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 [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe

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LeKüken
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BeitragThema: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Mi 22 Feb - 16:23

Nabend!

Hier die Fortsetzung meiner ersten Geschichte im Star Wars Universum, um etwas unabhängiger vom Rollenspiel schreiben zu können.
Für diejenigen, welche es vielleicht verpasst haben:
http://balah-nor-daldieb.forumieren.net/t38-sw-tor-vindictus-verlust

Viel Spaß!


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8 NVC
Korriban – Hangar der Akademie



„Use mit euch!“

Leises Zischen begleitete die herabfahrende Laderampe des Transporters, welche ihren Schlund für die sengende Hitze Korribans öffnete. Die Landeplattform lag direkt an einem Hang, welcher über eine gewaltige, öde Landschaft mit großen Schluchten, bracher Felslandschaft und einigen Steinstatuen blickte. Über allem jedoch stand nur die brennende Sonne des Planeten.

Sklaven wachten im Laderaum des Transporters aus ihrem erschöpften Schlaf auf, stöhnten leise und standen mehr oder weniger langsam auf. Kein einziger von ihnen wirkte sonderlich begeistert, trotzdem traten sie den kurzen Weg über die Rampe an.

Vhem fiel, immer noch in ihre Decke gewickelt, erneut auf dass kein einziger Sklave außer ihr zu der wärmenden Kleidung oder einer Decke gegriffen hatte. Misstrauen brodelte in dem geschundenen Grüppchen wie ein aktiver Vulkan, obwohl kein einziger von ihnen die Macht hatte, auszubrechen. Als die junge Frau mit den feuerroten Haaren langsam ihren ehemaligen „Kollegen“ auf Ilum folgte, hörte sie die beiden Piloten noch in ihrer schwer zu verstehenden Sprache flüstern.

„Ech hoffe, dass diä Chlii länger überlebt als en paar Tage.“
„Ech au.“

Schließlich trat Vhem aus dem Schatten des Transporters direkt in die Angriffsfläche der Sonne, blinzelte einige Sekunden um sich an das hellere Licht zu gewöhnen. Es dauerte keine Minute, da legte sie auch schon ihre Decke ab. Selbst ohne trieb die unerträgliche Hitze bereits erste Schweißperlen auf die Stirn, vor allem da die junge Frau nur das kalte Klima Ilums kannte.
Der schwüle, staubige Wind machte das nicht wirklich besser. Entmutigt seufzend machte sich Vhem daran, den andere Sklaven zu folgen.

Wenn ich bereits jetzt schwitze werde ich hier keine zwei Tage überleben…

Die Landeplattform führte über eine schmale Brücke zu einem direkt am Hang liegenden Komplex, welcher wohl eine Andockstation war. Vor dem Eingang in das Gebäude sammelten sich die ersten Sklaven, weshalb Vhem sich beeilte aufzuschließen. Hinter ihr hörte sie die Triebwerke des Transporters aufheulen, bevor das Schiff wieder in den roten Himmel Korribans eintauchte.

Sie hielt etwas Abstand zur hintersten Reihe, während sie sich damit befasste einige Knöpfe ihres neuen Hemds aufzumachen. Die Hitze war wirklich unerträglich. Von vorn erklang die gehässige Stimme eines Mannes, welcher offensichtlich die Sklaven bearbeitete. Vhem spitzte die Ohren, lauschte den Worten mit genügend Abstand um nicht von ihnen umgeworfen zu werden.

„… seid Abschaum. Es wird eine Menge Glück brauchen, damit es auch nur einer von euch schafft. Ich werde euch so lange in die Mangel nehmen, bis der letzte Rest eures jämmerlichen Verstandes aus dem Kopf gequetscht wurde!“

Leises Murren zog durch das Grüppchen Sklaven, während der für Vhem unsichtbare Mann mit seiner demotivierenden Rede fortfuhr. Die einzige Erleichterung bot die Sonne, welche sich langsam hinter einem großen Berg versteckte. Der gespendete Schatten war mindestens genauso gut wie ein paar Minuten am warmen Feuer, wenn man den ganzen Tag in den kalten Kristallminen Ilums geschuftet hatte.

„Zwischen der Station und der Akademie liegt das Grab von Marka Ragnos. Ein Ort voller Monster, vielleicht auch noch Grabräuber, wenn die letzte Welle machtempfänglicher Sklaven wirklich so voller Versager war, wie geplaudert wird. Ich will, dass ihr alle durch dieses Grab steigt. Findet zur Akademie, oder sterbt. Bewaffnung kriegt ihr hinter mir.“

Geradezu hektisch löste sich das Grüppchen Sklaven vor Vhem auf, bot Sicht auf den Mann welcher die strengen Befehle gab. Kurzes, dunkelrotes Haar, Tätowierungen um das rechte Auge herum, Ziegenbart. Er sprach genau so wie er aussah.

Er zeigte mit seinem behandschuhten Zeigefinger auf Vhem.
„Du! Du meinst wohl, du könntest dich hinter den anderen Todgeweihten verstecken?“

Seine drohenden Schritte brachten Vhem dazu, zurückzutreten. Wie immer machte sie sich klein, hob abwehrend die Hände.
„N-nein Herr, ich…“

Zu spät. Die schallende Ohrfeige brachte Vhem ins Taumeln, bis sie gefährlich nahe am Abgrund ins Tal hinfiel. Tränen brannten ihr in den Augen, während sie auf die Stiefel des Mannes starrte welcher sich vor ihr aufbaute.
„Ich bin der Aufseher. Du hast mir zu gehorchen, bis du hier stirbst. Hast du verstanden?“

Zittrig antwortete die junge Frau.
„J-ja, Aufseher.“

Der Aufseher spuckte noch einmal vor Vhem auf den Boden, dann wandte er sich ab und ging in die Station hinein. Als er außer Sicht war stand sie auf, klopfte sich die dünne Stoffhose ab und machte sich auf, ihm zu folgen. Dabei wischte sie sich die Tränen aus den blauen Augen.

Irgendwie hatte sie die schreckliche Ahnung, dass sie hier auf Korriban eine äußerst schmerzvolle Zeit erleben würde.




Zuletzt von Vhem am Mo 4 März - 0:35 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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LeKüken
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Do 3 Mai - 14:56

OoC: Nachdem mir nun endlich einfiel, wie ich die Geschichte um Vhem sinnvoll weitererzählen kann, hier der viel zu späte nächste Teil. Kritik, wie immer, erwünscht!
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In der kleinen Cantina der Sith-Akademie auf Korriban war es nach den Prüfungen meist proppenvoll. Akolythen und Schüler tauschten sich in reger Menge über bestandene Prüfungen, Erwartungshaltungen, eigene Selbstüberschätzungen und unter der Hand natürlich auch über die diversen Lords und Darths aus. Gelegentlich gesellten sich freie Wächter dazu, auch wenn diese Genossen zumeist lieber still blieben. Ein merkwürdiger Dunst lag über den Köpfen der zahlreichen Gäste, obwohl niemand der Anwesenden zu rauchen schien. Dafür stank es überdeutlich nach Schweiß und Alkohol, was das Mysterium um diesen Dunst in den Hintergrund rücken ließ.

Alles in allem kam Vhem sich in diesem Moment ziemlich fehl am Platz vor. Nun, wo sie im Eingang der Cantina stand und das ganze Gewusel vor sich sah, wünschte sie sich, sie wäre doch in ihrer kleinen Kammer geblieben. Sie hätte sich das alte Buch zur Brust nehmen können, welches über Exar Kun und den großen Hyperraumkrieg berichtete. Wie jeden Abend nach den Prüfungen als Akolythin wäre sie dann mit dem Buch in den Händen eingeschlafen, und am nächsten Morgen beinahe zu spät aufgewacht um zum Apell beim Aufseher anzutreten.

Du wirst jetzt nicht einknicken. Diesen Satz wiederholte sie in ihrem Kopf immer wieder, während sie Schritt für Schritt durch die lautstarke Menge schlich, um sich schließlich an der Bar wiederzufinden. Erstaunlicherweise konnte man sich dort viel freier bewegen als sonst irgendwo in der Cantina, vermutlich weil die Bardroiden schon längst in der Masse umhergingen, um Getränke zu verkaufen.
So dauerte es einige Minuten, in denen Vhem einfach unauffällig gegen die Bar lehnte, bis einer der Droiden die Bar besetzte. Er stellte sich stramm vor der Akolythin auf, bis der Kommunikator ansprang.

„Haben Sie gewählt?“
„Ehhh…“

Vhem fiel unangenehm plötzlich ein, dass sie sich gar keine Gedanken darüber gemacht hatte, was sie denn genau trinken wollte, während sie völlig unbeteiligt in der Masse hockte. Allein, wie immer. Eigentlich mochte sie es so auch am liebsten.

Um den Droiden nicht länger warten zu lassen, egal wie dämlich es war, umschrieb die Akolythin geschickt, was sie im Sinn hatte.
„Alkohol.“

Kurz hielt der Droide inne.
„Ich fürchte, eine Portion puren Alkohols würde sie umbringen, Miss.“

Bevor Vhem sich etwas Besseres überlegen konnte, schlug eine schwere Hand auf ihre Schulter, welche sie beinahe einknicken ließ. Grinsend gesellte sich eine Zabrak zu ihr, mit roten, schulterlangen Haaren.
„Die Arme hat doch keine Ahnung, Bobby! Gib ihr was Schwaches. Gizer-Bier. Geht auf meinen Deckel.“
„Sehr wohl, Lady Madison.“

Der Droide machte sich an den unzähligen Flaschen hinter der Bar zu schaffen, als die Zabrak sich seitlich zu Vhem gerichtet an die Bar lehnte und das Grinsen nicht von den Backen putzte.
„Du bist Vhem, richtig? Die Neue aus der Fuhre von Sklaven letzte Woche.“

Zögerlich nickte die rothaarige Akolythin, musterte die Zabrak genauer. Sie wirkte kräftig, und ohne das Grinsen würde sie gewiss auch ziemlich eindrucksvoll aussehen. So jedoch hatte sie eher etwas Warmes an sich, was in einem enormen Widerspruch zu allem stand, was Vhem in der letzten Woche gelernt und gesehen hatte.
Keine Spur vom ewigen Konkurrenzdenken unter den Akolythen. War das in dieser Cantina üblich? Offensichtlich.

„Hey, ich steh hier nicht die ganze Nacht rum.“

Kopfschüttelnd bemerkte Vhem, dass sie dieser Zabrak eine Antwort schuldig geblieben war.
„Uhm… Ja, die bin ich. Woher kennen Sie mich?“

Wieder legte sich die schwere Hand auf ihre Schulter, im selben Moment stellte der Bardroide einen Becher neben Vhem ab.
„Also. Ich duze dich, du duzt mich. Und… seit du deinen Kollegen in Ajunta Palls Grab zurückgelassen hast bist du in der Akademie in aller Munde. Weißt du natürlich nicht, wenn du nicht aus deiner Kammer rauskommst.“

Missmutig wandte Vhem den Blick ab, betrachtete den Becher genauer. Schwarzer Inhalt, mit leichtem Schaum obendrauf. In ihrem Leben hatte sie noch keinen einzigen Tropfen Alkohol getrunken. Vielleicht war es eine richtig dumme Idee…

In einer kurzen Eingebung nahm sie einfach einen kleinen Schluck, und fühlte sich damit bereits richtig gut.
„Das war ein Versehen gewesen, keine…“

„Jaja, bla bla. Das sagen sie alle. Trotzdem… Wie du den armen Kerl mit den Shyracks im Grab eingeschlossen hast…“
Die Zabrak nickte mehrmals.
„… Alle Achtung. Ich hab länger gebraucht, um meine Nächstenliebe abzulegen.“

Vhems Grummeln konnte man bei der aktuellen Lautstärke sicherlich nicht hören, trotzdem kaschierte sie es zudem noch mit einem weiteren Schluck aus dem Becher. Es war –wirklich- ein Versehen gewesen, als sie Odo im Grab eingeschlossen hatte. Das, was für sie vorher Glück gewesen war, erwies sich nun als eine besondere Begabung. Als eine Verbindung zur Macht, welche offenbar schon von Geburt an in ihr schlummerte.

Leider hatte Vhem diese Begabung weder unter Kontrolle, noch Ahnung von ihr. Immer, wenn sie sie einsetzte, endete das meist im Chaos. Beim letzten Mal war es die Grabkammer gewesen, welche eingestürzt war. Mit Odo und den Shyracks in ihr.

Gerade, als sie seufzend erneut dieser Zabrak, Madison, widersprechen wollte, landete die nächste schwerer Hand auf Vhems Schulter. Dieses Mal auf der linken. Ein ziemlich großer Kerl stellte sich neben der Akolythin auf, blickte grimmig auf sie hinab. Dunkel erinnerte sich Vhem an ihn. Er war mit ihr auf Korriban angekommen.
„Odo war mein Freund.“

Wärst du nur in deine Kammer gegangen.


