihm das Herz herausgerissen worden. Nach fünfzehn Jahren Ehe lag eine Endzeitstimmung in der Wohnung.

Dylos unterdrückte die Trauer in seiner Kehle, als der Aufzug von der Dunkelheit seines Heims wieder in das freundliche Licht der Mittagssonne zurückkehrte. Doch dieses Mal gelang es der Sonne nicht, seine Laune zu erheitern, so wie sie es sonst immer tat. So wie sie es vor einer halben Stunde getan hatte.

Sie war eben nicht mehr dasselbe.

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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   Mo 19 März - 12:15

Auf der Revenge herrschte die unbesiegbare Stille, welche dem Raumschiff der Fury-Klasse fast schon eine Grabesstimmung anhaftete. Im düsteren Licht der Lampen konnte man kaum vier Schritte weit sehen, außer wenn die Beleuchtung in angrenzenden Räumen angeschaltet war. Das Cockpit dagegen wurde zumeist vom Licht der Sterne und Sonnen erhellt, an welchen das Schiff vorbeiflog. Doch nicht an diesem Tag. Der erhellte Hangar, in welchem die Revenge gerade stand, spendete sein Licht ins Cockpit und direkt in die roten Augen der Chiss, die ungerade auf ihrem Stuhl saß, die Beine über die diversen Armaturen und Steuereinheiten gelegt. Gerade war alles heruntergefahren, genau wie Lyths Aufmerksamkeit.

In solch ruhigen Momenten fragte sich die Chiss immer wieder, wie sie an Bord dieses Schiffs gelangt war. Dem Ort, an dem die Zeit gelegentlich dazu neigte, still zu stehen. Wehmütig erinnerte sie sich an die Zeiten zurück, an denen sie als Agentin des imperialen Geheimdienstes Missionen auf unzähligen Planeten durchgeführt hatte. Eine der besten war sie gewesen, eine Ziffer-Agentin. Bis zu der einen Nacht, an der alles schief ging.

Nun war sie hier. Auf der Revenge, in Diensten einer Sith, die es mit chirurgischer Präzision schaffte, stets in die unangenehmsten Situationen zu geraten. Erneut in Ungnade gefallen.
Und diesmal würde aller Wahrscheinlichkeit nach kein Glücksfall Lyth davor bewahren, bis zu ihrem Tod in der Schande des Versagens zu leben.

Seufzend nahm die Chiss ihre Füße von den Armaturen und setzte sich gerade hin. Wie so oft schmerzte ihr Rücken in letzter Zeit, da sie auf nichts anderem schlief als auf ihrem Stuhl im Cockpit. Bei der Gelegenheit wandte sie auch endlich einmal den Blick vom stechenden Licht der Scheinwerfer ab, welche den Hangar beleuchteten. Blind griff sie an ihren Gürtel, wo ihr Notfallblaster im Holster ruhte. Eine Waffe, die immer mehr zur Zierde wurde. Genau wie ihr Scharfschützengewehr im Lagerraum, welches im Lagerraum darauf wartete, dass es in die Halterung am Rücken gesteckt wurde, obwohl es sowieso kein Ziel gab.

Müdigkeit und Depression ließen Lyths blaue Finger vom Holster ihres Blasters zu einem kleinen Behälter am Gürtel wandern, den sie routiniert öffnete um eine der Zigaretten hinauszunehmen. Flink zündete sie sich den Stängel an und zog dann auch gleich schon erleichtert daran. Schon viel zufriedener inhalierte sie den Rauch, blies dann die Reste zwischen ihre Lippen heraus.
Früher wäre sie natürlich nie auf die Idee gekommen, zu rauchen. Das Nic-o-Tin belastete nur die Lunge, schmälerte die Ausdauer.

Wozu darauf achten, wenn man sie eh nicht mehr braucht. Immerhin trainiere ich noch täglich.

Sie schloss die Augen und zog noch einige Male an der Zigarette, während sie darauf wartete dass die temporäre Blindheit durch das helle Scheinwerferlicht verschwand. Nach einer Weile holte sie bereits das schlechte Gewissen ein, woraufhin sie den Glimmstängel blind im Aschenbecher ausdrückte, welcher in der Station zu ihrer rechten angebracht war.

„Anstatt dich in Selbstmitleid zu ertränken solltest du besser das Schiff startklaren.“

Die leise kratzige Stimme ließ Lyth aus ihren Gedanken aufschrecken. Sie unterdrückte ein Fluchen, als die Blindheit sie davon abhielt, die Gestalt zu erkennen, welche das Cockpit betreten hatte. Zwar erkannte sie die Sith, Vhem, schon an der Stimme, doch ohne die ungefähre Haltung konnte sie kaum ausmachen, ob das Gesagte eine Drohung oder lediglich ein Befehl war.

„Natürlich, mein Lord. Wohin soll die Revenge Euch bringen?“
„Setze Kurs auf das Kaon-System und dem gleichnamigen Planeten.“

Glücklicherweise beschränkte die Blindheit Lyth keineswegs in ihren Kompetenzen als Pilotin. Blind fand sie die wichtigen Hebel und Knöpfe auf den Armaturen, um das Raumschiff auf Touren zu bringen. Genauso schaffte sie es ohne Sicht, eine Abflugfreigabe anzufordern. Die Bestätigung erhielt sie, anstatt vom Monitor, durch das ferne Geräusch der sich öffnenden Hangartore über der Revenge. Schlussendlich warf die Chiss den Autopiloten an, darauf hoffend dass die Blindheit bei ihrem Austritt aus der Atmosphäre vorbei sein würde.

Sie hörte nicht, wie sich Vhem in den Stuhl neben ihr setzte. Es war viel mehr das unbehagliche Gefühl, welches nicht weichen wollte, was Lyth zu der Annahme bewegte. In ihrer ganzen Dienstzeit als Agentin war ihr keine Sith begegnet, die undurchsichtiger gewesen wäre als Vhem. Vielleicht hing es genau mit dieser Tatsache zusammen, dass sie damals noch im aktiven Dienst gewesen war, und Vhem lediglich die erste Sith darstellte, welche Lyth auch in der Privatsphäre genießen durfte.
Dort legte die Sith oftmals den Befehlston ab, entspannte sich etwas und wirkte beinahe… wirklich menschlich. Obwohl sie eine Menschenfrau war. Kopfschüttelnd beschloss Lyth zum bestimmt hundertsten Mal, dass sie sich das niemals vollends erklären würde können.

„Was führt Euch ausgerechnet nach Kaon, mein Lord?“
„Verhandlungen. Das Imperium streitet mit der Republik um ein Bündnis mit dem Planeten, um sich die zusätzlichen Energien zu sichern.“

Die kurze Information genügte, damit sich die Chiss den Rest selbst zusammensetzen konnte. Vhem war gerade erst zur Darth ernannt worden, einem der höchsten Titel für die Sith. Und was mit einem bescheidenen Alter von dreiundzwanzig Jahren. Man konnte das Raunen durch die Reihen der Sith kaum überhören, auch wenn sie sich scheinbar zustimmend gaben. Kritikerstimmen wurden immer lauter, genauso wie die Skeptiker, welche die Umstände ihres Aufstiegs in Frage stellten.

Lyth bezweifelte, dass sie weiter in die Materie einsteigen wollte als sie eh schon durch ihren Posten einbezogen wurde. Die Hierarchie der Sith baute auf komischen Werten auf, fernab von Effizienz oder Leistung. Manchmal schien alles wie eine große Intrige, oder besser… ein Netz aus solchen.

„Also werdet Ihr geschickt, um auf Nummer sicher zu gehen.“
„Nein, weil auf meine Fehler gewartet wird. Die letzte Instanz im Diplomatischen Dienst des Imperiums ist ein Sith-Lord, wie du weißt. Darth Devon.“
„Ja, und?“

Sofort als ihre Worte die Lippen verließen, bereute Lyth dass sie gefragt hatte.

„Er hätte jeden Botschafter auf Dromund Kaas schicken können. Aber ich werde geschickt, weil ich durch meine Ernennung auf wackeligen Beinen stehe. Die Genugtuung, die mein Versagen auslösen würde, werde ich ihm nicht gönnen.“

Dankbar bemerkte Lyth, dass die Blindheit langsam nachließ. Während die Revenge immer höher in den dunklen Himmel von Dromund Kaas stieg zogen einige Blitze haarscharf an ihnen vorbei. Immer wieder fragte sich die Chiss, was wohl passieren würde wenn einmal einer der vielen Blitzableiter auf dem Dschungelplaneten, dem Hauptplaneten des Imperiums, ausfallen würde. Wie viele Raumschiffe würden dann als brennende Wracks enden…

Beiläufig tippte sie, endlich wieder einigermaßen sehend, das Kaon-System in den Navigationscomputer. In Windeseile wurde die schnellste Hyperraumroute herausgesucht. Einen kurzen Seitenblick warf Lyth in Richtung der Sith, welche gerade auf ihrem Stuhl neben der Chiss saß, die Arme auf die Lehnen gelegt, den Kopf etwas zurück an die Lehne gelehnt.

„Die Reise wird etwa zwei Tage dauern. Vielleicht solltet Ihr euch ausruhen, mein Lord.“
„Vielleicht…“

Ein netter Nebeneffekt ihrer Zwangsversetzung in den Dienst von Darth Vhem war, dass Lyth definitiv ein neues Bild von den Sith gewonnen hatte. In solchen Momenten, in denen die ansonsten so unheimlichen, verschlagenen Sith ihre normale Seite zeigten, konnte man sich fast mit ihnen anfreunden. Mittlerweile war Lyth ein bisschen Vhems Gewissen auf der Revenge, wenn es darum ging sich auch mal eine Pause zu gönnen. Trotz des stellenweise sehr harschen Tons, den die Darth pflegte, konnte die Chiss einige Sympathien für Vhem nicht leugnen.

Obwohl die Tatsache, dass ihr kein normales Bett vergönnt war, sondern nur der Stuhl im Cockpit, ein ziemlicher Knackpunkt in ihrer Beziehung war.

Leicht grinsend verfolgte Lyth den Austritt der Revenge aus der Atmosphäre, nachdem der immerwährende Sturm des Planeten etwas an dem Schiff gerüttelt hatte. Sie konnte den Hyperantrieb im Maschinenraum leise hören, während er den Sprung vorbereitete. Im Gleitflug durch das All konnte man durch das Cockpit das Sternenmeer sehen. Unendlich, überall, so nah und doch so fern. Kurz schwebte Lyths Hand über dem Hebel, welcher sie auf die Reise ins Kaon-System bringen würde. Dann zog sie den Hebel zurück.