Vhem seufzte, hob beschwichtigend die Hände und drehte sich ganz zu dem Kerl um, nur um zu bemerken wie er mit der Faust ausholte. Geistesgegenwärtig duckte sich die Akolythin unter den Schlag hinweg…
… welcher daraufhin galant in Madisons Gesicht landete, gerade als sie sich an Vhems Gizer-Bier zu schaffen gemacht hatte.

Während der Becher im hohen Bogen über die Menge flog, schüttelte die Zabrak langsam den Kopf. Ihr Hemd war über und über mit dem vergossenen Bier bedeckt. Vhem beeilte sich, aus dem Zwischenraum des großen Kerls und Madison zu entkommen.
„Hey, Psycho. Man schlägt keine Frauen!“

Als Vhem unabsichtlich mit dem Rücken gegen ein sich unterhaltendes Pärchen stieß, zahlte Madison es dem Kerl mit einer rechten Geraden heim. Der Hühne taumelte zurück, spuckte Blut, hob dann die Fäuste an.
„Ausgezeichnet, dann brauch ich bei dir Mannsweib ja keine Bedenken zu haben!“

Von der Ferne brüllte irgendeine weiblich klingende Stimme.
„WER hat den Becher geworfen?!“

Ungutes Raunen durchzog die Menge und bewog Vhem dazu, sich weiter vom unmittelbaren Brennpunkt zurückzuziehen. Zwischen Madison und dem großen Kerl entbrannte eine Schlägerei, während sich eine erstaunlich zierliche Frau durch die begeistert zuschauende Menge kämpfte. Dass sie sich die Stirn rieb identifizierte sie klar als Empfängerin des weggeflogenen Bechers. Als sie sich auch noch in die Schlägerei stürzte, brach pures Chaos aus. Der loyale Freund des verstorbenen Odo holte einmal zu weit aus, traf damit einen bisher unbeteiligten Mann hinter sich unterm Kinn. Der brachte seine beiden Freunde mit…

So ging das immer weiter, bis eine Massenschlägerei entbrannte. Kurz spähte Vhem zu Eingang, wo sich jedoch bereits die Wächter versammelten, um in das Chaos einzusteigen. Jetzt zu gehen war ziemlich hoffnungslos. Da blieb nur noch, die überzeugte Unbeteiligte zu sein. Beziehungsweise zu spielen.

Also setzte sie sich an einen der runden Tische, welche nun frei geworden waren, da ja jeder an der Schlägerei teilhaben wollte. Völlig unbeeindruckt gesellte sich einer der Bardroiden zu ihr.
„Haben Sie gewählt?“
„Gizer-Bier bitte.“

Möglichst unschuldig dreinsehend beobachtete Vhem die Schlägerei, welche inzwischen sogar mit Barhockern als Waffen etwas an Schwung gewann.

Ich habe nichts damit zu tun.

Leider wusste sie es besser Aber das musste ja so schnell keiner erfahren…


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Vleit



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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Do 3 Mai - 18:14

*lacht* Vhem hat ihre Ader dafür, in Schwierigkeiten zu geraten, ja schon ziemlich früh entdeckt...herrlich!

Bitte mehr vom stressigen Alltag einer Akolythin :3
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LeKüken
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Do 17 Mai - 17:26

Überall Explosionen. Mühsam rappelte Vhem sich auf, kämpfte dabei gegen ihren tauben Körper an. Der Mantel lag nur noch in Fetzen über ihrer überwiegend verbrannten Haut. Dort, wo die Verbrennungen nicht hinkamen, zierten tiefe Fleischwunden die Sith. Etwas in ihr schrie, einfach liegenzubleiben. Das Ende abzuwarten.

Doch sie ließ ihren inneren Schweinehund nicht die Oberhand gewinnen. Zittrig stand sie auf beiden Beinen, sah direkt zu dem gewaltigen Energiestrahl, der als Antrieb für die gesamte Maschine diente, in welcher sie sich befand. Ein kreisrunder gewaltiger Raum, der bestimmt genauso gut als Hangar für die gesamte imperiale Flotte herhalten könnte, umhüllt von gläsernen Wänden, durch die man ins All hinausblicken konnte. Zu den Sternen, und zu der Raumschlacht, welche um die Maschine tobte.

Schlagartig wusste Vhem wieder wo sie war, wozu sie eigentlich da war, was geschehen war. Der Energiestahl verlief durch die Mitte des Raumes, drang durch den festen Boden tief in die Maschine ein. Bestimmt durchzog er sie einmal in Gänze, versorgte jede Ecke des Konstrukts mit Energie für seinen fatalen Zweck.

Keuchend tastete Vhem ihren Körper ab. Das Lichtschwert fehlte an ihrem Gürtel. Hilfesuchend sah sie sich um, taumelte schließlich zu einem Blaster, der neben der Leiche eines imperialen Soldaten lag. Von diesen gab es auf diesem Drittel des Raumes dutzende. Ein Himmelfahrtskommando, die letzte Hoffnung. Fehlgeschlagen.

War sie die einzige Überlebende?

Auf der anderen Seite des Raumes schlug ein Raumschiff durch die Glasfront, sorgte sofort für einen gewaltigen Sog ins All. Doch davon spürte man auf der falschen Seite des Raumes nichts. Automatisiert zogen schwere Betonwände über die ehemaligen Glaswände, verschlossen den Raum wieder.

Nach endlosen Momenten gelangte Vhem schließlich zu dem Blaster, hob ihn auf und wog ihn in der Hand. So ein Ding hatte sie schon seit ewigen Zeiten nicht mehr in der Hand gehabt, trotzdem musste er jetzt reichen.

Entschlossen taumelte Vhem auf den Energiestrahl zu, suchte derweil nach einer Schwachstelle in der Technik. Es gab keinen wirklichen Ausgangspunkt des Strahls, keine sichtbare verwundbare Stelle. Stöhnend kämpfte sie sich Schritt für Schritt vor. Ihre Muskeln schrien nach einer Pause. Die Erschütterungen, die sich durch die Maschine zogen, machten das Fortbewegen nicht einfacher. Mehrmals verlor Vhem den Stand, sank auf ein Knie zusammen, rappelte sich wieder auf. Machte einfach weiter.

Ein Schuss traf sie in die Seite, ließ sie schließlich ganz auf die Knie zusammenbrechen. Ihre Beine spürte sie schon lange nicht mehr, als Vhem einige Meter rechts von sich einen ziemlich mitgenommenen HK-Droiden bemerkte. Er hatte den Blaster immer noch auf sie gerichtet. Der nächste Schuss würde sie mit ziemlicher Sicherheit töten.

Ohne darüber nachzudenken hob sie den Blaster an, zielte nicht einmal, bevor sie schoss. Der rote Energiestrahl flog auf den HK zu, sprengte seinen skelettartigen Schädel und ließ den Droiden nutzlos zu Boden sinken. Keine Erleichterung überkam Vhem. Sie stöhnte nur wieder, als sie die Muskeln anspannte um sich erneut auf die Füße zu stellen. Dabei erhaschte sie einen Blick auf Lurthitra, ihre Schülerin. Beziehungsweise auf das, was von ihr übrig geblieben war. Ein verkohlter Torso.

Irgendwo hier lagen auch Megdana, Maydara, Lyth, Szarrak, Madison und die beiden Kopfgeldjäger Ambrok und Regor herum… Irgendwo…
Für die Suche hatte sie keine Zeit.

Es war, als fülle sich ihre Lunge mit Blut, als sie sich Zentimeter um Zentimeter zum Energiestrahl fortkämpfte. Sie presste die linke Hand auf die schmerzende Stelle an ihrer Seite, spürte das warme Blut zwischen ihren Fingern. Dieser einzelne Schmerz gesellte sich lediglich zu seinen Kollegen, welche Vhem bei jedem Schritt folterten.

Als der Energiestrahl an Intensität zunahm und die Maschine anfing zu vibrieren, lief Vhem die Zeit davon. Die Sekunden verstrichen in Zeitlupe, als sie den Blaster wegwarf und trotz der unglaublichen Schmerzen anfing, zu rennen. Gepeinigt verschwamm ihre Sicht, tauchte in einen Wirbel aus unzähligen Farben.

Bilder ihres Lebens liefen an ihren Augen vorbei. Doch es waren keine Erinnerungen. Ihr Vater, den sie nur über Holoaufzeichnungen gekannt hatte, nickte ihr mit einem leichten Lächeln zu. Seine grauen Haare, das vom Krieg gezeichnete Gesicht… alles an ihm sprach von einem erprobten Sith-Lord. Nur die Augen nicht, diese tiefblauen Augen welche sie stolz ansahen.

Vhem spukte Blut, spürte, wie das Herz in ihrer Brust anfing zu beben vor Anstrengung. Doch sie ließ sich nicht beirren.
Beinahe glaubte sie zu spüren, wie sich Megdanas Hand vertraut auf ihre Schulter legte. Wie sich Lurthitras Arme um sie legten, freudig. Freundschaftlich.

Zwei Meter…

Die Sith spürte den Widerwillen des Energiestrahls, sie in seine Nähe zu lassen. Der Widerstand wurde stärker, dieses Mal nicht allein von ihrem Körper erzeugt. Die Maschine selbst wehrte sich gegen Vhem. Schlagartig wurde die Darth vom gewaltigen Schmerz fast erschlagen. Sie hielt in ihrem Lauf inne, blieb direkt vor dem gleißenden Licht des Energiestrahls stehen, welches durch ein unendliches Loch im Boden in die Tiefe der Maschine fiel.
Ihre Zehen schwebten bereits über dem Abgrund. Die Energie des Strahls zerrte an Vhem, versuchte, sie vom Abgrund wegzudrücken.

„NEIN!“

Erschöpft spähte Vhem über ihre Schulter, sah nur grob Atton Rands Umrisse und wie er sich in Panik auf sie zubewegte. Das Licht hatte ihre Augen komplett geblendet, und doch wusste sie, dass er das Grinsen auf ihren Lippen ganz genau sah.

Zufrieden ließ Vhem ihre Beine einknicken, gab dem Schmerz nach. Sie fiel in das Licht und in den Abgrund. Im freien Fall, der für sie selbst nur ganz langsam von statten ging, breitete sie die Arme aus. Erleichtert spürte sie, wie der Schmerz endete. Wie das Licht ihren Körper auflöste, und ihn von jeglicher Pein befreite. Ihr Bewusstsein jedoch blieb wach, tauchte in den Lichtstrahl ein, nahm jedes Detail in sich auf.

Sie sah die Zerstörung, welche der Sprung in den Lichtstrahl bewirkt hatte. Den gescheiterten Plan Atton Rands.

Just, als die gewaltige speerspitzenförmige Maschine in einer gewaltigen Explosion aufging, verwehte Darth Vhems Bewusstsein in den Unweiten der Galaxis.
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Sa 26 Mai - 21:43

Soo, das Mona hats jetzt auch endlich gelesen! Ich mochte die Cantina-Schlägerei! Ambrok hätte sich da bestimmt pudelwohl gefühlt xD

Den dritten Teil hab ich nicht recht verstanden. Aber das löst sich bestimmt von selbst auf mit einem der nächsten Teile x) *brav wart und Tee schlürf*
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Sa 26 Mai - 23:04

Wohl eher im RP, so wie ich mir das vorstelle... Auf jedenfall war's nicht zum verstehen geschrieben x)
Werde in den nächsten Parts wieder mit den Akolythengeschichten weitermachen, aber da hatte ich mal diese spontane Idee, und in meinem derzeitigen Schreibloch ist man ja dankbar für alles, was man hat.

Was schreib ich sonst... Drehbücher für Pornos!
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   So 10 Jun - 15:48

OoC: Einfach nur scheiße, wenn die Muse weg ist um einen von den Geschichtssträngen weiterzuschreiben -.- Bin ich tatsächlich noch stolz, wenn ich sowas hier auf die Beine stellen kann.
Trotzdem viel Spaß! Ich muss mir in den Hintern treten, wieder mehr zu schreiben.
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Das Büro des Aufsehers Harkun erwies sich als etwas größere Kammer, wo trotzdem gerade mal so Schreibtisch und einige Regale mit Schriften ihren Platz fanden. In der gesamten Akademie dominierten rote Fackeln an den Wänden, welche niemals aufhörten zu brennen und mit ihrem düsteren Schein ein beklemmendes Gefühl auslösten, vor allem bei den neuen Akolythen.

Vhem war diesen Schein nun schon gewohnt. Umso grausamer schien das grelle Licht der Lampen nach tagelangem Lernen in ihrer eigenen kleinen Kammer in ihren Augen. Außer Kerzenlicht hatte es nichts an Licht gegeben, woran sich ihre Augen hätten gewöhnen müssen. Das machte sich nun bezahlt. Und zwar in beinahe vollkommener Erblindung.

Stöhnend blinzelte die junge Akolythin dem Licht entgegen, machte mehrere Gestalten am anderen Ende der Kammer aus. Eine davon war der Aufseher selbst, mit seinem ziemlich eindrucksvollen Körperbau, der blutroten Tätowierung am rechten Auge und dem grimmigen Blick, wie sie später auch erkannte. An seiner Seite standen eine ganze Reihe der Akolythen, welche zusammen mit Vhem ihre Ausbildung begonnen hatten. Einige davon kannte sie sogar noch von Ilum. Nicht beim Namen, aber vom Sehen. Sie lächelte sie an, bekam jedoch nichts weiter als einen ausdruckslosen Blick zurück.

"Sklavin, trete vor."

Die Stimme des Aufsehers war befehlsgewohnt. Vhem nickte mehrmals, trat mit gesenktem Kopf ganz in die Kammer hinein. Nun sah sie auch die beiden Vibroklingen, die neben dem Eingang an die Wand gelehnt waren.

"Ja, Herr."
"Du bist klug. Fast zu klug.", sprach der Aufseher mit grimmigem Gesicht. "Ich frage mich, weshalb du auf Ilum so lange unentdeckt bliebst."

"Danke, Herr." erwiderte Vhem förmlich. Das Lob des Aufsehers bedeutete ihr nicht wirklich viel mehr, als dass es ihr half, jemanden zu finden der sie zur Schülerin nahm. Inzwischen hatte sie herausgefunden, dass dies der einzige Zweck ihres Aufenthaltes auf der Akademie war. Die Schwachen wurden aussortiert, die Starken von den Lords als Schüler aufgenommen.

Die Starken... Vhem schwante mächtiges Übel.

"Dein Dank ist nichts wert, Sklavin. Intelligenz alleine macht dich nicht zur Sith. Ein Sith muss stark genug sein, um seine Macht wahren zu können. Das werde ich heute auf die Probe stellen."

Harkun nickte einem der kräftigeren Akolythen zu. Einer, den Vhem vorher nie wirklich wahrgenommen hatte. Groß. Muskulös. Dumm. Soweit konnte sie zumindest vom Aussehen her schließen.

"Mandarr, Vhem. Bewaffnet euch. Ihr werdet diese Kammer nicht verlassen, bis ihr siegreich wart. Jemand von euch wird heute sterben."

Vhem schluckte, sah diesem Mandarr zu, wie er an ihr vorbeiging und sich eine der Vibroklingen schnappte. Erst, als er bereits kampfbereit vor ihr Stellung bezog, beeilte sie sich damit, es ihm gleichzutun. Natürlich war es nicht das erste Mal, dass sie eine Klinge in der Hand hatte. Gelegentliches Training gehörte zur Ausbildung jedes Akolythen. Doch während die anderen auch nach dem angesetzten Training noch übten, sich gegenseitig herausforderten, blieb Vhem bevorzugt in ihrer kleinen Kammer und brütete über den alten Büchern oder Datenpads, wenn sie mal eines davon in die Finger bekam.

Dementsprechend unwohl fühlte sie sich, als sie die Grundhaltung des Kampfes einnahm, mit einer gefühlt viel zu schweren Klinge in beiden Händen. Aufseher Harkun erhob fast schon feierlich seine Stimme.

"Beginnt!"

Vhem drückte einen kleinen Knopf auf dem Griff der Klinge. Eine sanfte Vibration durchzog die gesamte Waffe, was ihr eine tödliche Schlagkraft verlieh. Mit dieser Vibration ließen sich Steine zerschlagen, sogar Lichtschwerter abblocken. Deshalb gehörten diese Waffen zur Standartausrüstung jedes guten Soldaten.

Mandarr gehorchte dem Aufseher, ohne eine Sekunde zu verlieren. Er griff mit beidhändig geführter Klinge an, schlug horizontal zu. Unbeholfen hielt Vhem ihre eigene Waffe dagegen, bekam sie dadurch fast aus der Hand geschlagen. Keuchend wurde sie durch die Wucht des Aufschlags der beiden Klingen aus dem Gleichgewicht gebracht, konnte sich unter dem nächsten Horizontalhieb nur mühsam ducken. Anstatt den Moment für einen Gegenangriff zu nutzen, wich die Akolythin etwas weiter zurück und nahm wieder die Kampfhaltung ein.

Der nächste Schlag kam von der senkrechten. Mandarr hob seine Vibroklinge weit über den Kopf, schlug gleich einem Henker auf Vhem ein. Den langen Schwung erwiderte diese auf dieselbe Weise. Sie ließ ihre eigene Waffe über ihren Köpfen gegen die seine schlagen, brach damit den Angriff ab bevor er wirklich an Kraft gewinnen konnte.

Dann bekam sie einen Tritt des großen Mannes geradewegs in die Bauchgegend, und klappte stöhnend zusammen. Vorausschauend rollte sie sich zur Seite, nachdem sie die erste Benommenheit abgeschüttelt hatte. Mandarrs Klinge schlug kraftvoll gegen den Boden, wo eben noch ihr Kopf gehangen hatte. Bevor er wieder ausholen konnte, richtete Vhem sich halb auf und stürmte ihn an, um ihn durch einen Ruck in der Hüftgegend zu Fall zu bringen.
Leider vergaß sie dabei, dass sie im Gegensatz zu ihm nur ein Fliegengewicht war. Also hing sie eher niedlich denn bedrohlich an seiner Hüfte, drückte angestrengt dagegen an.

Schadenfrohes Lachen kam von den Akolythen bei Harkun, als Mandarr ihr als Konsequenz aus ihrer Selbstüberschätzung die Klinge von oben in die Seite rammte. Schreiend rutschte Vhem zu Boden, verlor ihre Waffe aus der Hand, spürte den brennenden Schmerz an der Stelle, wo die Klinge klinge des Gegners durch ihr Fleisch gerutscht war. Knapp unter den Rippen. Zum Glück hatte der große Kerl etwas verzogen, sonst wäre sie nun wohl tot.

An sich war sie das jetzt immer noch. Als Vhem sich auf den Rücken rollte, sah sie die Klinge bereits wieder zum Stich erhoben. Keine Sekunde blieb ihr mehr. Sie schloss die Augen, hob die Hände hilflos über den Kopf, betete zu irgendetwas, dass es schnell gehen möge.

In den Momenten des Kampfes war ihr das Adrenalin gar nicht aufgefallen, welches durch ihre Adern pumpte und bisher zu Höchstleistungen angespornt hatte. Nun, als sie die Hände erhoben hatte, schien sich das ganze Adrenalin durch ihre Hände zu entladen, segnete die Akolythin mit seelischer Konzentration, wenn schon nicht Ruhe. Gleichzeitig spürte sie einen dezenten Luftzug, der ihr die feuerroten Strähnen aus dem Gesicht fegte.

Als sie die Augen öffnete, sah sie Mandarr nach wie vor über sich stehen. Er allerdings schaute mit dümmlichem Gesichtsausdruck seiner Klinge hinterher, und wie sie im hohen Bogen davonflog, nur um gegen die Wand hinter Harkun und den Akolythen zu klatschen und sinnlos zu Boden zu fallen. Zweifellos durch diese Untat provoziert trat der große Kerl auf Vhems Waffenhand, trieb ihr dadurch die Klinge aus der Hand. Jaulend zog Vhem die Hand weg, ließ die Waffe Waffe sein, kroch von Mandarr weg. Hauptsache weg. Ihre schmerzende Seite bereitete ihr dabei beinahe mehr Schmerzen, als sie aushalten konnte.

Und Mandarr folgte ihr. Langsam. Drohend. Mit entschlossenem Gesichtsausdruck. Stöhnend lehnte sich Vhem gegen eines der Regale, hielt sich die Seite, sah ihren Tod auf sich zukommen.

Letzte Chance.

Kontrolliert ließ Vhem ihre Unterlippe beben, bevor sich wie von selbst ein schluchzender Laut aus ihrer Kehle Luft machte. Bewusst drückte die Akolythin Tränen aus ihren blauen Augen, hob verzweifelt die Hände und wimmerte leise. Mandarrs Schritt verlangsamte sich. Direkt über ihr stehend zögerte er, sein dümmlicher Ausdruck wurde immer intensiver.

"Öhhhh..."

Mit einem Mal drückte Vhem die Tränen aus den Augen, brauchte keine Millisekunde zum Zielen, und trat dem Kerl mit aller Wucht die sie aufbringen konnte in den Schritt. Das war es. Der Moment, der alles entscheiden würde. Allein ausgelöst durch ein minimales Zeitfenster, welches sie sich durch Mitleid erkauft hatte. Und alles hing davon ab, ob der Kerl...

"Ngh!" stöhnte Mandarr, als er auf die Knie zusammensank vor Pein.

... einen Schutz vor den Kronjuwelen trug.

Angestrengt drückte sich Vhem an dem Regal hoch, versuchte dabei bestmöglich, ihre brennende Seite zu ignorieren. Schließlich setzte sie nach, trat dem knienden Mandarr gezielt gegen den Kopf. Dumpf fiel er zur Seite, verlor dabei benommen die Klinge aus der Hand. Vhem hob sie auf, holte ohne Zögern aus und schlug sie dem Mann seitlich in den Hals.

EInmal. Zweimal. Dreimal. Er zuckte noch etwas. Schreiend schlug die Akolythin weiter drauf, bis der Kopf beinahe in Gänze vom Oberkörper getrennt war. Dann registrierte sie das Blut auf der Klinge, ihrer Kleidung, sogar ein bisschen auf ihrem Gesicht. Die Lache, welche sich unter Mandarr gebildet hatte.

Wieder das Adrenalin, das sie erst bemerkte, als der Rausch bereits fast vorbei war. Sie musste sich schütteln, um ihre Gedanken bei sich zu behalten. Schlussendlich warf sie die die blutige Vibroklinge von sich, stellte sich so gerade wie möglich vor dem Aufseher auf, als er nähertrat.

Vhem wischte sich die letzten Überreste der gefälschten Tränen von der Wange, grinste Harkun breit an. Dieser musterte sie kurz mit dem gewohnt grimmigen Ausdruck, dann gab er ihr eine schallende Ohrfeige.

"Listig. Aber nicht stark. Sieh zu, dass dir das nicht zum Verhängnis wird."

Knurrend nahm Vhem die Ohrfeige hin, verneigte sich vor Harkun.
"Jawohl, Herr."
"Verschwinde."
"Wie Ihr wünscht, Herr."

Sie spürte Harkuns Blick im Rücken, als sie sich abwandte und die Kammer verließ. Um dem Blick zu entgehen bog sie gleich die erste Ecke ab...
... und lief direkt in Madisons Arme. Die Zabrak grinste breit, hatte die Arme vor der Brust verschränkt.

"Atemberaubend. Hinterlistig. Du bist ein echtes Luder."
"Was soll das sein, ein Kompliment?"
"Nein, eine Feststellung."

Ungefragt begleitete Madison Vhem auf ihrem Weg zurück zur eigenen Kammer. Sie durchschritten die gewohnten Gänge und Hallen, welche dankenswerterweise wieder mit den roten Fackeln erhellt wurden. Obwohl sich Vhems Augen an das grelle Licht gewöhnt hatten, gefiel ihr diese dezente Dunkelheit doch viel besser.

"Ich habe gewonnen und lebe noch. Nur das zählt."
"Stimmt schon. Wär nur besser, wenn du das auch könntest, ohne ganz auf die Psyche des Gegners zu wetten. Aber ich will dir da nicht reinreden. Es soll wohl Lords geben, die zur Hure werden, wenn es brenzlig wird."

Vhem verzog die Miene.
"Was schlägst du vor?"

Begeistert verzog Madison die verbrannten Züge. Etwas unangenehm wurde Vhem dadurch an den Abend vor zwei Wochen erinnert, wo die Schlägerei in der Cantina nur wegen ihr stattgefunden hatte. Alle Beteiligten waren aufs grausamste unter Feuer gequält worden. So auch Madison.
Insgeheim fragte sich Vhem, weshalb die Zabrak ihr keinen Vorwurf machte.

"Ganz einfach. Ich trainiere dich, und mache dich vom einfachen Luder zum... Kampfluder. Weißt schon. Machst deinen Feinden schöne Augen, säuselst ihnen etwas vor, nur um dann elegant zuzuschlagen. Und zwar professionell. Weißt du, wie anmutig das aussehen würde?"
"Die genauen Methoden gehen wir nochmal durch, aber ansonsten... warum nicht?"

Zufrieden summte Madison die letzten Meter zur Kammer ein Liedchen vor sich hin, bis sie vor der Schiebetür zu Vhems Kammer angelangt waren.

"Schon klar. Bist du sauer, wenn ich dir sage, dass ich total auf dich steh wenn du weinst?"

Nun war Vhem aus dem Konzept gebracht. Sie blinzelte, schüttelte den Kopf, strich mit der Hand über den Berührungssensor ihrer Tür.
"Nein."
"Wie die Tränen wohl schmecken, so falsch wie sie sind?"
"Ich kann dir ja mal welche aufbewahren."