Für kurze Zeit stand alles still. Das Sternenmeer zog sich erst weit auseinander, bevor dann ein Ruck die Revenge in den Hyperraum brachte. Nun waren die Sterne nichts weiter als helle Punkte, die in Windeseile an ihnen vorbeisegelten. Vorbei an dem blauvioletten Tunnel, in welchem sie flogen.

Manche behaupteten, dass der direkte Blick in den Hyperraum wahnsinnig machen würde. Lyth hielt diese Gerüchte für Quatsch. Es gab nichts schöneres, als das All in all seinen Formen.
Mit einem leisen Seufzen stand Darth Vhem von ihrem Stuhl auf und machte sich auf, das Cockpit zu verlassen. Ihre schwarze Robe wirkte so, als wäre sie bereits ein paar Tage zu lange getragen worden. Plötzlich kam in Lyth die Frage auf, was auf Dromund Kaas passieren musste, dass Vhem stets so erschöpft auf die Revenge zurückkehrte. War die Sith-Hierarche wirklich eines dieser Felder, welches einem alle Kraft kostete, bis man eines viel zu jungen Todes starb?

Schweigend beobachtete die Chiss Darth Vhem, bis sie in der Dunkelheit der Revenge verschwunden war. Dann wandte sie sich wieder dem Ausblick zu, der sich durch das Cockpit anbot, und schwelgte in längst vergangenen Missionen.

Im Nervenkitzel, den sie wohl nie mehr verspüren würde.
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   Di 20 März - 16:15

Dylos stieg gerade aus dem Gleiter, als die Schulklingel zum Ende des Unterrichts bimmelte. Erleichterte Kinder aller denkbaren Spezies rannten aus dem großen Haupteingang des kuppelförmigen Gebäudes. So gesehen waren alle wichtigen Gebäude auf die Kuppelform beschränkt, um sie etwas von den Hochhäusern abzugrenzen. Jede Kuppel war umgeben von einem kleinen Park, was den Nebeneffekt hatte, dass die Arbeitsstellen auf Kaon eine erfreuliche Abwechslung zu den gewaltigen Häuserschluchten boten. Schließlich war die Hauptstadt des Planeten ansonsten genau wie jede andere Stadt auf anderen Planeten auch. Gleiter sausten um die Wolkenkratzer herum, in den tieferen Ebenen tummelten sich allerhand zwielichtige Leute.
Die Kuppeln machten Kaon zu etwas besonderem, denn sie symbolisierten das Umweltbewusstsein des Planeten. Der sonnige Tag brachte das besonders zur Geltung.

Einige Eltern grüßten ihn freundlich, bevor sie sich mit ihren abgeholten Kindern aus dem Staub machten. Die Klingel war schon lange verklungen, der Vorhof der Schule leerte sich bis er beinahe schon verwaist war. Ungeduldig verlagerte Dylos sein Gewicht von einem Bein auf das andere, während er zu den Hochhäusern hinübersah, welche bereits am Rande des Parks angrenzten. Ungetrübt strahlte die helle Sonne über die Stadt, bereicherte sie mit einem freundlichen blauen Himmel.

Eine Viertelstunde nach dem Ringen der Klingel kam Jim endlich aus dem Schulgebäude. Stolz beobachtete Dylos seinen Jungen, wie er, die Schultasche über die linke Schulter gezogen, auf ihn zuging. Zehn Jahre alt war er nun. Seine braunen Haare, etwa auf Höhe des Kinns geschnitten, verdeckten den Blick auf sein Gesicht, da er unentwegt zu Boden starrte. Das Lächeln auf Dylos‘ Lippen starb.

„Hallo, mein Junge.“
Überrascht hob Jim den Kopf. Er blinzelte seinen Vater zwei Sekunden an, bevor er einfach weitertrottete.
„Oh… Hi, Papa.“

Die Niedergeschlagenheit seines Sohnes drückte dem Senator auf die Brust, als er dem kleinen Mann die Schultasche abnahm, sie auf die Rückbank warf und direkt darauf seinen Jungen auf den Beifahrersitz hob. Behände schwang er sich auf den Fahrersitz, lehnte sich zu Jim hinüber.
„Mama und ich dachten uns, dass wir vielleicht mal wieder etwas unternehmen sollten.“

Jim sah sofort auf. Sein breites Lächeln besserte Dylos‘ Laune sofort gehörig auf.
„Wir? Mama ist also wieder gesund?“

Dahin war sie wieder, die gute Stimmung.
„Nun… Nein… Aber wir beide können etwas machen. Möchtest du mal wieder in den Zoo? Ich habe gehört, die Acklays haben Nachwuchs bekommen. Die magst du doch so gern.“

Enttäuscht ließ sich Jim wieder auf seinen Sitz sinken, schnallte sich an und schüttelte dann kurz den Kopf.
„Nein, darauf habe ich keine Lust.“

Seufzend startete Dylos die Triebwerke des Gleiters und fuhr dann auch ohne große Umschweife los, um sich in den Verkehr zwischen den Häuserschluchten einzuordnen. Häuser verschiedenster Breite und Höhe zogen an ihnen vorbei, nachdem sie den Park um die Schule herum verlassen hatten. Im Gegensatz zu anderen großen Städten wie Coruscant hörte man die Gleiter kaum, da sie durch die erneuerbare Energie kaum Geräusche von sich gaben, maximal ein leises Surren. Die Energie ließ sich zudem um ein vielfaches billiger gewinnen, bei gleicher Leistung. Deshalb waren Imperium und Republik wohl so scharf auf die Quelle.

Mit verzogener Miene stellte der Senator fest, dass seine Gedanken sich bereits wieder auf die Arbeit richteten. Um sich abzulenken sprach er zu Jim, ohne dabei vom Verkehr abzusehen.
„Möchtest du ein Eis essen?“
„Lieber nicht, Papa.“
„In die Spielhalle?“
„Die wird schon seit drei Wochen renoviert.“
„Der Simulator?“
„Keine Lust.“

Mühsam unterdrückte Dylos ein Knurren ob dieser Lustlosigkeit. Aber er konnte es seinem Sohn nicht verdenken. Eigentlich hielt er sich auch am liebsten zuhause auf, um im Fall der Fälle bei seiner Frau zu sein. Das einzige, von dem er sich ablenken ließ, war seine Arbeit.
Da fiel ihm etwas ein…

„Wolltest du nicht schon immer einmal einen Jedi kennenlernen?“
„Ja?“

Neugierig geworden sah Jim ihn an. Von diesem kleinen Erfolg beflügelt fuhr Dylos fort.
„In ein paar Tagen kommen ein paar Abgesandte von der Republik und vom Imperium, um mit unserem Präsidenten zu verhandeln. Dabei werden auch zwei Jedi sein. Möchtest du da mitkommen? In ihren freien Minuten werden sie sich ganz bestimmt etwas Zeit für dich nehmen können.“

Zwar war das ziemlich in den Wind geschätzt, doch die Begeisterung in Jims Gesicht war es wert gewesen. Aufgeregt hüpfte er auf seinem Sitz auf und ab.
„Wirklich?! Toll! Ja, da will ich mitkommen!“
„Dafür musst du dich aber entsprechend anziehen.“

Zufrieden, seinem Sohn endlich etwas gegeben zu haben, worauf er sich die nächsten Tage freuen konnte, wechselte Dylos die Spur um in Richtung Einkaufszentrum abzubiegen. Jede Minute, die Jim außerhalb der Reichweite seiner Mutter verbrachte, war ein Gewinn. Allein dieser Umstand dämpfte die Laune des Senators bereits wieder. Es war grausam, dass er so denken musste.

Die Sonne blinzelte immer mal wieder in sein Sichtfeld, während sie in der Verkehrsspur an diversen Gleitern vorbeizogen. Wiedermals war ihre Freundlichkeit verschwunden.
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   Do 22 März - 14:07

Lyth versuchte in Darth Vhems Gesicht zu lesen, während diese eingehend ihre drei verbliebenen Karten in der Hand betrachtete. Abwiegend wog sie den Kopf langsam hin und her, verglich die Werte ihrer Handkarten mit denen, die bereits auf dem runden Tisch im Aufenthaltsbereich der Revenge ausgelegt waren.

Da Reisen durch den Hyperraum auch mal gut und gern über eine halbe Woche gehen konnten, hatten Lyth und Vhem es sich mit der Zeit angewöhnt, die Reisezeit durch Spiele wie Dejarik oder, wie dieses Mal, Pazaak zu verkürzen. Bei diesen Partien wurde sich mittlerweile nichts mehr geschenkt, fast wie auf einem Schlachtfeld. Trotzdem fanden sie sich immer wieder bei dem runden Tisch ein, es schien der Chiss inzwischen fast schon eine Tradition auf der Revenge geworden zu sein.

„Neunzehn.“

Vhem legte eine +2 Karte auf den Tisch, wodurch es nun insgesamt sieben waren. Die Regeln vom Pazaak Spiel waren schnell erklärt. Man besaß einen Hauptstapel mit jeweils vier Karten von eins bis zehn, insgesamt also vierzig. Dazu stellte man sich noch einen Nebenstapel mit lediglich zehn Karten zusammen, welcher Karten mit positiven und negativen Werten enthielt, wie zum Beispiel gelegte +2. Am Anfang jeder Runde legte der Spieler eine Karte auf sein Feld, wo insgesamt neun Karten im gesamten Satz Platz fanden.

Das Ziel des Spiels war es, mit den Karten auf seinem Feld möglichst nahe, bestenfalls auf die Zwanzig zu kommen. Dazu dienten in erster Linie die gezogenen Karten aus dem Hauptstapel. Zum modifizieren des eigenen Wertes konnte man die vier Karten aus dem Nebenstapel benutzen, so konnte man zum Beispiel durch das Legen einer -2 Karte eine zweiundzwanzig zu einer perfekten zwanzig heruntersetzen.

Wer zuerst auf die zwanzig kam, oder nach dem Erreichen der neunten Karte am nächsten dran war, gewann den Satz. Wer drei Sätze gewann, entschied die Partie für sich.
Konzentriert sah Lyth auf ihr eigenes Feld, zog eine Karte vom Hauptstapel und fügte den Wert zur bisherigen Wertesumme hinzu. Einundzwanzig. Dafür hatte sie, im Gegensatz zu Vhem, noch alle vier Modifikationskarten in der Hand. Dementsprechend siegessicher legte sie ihre -1 Karte.

„Zwanzig.“ Grinsend lehnte sich Lyth zurück.

Schnell zog Vhem die nächste Karte vom Hauptstapel, legte sie auf ihr Feld.
Eine eins.

„Zwanzig. Unentschieden.“ Knapp erwiderte die Darth das Grinsen der Chiss mit einem Lächeln.

Nach dem zweiten Satz stand es also nach wie vor Eins zu Null für die Sith. Grummelnd sortierte Lyth die Karten im Feld wieder auf den Haupt- und Nebenstapel ein, fing dann an zu mischen. Vhem tat es ihr gleich. Stumm sahen sie sich einander an, beide entschlossen dieses Spiel zu gewinnen.

Bevor der dritte Satz jedoch beginnen konnte zog ein Ruck durch die Revenge, welcher den Austritt aus dem Hyperraum untermalte. Sofort stand Lyth von ihrem Platz auf dem kleinen Sofa auf, legte ihre Karten ab und deutete vielsagend auf Vhem.
„Das führen wir beim nächsten Mal weiter.“

„Mit Vergnügen.“ Vhem beobachtete die Chiss grinsend, während sie sich ins Cockpit aufmachte. Dort angekommen setzte sie sich auf ihren Stuhl, huschte mit den Fingern über den Navigationscomputer. Durch das Cockpit bot sich ein wunderbarer Anblick des Planeten Kaon, ein Planet, dessen grüne Landflächen von strahlend blauem Meer umzingelt waren. Kurz piepte der Computer auf, dann ertönte eine männliche Stimme durch den Lautsprecher.
„Raumhafen Kaon Hauptstadt. Identifizieren Sie sich.“

Lyth drückte auf den Knopf neben dem Lautsprecher.
„Hier spricht die Pilotin der Revenge. Ich bringe die imperiale Vertreterin zu den Verhandlungen.“

Eine Weile herrschte Funkstille, dann flimmerten Anflugdaten über den Bildschirm und die Stimme sprach weiter.
„Bestätige Landeanflug im Raumhafen Kaon Hauptstadt, Hangar 738-21F.“
„Verstanden.“

Kurzerhand gab Lyth die Anflugdaten an den Navigationscomputer weiter und nahm letzte Ausrichtungen vor. Dann lehnte sie sich in ihrem Stuhl zurück und beobachtete die Revenge dabei, wie sie langsam in die Atmosphäre des Planeten eintrat. Erneut kurzes Ruckeln, dann stieß das Raumschiff in den klaren blauen Himmel Kaons.

Währenddessen war es Darth Vhem gelungen, sich unbemerkt auf ihren Sitz neben der Chiss zu setzen. Zweifellos nicht aus Heimlichtuerei, denn sie war eigentlich immer kaum zu hören. In ihren schwarzen Mantel gehüllt beobachtete die Sith zusammen mit ihrer Pilotin den Anflug auf die große Hauptstadt des Planeten.

Von oben sah die Stadt komplett anders aus als alle anderen Metropolen, die Lyth bisher gesehen und besucht hatte. Anstatt ein dichtes Meer aus Hochhäusern und Wolkenkratzern zu sein, wurde der Stadtanteil an diversen Stellen von Parks durchdrungen, in deren Mitte sich stets eine gläserne Kuppel befand. Entweder man verglich es mit Pickeln im Gesicht einer Hauptstadt, oder mit Oasen in der Wüste.
Lyth bevorzugte letztere Sichtweise.

„Du solltest dir auch etwas überwerfen.“ meinte Vhem schließlich, als sie den Raumhafen beinahe erreicht hatten. Überrascht sah die Chiss zur Darth auf.
„Weshalb?“
„Weil du mich begleiten wirst.“
„Normalerweise bleibe ich bei euren Ausflügen doch immer auf dem Schiff.“
„Nun… dieses Mal will ich dich dabeihaben.“

Grinsend nickte Lyth.
„Wie Ihr wünscht, mein Lord.“

Gut gelaunt stand sie von ihrem Stuhl auf und betrat zielgerichtet den Lagerraum der Revenge, wo sie zwischen den Vorratskisten ihre eingestaubte Ausrüstung aufbewahrte. Sie wühlte sich durch verschiedenfarbige Mäntel, bis sie den ausgeblichenen grünen erwischte, der ihr am besten gefiel. Erstaunt über die bewahrte Routine überprüfte sie ihren Holster mit dem Blaster, legte die Schulterriemen an und befestigte das geliebte altmodische Scharfschützengewehr daran. Zuletzt verbarg sie ihr Balisongmesser noch in der Manteltasche, dann war sie bereit.

In der Dunkelheit des Aufenthaltsbereichs stieß sie wieder auf Darth Vhem, welche ihr mit einem Wink bedeutete, zu folgen. Bei der Gelegenheit schnappte sich Lyth auch gleich noch die beiden durch Gummibänder zusammengehaltenen Kartenstapel auf dem runden Tisch, bis sie sich damit beeilte der Darth zu folgen. Zusammen stellten sie sich bei der Rampe der Revenge auf, warteten auf den letzten Ruck, der immer mit dem Aufsetzen des Schiffes einherging.

„Du sprichst, wenn du dazu aufgefordert wirst. Zu jeder Zeit bleibst du bei mir, auch bei den Verhandlungen. Soweit ich weiß hat die Republik zwei Jedi geschickt, um sich von ihnen vertreten zu lassen.“
„Verstanden, mein Lord. Ihr misstraut den Jedi?“

Darth Vhem schüttelte den Kopf.
„Sie würden solche Verhandlungen niemals für einen Hinterhalt missbrauchen. Für so etwas haben sie nicht den Willen. Eher will ich für Chancengleichheit sorgen.“
„Ihr wollt nicht den Eindruck erwecken, dass dem Imperium die Verhandlungen zu unwichtig sind, um zwei Vertreter zu schicken.“
„Exakt.“

Verstehend nickte Lyth, als die Revenge mit dem erwarteten Ruck aufsetzte. Ohne dazu aufgefordert zu werden legte die Chiss Hand an den Hebel, der die Rampe senken würde, und legte ihn um. Zischend öffnete sich die Rampe wie das Maul eines Raubtiers.

Im Vergleich zur Dunkelheit der Revenge waren die Lichter des Hangars brennend hell. Lyths Augen brauchten einige Augenblicke, bis sie sich an die Helligkeit gewöhnt hatten, dann folgte sie Vhem, welche bereits den Weg nach unten angetreten hatte, scheinbar unbeeinflusst vom Licht. Auf halbem Wege vom Raumschiff aus dem Hangar hinaus wartete ein etwas älterer Mann, mit schwarzen Haaren und in einer hellen grünen Robe gekleidet, auf sie. An seiner Seite stand ein kleiner Junge, maximal zwölf Jahre alt, der ihm wie aus dem Gesicht geschnitten war, ebenfalls in einer hellgrünen Robe gekleidet. Freundlich empfing der Mann die Neuankömmlinge.

„Willkommen auf Kaon, Darth Vhem. Eure Anwesenheit ehrt unseren Planeten sehr. Ich bin Senator Dylos, dies ist mein Sohn Jim. Wir sollen Euch zu eurem Quartier begleiten.“

Lyth blieb stumm einen Schritt hinter Vhem stehen, verfolgte lediglich das Gespräch. Das Lächeln der Darth schien wie immer, und war trotzdem anders als die Chiss es bisher erlebt hatte. Es fehlte einfach ein winziger Schein in den blauen Augen der Sith, welcher bestimmt nur Leuten auffallen würde, welche Vhem schon länger kannten.
Dem Senator fiel das offenbar nicht auf. Eher wirkte er durch das Lächeln der Sith gleich viel entspannter.

„Vielen Dank, Senator. Wir folgen Ihnen.“

Mit einem Nicken wandte sich der Senator um und ging vor. Sein Sohn blieb dabei immer treu an seiner Seite, warf aber immer wieder neugierige Blicke zurück nach Vhem und Lyth. Die Darth begann, mit dem Senator zu plaudern, während Lyth weiter brav folgte, ohne etwas zu sagen.

„Werden Sie auch bei den Verhandlungen zugegen sein?“
„Durchaus, ich werde unseren Präsidenten bei den Verhandlungen unterstützen. Ich vertrete dabei das oberste Gebot des Planeten. Die Wahrung unserer Umwelt.“
„Seid versichert, dass das Imperium keinen gravierenden Einfluss auf die zielorientierte Ökonomie und Umweltpolitik des Planeten nehmen wird, sollte er sich für ein Bündnis mit uns entscheiden.“

Zusammen trat die Gruppe in einen Aufzug gegenüber dem Hangar, in dem die Revenge stand. Lyth fiel auf, dass der Raumhafen eine Kuppel war, gleich derer die sie und Vhem schon aus der Luft gesehen hatten. Ein verstärktes Tor aus Glas schloss sich gerade, um die Revenge von Außeneinflüssen abzuschirmen, dann fuhr der Aufzug herab in die Tiefe.

„Das sollten wir dann in gemeinsamer Runde besprechen, Darth Vhem.“
„Selbstverständlich, Senator. Wann werden wir uns mit der Republik zusammensetzen?“
„Gleich morgen früh. Ein unterirdisches Netzwerk aus Gleiterzügen verbindet alle wichtigen Einrichtungen der Stadt miteinander. Wir werden in Kürze in der Regierungskuppel sein, wo auch Euer Quartier liegt.“

Auf die Worte des Senators hin stieg die Truppe aus dem Aufzug heraus direkt in eine hell beleuchtete Untergrundstation ein. Zu beiden Seiten der Station hielten die besagten Gleiterzüge an, nahmen Passagiere auf und fuhren direkt weiter.

„Wird in meinem Quartier auch Platz für meine Begleitung sein?“
„Selbstverständlich. Wir sind auf alles vorbereitet, um Euren Aufenthalt auf unserem schönen Planeten so angenehm wie möglich zu machen.“

Zusammen stiegen sie in den nächsten Zug ein, wo das Gespräch zum erliegen kam. Passagiere aller möglichen Spezies saßen in dem Gleiterzug, von Rodianern bis Bothanern war beinahe alles vertreten. Der Zug passierte einige Stationen ohne anzuhalten, was man durch die vorbeiwehenden Lichter gut erkennen konnte. Schließlich hielt das Transportmittel an, und der Senator führte Lyth und Vhem weiter, wobei er ganz besonders auf seinen Sohn Acht gab. Ein schmales Lächeln legte sich auf die Züge der Chiss, während sie den fürsorglichen Vater dabei beobachtete, wie er seinen Jungen an die Hand nahm, um ihn im Getümmel nicht zu verlieren.

Ein weiterer Aufzug führte wieder nach oben. Inzwischen plauderten Vhem und der Senator auch bereits wieder, allerdings über triviale Dinge wie die Wetterlage des Planeten, Fortbewegungsmittel, Alltag und so weiter. Lyth hörte nicht mehr genau hin, folgte ihnen einfach nur, während der Senator sie nach dem Aufzug durch einige Gänge führte. Genau wie die Außenwände auch bestanden die Innenwände der Regierungskuppel aus Glas, welches bei Bedarf bis zur Undurchsichtigkeit verdunkelt werden konnte.

Bei genau so einem verdunkelten Raum blieben sie schließlich stehen.