Madison lehnte sich grinsend gegen den Türrahmen.
"Das wäre reizend."
"Ehhh... Ja. Ich gehe jetzt besser."

Eiligst betrat Vhem ihre dunkle Kammer, tastete nach dem Berührungssensor auf der Innenseite. Wieder spürte sie den Blick im Rücken. Diesmal Madisons.
"Natürlich, meine Liebe. Ich erwarte dich dann Morgen zum Training."

Zischend schloß sich die Schiebetür, und ließ Vhem in der vertrauten Dunkelheit ihrer Kammer allein. Von draußen hörte sie Madison leise lachen und davongehen.

"Verdammt..." wisperte die Akolythin vor sich hin.
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Do 2 Aug - 14:55

Die folgenden Wochen erwiesen sich für Vhem als unwahrscheinlich produktiv. Die Meister der Akademie auf Korriban gewährten ihr tieferes Verständnis der dunklen Seite der Macht, und Madison formte sie im Laufe schweißtreibender Trainingsstunden neben dem regulären Training zu einer waschechten Kämpferin. Stolz beobachtete sie ihre Arme, welche nach und nach kräftiger wurden. Dezente Muskeln, schön anzusehen und das Produkt ihrer Arbeit. Ihres Ehrgeizes.

Genauso lernte sie, ihre Gabe kontrolliert einzusetzen. Keine unbeherrschten, chaotischen Schübe der Macht mehr. Laut den Meistern war sie ein Naturtalent im Wirken der Macht. Sie ließ tonnenschwere Steine durch die Luft schweben, levitierte konzentriert über Stunden ohne Anzeichen von Erschöpfung.

Nachdem sie ihren ersten richtigen Kampf mit zweifelhaften Mitteln gewann, wurde Vhem gern und oft von anderen Akolythen herausgefordert. In keinem einzigen dieser Kämpfe hatte sie wieder psychische Spielereien anwenden müssen. Ihr Geschick, die Beherrschung der Macht und die Hinterlistigkeit genügten jedes Mal, um den Herausforderer in die Knie zu zwingen.

Die Prüfungen der Aufseher wurden allerdings nicht leichter. Von den Sklaven auf Ilum, die mit Vhem nach Korriban gelangt waren, hatte gerade mal einer neben ihr überlebt. Sie kannte ihn nicht, wollte auch nichts an diesem Zustand ändern. Die Auslese jedoch war ernüchternd. 

"Ihr seid Abschaum, und nur hier weil der Imperator im Zuge des Krieges befohlen hat, keine potenziellen Machtanwender zu verschwenden. Keiner von euch wird auch nur die erste Woche überleben."
Das hatte Aufseher Harkun recht früh nach Vhems Ankunft zu den neuen Akolythen gesagt. Vor etwa vier Monaten.

Mit dem Gedanken, dass sie eines Tages auf den Kopf des Aufsehers spucken könnte, motivierte sich die Akolythin immer wieder. Auch, als sie durch auf Knien durch einen dunklen Schacht im Grab von Marka Ragnos kroch. Selbst kauernd drückte ihr Rücken gegen den kalten Stein. Umdrehen war nicht vorhandener Luxus, vom Zurückkriechen ganz zu schweigen.

"Du bist doch bescheuert" hatte Madison gesagt.
"Das führt doch maximal in ein Shyrack-Nest" hatte sie gesagt.

Knurrend ignorierte Vhem die Zweifel in ihrem Kopf, welche ihr zuflüsterten, sie solle lieber umkehren und anders nach einem Eingang in die Schatzkammer suchen. Nein, jetzt würde sie nicht nachgeben.

Mangels besserer Alternativen kroch sie weiter durch den Schacht. Es war kalt, eng, die Luft stickig. Glücklicherweise verlief der Schacht geradlinig, ohne Abzweigungen. Die einzigen Gedanken, die Vhem sich machen musste, waren jene, die sie ignorierte.

Ein Keuchen entrang sich ihrer Kehle, als sie spürte wie der Schacht enger wurde. Panik ließ ihr Herz schneller schlagen. Wenn sie in diesem Schacht feststeckte, würde sie elendig in dieser Dunkelheit verenden. Niemand würde sich an sie erinnern, ihren Tod richtig wahrnehmen, bis irgendwann ein ebenso todesmutiger Akolyth auf ihre Gebeine stieß.

Blanker Schweiß rannte über Vhems Stirn, während sie sich flach auf den Bauch legte und langsam weiter voran schob. Anscheinend führte der Schacht weiter in die Tiefe, denn es wurde nach und nach kälter, je weiter sie vorstieß.
Ihr Herz machte einen Hüpfer, als sich verhältnismäßig frischere Luft in die Kälte dazugesellte. Irgendwo in der Nähe musste es einen Ausgang aus dem Schacht geben.

Sie wusste nicht, wie lange sie sich noch durch den Schacht kämpfte. Wenige Minuten? Zehn? Zwanzig? Gefühlt hätte es auch eine Stunde sein können, bis sie auf das kleine Loch im Schachtboden stieß. Madison hätte niemals durch dieses Loch gepasst. Vhem jedoch war schlank und konnte sich durch die verheißungsvolle Öffnung schieben.

In gespannter Erwartung schob sich die Akolythin über das Loch, drehte sich vorsichtig auf den Rücken und tauchte mit den Füßen zuerst in die Öffnung. Wie so oft erwies sich ihre Gelenkigkeit als Geschenk. Just, als die Beine durch das Loch herabhingen, ließ sich Vhem fallen und drehte sich rechtzeitig, um nicht doch noch hängen zu bleiben und dabei gar noch das Rückgrat zu brechen. 

Als sie so fiel, bemerkte sie den Schönheitsfehler in ihrem Plan.
Sie wusste absolut nicht, wie tief sie gerade fiel.

Viel zu spät verarbeitete ihr Hirn die verhängnisvolle Erkenntnis. Adrenalin pumpte durch ihren Körper, während Vhem durch dicke Luft in unendliche Dunkelheit fiel. Es war anstrengend, einen klaren Gedanken zu fassen, obwohl sie genau das gerade brauchte. Sie wusste nicht, ob die Sekunden in den Momenten vor dem unweigerlichen Aufprall langsamer verliefen, oder ob sie wirklich -wirklich- tief fiel. Die schwarze Robe lag eng genug an, um nicht störend umherzuwirbeln oder zu flattern.

Angst beflügelte ihre Sinne, half Vhem dabei, sich verzweifelt genug in die Macht zu tauchen, um die erforderliche Stärke herauszuziehen. Sie formte eine Machtblase unter sich, unsichtbar, nur im Fadengeflecht der Macht vorhanden, und warf Stoßgebete um sich, ohne wirklich zu wissen, an welche übersinnliche Macht sie sich wenden sollte.

In gähnend langsam verstreichenden Sekunden spürte sie, wie die Machtblase sich aufblähte. Vhem sank in die Blase ein wie in ein dickes Kissen, was ihren Fall dankenswerterweise verlangsamte. Schließlich platzte der Schutz jedoch wie eine Seifenblase, entließ die Akolythin wieder in ihrem Fall...

... wo sie nach wenigen Augenblicken flach auf den kalten Steinboden knallte.

"Auauauaua..." murmelte sie in eine dicke Schicht Staub hinein, blies ihn dabei beiseite, die Nase auf dem Stein plattgedrückt.
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Do 2 Aug - 14:57

Nach langer langer Abstinenz wieder im Geschäft!
Ich fang mal wieder mit kleinen Schritten an. Zur Eingewöhnung. Die Fortsetzung gibt es, wenn ich wieder etwas Zeit habe.
*salute*
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Fr 3 Aug - 18:15

*lacht* Das is so toll sich bildlich vorzustellen, wie Vhem als Pfannkuchen am Boden pappt!

Ich liebliebliebliebe es!
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Sa 8 Sep - 18:04

OoC: Beim letzten Part kam ich auf Teufel komm raus nicht weiter, darum greif ich im folgenden Mal etwas vor und komme später auf die Akademie zurück
Zudem gab's quasi einen "Bugfix". Ab jetzt wird Vhem in den Geschichten korrekterweise bei ihrem Mädchennamen, wenn man so will, bezeichnet. Elizabeth.
Aber genug geredet, viel Spaß!


IC:

Die Sonne von Naboo neigte sich gerade dem Horizont entgegen, als Elizabeth die letzten Stufen zum Festsaal hinter sich ließ. Rotgoldenes Licht ergoss sich durch die hohen Fenster auf beiden Seiten in den langen Gang, tauchte ihn gleichzeitig in Licht und Schatten. Zwei große Flügeltüren waren das letzte Hindernis zwischen der jungen Sith und dem Ball im Saal. Ein letztes Mal überprüfte sie den Sitz ihres Gewands, wobei sich unweigerlich ein tiefer Seufzer befreite. Um zwischen all den reichen Feiernden nicht weiter aufzufallen hatte sie sich ein blutrotes Kleid schneidern lassen, welches sich nun perfekt an ihre zierliche Gestalt schmiegte. Der Rock des Kleides bot kaum mehr Bewegungsfreiheit, als Elizabeth für einen normalen Schritt brauchte. Mindestens genauso hinderlich war der Schmuck, mit dem sie vollkommen überladen war. Eine Perlenkette um den Hals, goldene Armbänder, an welchen eine Sonne am linken und ein Mond am rechten Band als Anhänger angebracht war. Elizabeths feuerrotes Haar wurde nun, anstatt von einem einfachen Haarband, von einer prachtvollen Kette zu einem Zopf gebunden, die im Licht der Abendsonne funkelte wie dutzende Diamanten.

Elizabeth hatte keine fünf Minuten in diesem Kleid gesteckt, da vermisste sie schon ihre schlichte schwarze Robe. Nicht einmal ihr Lichtschwert durfte sie am gewohnten Platz an ihrem Gürtel tragen, da dieser Gürtel zwar modisch, aber nicht in der Lage war, irgendein Gewicht zu tragen ohne zu rutschen. Außerdem würde das ihre Tarnung gefährden, und damit alles zunichtemachen weshalb sie diese Hölle von Kleidung überhaupt ertrug. Also war ihr Lichtschwert am einzigen Punkt, den man in diesem ärmellosen Kleid nicht sofort einsehen konnte. An ihrem rechten Oberschenkel, befestigt mittels zwei Strumpfbänder. Vorsorglich hatte Elizabeth einen winzig kleinen Schnitt am Rock angebracht, den sie im Fall der Fälle leicht erweitern, und somit an ihre Waffe gelangen konnte. Zum Glück würde sie ihr Lichtschwert nicht brauchen, wenn sie sich einigermaßen klug anstellte.

Ohne wirklich zu wissen weshalb atmete Elizabeth noch einmal tief durch, bevor sie die unbewachten Flügeltüren aufstieß und in den Saal trat. Sofort wurde sie vom Anblick des Ballsaals erschlagen. Kreisrund und hoch bot er sicher Platz für mehrere hundert Gäste. Ein gewaltiger Kronleuchter spendete von der Decke ein dämmriges Licht, genauso wie die Sonne durch eine gewaltige Glasfront am anderen Ende des Raums hereinschien. Hinter dieser Glasfront befand sich ein großzügig mit farbenprächtigen Blumen bestückter Balkon, und dahinter wiederum das offene Meer von Naboo. Bereits jetzt ließ sich absehen, dass der Planet irgendwann einen Großteil seines Gewinns mit dem Tourismus verdienen würde, sobald die Kolonialisierung abgeschlossen war. 

Das heißt, wenn die Kolonialisierung überhaupt je abgeschlossen sein würde. Denn genau jener Würdenträger, der sich für diesen Prozess verantwortlich zeigte, befand sich zurzeit auf diesem Ball. Und genau dieser Würdenträger war Elizabeths Ziel. Königin Belfara von Naboo.

"Die Republik will durch Restauration und Kolonialisierung ihr Image wahren, damit sich wichtige Handelsposten wie Onderon oder Dantooine nicht von ihr abwenden. Es geht nicht darum, den Planeten unbewohnbar zu machen. Es geht darum, eine Botschaft zu senden, damit die Republik das Vertrauen ihrer Systeme verliert."

So hatte ihre Meisterin Haleth vor Wochen zu ihr gesprochen. Seitdem war Elizabeth ununterbrochen damit beschäftigt gewesen, die hohen Kreise von Naboo zu "infiltrieren".

Nun fing sie jedoch an zu stocken. In Anbetracht der unzähligen Gäste war es überhaupt schon ein Kunststück, ihr Ziel zu erreichen. Sie dann auch noch zu töten und unbemerkt wieder zu verschwinden war ein noch viel größeres Problem. Plötzlich schien die Perlenkette Elizabeths Luftröhre zuzudrücken. Ihre Hände fühlten sich feucht an, die Armbänder wirkten wie brennende Fesseln, welche ihren ganzen Körper lahmlegten. Die Sith schnappte nach Luft.