„Hier werdet Ihr unterkommen für die Dauer Eures Aufenthaltes auf Kaon. Ich werde mich entfernen, damit Ihr euch etwas entspannen könnt nach der Reise. Solltet ihr Fragen haben, eine Besichtigung durch die Stadt machen wollen oder was auch immer, zögert nicht nach mir zu verlangen. Ansonsten werde ich Euch morgen zu den Verhandlungen abholen.“
„Danke, Senator.“

Dylos verneigte sich förmlich, nahm dann wieder seinen Sohn Jim an die Hand und ging davon. Während Lyth bereits die Glastür zu ihrer Unterkunft öffnete sah Vhem dem Senator noch kurz nach.
Der Raum war, gelinde gesagt, eine Wucht. Ein großes Doppelbett, ein Kleiderschrank wo Lyths Garderobe bestimmt viermal hineinpassen würde, ein langer Tisch mit insgesamt vier Stühlen, Badezimmer… Eine Luxussuite. Begeistert sah die Chiss sich um, probierte sowohl das Sofa als auch die beiden Sessel im Zimmer aus. Erhellt wurde das Zimmer von mehreren dunkelroten Lichtern an den verdunkelten Glaswänden, die eine behagliche Stimmung erzeugten.

Vhem gab sich weniger begeistert als ihre Pilotin. Sie legte ihren Mantel ab, wodurch das schwarze Oberteil sichtbar wurde, welches sie schon auf der Revenge getragen hatte. Seufzend ließ sie sich auf das Bett fallen, starrte zur Decke hinauf. Lyth konnte nicht genau sagen, ob die Decke auch aus Glas bestand, oder ob er Grauton eine seltsam glatte Steindecke war.

Bevor Vhems Nachdenklichkeit eine zu große Mauer zwischen ihnen aufbauen konnte, zog Lyth die beiden Kartenstapel aus ihren Manteltaschen.
„Spielen wir weiter?“

Kurzes Schweigen, dann richtete sich die Sith mit einem Nicken auf und setzte sich neben ihre Begleitung an den langen Tisch. Die Sessel waren so gemütlich, dass Lyth direkt auf ihnen einschlafen könnte. Der Gedanke an Schlaf war jedoch wie weggeblasen, als beide ihre Stapel aufstellten. Gleich würde wieder eine gnadenlose Schlacht ausbrechen.

„Spielen wir darum, wer im Bett schlafen darf?“ Lyth schmunzelte leicht.

Vhem sah sie nur mit erhobenen Augenbrauen an.

„Eher darum, ob du auch ins Doppelbett darfst.“
„Deal!“








Aufnahmen des Raumhafens Hauptstadt Kaon.
Katastrophentag – 12 NVC


„Versorgungstransporter für Sektor B12.“
„Bestätigt.“
„Persönliche Schiffe der Vertreter von Imperium und Republik.“
„Bestätigt.“
„Dann waren das alle. Schichtwechsel in zwanzig Minuten. Gehen wir danach noch ins Noutriv Donk?“
„Da war ich noch nie. Was gibt’s da so?“
„Die atemberaubendsten Twi’lek-Damen die du je gesehen hast, Kumpel. SOLCHE Lekku, sag‘ ich dir.“
„Abgemacht.“
„Sehr gut. Solange Minda nichts mitbekommt, ist alles… Moment… Siehst du das auch?“
„Was?“
„Registriere mehrere dutzend eintreffende Transporter. Warum hat die Orbitalstation da nicht Bescheid gegeben?!“
„Versuche Kontakt aufzunehmen…“
„Vergiss es, selbst koordiniert können wir diese Horde nicht zuweisen. Die müssen umkehren, bevor noch etwas passiert.“
„Kontaktaufnahme gescheitert. Erhalte Nachricht aus Vjalnos. Die haben dasselbe Problem. Unzählige Transporter dringen durch die Atmosphäre.“
„Was machen die denn da?!“
„Registriere Abstürze in allen Bereichen der Stadt. Entweder die Transporter sind führerlos, oder…“
„Die werden bewusst geflogen. Das ist ein Angriff! Benachrichtige das Militär!“
„Moment…“
„Kommando zurück! Schau nach vorne!“
„Was zum Teufel?!“

*Eine Explosion. Schreie.*


Ende der Aufnahme. Luftüberwachungsstation durch Absturz eines Transporters der SG-7 Klasse zerstört.
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   Do 22 März - 17:35

mona will auch pazaak spielen! klingt lustig^^ ansonsten sehr schön geschrieben, ich konnte mir kaon richtig schön vorstellen ^_^ mona mag und ist gespannt auf die fortsetzung!
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   Do 22 März - 18:27

An sich ist es ja fast schon wie BlackJack, nur mit ein paar Veränderungen wie z.b. den modifizierbaren Karten.
Aber witziges Detail am Rande...

Dazu gibt es wirklich Spielsets und Turniere, Computergames die sich auf das Pazaak Spiel konzentrieren etc. Aus den Rollenspielen KoTOR1 und 2 ist somit fast schon ein "eigenes" Kartenspiel entstanden, da es ja doch dezent anders verläuft.

Aber genug geklugscheißert, das mal nur so nebenbei ;D
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   Sa 24 März - 12:50

„Hallo, kleiner Mann.“

Die dunkelhäutige Menschenfrau, eine der beiden Jedi-Gesandten, lächelte Jim an und bedeutete ihm, sich neben ihr aufs Bett zu setzen. Ganz rot im Gesicht setzte sich Dylos‘ Sohn neben die freundliche Jedi und unterhielt sich anfangs nur zögerlich mit ihr. Die vertraute Art jedoch, mit der sie mit ihm umging, brachte ihn schnell dazu seine Vorsicht abzulegen.

Indes ging Dylos mit dem zweiten Gesandten, einem Nautolaner, etwas abseits zu der gewaltigen Fensterfront, welche zugleich die Außenwand der Kuppel darstellte. In der Ferne ging die Sonne unter und tauchte die Parks sowie die entfernten Hochhäuser der Hauptstadt in ein Farbenspiel aus verschiedenen Goldtönen. Gemeinsam betrachteten sie den wunderschönen Anblick.

„Ich hoffe, wir stören euch nicht.“
„Keineswegs, Senator. Die Begeisterung Ihres Sohnes ehrt uns.“
„Sein Beharren auf ein Treffen mit euch war nur ein Grund, weshalb wir euch gerade jetzt aufsuchen.“

Der Nautolaner trug die übliche Kluft der Jedi. Erdfarbene Roben mit Kapuzenmänteln. Jene Kapuze hatte er in diesem Moment zurückgeworfen, als er Dylos mit den großen schwarzen Augen aufmerksam ansah.

„Was können wir für Euch tun?“
„Meine Frau… Sie ist schwer krank, und ich befürchte dass… sie nicht mehr lange durchhält.“

Nachdenklich nickte der Jedi, wandte seinen Blick wieder zum Fenster. Seufzend starrte Dylos auf den Turm am anderen Ende des Parks, der gerade beinahe im Zentrum der untergehenden Sonne stand. Dort drin lag sie gerade, hustend… leidend…
Die kurze Zeit bis zu den Verhandlungen war zu kurz gewesen.

„Wenn es so ernst ist können wir auch sofort zu ihr. Woran ist sie erkrankt?“
„Das… weiß man nicht genau. Aber wir wohnen direkt am anderen Ende des Parks, wenn es so schnell gehen würde? Ihr wisst nicht, wie dankbar ich Euch wäre.“
„Überhaupt kein Problem, Senator. Es ist unsere…“

Von einem Moment auf den nächsten war der Jedi wie erstarrt, als würde er etwas weit entferntes sehen. Verwirrt musterte Dylos ihn, folgte dann seinem Blick aus dem Fenster. Im ersten Augenblick sah er nur eine überraschend große Anzahl an großen Vögeln im Himmel, gleich einem Schwarm. Dabei war doch gerade keine große Vogelwanderung.
Dann erkannte der Senator, was der Jedi schon längst bemerkt hatte. Das waren keine Vögel. Das waren Transporter.

„Was zum…“

Er hatte den Satz nicht einmal zu Ende gebracht, da krachte einer der im Lichte der Abenddämmerung schwarzer Transporter in den Turm, in welchem Beth zurzeit kränkelte. Sämtliches Blut floss ihm aus dem Gesicht, als er die Explosion der Kuppel beobachtete, herabstürzende Gesteinsbrocken mit schillernden Glassplittern. Schlussendlich wankte der Turm, kippte zur Seite um. Wie betäubt stand Dylos einfach nur da, selbst als sich einer der Schatten der Regierungskuppel näherte.

„Runter!“

Sämtliche Personen im Raum stürzten sich zu Boden, wobei der Senator von dem Nautolaner heruntergezogen werden musste. Selbst platt auf dem Boden suchte er noch den Anblick des eingestürzten Turmes, um welchen sich gerade eine gewaltige Staubwolke schmiegte. Im nächsten Moment krachte ein Transporter in die Stockwerke über ihnen, erschütterte die gesamte Regierungskuppel. Schreie, Weinen, Stöhnen. Die Geräuschkulisse war fesselnd und grausam zugleich.

Glassplitter, schillernd in allen Farben des Regenbogens, fielen vor dem glücklicherweise noch stabilen Außenfenster des Raumes in die Tiefe. Stumme Tränen liefen über Dylos‘ Wangen, die Feuchtigkeit in seinen Augen machte den Regenbogen zu einem einzigen, alles umfassenden Farbenspiel.

Schließlich hob der Nautolaner ihn auf die Beine, während er lautstark mit seiner Ordensschwester debattierte.
„Ich wusste, dass man dem Imperium nicht trauen kann!“ fauchte die dunkelhäutige Frau.
„Es gibt keinerlei Beweise für ihre Beteiligung, Liva!“
„Dafür brauchst du noch Beweise?! Hast du Coruscant schon vergessen?!“
„Lass uns das später ausdiskutieren. Hilf mir, den Senator und seinen Sohn hier raus zu schaffen!“

Jim wurde von der dunkelhäutigen Jedi zur Tür geschoben, wobei sich der kleine Mann dauernd zu seinem Vater umdrehte und nach ihm rief. Doch Dylos blieb einfach stehen, starrte durch die Glasfront auf die Stadt hinaus, auf den eingestürzten Turm. Er nahm den ganzen Anblick der brennenden Stadt in sich auf, das Bild, in dem die Transporter in Massen auf die Gebäude niederstürzten, mit Explosionen Gesteinsbrocken aus ihnen rissen. Diese zerstörten dann die gepflegten Parks.

Grüner Dampf stieg von den Absturzstellen auf, vertrieb das rotgoldene Schimmern der Sonne. Innerhalb von wenigen Minuten war der halbe Himmel durchzogen von dunkelgrünen Wolken, die nur so nach Fäulnis schrien.

„Die Tür ist versperrt! Wir kommen hier nicht raus!“ hörte der Senator die Jedi brüllen durch das entfernte Gewirr aus Schreien hindurch.
„Durch das Fenster!“

Während die beiden Jedi ihre Lichtschwerter zündeten, und sich daran machten einen Durchgang durch die massive Glaswand zu schneiden, befreite sich Jim von der dunkelhäutigen Jedi um zu seinem Vater zu eilen. Plötzlich aus seinem tranceartigen Leid aufgewacht packte Dylos seinen Sohn an den Schultern, zwang ihn dazu, seinen Vater anzusehen, damit er nicht die zerstörte Stadt oder den eingestürzten Turm sah. Dunkelgrünes Schimmern schien anstelle der untergehenden Sonne in das Zimmer hinein, tauchte die Umrisse von Jim in ein unheiliges Licht, während dieser seinen Vater geschockt ansah. Natürlich, hatte er ihn doch noch nie weinen sehen.

Doch Dylos konnte nichts dagegen tun. Er zwang sich ein Lächeln auf, versuchte, seine zittrige Stimme zu beruhigen.
„Sieh mich an, mein Sohn. Sieh mich an. Alles wird gut.“
„Papa…“
„Nicht umdrehen. Es wird alles gut.“

Die Lüge tat weh, vor allem, da Dylos nichts tun konnte um seinen Sohn in Sicherheit zu bringen. Im Hintergrund taten sich die beiden Jedi mit der Glasfront schwer. Zusammen waren sie gerade bei der Hälfte eines Ovals, was zwar einen Ausgang aus dem Raum bedeuten würde, jedoch direkt in die Tiefe führen würde.

Als sich einer jener todbringenden Schatten der Transporter näherte fasste der Senator seinen Sohn wieder ins Auge, dem inzwischen auch einzelne Tränen die Wange herunter kullerten.
„Ich hab Angst, Papa.“

Wieder ein Stich ins Herz. Dylos strich Jim mit dem Daumen über die Wangen, wischte damit die Tränen weg.
„Du brauchst keine Angst haben Jim. Ich bring dich zu Mama.“

Jims Züge hellten sich kurz auf, dann, als der Schatten schnell näher kam, drückte Dylos seinen Sohn an sich und kniff die Augen zusammen.
„Wirklich? Wo ist sie d…“

Mit einem ohrenbetäubenden Krachen prallte der Transporter direkt in den Raum. Die Jedi waren die ersten, die von der unheimlichen Masse zurückgestoßen und zerdrückt wurden. Der Senator konnte ihre erstickten Schreie hören, untermalt von dem Splittern der Glasfront. Glassplitter schnitten über das Gesicht und die Arme von Dylos‘, während er seinen Sohn bestmöglich schützte vor dem Unausweichlichen.
Schließlich wurden auch sie vom Transporter erfasst. Vater und Sohn wurden zurückgeworfen gegen die Wand. Zwei Sekunden Stille, dann die Explosion. Der gesamte Komplex erzitterte, als die Decke samt Wand hinter ihnen einstürzte.

Unendlicher Schmerz erfasste Dylos Körper, als er noch wage wahrnahm, dass er bei dem Aufprall Jim aus den Armen verloren hatte. Er wollte nach ihm rufen, doch ein schweres Gewicht auf der Brust nahm ihm die Luft zum Atmen. Unheimliches Stöhnen, Fauchen, Zischen. Vorsichtige Schritte über dem eingestürzten Schutt und dem Glas.

Ein ekelhafter Gestank drang noch in Dylos‘ Nase, dann kam endlich die Ohnmacht. Befreite ihn von allen Fesseln, ließ ihn eintauchen in ein behagliches Weiß. Lächelnd ließ er sich fallen.
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   Sa 24 März - 18:54

Oh...autsch.
Ich kann Kinder nicht sehr gut leiden, trotzdem wird mir bei solchen Szenen heiß und kalt, eine schöne Ironie.

Die Story hat mich absolut intensiv gepackt!

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LeKüken
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   So 25 März - 16:16

Drei Gänge weiter eilte die dürre Gestalt von Darth Vhem, eingehüllt im üblichen Kapuzenmantel, zusammen mit ihrer Pilotin Lyth durch das Labyrinth aus durchsichtigen Glaswänden. Immer wieder brachten Erschütterungen die beiden aus dem Schritt. Dann mussten sie sich erst irgendwo festhalten, bevor sie weitereilen konnten. Die fremden Schreie dagegen hielten sie überhaupt nicht auf.

„Schneller Lyth.“

Mit zusammengepresstem Kiefer hing die Chiss im Windschatten Vhems, bemühte sich, das ferne Leiden zu ignorieren. Eigentlich lag es überhaupt nicht in ihrer Natur, hilflosen Wesen zur Hand zu gehen. Bei diesen Schreien jedoch stellten sich sogar ihre Nackenhaare auf. Flehen, Stöhnen, Wimmern. Alles kam zusammen, obwohl man den genauen Ausgangspunkt der Geräusche nie so recht festmachen konnte.
Dankbar folgte Lyth der Darth in den großen Aufzug in der Mitte der Kuppel, wo die schnell geschlossenen Glastüren die meisten Geräusche abfingen. Etwas entspannter lehnte sie sich an die hintere Wand des Aufzugs, während Vhem am Bedienfeld herum tippte. Als nette Dreingabe wurde vom System eine beruhigende Fahrstuhlmusik gespielt.

„Was passiert hier?“ fragte Lyth schließlich stumpf nach.

So dumm war die Frage nicht einmal. Sie und Vhem waren mitten in der dritten Partie Pazaak gewesen, da brach auf einmal Chaos aus. Transporter, die von allen Richtungen auf die Kuppel stürzten, vermutlich sogar auf die ganze Stadt. Glücklicherweise waren Lyth und Vhem in den inneren Bereichen der Kuppel untergekommen, sonst hätte das auch für sie sehr ungünstig ausgehen können.

Als der Aufzug den Weg nach unten antrat presste Darth Vhem die Lippen aufeinander, grübelte kurz.
„Es ist kein Zufall, dass dieser Anschlag gerade dann stattfindet, als die Verhandlungen beginnen. Entweder jemand will ein Zeichen setzen, oder die Tion Hegemonie, die Republik UND das Imperium gegen sich aufhetzen.“

„Nein nein…“
Lyth schüttelte den Kopf.
„Ich meine… was passiert JETZT hier?! Die ganze Stadt versinkt im Chaos und wir sind mittendrin!“

„Genauso sehr ist es kein Zufall, dass ein Großteil dieser Kamikaze-Transporter in die Regierungskuppel stürzt. Vermutlich ist der Präsident von Kaon bereits tot, und die ganze Kuppel wird folgen. Dann will ich nicht mehr hier sein.“

Der Aufzug passierte zahllose Stockwerke, denen man die Zerstörung noch nicht allzu sehr ansah. Die Mitte der Kuppel war so weit von der Außenwand abgeschottet, dass so schnell nichts durchdringen würde. Tatsächlich schien dieser Aufzug der sicherste Weg aus der unmittelbaren Gefahrenzone zu sein.

„Ihr wollt zurück in den Untergrund. Zu den Gleitzügen.“ stellte Lyth fest.
„Exakt. Hoffentlich wurde die Versorgung noch nicht gekappt.“
„Sonst?“
„Sonst müssen wir zum Raumhafen laufen.“

Mangels Alternativen überprüfte Lyth ihr Waffenarsenal. Balisongmesser, Scharfschützengewehr, Blaster, ihr Allzweckgürtel mit den Thermaldetonatoren und Sprengsonden… Nichts, was effektiv gegen Kamikaze-Transporter helfen würde, aber immerhin etwas.

Als der Aufzug im Untergrund ankam, traute die Chiss ihren Augen im ersten Moment nicht. Alles war genauso wie einige Stunden zuvor, als sie auf dem Planeten angekommen waren. Die hellen Lichter, die anhaltenden Züge… offenbar von Droiden gesteuert. Selbst hier unten hörte man die Erschütterungen von Oben, obwohl nur leichtes Zittern die Wucht des Anschlags verdeutlichte.

Lyth musste sich sputen, um an Darth Vhem dran zu bleiben. Jene ließ sich nämlich keine Sekunde nach Erreichen des Untergrundes Zeit. Sie quetschte sich zwischen den sich öffnenden Glastüren des Aufzugs hindurch und legte einen schnellen Schritt an, um den nächsten Zug in Richtung Raumhafen zu erwischen.
Nun fiel der Pilotin auch der einzige Unterschied zu ihrem letzten Besuch des Untergrundes auf. Es gab keine Reisenden mehr. Lediglich die ihre eigenen Schritte waren zu hören, was der Station einen verlassenen Eindruck verschaffte.

„Komm schon!“
Vhem betrat direkt den nächsten Zug in Richtung Raumhafen, drehte sich abwartend um.

Gerade rechtzeitig konnte Lyth hinterher hechten, bevor sich die Schiebetüren des Gleitzuges bereits wieder schlossen.
„Danke fürs aufhalten.“

Schweigend beobachtete die Sith durch das Fenster die Abfahrt des Zuges. Die Lichter der Station verschwanden, tauchten den gesamten Zug in Dunkelheit bevor die Lichter des Abteils ansprangen. Man legte offensichtlich viel Wert auf das Sparen von Energie. Wie Lyth bemerkte, war ihr Abteil das einzige, in welchem ein Licht angesprungen war.

„Immerhin haben wir mehr als genug Sitzplätze, hm?“

Auf einen von diesen Sitzen ließ sich Lyth fallen, beobachtete Vhem dabei, wie sie unruhig die vorbeihuschenden Lichter der übersprungenen Stationen verfolgte. Als auf der Anzeigetafel über den Schiebetüren des Abteils groß „NÄCHSTE STATION: RAUMHAFEN KAON HAUPSTADT“ erschien, drückte die Sith auf einen kleinen Knopf neben den Türen.
Der Zug verlor an Fahrt. Immer mehr. Immer langsamer wurde er.

Dann gab es einen Ruck. Die Lichter gingen aus, der Zug blieb von einem Moment auf den anderen stehen. Stille. Dunkelheit. Lyth wurde ordentlich auf ihrem Sitz durchgerüttelt, fiel sogar fast auf den Boden.

„Das war sowas von…“
„Still jetzt!“

Verwirrt gehorchte Lyth, sah mit fragendem Ausdruck auf dem Gesicht zu Darth Vhem, welche angespannt genau dort stand wo sie eben schon gestanden hatte, als ob der ruckartige Halt des Zuges sie überhaupt nicht betroffen hätte. Einige Momente lang geschah gar nichts, und Lyth wollte gerade wieder zum sprechen ansetzen, da hörte sie ein Knurren von außerhalb des Zugs. Ekelhafter Gestank stürzte sich in die Nase der Chiss, brannte ihr Tränen in die rot leuchtenden Augen.