Für einen Moment schien der Gedanke verlockend, einfach wieder zu gehen und sich eine bessere Gelegenheit auszusuchen. Dann jedoch besann sie sich wieder auf ihren ursprünglichen Plan. Eine bessere Gelegenheit würde sich nicht mehr finden lassen. Die Masse an Gästen war kein Hindernis, sie war ein Geschenk. Niemals wieder würde es so einfach werden, an die Königin heranzukommen ohne dass ein dutzend Wachen Elizabeth im Blick hatten.

Wenn sie solche Personenmassen nur nicht so verabscheuen würde... In solchen Situationen überfiel sie häufig die Panik, Angst, Unsicherheit. Dazu kam noch das Lichtschwert, welches so unhandlich weit entfernt vom direkten Zugriff lag.

Mit zittrigem Atem schloss Elizabeth die Augen, richtete den Blick auf das Fadengeflecht der Macht. Schlagartig wurde sie wieder ruhig. In der Macht waren diese ganzen Gäste nicht mehr als kleine Fliegen ohne große Bedeutung. Dafür stachen die zwei Leuchtfeuer inmitten dieses Fliegenschwarms umso mehr heraus.

Jedi. Das machte die Sache komplizierter. Nicht unmöglich, aber komplizierter, denn damit fiel auch die Macht als für die breite Masse unsichtbares Werkzeug raus. Einen Eingriff der dunklen Seite würden diese zwei Jedi genauso bemerken, wie der gesamte Besuch Elizabeths Lichtschwert bemerken würde, wenn sie auf die ganz altmodische Art zurückgreifen würde.

Die Folgen wären jedoch dieselben. Die Königin würde evakuiert, ihre Tarnung wäre aufgeflogen. Zwar war sich Elizabeth ziemlich sicher, ohne größere Probleme zur Revenge fliehen zu können, doch sie wollte sich gar nicht vorstellen, was Lord Haleth mit ihr machen würde, wenn sie geschlagen zurückkehrte.

Der Gedanke an ihre Bestrafung beflügelte Elizabeth förmlich, sodass sie sich wieder auf das wesentliche konzentrierte. Dieses Mal ohne die lästigen Nebeneffekte ihrer Angst. In der Mitte des runden Saals stand eine große Statue der Königin von Naboo, darum herum befand sich die Tanzfläche, auf welcher ein Großteil der Gäste demonstrierte, was man mit strenger Choreografie alles leisten konnte. Um die Tanzfläche herum standen diverse Tische, an welchen die Feiernden ausruhen und sich erlesene Speisen des Planeten gönnen konnten.

"Verzeiht, Milady."

Elizabeth registrierte, dass sie die letzten Minuten stocksteif in ihren Gedanken versunken zwischen den beiden Flügeltüren stehen geblieben war. Den Gästen war das kaum aufgefallen, einem der Bediensteten jedoch schon. Sein schwarzer Anzug war sorgsam gereinigt, aus der Halbglatze wurde so viel Eleganz wie möglich herausgekämmt. Elizabeth trat in den Saal, sodass der Angestellte die Türen schließen konnte. Dann stellte er sich schlicht an ihre Seite.

"Ich habe Euch noch nie zuvor gesehen, Milady. Darf ich Fragen, in wessen Begleitung Ihr hier seid?"
"Lord Zymon."
"Darf ich Euch zu seinem Tisch geleiten, Lady...?"
"Lady Candress. Führt mich hin."

Der Bedienstete führte Elizabeth mit schnellen Schritten durch die Tischreihen. Auf ihrem Weg konnte die Sith nicht umhin, die Dekoration des Saals zu bestaunen. Durchsichtige Schleier tönten das Licht des Kronleuchters, sowie das der Sonne in viele verschiedene Farbnuancen, und spiegelten diese im gesamten Raum wieder. Gemälde taten an den Wänden ihr übriges, während Säulen am Rande der Tanzfläche den imposanten Touch noch unterstrichen. Im selben Zuge fiel erneut die Größe des Saals auf. Alles passte hinein, ohne dass man sich in irgendeiner Form beengt vorkam.

"Mein Lord, Eure Begleitung ist eingetroffen."

Beinahe wäre Elizabeth in den Bediensteten hineingelaufen, so sehr hatte sie sich im Anblick des Ballsaals verloren. Inzwischen waren sie bei einem etwas kleineren runden Tisch angekommen, offenbar für zwei Personen. Zymon saß auf einem der beiden Stühle, lächelte ihr zu und nickte den Angestellten des königlichen Hauses ab.

"Danke, Bill. Sie können sich wieder Ihren Pflichten zuwenden."

Bill der Bedienstete verneigte sich und ließ Elizabeth mit ihrem Gönner allein. Sie setzte sich ihm gegenüber, wobei sie das Lichtschwert am Oberschenkel kein bisschen behinderte.

"Meine Liebe, wie schön dass du es doch noch geschafft hast."
"Wie könnte ich dich denn auf einer solch wunderbaren Feier allein lassen?"

Sie setzte ihr bezauberndstes Lächeln auf und beugte sich etwas auf dem Tisch vor. Sie wusste, dass Zymon ihr absolut verfallen war. Das war er schon gewesen, als er sie das erste Mal sah. Er hatte die seltene Ehre erhalten, Elizabeths Zutrittskarte in die hohen Kreise von Naboo zu werden. Es war leicht gewesen ihm vorzugaukeln, sie wäre die Tochter eines königlichen Dieners. Geduld, ein schönes Lächeln hier, ein bisschen Hingabe dort, und schon war sie hier. Die offizielle Begleitung eines reichen Möchtegernaufsteigers. Zymon war zwar eine kleine Nummer in den hohen Kreisen, dafür jedoch überall präsent. Quasi die Fußnote jedes noch so kleinen Fests. Und nun war diese Fußnote ihre Verbindung zur Königin geworden.

"Du siehst heute ganz bezaubernd aus, Candress." Zymon lächelte sie verträumt an, sein kurzes blondes Haar sah an diesem Abend besonders gepflegt aus, genauso wie sein kürzlich rasiertes Kinn. An diesem Morgen hatte er noch ganz anders ausgesehen. Scheinbar war ihm dieser Anlass wichtig, warum auch immer. Vielleicht dachte er ja, er könnte vor der Königin aufschneiden?

"Das sagst du mir jedes Mal." Elizabeth fügte ein geschmeicheltes Kichern hinzu. "So langsam wird es unglaubwürdig. Aber danke."
"Nein wirklich, du bist ganz eindeutig die Pracht dieses Balls. Möchtest du tanzen?"
"Das hört sich wunderbar an."

Hinter dem Lächeln war Elizabeth dankbar für die Gelegenheit, sich über die Tanzfläche bewegen zu können. Sie wollte keine weitere Zeit verschwenden, nachdem sie sich nun wochenlang mit Zymon abgeben musste, um überhaupt hierher zu kommen. Irgendwo in diesem Saal musste die Königin sein. Mit seinem charmanten Lächeln stand der Lord auf, bot Elizabeth die Hand an und führte sie zur Tanzfläche. Bislang hatte sie gar nicht auf die Musik der Bith-Band geachtet. Ein einfacher Walzer. Sie passte sich an, ließ sich von Zymon tanzend durch die Menge führen, die Hand auf seiner Schulter abgelegt.

"Die letzten Wochen waren ohne Zweifel die Schönsten meines Lebens."

Innerlich musste Elizabeth sich davon abhalten, bei dem Kitsch nicht sofort zu brechen. Stattdessen lächelte sie ihn an, drückte eine Träne ins Auge, sodass eine gewisse Rührung rüberkam. Immer mal wieder sah sie sich um, hielt Ausschau nach der Königin, doch niemals lange, um Zymon in dem Glauben zu halten, ihm gelte ihre gesamte Aufmerksamkeit.

"Es geht mir ganz genauso, Zymon."
"Ich glaube nicht, dass ich jemals glücklicher war."

Seine Stimme war inzwischen nicht mehr als ein Flüstern, nachdem er ihr im Tanz immer weiter auf die Pelle rückte. Den Grund dafür erkannte Elizabeth recht schnell. Die Band hatte ein noch langsameres Lied gefunden, was sie spielen konnte.

"Ich will nicht, dass dieses Glück aufhört."
"Ich auch nicht." Innerlich fluchte Elizabeth. Etwas besseres fiel ihr nicht ein.

"Mit dir an meiner Seite fühle ich mich vollständig. Ohne dein Lächeln stirbt ein Teil von mir. Ich will dieses Lächeln nicht mehr missen."

Die Band hörte auf zu spielen, die Tanzpartner trennten und verbeugten sich voreinander. Nach wie vor keine Spur von der Königin, und seltsamerweise waren viele Gäste Elizabeth mit einem breiten Grinsen zugewandt. Sie kannte dieses Grinsen. Es war diese Art von Grinsen, die man jemandem zuteil werden ließ, der sich mit Soße bekleckert hatte.

Als sie an sich herabsah blieb ihr Herz stehen. Zymon kniete vor ihr, mit einer kleinen Schatulle in der Hand.

Scheiße.

"Candress Nour, ich will mein Leben mit dir verbringen. Willst du meine Frau werden?"

Nicht nur die Sith in Elizabeth wollte anfangen zu schreien. Nein, auch der winzig kleine Part einer normalen Frau stürzte sich in Empörung, selbst in Anbetracht des kostbaren Rings, welcher mit einem kleinen Rubin besetzt war. 

Dutzende Gedanken stoben durch den Kopf der Sith.
"Wir sind doch noch jung!"
"Wir kennen uns doch erst seit ein paar Wochen!"
"Hast du eine Ahnung, was du mir damit antust?!"

Stattdessen blieb ihre Antwort jedoch recht übersichtlich.
"Ich... Ähhhh..."

Leises Lachen ging durch die Menge, deren Blick nun einzig und allein auf Elizabeth gerichtet war. Nach dem kurzen Moment der bestürzten Verwirrung ging die Sith ihre Möglichkeiten durch. Letzten Endes rollten einige Tränen über ihre Wangen. Sie wusste nicht mehr, ob sie echt oder gespielt waren. Das Lächeln war allerdings definitiv falsch.

"Ja, ich will."

Die Gäste ließen Applaus hören, als Zymon Elizabeth den rubinbesetzten Ring an den Ringfinger steckte, aufstand und seine neu gewonnene Verlobte innig küsste. Diese wiederum hatte Schwierigkeiten, ihren Gefühlen Einhalt zu gebieten. Gefühle, welche vor allem beinhalteten, irgendjemandem den Hals umzudrehen.

"Ich liebe dich" säuselte Zymon ihr ins Ohr.
"Ich dich auch." hauchte sie zurück.

In den folgenden Stunden passierte nichts spannendes. Genau genommen waren die unzähligen Gäste, die bei dem frischen Paar ihre Glückwünsche hinterließen so langweilig, dass Elizabeth tatsächlich etwas zu essen bestellte um eine Beschäftigung zu haben. Von der Königin fehlte weiterhin jede Spur.
 
Die Sonne war bereits beinahe in Gänze hinterm Horizont verschwunden und die Sterne eroberten den Himmel, als sie und Zymon endlich wieder Ruhe hatten. Auf dem Balkon hinter der Glasfront.

"Ein perfekter Abend." sprach Zymon, während er so am Geländer lehnte und ein Glas Wein in der Hand hielt. Elizabeth stand einfach nur neben ihm, starrte auf das dunkle Meer hinaus.

"Ja... Perfekt." log sie, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden.

Bevor Zymon das für Elizabeth unangenehme Gespräch fortführen konnte erklang das Geräusch der Glasfront, welche beiseite geschoben wurde. Die Sith drehte sich um, und musste einen Freudensprung unterdrücken. Die Königin hatte den Balkon betreten, alleine mit ihrem Wächter.
Die Freude starb sofort, als Elizabeth den Wächter als einen der beiden Jedi identifizierte. Stattdessen vergewisserte sie sich, dass der Schleier um ihre dunkle Präsenz weiterhin undurchdringlich war.

"Meine Königin!" Zymon platzten offenbar die Augen beim Anblick der völlig in weiß geschminkten Königin. Sie wirkte wie eine Statue aus weißem Marmor, wenn da nicht das zu einem Knoten zusammengebundene weiße Haar wäre, genau wie die Bewegungen ihres Kopfes, als sie das Paar vor sich mit einem dezenten Lächeln musterte.

"Lord Zymon, Lady Candress. Ich hatte noch gar keine Gelegenheit euch beiden zu gratulieren, und wollte das noch tun, bevor ich mich von den Festlichkeiten zurückziehe."

Elizabeth vollführte einen dankbaren Knicks, Zymon eine Verbeugung. Dann führte ihr Verlobter das Gespräch in seinem Eifer ganz allein, was ihr genug Zeit verschaffte die Lage zu analysieren. Hinter der Glasfront waren die Gäste weiterhin mit dem Ball beschäftigt, niemand achtete allzu besonders auf die vier Gestalten auf dem dunklen Balkon. Die Kälte hatte jeden sonstigen Besucher aus der frischen Luft in den Saal getrieben, sodass nur Zymon und Elizabeth geblieben waren, welche nach den vergangenen Stunden etwas Ruhe gar nicht so schlecht fanden. Gern auch in der kühlen Nachtluft.