Immerhin erinnerte sie das an ihr Training für den Geheimdienst. Still halten, Atmung kontrollieren und - für Chiss ganz wichtig - Augen schließen.

Das Knurren vermehrte sich, kam noch etwas näher. Dazu mischte sich Stöhnen, Seufzen, Schnaufen. Mit lautlosen Schritten kamen die Verursacher der Geräusche näher, schnüffelten aufmerksam. Angestrengt versuchte Lyth, ihre Atmung ruhig zu halten obwohl ihr Herz wie verrückt pochte. Schweiß rann ihr über die Stirn.

Langsam entfernten sich die Wesen, was auch immer sie gewesen sein mochten. Vorsichtig entspannte sich Lyth wieder, öffnete die Augen und sah zu Darth Vhem. Diese war wie versteinert, keine Regung durchzog den dürren Körper. Darauf bedacht, keinen Mucks von sich zu geben, setzte Lyth sich ordentlich auf ihrem Sitz auf.

Keine Sekunde später ließ ein schrilles Kreischen die Chiss zusammenzucken. Kurzzeitig übertraf ein helles Piepen in ihren Ohren alles andere, so merkte sie auch nicht, dass eine schleimige Hand sich durch die Scheibe hinter ihr schlug. Erst als die klebrigen Finger sich um den Hals der Pilotin geschlossen hatten schreckte sie von ihrem Sitz auf, doch zu spät. Mit ungeahnter Kraft wurde ihr Hinterkopf gegen die Scheibe gepresst. Bei der Kraft würde bald ihr Hals brechen. Röchelnd versuchte Lyth, sich von der Hand zu befreien. Vergebens. Erst, als blaue Machtblitze aus Vhems Fingern zuckten und auf die Hand trafen, zog diese sich mit einem untermalenden Jaulen zurück.

Hustend entfernte sich Lyth von dem Fenster, tastete über die heftigen Würgemale amn ihrem Hals.
„Verdammt… Was war…“
„Keine Zeit.“

Auf einmal kehrte die gesamte unheimliche Geräuschkulisse zurück. Stöhnend, knurrend, schnaufend, brüllend, kreischend kamen die Wesen zurück. Darth Vhem stieg auf einen der Sitze, zündete die Vorderklinge ihres Doppellichtschwerts und schnitt mit jener Klinge ein kleines Loch in das Dach des Zuges. Kurzerhand beförderte sie sich mittels eines Machtsprungs hindurch.

Wesentlich umständlicher folgte Lyth, indem sie sich auf den Sitz stellte und mit einem Sprung am Rand des Lochs Halt fand. Zischend ignorierte sie den brennenden Schmerz an ihren Handflächen, als sie den immer noch vom Lichtschwert glühend heißen Rand des Lochs berührten, und zog sich mit einem Ruck auf das Dach des Zugs. Ohne Umschweife befreite sie daraufhin ihren Blaster vom Holster und schloss zu Vhem auf, welche bereits mit aktivierter Doppelklinge dem Verlauf des Zugs folgte.

„Was sind…“
„Rakghule. Beeil dich!“

Für weitere Erklärungen blieb keine Zeit. Besagte Rakghule, grässlich mutierte Wesen, ehemals Menschen, hatten ihre Beute wiedergefunden und bestiegen zu dutzenden das Dach des Zuges. Ihre kräftigen Beine brachten sie viel schneller voran als Vhem oder Lyth, sodass sie schnell aufschlossen. Blind feuerte die Pilotin hinter sich, traf damit wohl zumindest einen der Verfolger, dem Jaulen nach zu urteilen.
Vhem erschlug indes im Lauf jeden Rakghul, der sich auf ihrem Weg befand. Die beiden violetten Klingen ihres Lichtschwerts sausten im atemberaubenden Tempo durch die Luft, während die Sith Sprünge und Sprints aneinanderreihte, um einen Mutierten nach dem anderen auszuschalten. Leblos fielen die Monster reihenweise vom Dach des Zugs. Die wenigen Überlebenden wurden mit der Macht davon geschleudert.

Erleichtert keuchte Lyth auf, als der Zug direkt in die Station des Raumhafens mündete. Einige gelbe Notfalllichter erhellten den Weg zum Aufzug, der hoffentlich an einem anderen Energienetzwerk hing als die Station selbst. Während Vhem vom Dach des Zugs in die Station sprang, drehte sich die Chiss einmal um und schoss gezielt in den verfolgenden Pulk aus Rakghulen hinein. Die fünf vordersten starben, und wurden von den Nachzüglern beiseite gedrängt.

Als die Monster nur noch zwei Schritte entfernt waren, sprang auch Lyth vom Zug, rollte sich auf dem festen Boden der Station ab, drehte sich wieder um und feuerte weiter auf die Rakghule, welche nach und nach folgten. Dabei ging sie langsam rückwärts um wieder zu Darth Vhem aufzuschließen. Deren surrende Lichtschwertklingen streckten die Rakghule aus dem anderen Zugtunnel der Station in schneller Abfolge nieder.

„Lyth! Hol den Aufzug runter!“

So langsam stapelten sich die Rakghulleichen, als Lyth sich zurückzog und zum Bedienfeld des Aufzugs eilte. Vhem folgte ihr mit einigem Abstand, tötete dabei mit wirbelnden Schlägen jeden zu nahe kommenden Mutierten.

Hektisch flogen Lyths Finger über das Bedienfeld.
„Der Aufzug ist ganz oben in der Kuppel! Er wird ewig brauchen, bis er unten ist!“

Anstatt gespannt die Zahlen zu beobachten, welche das derzeitige Stockwerk des Fahrstuhls beschrieben, steckte Lyth ihren Blaster zurück in den Holster und zog das Scharfschützengewehr vom Rücken. Mit einem kurzen Ruck am Ladebolzen schaltete sie in die Automatik um, legte in gewohnter Routine an und feuerte mehrere blaue Geschosssalven in die immer größer werdende Horde aus Rakghulen. Erhellt von den gelben Notfalllichtern sahen die Monster umso schrecklicher aus mit ihren riesigen Mäulern, roten Augen und gewaltig entstellten, krummen Körpern. Es dauerte nur wenige Sekunden bis Vhem und Lyth, trotz ihrer Anstrengungen, bei den immer noch geschlossenen Aufzugtüren umzingelt waren.

„Wir schaffen es nicht!“ brüllte Lyth, während sie die nächste Salve in die Horde schickte. Zwei Rakghule fielen stöhnend zu Boden, dann kam direkt die nächste Salve. Dabei zielte die Chiss immer auf die Mutierten, die es wagten zu weit vorzudringen. Jede Sekunde, in der die Horde zögerte, war ein Gewinn für die beiden Flüchtenden.

Einen vorstürmenden Rakghul schlug Vhem noch in einer drehenden Bewegung nieder, dann deaktivierte sie ihr Lichtschwert und hakte es an den Gürtel. Verzweifelt schoss Lyth immer weiter in die nun angespornte Horde, schlug mit dem Gewehrkolben einem besonders eifrigen Vertreter brutal auf die Schnauze, nur um dann weiterzuschießen.

„Was macht Ihr denn?!“

Ein richtig ungutes Gefühl beschlich Lyth, als sie Vhem sah. Die Rakghule hielten es genauso, traten langsam zurück als sie die Sith sahen, wie sie in Fötushaltung über dem Boden schwebte. Im nächsten Moment befreite sich Vhem kraftvoll aus der Haltung, löste damit eine unsichtbare Welle der Macht aus. Lyth hob noch kurz die Hand, sah aus den Augenwinkeln die erste Reihe der Rakghul-Horde förmlich verbrennen, als sie selbst von der Welle erfasst wurde. Von den Füßen gehoben verlor sie das Gefühl für oben und unten, verlor ihr Gewehr aus der Hand und landete schließlich unsanft auf dem Rücken.

Totenstille.
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   So 25 März - 17:04

Spannung pur! *_* du solltest Zombie-Filme machen! Mona wäre dein grösster Fan! ö.ö
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   Mi 28 März - 16:13

Stöhnend blieb Lyth einige Momente auf dem Boden liegen und atmete einfach die Luft ein, welche nach verbranntem Fleisch roch. Die Stille wollte einfach nicht weichen. Ihr ganzer Körper war taub und protestierte gegen jeden Versuch, sich zu bewegen.

Du bist eine Schande für die ganze Familie.

Wo kam diese Stimme her? Die Pilotin erkannte sie, hatte jedoch gehofft sie nach all der Zeit niemals mehr in ihrem Kopf zu hören. Mühsam biss sie die Zähne zusammen und setzte sich mit einem Ruck auf.
Über der ganzen Station lagen tote Rakghule verteilt, alle mit üblen Brandwunden zugerichtet. Leichter Rauch lag in der Luft, der nebelartig die Sicht erschwerte. Und natürlich der unschöne Geruch. Erfolglos tastete die Chiss nach ihrem Gewehr, seufzte dann und stand auf.

Warum lässt du uns nicht einfach in Frieden?!

Üble Kopfschmerzen überfielen Lyth, als sie einigermaßen sicher auf den Beinen war. Wieder stöhnend tastete sie sich Schritt für Schritt vor, stieg über Rakghulleichen um nach Darth Vhem zu suchen. Blinzelnd schweiften die rot leuchtenden Augen über das Schlachtfeld.

Schließlich fand sie Vhem dort, wo sie sie zuletzt gesehen hatte. Vor dem Aufzug, der nun mit einladend geöffneten Glastüren eine sarkastische Note über das Massaker legte, welches sich wegen ihm ereignet hatte. Vhem lag zusammengekauert auf dem Boden, erschöpft zitternd. Die feuerroten Haare verteilten sich über den leicht geschwärzten Boden. Einige Meter um sie herum lag kein Rakghul. Nur Asche, die an sich schon genug aussagte.

Erleichtert ließ sich Lyth neben Vhem auf die Knie sinken und stützte ihren Kopf mit dem Arm ab.
„Mein Lord…“

Sie musste die Lippen aufeinanderpressen um nicht erschrocken zu keuchen. Vhems Gesicht war völlig entstellt. Die Haut war brüchig, einige schwarze Adern verliefen um ihre Stirn. Helle gelbe Augen, umrandet von tiefen Schatten sahen halb geschlossen zu der Chiss auf.

„Lyth…“ sprach sie mit der üblichen leisen kratzigen Stimme, welche nun mehr als ein Abdruck ihrer körperlichen Verfassung war.
„Könnt Ihr aufstehen? Wir müssen…“

Eine Lache unterbrach Lyth mitten im Satz. Übereifrig griff sie zum Holster, wo der Blaster nach wie vor ruhte. Trotz der Taubheit ihres Körpers sputete sich ihr Herz, frisches Adrenalin durch die Adern zu pumpen. Aufmerksam spähte sie in den Rauch, wo sich ein Schatten langsam immer weiter näherte. Ihre Finger verkrampften beinahe um den Blaster.

Als sich Senator Dylos aus dem Rauch kämpfte, entspannte sich die Chiss einigermaßen. Schwer zugerichtet humpelte der in die Jahre gekommene Mann auf sie zu, mit merkwürdig verdrehtem Bein und einer ziemlich heftig blutenden Wunde am Kopf.

„Senator. Wie haben Sie…“
„Glück. Glück, meine Liebe. Sicherheitskräfte haben mich gefunden, jedoch wurden sie auf dem Weg hierher von den Rakghulen aufgerieben.“

Entferntes Kreischen deutete wie heraufbeschworen auf die Bedrohung hin, welche immer noch in den dunklen Tunneln lauerte. Angestrengt versuchte Lyth, Vhem aufzustellen. Doch ihre tauben Glieder erlaubten diesen Kraftaufwand nicht.
„Senator, wir müssen hier weg. Wenn nicht mit der Revenge, dann mit einem anderen Schiff im Raumhafen.“

Erneutes Lachen war die Antwort.
„Weggehen? Wohin denn? Ich habe alles verloren. Meine Familie, meinen Planeten… einfach alles.“

Seufzend gab Lyth ihre Bemühungen auf, Vhem alleine hochzustemmen, und sah zum Senator auf. Mit geweiteten Augen stellte sie fest, dass dieser inzwischen einen Blaster in der Hand hielt. Wieder fuhr ihre Hand zum Holster zurück, diesmal jedoch langsam. Darauf bedacht, keine allzu schnellen Bewegungen zu machen.

„Ich habe so ein Ding noch nie abgeschossen, wissen Sie?“ murmelte Dylos geistesabwesend vor sich hin, während er die Waffe in seinen Händen betrachtete, dabei fast schon fasziniert dreinsehend.

„Das Gefühl kenne ich. Wenn man allerdings einmal anfängt kann man nur schwer wieder aufhören.“ antwortete Lyth im Plauderton. Ihre Finger zogen sich bedächtig langsam über den ledernen Holster, tasteten nach dem Blaster.

Dylos lachte leise, richtete seine Waffe auf Vhem, die immer noch geschwächt in Lyths Arm gelehnt lag. Die gelben Augen der Sith richteten sich auf die Mündung des Blasters, dann zu dem Senator. Ihre Lippen formten stumme Worte, dann schloss sie die Augen.
Als Dylos‘ Finger auf dem Abzug des Blasters lag, schlangen sich Lyths Finger unruhig über die im Holster ruhende Waffe. Aufmerksam beobachtete sie das Verhalten des gebrochenen Mannes, welcher offenbar gerade mit sich selbst rang.

„Sie müssen das nicht tun, Senator.“
Wieder die Lache.
„Nein… Das muss ich nicht. Aber ich will es!“

Lyth setzte schließlich alles auf eine Karte. In der Sekunde, als der Finger des Senators über dem Abzug zitterte rappelte sie sich auf, ließ jedoch den Blaster stecken. Bis sie ihn gezogen und abgefeuert hatte, wäre Dylos längst nervös genug geworden, um abzufeuern. Von der hektischen Bewegung völlig in Unruhe gestürzt, feuerte der gebrochene Mann einen fehlgeleiteten Schuss gen Decke ab, bevor die Chiss ihm die Waffe mit einem gezielten Schlag aus der Hand schlug. Verdattert starrte er zwei Sekunden auf seine unbewaffnete Hand, dann schrie er wutentbrannt auf.

„Oh nein! Sie bezahlt für das, was sie getan hat!“

Erneut blieb der Pilotin keine Zeit, ihren Blaster zu ziehen, da schlug Dylos bereits in ihre Richtung aus. Obwohl er schwer zugerichtet war, traf seine Faust brillant Lyths Wange und ließ Sterne vor ihren Augen explodieren. Weitere Schläge folgten, welchen sie jedoch knapp zurückweichend ausweichen konnte. In der Wut der Verzweiflung bewies der Senator erstaunliches Geschick im Nahkampf. Er schnitt der Chiss in ihrem Ausweichmanöver mehrere Male den Rückzug ab, gab ihr kaum Gelegenheit zum Gegenangriff. Sie konnte keine ihrer Waffen ziehen, ohne das Risiko eines empfindlichen Hiebes einzugehen.

Kurz bevor Dylos die Pilotin an die Wand neben dem Aufzug drängen konnte, gelang ihr jedoch der entscheidende Konter. Sie ließ mit einer einfachen Seitwärtsbewegung der Hand die gerade zum Schlag geführte Faust des Senators zur Seite abschweifen und trat sofort in Richtung des verletzten Beines aus. Während er stöhnend auf ein Knie herabsank tänzelte sie an seiner Seite vorbei hinter ihn, zog in einer schnellen Bewegung das Balisongmesser und stieß es ihm in den Rücken.

Seufzend fiel der Senator vornüber zu Boden. Lyth atmete einmal tief durch, zog endlich ihren Blaster aus dem Holster und richtete die Waffe auf den vor Schmerz und innerem Leid wimmernden Mann.

„Alles ist… verloren… und es ist EURE… Schuld…“
Dylos spuckte Blut.
„Kaon war ein grüner Planet… bis das Imperium kam… wie kannst du das tun, Chiss? Wie… kannst du… das… mit deinem Gewissen… vereinbaren?“

Lyth wusste, dass dies kein Moment für eine Diskussion über Richtig und Falsch war. Also fing sie auch gar nicht erst an, auf seine Frage zu antworten. Während sich ihr Finger auf den Abzug legte, sprach sie mit ehrlichem Bedauern.
„Es tut mir leid.“

Sie drückte ab, und der zitternde Körper des Senators kam zur Ruhe.

Kopfschüttelnd steckte Lyth ihren Blaster zurück in den Holster und ging zu Vhem zurück, welche immer noch kraftlos auf dem Boden lag. Über das Warum konnte sie sich später Gedanken machen. Anstatt die Sith wie eben noch aufzurichten, schleifte die Pilotin sie jetzt in den Aufzug und tippte das Stockwerk ins Bedienfeld ein, auf welchem die Revenge hoffentlich noch unbeschadet stand.

Zusammen fuhren sie und Vhem aus dem Untergrund hinauf in die Glaskuppel, welche den Raumhafen darstellte. Ein schrecklicher Ausblick bot sich auf eine zerstörte, brennende Stadt. Dunkelgrüner Himmel, schwarze Wolken überschatteten die Verwüstung mit unheiligem Licht, während ganze Rakghul-Horden durch die einst fröhlichen Parks streunten. Immer höher fuhr der Aufzug, gewährte eine immer bessere Sicht auf das Scherbenmeer, welches einst eine Stadt gewesen war.

Glücklicherweise befand sich kein Rakghul zurzeit im Raumhafen. Vielleicht, weil das Massaker im Untergrund sich unter den Mutierten herumgesprochen hatte. Wenn sie überhaupt kommunizieren konnten. Seufzend ging Lyth beim Aufstieg des Aufzugs neben Vhem in die Knie und lehnte ihren Kopf auf ihren Schoß.

Die kratzige Stimme holte sie schließlich aus ihrer tranceartigen Betrachtung der Verwüstungen Kaons.
„Lyth… Ich… ich wusste nichts… davon…“

Kurz kniff Lyth die Augen zu, dann legte sie die Finger auf Vhems Lippen als sie bemerkte, dass sie bereits versuchte weiterzusprechen.
„Ich weiß.“

Deutlich entspannter schloss die Sith die Augen, während Lyth bereits wieder auf das Ausmaß der Zerstörung hinaussah, bis der Aufzug die beiden sicher auf das Stockwerk brachte, wo die Revenge unversehrt im Hangar stand.
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   Sa 31 März - 16:42

Stille beherrschte das Heiligtum der Sith in Kaas City, als Darth Vhem zielstrebig durch das Labyrinth aus Gängen huschte. Nicht mehr als ein Schatten war von ihr zu sehen, eine der wenigen richtig guten Lektionen ihres tragisch verstorbenen Meisters Seprethas. Anstatt auf den umständlichen Tarnfeldgenerator am Allzweckgürtel angewiesen zu sein, verbarg sie sich einfach mit der Macht vor den Blicken unerwünschter Individuen.

So versteckt durchquerte sie eine große Halle, in welcher einige Sith interessiert ausgestellte Artefakte begutachteten. Von pyramidenförmigen Sith-Holocrons bis zu alten Steintafeln aus dem Tempel der dunklen Seite war so ziemlich alles vertreten. Im Vorbeigehen betrachtete Vhem jedoch eher die Sith als die Artefakte. Schließlich hatte sie letztere schon ausführlich studiert.

Anstatt dem Gruppenzwang nachzugeben und sich in düstere Roben zu hüllen bevorzugte Vhem ihren schwarzen Kapuzenmantel mit einfacher grauer Hose samt Stiefel. Viel praktischer für den Fall der Fälle. Die andere Alternative wären gewaltige Rüstungen gewesen, und für diese hatte die Darth noch weniger übrig. In solche Panzerungen gehüllt fiel es immer schwerer, die Macht in ihrem vollem Umfang zu nutzen.
Ohne groß anzuhalten bog sie am Ende der Halle ab und tauchte in den nächsten Gang ein.

Nach ihrer knappen Flucht von Kaon hatte es einige Tage gedauert, nach Dromund Kaas zurückzukehren. Laut den Berichten aus dem Holonetz war der Planet inzwischen vollkommen verwüstet und unter Quarantäne gestellt. Die letzten Überlebenden kämpften einen hoffnungslosen Kampf gegen die Übermacht an Rakghulen.
Beinahe wäre Vhem selbst unter den Opfern gewesen. Dass dem nicht so war hatte sie nur Lyth zu verdanken, welche in Loyalität bestochen hatte.

Womit sie wieder beim Ausgangspunkt ihrer Gedanken war. Seit ihrer Ernennung zum Darth lag ihre Präsenz wie ein Virus in der Sith-Hierarchie. Immer mehr Zellen infizierte sie mit eigenen Anhängern, die sich einen Vorteil aus ihrem Aufstieg versprachen. Und sie würden nicht enttäuscht werden.
Doch all die Macht, all der Einfluss brachte nichts, wenn sie im Machtkampf an der Spitze eines ebenso unglücklichen wie tragischen Zufalls starb wie Darth Seprethas.