Der Jedi in seinen traditionellen Roben wirkte herrlich gelangweilt, aber nicht ganz unaufmerksam. Sicherlich würde er die Königin weiterhin begleiten, schließlich gab es sonst nicht viel, was ein Jedi auf diesem Fest zu schaffen haben könnte. Effektiv war dies Elizabeths letzte Gelegenheit, die Königin auszuschalten. Danach würde es eine Ewigkeit dauern, wieder in die Nähe der Königin zu kommen.
Da würde dann nicht einmal die Hochzeit helfen. Bei dem Gedanken durchzog ein Schaudern die Sith.

"... bedanken uns sehr für Eure Gastfreundschaft, meine Königin."

Scheinbar war die Königin genauso gelangweilt von Zymons Reden, wie Elizabeth es stets war und weiterhin sein würde, wenn sie nun auch noch offiziell seine Frau war. Das allein war für sie schon Grund genug, die Sache zu beschleunigen. Den Fluchtweg müsste sie sich dann freikämpfen, falls die Jedi ihre Tarnung durchschauten.

Also hob sie die Hände, ließ der Frustration und dem Zorn in ihrem Inneren freien Lauf. Rote Blitze schossen in der Sekunde aus ihren Fingern, als sie auf die Königin gerichtet wurden. Im Fadengeflecht der Macht griffen diese Blitze die Königin an, zehrten an ihrer Präsenz und übertrügen die Kraft ihrer bloßen Existenz auf Elizabeth. Der Jedi wachte gerade aus seiner Langeweile auf, da fiel die Königin bereits hinterrücks zu Boden, ihr weißes Gesicht vor Qual verzogen. Eine verdorrte Hülle, weit mehr als nur tot. Die Kraft der Königin durchströmte Elizabeths Körper, ließ sie befriedigt auflachen. Das wunderbare Gefühl der Macht brachte ihr Herz auf Hochtouren, als sie ihre Hände auf den Jedi richtete, der gerade seine grüne Lichtschwertklinge aktivierte.

Doch bevor sie ihn vernichten konnte packte Zymon sie am Arm, schüttelte sie wie wahnsinnig.
"Candress! Was hast du..."

Weiter kam er nicht. Der Jedi hatte seine Chance genutzt, und die Macht zu einem Schub geformt, welcher Elizabeth über das Geländer in die Finsternis des Meeres stürzte. Unbeherrschter Wind pfiff ihr um die Ohren, zerrte an ihrem Körper. Und trotz ihres Falls konnte die Sith nichts anderes tun, als aus vollem Halse zu lachen. Befreit, nach wochenlanger Schauspielerei.

Bevor allerdings der unvermeidliche Aufschlag ihr Leben banal beenden konnte besann sich Elizabeth wieder auf die Macht, welche durch ihre Adern strömte. Sie formte eine Machtblase unter sich, um den Aufprall so weit zu dämpfen dass sie unbeschadet davonkam. Es fiel ihr so leicht, dass sie sich amüsiert an das erste Mal erinnerte, als sie diese Machtblase geformt hatte. Im Grab von Marka Ragnos. Eine Verzweiflungstat.

Dieses Mal war es beherrschte Macht, die ihren Fall bremste wie ein Luftballon, der sich unter Last verbog. Elizabeth hörte das Rauschen des Meeres direkt unter sich, den Vorgeschmack der unendlichen Nässe. Und da war sie wieder, die Panik. Gerade noch rechtzeitig konnte sie nach Luft schnappen, dann fiel sie ins Meer. Unkontrolliert strampelte die Sith, hielt sich eher schlecht als recht über Wasser. Die Wellen zu bekämpfen kostete mit jeder Bewegung mehr Kraft.

Ein äußerst schlechter Zeitpunkt, sich daran zu erinnern dass man niemals lernte zu schwimmen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit des Überlebenskampfes wurde Elizabeth von einer etwas größeren Welle erfasst und unter Wasser gezogen. In der Dunkelheit ließ sich nicht genau erkennen, wo oben und wo unten war. Verzweifelt strampelte sie, spürte wie ihre Lungen nach Sauerstoff lechzten. Nun fühlte sich die Perlenkette wirklich wie ein fester Würgegriff an. 

Es dauerte nicht lange, da konnte sich Elizabeth dem Drang nicht mehr widersetzen, nach Luft zu schnappen. Kaltes Wasser drang in ihre Lungen ein und verursachte einen Schmerz jenseits allem, was die junge Sith bisher verspüren musste. 

Kurz bevor sie das Bewusstsein verlor kam sie nicht darum herum zu denken, wie verdammt banal dieser Tod für eine Sith war.
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   So 16 Sep - 16:40

Die Lichtschwertklingen trafen in einem wahnsinnigen Tempo aufeinander, immer und immer wieder. Elizabeth hatte Mühe, auf dem Rohr das Gleichgewicht zu halten, um nicht in die giftige grüne Brühe hinunter zu fallen. Leises Zischen von ebendieser Brühe bestätigte den Gedanken, dass ein Sturz den sofortigen Tod zur Folge hätte. Unausstehlicher Gestank zehrte an der Konzentration der Sith, ließ gelegentlich ihre Sicht verschwimmen, bevor sie sich wieder fing. Und doch waren ihre Gedanken so klar wie sonst selten. Waren fixiert auf das Duell mit der Reinblüterin.

Die aufeinanderkrachenden Klingen machten die Geräuschkulisse perfekt. Mit wirbelnder Doppelklinge trieb Elizabeth ihren Feind immer wieder einige Schritt zurück, was stets zur Folge hatte, dass die Reinblüterin wesentlich umständlicher nach neuem Stand suchte als sie selbst. So dominierte Elizabeth das Duell...
... bis es durch einen schnellen vertikalen Hieb endete. Elizabeth zerstörte in einer schnellen Konterbewegung das Lichtschwert der Reinblüterin, setzte sofort nach indem sie ihren Körper mit Machtblitzen folterte. Ihre Kontrahentin schrie, versuchte ihren Stand zu wahren, fiel letztlich jedoch trotzdem seitlich weg. Gerade noch so bekam sie das Rohr zu packen, hielt sich einer Umarmung gleich daran fest, funkelte Elizabeth mit den durchdringenden gelben Augen an.

"Ich habe dir vertraut!"

Elizabeth zögerte keine Sekunde, als sie die nächsten Blitze in den Körper der Reinblüterin fahren ließ. Ihre Schreie fachten die dunkle Seite in ihr nur noch weiter an, sie weidete sich an ihrem Leid, bis es ein jähes Ende nahm. Die Reinblüterin ließ schließlich los, vielleicht wegen Ohnmacht, oder auf der Suche nach Erlösung von dieser Tortur. Sie verschwand mit einem schrecklichen Zischen in der grünen Brühe.

Elizabeth deaktivierte ihr Lichtschwert und ging ohne weitere Zeit zu verlieren das Rohr entlang zurück.



Eine freundliche Morgensonne schien durch das Fenster und stach in Elizabeths geschlossene Augen, weckte sie somit aus dem unruhigen Schlaf auf. Wieder einer dieser unheimlichen Träume. Seit sie die Ausbildung bei ihrer Meisterin angetreten hatte, kamen sie immer öfter im Schlaf. So real, dass einfache Hirngespinste an Unwahrscheinlichkeit grenzten.
War dies die Zukunft, oder waren es lediglich Vorahnungen, Metaphern?

Üblicherweise mangelte es Elizabeth an Schlaf. Die Ausbildung erforderte ihre volle Aufmerksamkeit und Zeit, weshalb der Schlaf meistens zu kurz kam. In den vergangenen Wochen auf Naboo jedoch hatte sie den Luxus genossen, so lange zu schlafen wie sie wollte. Dementsprechend ausgeruht wachte die Sith auch dieses Mal auf, behielt die Augen jedoch geschlossen. Sie erinnerte sich an den Ball, an die Königin, an den Sturz ins Meer...
... und an den Antrag. Dieses Detail ließ Elizabeth die Augen aufschlagen, und sofort beruhigt ausatmen. Sie befand sich nicht auf dem Anwesen von Lord Zymon. Ganz im Gegenteil. Sie befand sich in einer winzigen Kammer, die Wände waren in einem schlichten Grauton gehalten, was eventuell auch an der nicht vorhandenen Lichtquelle lag. Die Matratze, auf welcher Elizabeth geschlafen hatte, lag schlicht auf dem Boden, ausgestattet mit einer eher kratzigen denn gemütlichen Decke.

Kratzig? Elizabeth tastete unter der Decke über ihren Haut. Irgendjemand hatte sie ausgezogen, und nackt auf diese Matratze gebettet. Vielleicht genau derjenige, der sie auch aus dem Meer gerettet hatte?
Sehr wahrscheinlich. Dieser Jemand musste auch das Lichtschwert gefunden haben.

Von diesem Gedanken beflügelt schlug sie die Decke beiseite, stand auf und suchte in der Dunkelheit nach der Tür. Überraschenderweise gab es keine, sondern lediglich einen einfachen Vorhang aus einem ähnlichen Stoff wie die Decke. Reich schien ihr Retter nicht zu sein. Darauf bedacht, möglichst wenig Geräusche zu machen, schob Elizabeth den Vorhang beiseite und fand sich ein einem kleinen Flur wieder, der in drei angrenzende Räume führte. Im Gegensatz zu ihrer kleinen Kammer waren die Vorhänge zu diesen Räumen beiseite geschoben. So konnte sie den Mann erkennen, der an einer behelfsmäßigen Küche Kartoffeln schälte. 

Nach einem kurzen Zögern näherte sich Elizabeth dem Mann, hielt dabei Ausschau nach ihren Sachen. Keine Spur von ihnen. Der Mann jedoch sprach sie, ohne sich umzudrehen, mit einer tiefen rauchigen Stimme an.

"Morgen, Schatz. Essen braucht noch zwanzig Minuten."

Nach einem kurzen Blinzeln verschränkte Elizabeth trotzig die Arme vor der Brust. Sie machte sich gar nicht erst die Mühe, ihre Blöße zu bedecken. Scham war pure Unsicherheit, und von der hatte sie herzlich wenig übrig.

"Eine Erklärung und meine Sachen. Sofort."

Der Mann lachte leise, schälte seelenruhig seine Kartoffeln weiter. Immer noch sah er sie nicht an.

"Dein Lichtschwert liegt im Tresor im Wohnzimmer. Deine Sachen würde ich an deiner Stelle jedoch nicht mehr anziehen, die sind hin. Wasser tut so schickem Fummel gar nicht gut."

Er legte die nächste geschälte Kartoffel in den dafür bestimmten Eimer, drehte sich um und sah Elizabeth amüsiert an. Seine Erscheinung passte absolut zu der unbekümmerten Stimme. Ein dreckiges Hemd, welches nur zu gut den gut trainierten Körper darunter erahnen ließ. Genauso eingesaute Hosen, Stoppelbart, schwarze Haare auf Kinnlänge.

"Der Code für den Tresor lautet 1-1-1-1-1. Hab dir Hemd und Hose über die Couch gelegt. Hoffe du störst dich nicht an der Größe."

Ohne den kreativen Code zu kommentieren wendete Elizabeth sich ab und suchte nach besagtem Wohnzimmer. Erhellte wurde die gesamte Behausung lediglich von beschlagenen Fenstern, was ein ständig gedämmtes Licht zur Folge hatte. Das Wohnzimmer bestand aus einer offensichtlich sehr alten Couch, einem kleinen Tisch beladen mit Zeichenblöcken und dazu passenden Stiften in allen möglichen Farbtönen. Als die Sith die erstaunlich sauberen Klamotten auf der Couch überzog erhaschte sie einen Blick auf die Zeichnungen des Mannes. Die Meisten davon waren schöne Frauen in Pose. Sie konnte nicht umhin den Zeichenstil zu bewundern.
Schließlich war der Tresor in der Wand jedoch wichtiger. Sie gab den Code ein. Außer ihrem Lichtschwert befand sich nichts darin.

Als sie dann in die Küche zurückkehrte, das Lichtschwert bereit in der rechten Hand haltend, roch es aufdringlich nach Fisch. Die Erklärung dafür folgte auf dem Fuße. Der Mann hob ein Beil an, köpfte Fische auf Unterarmlänge und nahm sie danach mit einem scharfen Messer professionell aus.

"Bevor du dir überlegst, ob du mich loswerden willst, solltest du wissen dass in den letzten Stunden eine Menge passiert ist. Der Planet ist in Aufruhr, seit du die Königin umgebracht hast. Niemand kommt in die Städte rein oder raus, von den Raumhäfen ganz zu schweigen. Also wirst du eine Weile untertauchen müssen, wenn du nicht gerade taff genug bist, dich durch eine ganze Armee aus Sicherheitskräften zu schlagen."
"Das kann ich auch ohne Sie."

Wieder lachte der Mann. Elizabeth konnte nicht sicher sein, ob in seinem Amüsement auch Spott wirkte.

"Sicher kannst du das. Und was dann? Soweit ich mich erinnere gehört das Kochen nicht zur Grundausbildung eines Sith, genauso wenig wie Schwimmen."

Er warf einen kurzen Blick über die Schulter, grinste dabei breit. Als Elizabeth nur schnaubte fuhr er einfach fort.

"Wenn du also den Fisch nicht roh genießen willst, solltest du dir das mit dem Lichtschwert nochmal überlegen. Ich bin mir sicher, dass die Blockade einen Monat lang aufrecht erhalten wird, wenn sie keine Ergebnisse erzielen."
"Warum sind Sie sich da so sicher?"
"Weil in einem Monat das Urteil über diesen Lord Zymon gesprochen wird. Er ist der Mitverschwörung angeklagt, und daraus kann er sich kaum rausreden. Sobald er dann hingerichtet wurde entspannt sich die Lage, die Blockade wird gelockert, dann aufgelöst."

Elizabeth hüllte sich wieder in Schweigen, warf dabei den Gedanken ab, den Mann sofort umzubringen. Er stellte offenbar keine direkte Gefahr dar, eher eine Hilfe, wenn sich seine Informationen als verlässlich erwiesen. Außerdem blieb ihr wirklich wenig anderes übrig, als abzuwarten bis der Trubel auf Naboo endete. Vorher wäre es eine Unmöglichkeit, unauffällig zur Revenge zu gelangen, wenn davor dutzende Kontrollen warteten.

Ihr Retter warf die ausgenommenen Fische derweil in eine Pfanne und fachte den Gasherd an. Die gesamte Einrichtung machte mehr und mehr einen primitiven Eindruck. Der unangenehme Geruch nach Innereien wich immerhin dem wesentlich erträglicheren Geruch nach einer Mahlzeit. Elizabeth bemerkte den eigenen Hunger.

"Woher weiß ich, dass Sie mich nicht verraten?"
"Ja... Woher sollst du was wissen."

Er kratzte sich am Bart, sah sie endlich mit einem etwas ernsteren Ausdruck an, als er weitersprach.

"Sagen wir, ich lege keinen wirklichen Wert auf das, was in den Städten passiert. Ich lebe hier, abgeschieden von allem. Was gehen mich die Probleme des Adels an? Oder die Pläne der Republik mit diesem Planeten?"
"Sicherlich würde die königliche Wache eine gute Summe dafür zahlen, wenn Sie mich ausliefern würden."
"Klasse, dann kann ich mir endlich das Pony kaufen, das ich schon immer haben wollte."

Der Mann deutete um sich herum.

"Sieht das hier in irgendeiner Form so aus, als ob ich Wert auf Credits legen würde? Ich bin ein einfacher Angler, der sich selbst versorgt."
"So haben Sie mich also gefunden?"

Er nickte.

"Ja. Nachts kommen die dicken Fische aus der Tiefe nach oben, wo sie sich leichter fangen lassen. Du glaubst gar nicht, was das für ein Gefühl ist, wenn du stattdessen eine Frau am Haken hast. Oder besser gesagt... eine Sith. Eine Königsmörderin."
"Scheint Sie nicht vom Hocker zu reißen."

Mehr als ein Schulterzucken bekam sie nicht als Antwort. Elizabeth ging ihre Möglichkeiten durch, und kam immer zu demselben Schluss. Die beste Alternative war, bei dem Angler unterzutauchen bis die Umstände für eine Abreise günstiger waren. Trotz ihres Gefühls, dass der Mann ihr nicht alles erzählte wusste sie irgendwie, dass er sie nicht verraten würde. Vorerst.

"Also... Wie haben Sie sich das vorgestellt?"

Der Mann drehte die Fische in der Pfanne um. Es brutzelte und zischte, Dampf stieg vom Herd zum improvisierten Ablass an der Decke hinauf. 

"Ganz einfach. Du bleibst hier, bis sich die Lage etwas beruhigt hat. Wir werden schon miteinander auskommen. Wenn du deinen Sith-Stil durchziehen willst, bleibst du eben die ganze Zeit in deiner Kammer und gibst dich der Meditation oder sonstwas hin. Alternativ gehst du mir ein bisschen zur Hand, dafür bring ich dir dann einige grundlegende Kochrezepte bei. Bei der Gelegenheit könnte ich dir dann auch gleich das Schwimmen beibringen. Das wäre wirklich ein peinlicher Abgang gewesen, meine Liebe."

Elizabeth hob misstrauisch die Augenbraue.

"Und dafür wollen Sie rein gar nichts? Keine Gegenleistung?"
"Hast du denn etwas zu bieten?"
"Glauben Sie wirklich, dass ich auf diese Frage antworte?"
"Nein. Vielleicht gibst du dich mit der Antwort zufrieden, dass ich Gesellschaft in meinem abgeschiedenen Leben zu schätzen gelernt habe."
"Nein."
"Dann sieh es als Anreiz, eine zufriedenstellende Antwort zu bekommen, wenn ein paar entspannte Wochen nicht genügen sollten. Davon habt ihr Sith doch nicht gerade viele, oder?"

Wieder ging Elizabeth ihre Alternativen durch. Außer der Meditation blieben ihr wenig Möglichkeiten, ihr Studium voranzutreiben. Training im Lichtschwertkampf wäre auch noch eine gute Zeitinvestition.

"Ich brauche keine Entspannung. Zeigen Sie mir, was Sie mir zeigen können. Ich weiß schon etwas mit meiner Zeit anzufangen."
"Wie du willst. Dann fangen wir gleich an. Reich mir mal den Eimer mit den Kartoffeln."
"Fangen Sie gar nicht erst mit diesem Ton an."

Trotzdem ging die Sith zum Eimer, hob ihn auf und stellte ihn neben dem Angler auf die Ablage. Die nächsten Minuten verbrachten sie damit, die Kartoffeln in kleine Scheiben zu schneiden, wobei der Angler ihr einige Kniffe zeigte, mit denen sich die Prozedur wesentlich beschleunigen ließ. Dann wurden die Kartoffeln in einer zweiten Pfanne auf dem Herd gekocht. Geschickt schwang der Angler die Pfanne genau so, dass sich die Scheiben passgenau umdrehten.

"Auch wenn du mir garantiert keine ehrliche Antwort gibst... Wie heißt du wirklich? Oder soll ich dich mit Lady Candress ansprechen?"

Elizabeth verzog keine Miene, als der Angler ihr die Halterung der Pfanne in die Hand drückte. Sie setzte ihre Beobachtung wesentlich ungeschickter in die Tat um, weshalb die Kartoffelscheiben stellenweise übel verbrannten.

"Elizabeth." antwortete sie. Wenn er sowieso nicht an ihre Worte glaubte war es völlig egal ob sie log oder nicht. Das Ergebnis wäre dasselbe.
"Und Sie heißen?"

Als Elizabeth die gebratenen Kartoffeln auf die bereits mit Fisch besetzten Teller lud sah der Angler sie mit einem merkwürdigen Lächeln an. Sie verengte die Augen, nicht sicher, wie sie ihn einschätzen sollte.

"Nenn mich Grave."
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   So 16 Sep - 17:16

Interessant ^^ gefällt mir gut, mehr Hintergründe über Vhems Vergangenheit zu erfahren. Also bei Zymon musste ich wirklich auch fast brechen. Schon nur wenn ich mir den Kerl vorstelle x.x Glücklicherweise ist Vhemchen nicht ertrunken, wäre echt scheisse peinlich gewesen xD Und Grave ist cool! Erinnert mich an Regor! Ich würde ihm sofort ein Pony schenken. Auch wenn er es wohl eher braten würde xD Mona mag! Give me more!!
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Do 27 Sep - 18:06

Beinahe behutsam teilte Elizabeth das Wasser vor sich, und bewegte sich mit einer sprunghaften Bewegung der Beine im kühlen Nass fort. Kurz erhaschte sie einen Blick auf die endlose Dunkelheit unter ihr, welcher sie dazu antrieb den Kopf schleunigst wieder in die Höhe zu stemmen, wobei sie nach Luft schnappte. Im ausgeglichenen Rythmus wiederholte sie diese Schwimmbewegungen immer wieder, nun jedoch streng darauf achtend, keinen Blick mehr nach unten zu riskieren.

Die Nacht lächelte bei den Übungen auf die Sith hinab. Wolkenlos, weshalb die unzähligen funkelnden Sterne zusammen mit dem tellergroßen Mond perfekt zur Geltung kamen. Zwanzig Meter von ihr entfernt warf ein kleines Feuer Rauchwolken ab. Grave saß daneben, starrte mit beinahe hypnotischer Abwesenheit in das brennende Holz hinein, nahm kaum Notiz von Elizabeth. Der See, an welchem sie sich befanden, lag einige Meilen von Graves Behausung entfernt und direkt am Rande eines großen Waldes. Genau genommen war der See zur Hälfte von jungen Bäumen umzingelt, welche im Schutze ihrer großen Kollegen die am Tage grünen Wiesen Naboos betrachteten.

In den letzten Zügen berührte Elizabeth bereits mit den Zehen den Boden, ehe sie ihr Gewicht wieder komplett auf die Beine verlagerte. Nach längerer Zeit im Wasser fühlte es sich komisch an, wieder auf den Füßen zu stehen. Die Macht schirmte die junge Frau von der Kälte ab, was sie jedoch nicht davon abhielt, schnell in den Schutz des warmen Feuers zu huschen, und sich dort in einige schützende Tücher zu hüllen.

Grave richtete den Blick erst auf sie, als sie sich ihm gegenüber an das Feuer setzte und die nassen Haarsträhnen aus dem Gesicht strich.

"Wie lang?" fragte sie ihn routiniert.
"Fünfeinhalb Stunden, und ich musste dich kein einziges Mal vor dem Ertrinken retten. Ich bin beeindruckt."
"Ich bin nicht einmal erschöpft."
"Warte mal bis Morgen, dann spürst du's in allen Gliedern."

Er lachte leise und kratzte sich am Stoppelbart, ehe er hinter sich langte und eine Kanne samt Trinkbecher an Elizabeth reichte. Sie schenkte sich den Becher knapp bis zur Hälfte mit dem noch kochend heißen Kaf ein und legte die dünnen Hände um die angenehme Wärme, die sich daraufhin im Becher ausbreitete. Seine Lache störte sie schon gar nicht mehr. In den drei Wochen, die sie nun schon bei ihm verbrachte, hatte sie sich an sein Verhalten gewöhnt. Die spöttische Lache war nichts weiter als Zeichen seiner Erheiterung, genau wie der Hang zum Sarkasmus. Zudem kratzte er sich andauernd am Bart.

"Warum rasierst du dich nicht, wenn der Bart juckt?" hatte sie gefragt.
"Weil ein Bart einen Mann zu einem Mann macht. Ansonsten könnte ich genauso gut wieder vierzehn sein." hatte er geantwortet.
"Das ist Unsinn. Behaarung macht weder Charakter noch Geschlecht aus. Was würde mich denn dann zur Frau machen?"
"Willst du wirklich, dass ich darauf antworte?"
"... Nicht wirklich, nein."

Während Elizabeth dieser Erinnerung nachhing bemerkte sie nicht, wie Grave sie inzwischen als neues Opfer für seinen Blick auserkoren hatte. Seine braunen Augen bohrten sich geradezu in sie hinein, und erst nach Minuten erwiderte sie dieses Starren mit einem zögerlichen Blinzeln.

"Was ist?"
"Du hast aufgehört zu fragen."

Als Antwort blinzelte Elizabeth ein weiteres Mal. Grave verstand die Geste, und fuhr fort, wobei er ihr die Kaf-Kanne wieder abnahm und hinter sich ins Gras setzte.

"Die ersten zwei Wochen hast du jeden Tag nach Neuigkeiten wegen der Blockade gefragt, wie ein Kind, welches niemals müde wird zu fragen "Sind wir endlich da?""

Nun war es Elizabeth, die sich damit begnügte, einfach nur ins Feuer zu blicken. Die züngelnden und tanzenden Flammen um das Holz waren auf ihre ganz eigene Art und Weise faszinierend. Sie antwortete nicht auf seine Feststellung, was ihn offenbar dazu verleitete, einfach fortzufahren.

"Du ziehst dich immer seltener in deine Abstellkammer zum meditieren zurück. Du kochst inzwischen jeden Tag mit, hilfst mir bei der Renovierung des Hauses, gelegentlich machst du sogar die Wäsche."

Mit überwältigender Selbstbeherrschung bezwang Elizabeth die eigene Scham, welche sonst wohl eine ziemliche Röte auf ihr Gesicht gezaubert hätte. Seine Worte trafen genau ins Herz der Zweifel, die seit einigen Tagen in ihrem Kopf herumgeisterten. Zweifel, hervorgebracht durch den Gefallen, den sie an ihrem Unterschlupf gefunden hatte. Ein beinahe sorgloses Leben am Ende der Galaxis.