Grimmig verzog Vhem die Miene als sie endlich ihr Ziel erreichte. Schlagartig ließ sie ihre Tarnung fallen, öffnete die Schiebetür vor sich mit einer schlichten Handbewegung. Ein großes Büro eröffnete sich ihr, farblich in unterschiedlichen Grüntönen gehalten. Auch die Beleuchtung erfolgte durch grüne Lampen und scheinbar brennende Fackeln. Nur eine Illusion. Trotzdem brachte sie Licht ins Dunkel.
Am Schreibtisch, vertieft in unzählige Schriften, saß Darth Devon. Der Leiter der Diplomatenabteilung. Ohne sich weiter in Unauffälligkeit zu hüllen stapfte Vhem auf ihn zu, blieb vor dem Tisch stehen und stützte sich mit Händen an der Kante ab. Die Kapuze fiel ihr tief ins Gesicht, als sie auf den Darth hinabsah.

Dieser hob langsam den Blick. Die Überraschung in seinen roten Augen war nicht gespielt, soweit Vhem das in den gealterten Augen erkennen konnte. Sowieso, Devon war bemerkenswert alt, was seine Macht nur unterstrich. Mit seiner weißen Halbglatze und der grauen Robe war er das perfekte Beispiel dafür, dass nur die mächtigsten selbst im Alter noch eine so hohe Stellung inne hatten.

Kurz zögerte er mit Worten, dann sprach er mit der gewohnten Selbstsicherheit.
„Lord Vhem. Was für eine Überraschung. Ihr seid schon von Kaon zurück?“
„Ihr habt es gewusst, Devon.“

Keine kaschierenden Worte diesmal. Kein falsches Lächeln, keine Vorsicht. Für einen Machtkampf unter der Hand besaß Vhem noch nicht genug Rückendeckung, weshalb sie darauf plädieren musste, dass der Darth wie die meisten seines Ranges vor einem öffentlichen Disput zurückschreckte. Da sich bei öffentlichen Streitigkeiten auch jeder andere Sith einschalten konnte, barg diese Methode des Machtkampfs wesentlich mehr Risiko.

Ein grimmiges Pokerface ließ kaum zu, dass Devon in ihre Karten sehen konnte. Wenn er es könnte, würde er sofort zum Schlag ausholen. Vhem würde den Boden unter den Füßen verlieren und von anderen Darths und ehrgeizigen Lords zuhauf attackiert werden. Alles unter einem Mantel der Verborgenheit, sodass kaum jemand außerhalb der Hierarchie davon auch nur Wind bekam.
Sie liebte diesen immerwährenden Kampf. Auch wenn es ein höllischer Trip war.

„Ich verstehe nicht.“
Glücklicherweise zögerte Darth Devon. Weder versuchte er aufzustehen, um auf einer Höhe mit Vhem zu stehen, noch ließ er sich auf die direkte Konfrontation ein. Er tastete nach ihr, versuchte, ihr Blatt zu lesen.

Doch Vhem ließ das nicht zu.
„Ihr versteht sehr wohl. Jeden anderen Botschafter hättet Ihr nach Kaon schicken können, doch gerade ich war geeignet. Weil Ihr wusstet, dass dieser Planet angegriffen wird.“

Zufrieden grinsend stellte sich die Darth aufrecht auf, verschränkte die Hände hinterm Rücken und sah auf den weiterhin sitzenden Devon hinab.
„Kühne Anschuldigung. Könnt Ihr das beweisen?“
„Noch nicht. Doch sehr bald. Und dann werdet Ihr sehen, was es heißt, sich mit mir anzulegen.“

Ein kurzes Grinsen huschte über Devons Züge, als er sich erhob. Ein paar Zentimeter war er größer als Vhem, was auf die Entfernung des Tisches nicht wirklich auffiel. Außerdem gab es wenig Sith, die nicht größer als die eher zierliche Vhem waren.

„So wie Seprethas auf Nar Shadda?“
„Kühne Anschuldigung. Könnt Ihr das beweisen?“

Vhem lächelte knapp, als sie Darth Devon seine eigenen selbstgefälligen Worte schmecken ließ. Dieser erwiderte das aufgesetzte Lächeln, bevor er zur Tür deutete.
„Ich denke, wir haben nichts mehr zu besprechen.“

Die Darth wandte sich ohne große Verabschiedung ab und verließ das Büro, das Heiligtum ohne sich viel zu tarnen. Einige Sith-Lords und imperiale Wachen grüßten förmlich, was sie jedes Mal mit einem gelangweilten Wink der Hand abtat.

Draußen stapfte sie durch Regenpfützen, entstanden durch den oft lang anhaltenden Regen. Gerade war eine Pause, doch die Ruhe vor dem Sturm wurde bereits wieder vom Grollen der ewig düsteren Wolken unterbrochen. Kaum Passanten waren zu sehen. Nur viele Wachsoldaten mit einigen Patroulliendroiden. Die dreibeinigen Ungetüme zischten regelmäßig bei Bewegungen um die schwer belasteten Beine zu entlasten.

Vhem hielt kurz neben einer Pfütze inne. Sie sah in ihr Spiegelbild. Das Abbild einer Sith, mit brüchiger, blasser Haut und den gelben Augen, welche von der Macht der dunklen Seite zeugten. Vor Monaten hatte sie auch schon vor genau dieser Pfütze gestanden. Das Wasser sammelte sich offenbar immer wieder in dieser kleinen Senke.

Damals hatte sie gerade ihre kränkelnde Meisterin beseitigt, nachdem diese sich an einem Mord an ihrer Schülerin versucht hatte.
Nun… war sie Darth. Mitten im Netz der Sith-Lords. Ein Netz aus Intrige und Rivalität.

Vhem lächelte, als der Regen wieder über Kaas City herabstürzte und das Spiegelbild in der Pfütze verwischte.












Lyth betrat den Bauch der Revenge über die Rampe und fand sich direkt in der typischen Dunkelheit des Schiffes wieder. Seufzend zog sie den Hebel hoch, welcher die Rampe schließen würde, dann trat sie auch schon in den Aufenthaltsbereich des Schiffes ein.

Nach ihrer Rückkehr nach Dromund Kaas hatte sie sich direkt eine richtig gute Auszeit genommen. Sie hatte Tel’draan besucht und mit ihm eine schöne Zeit verbracht, sie hatte ihre Ausrüstung wieder zusammengestellt, einfach aus purer Routine…
… das war’s auch schon mit der Auszeit. Aber es war eine Auszeit gewesen. Immerhin. Das Beste war die Nachricht vom imperialen Militär gewesen.

Durch eine seltsame Ahnung suchte die Chiss Darth Vhem nicht zuerst in ihrem Raum, sondern im Cockpit. Dort saß sie auch, die Beine gelassen über die Armaturen gelegt, die Kapuze zurückgezogen… entspannt. Zufrieden seufzend ließ sich Lyth auf ihrem Stuhl neben Vhem nieder und nahm eine ähnlich gelassene Haltung ein. Beine über den Armaturen, Hände auf dem Bauch zusammengefaltet.

„Das imperiale Militär hat sich bei mir gemeldet. Sie wollen mich als Scharfschützin engagieren, nachdem der Geheimdienst… Nun ja.“

Tatsächlich war vom Geheimdienst schon seit einer Weile nichts mehr zu hören. Lyth wusste nicht, ob das Teil eines Plans oder eines unvorhergesehenen Debakels war. Ehrlich gesagt wollte sie es auch gar nicht wissen.

Darth Vhem ließ sich Zeit zum antworten.
„Nun willst du bestimmt von mir freigestellt werden.“

„Eigentlich…“
Lyth schmunzelte.
„… wollte ich einen Deal vorschlagen.“

Kurz schweiften die gelben Augen der Darth zu Lyth hinüber, dann sah sie wieder durch das Cockpit nach draußen.
„Ein Deal also.“
„Ihr lasst mich öfter an Euren Operationen teilnehmen. Dafür halte ich Euer Schiff in Gang. Wie klingt das?“

Ein knappes Grinsen zierte Vhems Gesicht, welches nach wie vor die Spuren ihrer Anstrengung auf Kaon zeigten. Weshalb sich die Sith nicht wie vorher auch von dieser Korruption befreite wusste Lyth nicht. Ein weiteres Geheimnis der Sith.
„Deal.“

Lächelnd folgte Lyth dem Blick der Darth nach draußen, bis Vhem fortfuhr.
„Ich weiß endlich, weshalb du das dauernd machst wenn wir hier im Hangar sind.“
„Ach ja?“

Vhem nickte.
„Man kann wirklich gut die Seele baumeln lassen.“

Beide lachten leise, während sie gemeinschaftlich in das blendend helle Licht des Hangarscheinwerfers starrten.
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   Sa 31 März - 16:44

Reihe beendet!

Feedback erwünscht, vor allem, da die Geschichte diesmal aus etwas anderer Sicht stattfindet.
Teilweise brauchte ich echt lange, um mir etwas passendes für gewisse Stellen zu überlegen. Genau deshalb nehme ich mir nach jeder Reihe vor, das nächste mal etwas kürzeres zu schreiben. Und doch läufts am Ende auf eine Reihe hinaus >.<
Immer die alte Leier...

Als nächstes kommt wohl die Vindictus' Erbe Reihe dran, mal sehen.

FÜR DEN SCHWARM!

*vanish*
Le Küken
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Puderzucker
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   So 1 Apr - 15:17

du musst dir nicht vornehmen, kürzer zu schreiben! ich lese die geschichten immer gerne, auch wenns lange reihen sind ^_^ zusammenfassend kann ich eigentlich nur sage: spannend geschrieben und schön beschrieben^^ kann mir die schauplätze immer sehr gut vorstellen! weiter so küken! *fan-fähnchen schwenk*

MEIN LEBEN FÜR AIUR!
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Vleit



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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   So 1 Apr - 20:17

Nicht nur nicht vornehmen, kürzer zu schreiben, sondern untersteh dich es zu tun!
Was auch immer das für ein Teufelsstimmchen ist, das dir ständig einflüstert wir würden beim Lesen deiner Texte einnicken, es hat keine Ahnung *gg*

Ich bin vom Anfang bis zum Ende der Reihe von deinen Einfällen begeistert, man wird förmlich durch die Zeilen gezogen, nur um sich zum Schluss dann zu denken: Nyooch...schon vorbei...
Besonders gut gefällt mir inzwischen, wie du Kampf- bzw. Aktionszenen im Allgemeinen angehst. Zügig und übersichtlich, unvorhersehbar und spannend.

*Küken-Fan-Fähnchen mitschwenk und verneig* Hoffentlich bald auf ein Neues!


Für den Schwarm!
ZIRP!
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BeitragThema: Re: [SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion   Heute um 23:03

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[SW ToR] Vhem/Lyth - Infektion
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