Ihre Tarnung als Lady Candress war eine Notwendigkeit gewesen. Es hatte kein Vergnügen darin gelegen, die überhöflichen Floskeln herunterzuleiern, stets auf die eigene Erscheinung zu achten und jeden Abend an langweiligen Feiern teilzunehmen. Nur um danach auch noch von einem schmierigen Lord bestiegen zu werden, der nichts anderes im Kopf hatte als die nächste Möglichkeit seine eigene Stellung in der Gesellschaft zu erhöhen.
Zumindest letzteres konnte sie immerhin in den Grundzügen nachvollziehen. Das Streben nach Macht und den damit verbundenen Freiheiten machte das Grundprinzip des Daseins aus, wie sie es kannte.

Der Unterschlupf bei Grave jedoch war etwas völlig anderes. Elizabeth konnte auf perverse Art sie selbst sein, und das gefiel ihr erstaunlich gut. Anfangs war sie selbst verwundert gewesen, wie viel Freude sie am simplen Kochen empfunden hatte. Das hatte sich dann gesteigert, bis sie wirklich mit der Wäsche anfing.
Zu diesem Zeitpunkt kam ihr dann auch das erste Mal die beklemmende Frage, ob ein längerer Aufenthalt wirklich so eine gute Idee war.

"Überlegst du dir eine möglichst sithige Antwort, oder schweigst du um zumindest den letzten Rest dieses Images zu behalten?"

Elizabeth erwachte erst aus ihren Gedanken, als Graves rauchige Stimme wieder erklang. Hatte sie sich wirklich minutenlang den eigenen Gedanken hingegeben, oder waren es nur Sekunden gewesen? Einerlei, denn nun befand sie sich in derselben unangenehmen Lage wie zuvor. Es kam selten vor, dass ihr die Worte fehlten. Dies war eine dieser Situationen.

Also blieb es bei einem Schweigen. Grave seufzte leise.
"Schon gut, du musst mir nicht antworten."

Und so schwieg auch Grave, ließ das Knistern des Feuers die Stille übernehmen. Eine Ewigkeit lang saßen er und Elizabeth einfach nur am Lager und beobachteten die tanzenden Flammen bei ihrem Werk.

Schließlich war es Elizabeth, die dieses Schweigen brach und dem Knistern die Vorherrschaft über die Geräuschkulisse entriss.

"Kannst du mir morgen zeigen, wie man diese... Nerfkeule... macht? Die war... gut."
"Natürlich kann ich das." 

Grave schenkte ihr ein nüchternes Lächeln, welches das erste Mal seit einer langen Zeit ein schlechtes Gewissen in Elizabeth weckte.
Sie erwiderte das Lächeln nicht.
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Sa 6 Okt - 17:27

Blanker Schweiß rann Elizabeth über die Stirn, als sie Graves nächsten geraden Schlag mit dem Handgelenk zur Seite ablenkte und zu einer eigenen Kombination ansetzten. Erst ein seitlicher Tritt, dann ein kreisender Hieb von der anderen Seite aus. Ihr Kontrahent musste zurückweichen, bedenklich nahe an die Klippen heran, welche in der Nähe des gemeinsamen Unterschlupfs lagen.
Gerade wollte die junge Sith nachsetzen, da schoss Grave blitzschnell hervor. Zwei Ohrfeigen brachten sie erst aus dem Konzept, bevor ein wuchtiger Stoß mit der Handfläche gegen die Brust Elizabeth zwei Schritte zurück auf den Rücken fallen ließ.

Ächzend kam sie wieder auf die Beine, als Grave bereits wieder eine kampfbereite Haltung einnahm, wieder einige Schritte vom Abgrund entfernt. Wie beiläufig sah Elizabeth die kleine Hütte, dreißig Meter von den Klippen entfernt, sodass man im Inneren noch das Krachen der Wellen hören konnte. Dahinter lagen die weiten grünen Wiesen Naboos, die sich in den frischen Brisen bogen und wieder aufrichteten. Eine undichte weiße Wolkendecke ließ das Licht der Mittagssonne in Säulen auf das Land niedergehen, lediglich unterbrochen von einigen wenigen schwarzen Vögeln am Himmel.

"Den hast du dir selbst zuzuschreiben." bemerkte Grave, und riss sie damit aus ihrer spontanen Bewunderung der Landschaft. Elizabeth nahm selbst wieder Bereitschaft an, drückte dabei einmal den Rücken durch.
"Überlass das Reden schwingen mal lieber mir."

Mit diesen Worten begann der nächste Austausch von Faustschlägen und Tritten. Ein wenig erinnerte es an einen Tanz, dem sich die beiden hingaben, perfekt choreografiert und ausgeführt. Die Kampfkünste der Echani waren nicht nur wirkungsvoll, sondern auch angenehm anzuschauen. Selbstverständlich gab es so abgelegen vom restlichen Leben auf Naboo keine Zuschauer, außer vielleicht die Bewohner des Himmels. Elizabeth gelang es einige Male, gute Konter zu setzen und sich damit etwas Luft zu verschaffen. Grave war wesentlich größer als sie, wodurch es mehr Technik bedurfte, um seine Masse zum eigenen Vorteil zu benutzen. Immer wieder drängte der bärtige Mann stur nach vorn, und damit Elizabeth zurück.

Wie es sich für einen regelkonformen Trainingskampf gehörte, kämpften sie beide lediglich in Unterwäsche. Eine Ablenkung vom Kampf stellte sich durch dieses Detail allerdings nicht ein. In voller Konzentration wurden sie beide immer schneller, bis Grave ihren Fuß bei einem Tritt zu fassen bekam. Er nutzte ihr Ungleichgewicht aus, schleuderte sie einmal um sich herum, bevor sie grob im Gras landete. Der Aufprall trieb ihr jegliche Luft aus den Lungen, raubte ihr förmlich den Verstand.
Geschlagen blieb sie liegen, krümmte sich etwas, stöhnte dabei. Grave stand triumphierend über ihr, platzierte schließlich den Fuß auf ihrer Brust, grinste sie breit an.

"Also gut, dann warte ich auf deine Rede, wie ich dich mit unglaublicher Expertise geschlagen habe."

Knurrend schob Elizabeth den Fuß beiseite, richtete sich auf die Knie auf, bevor sie aufstand. Dabei lehnte sie Graves helfende Hand ab.
"Hör schon auf... Du hast gewonnen."

Auf dem Weg zurück zu dem Tuch, welches sie nur wenige Schritte entfernt ausgebreitet hatten, blieb Grave an ihrer Seite, gestikulierte ausschweifend.
"Du musst zugeben, ich war einfach großartig."

Elizabeth schüttelte grinsend den Kopf, während er auch ohne Bestätigung von ihrer Seite fortfuhr.
"Atemberaubend."

Er hörte auch nicht auf, als sie sich beide die Hemden anzogen und zuknöpften.
"Gottgleich."
"Ist ja gut, ich habe es verstanden!"
"Dann sag's."

Elizabeth seufzte, setzte sich auf das Tuch ohne extra die Hose anzuziehen, im Gegensatz zu Grave. Sie legte sich zurück auf den Rücken, sah zum blauen Himmel mit den weißen Wolken hinauf.
"Ja ja... Du warst gut."

Grave hob tadelnd den rechten Zeigefinger.
"Ich war klasse."

Wieder seufzte Elizabeth, dieses Mal gespielt. Eigentlich amüsierte er sie damit.
"Du warst klasse."
"Unvergleichlich."
"Du warst unvergleichlich."
"Und dabei atemberaubend schön."
"Darüber reden wir noch."
"Verdammt."

Grinsend setzte sich Grave neben sie, verfolgte einen Schwarm Vögel, der langsam aber sicher am Horizont des Meeres verschwand. Eine sanfte Briste zog über sie beide, erfrischend kühl. Ein Schauer jagte durch Elizabeths Körper, trieb die Erschöpfung des Trainings langsam aber sicher aus ihrem Körper und ersetzte sie durch pure Zufriedenheit.
Lächelnd sah sie zu Grave. Dessen Miene hatte sich innerhalb weniger Sekunden verdüstert, sodass er beinahe grimmig dorthin schaute, wo die Vögel verschwunden waren. Zögernd legte sie die Hand auf seinen Unterarm.
"Grave... Was ist los?"

Er sah zu ihrer zierlichen Hand hinab, welche sich um seinen festen Unterarm legte.
"Sie haben die Blockade aufgehoben, und diesen Lord Zymon hingerichtet. Es kam heute morgen im HoloNet."

Leise seufzte Elizabeth. Dieses Mal genügte es nicht einmal ansatzweise, um ihre Niedergeschlagenheit auszudrücken. Sie setzte sich auf, ließ dabei von Grave ab.
"Dann... muss ich gehen."



Eine Stunde später stand sie genau so vor der spartanischen Behausung von Grave, wie sie vor über einem Monat angekommen war. Nun, eigentlich nicht. Das ekelhafte Kleid hatte sie im Laufe der Zeit zusammen mit dem ganzen unnötigen Schmuck verbrannt. Sie konnte es einfach nicht mehr sehen. Jetzt hatte sie ein einfaches weißes Hemd an, eine weite schwarze Hose und Sandalen.

"Du glaubst gar nicht, wie dämlich mich der Verkäufer angeschaut hat, als ich so kleine Sandalen gekauft habe." hatte Grave gesagt.
"Traut dir eben keiner zu, eine Frau im Haus zu haben." hatte sie geantwortet.

Unschlüssig strich Elizabeth über den Heft ihres Lichtschwerts, den sie wie immer an den Gürtel gehakt hatte. Sie sah über die Schulter. Grave stand im Türrahmen des Unterschlupfs, sah sie mit undeutbarer Miene an.

Wieder einmal wusste die Sith nicht, was sie sagen sollte. Selten hatte sie sich so wohl gefühlt wie in diesem Monat, und doch rief ihr wahres Leben wieder nach ihr, und diesen Ruf konnte sie einfach nicht ignorieren. Sie war eine Sith, und wenn es einen Teil in ihrem Inneren gab, dem ein ruhiges Leben am Ende der Galaxis gefallen würde, dann war es klar, welches Leben die überzeugenderen Argumente hatte.

Vermutlich war es besser, einfach gar nichts zu sagen. Elizabeth atmete einmal tief die frische Luft ein, und machte sich auf den Weg zu dem Speeder, der unweit des Unterschlupfs parkte. Nun... eigentlich machte sie nur einen Schritt, bevor sich Graves schwere Hand auf ihre Schulter legte.

"Nichtmal einen Abschied? Das kommt mir unverdient vor."

Ehe sie irgendetwas erwidern konnte, drehte Grave sie um und zwang sie damit förmlich, ihm in die Augen zu schauen. Diese verdammten grünen Augen. Elizabeth öffnete den Mund, doch heraus kam nichts. Er schüttelte nur den Kopf.
"Soviel zum Reden schwingen."
"Wer im Glashaus sitzt." erwiderte die junge Sith, und entlockte Grave damit ein Grinsen.

Eine etwas kräftigerer Wind zog auf, zerrte an Elizabeths Hemd und Hose, blies ihr die feuerroten Haarsträhnen aus dem Gesicht, die sich trotz des Zopfes dorthin verirrt hatten. Grave wanderte mit der Hand auf ihrer Schulter hinauf, strich ihr über den Nacken, bevor seine Lippen hinabsanken, um sie zu küssen.

Der Kuss selbst war oberflächlich, und doch inniger als jeder andere, den Elizabeth bis zu diesem Tage erhalten hatte oder über sich ergehen lassen musste. Beinahe zärtlich rieben die Lippenpaare übereinander, der Stoppelbart von Grave kratzte über ihre Gesichtspartien, was einerseits unglaublich nervig, andererseits auf eine ganz eigene Art wunderschön war. Das Herz der Sith machte einen unverhofften Hüpfer, während Unmengen an Endorphinen ausgeschüttet wurden. Wie von selbst stellte sie sich auf die Zehenspitzen, lehnte sich Grave damit entgegen und machte es für ihn wesentlich einfacher, sich zu ihr hinabzubeugen.

Wie lange der Kuss genau andauerte vermochte Elizabeth nicht genau zu sagen. Beinahe vorsichtig legte sie die Hände auf seiner Brust ab, sah zu ihm auf nachdem die Lippen sich voneinander trennten. Wie so oft machte Grave den ersten Schritt, nachdem eine Ewigkeit lang Stille herrschte.

"Bleib hier."

Zahlreiche Gedanken tobten durch Elizabeths Hirn, ähnlich der Schrecksekunde, als der widerliche Lord Zymon ihr einen Antrag gemacht hatte. Dieses Mal gingen die Gedanken und Gefühle jedoch in eine völlig andere Richtung, die jede Gegenbewegung mit Gewalt unterbanden.

Ihre Antwort war nichts weiter als ein Hauchen, welches in dem Wind beinahe unterging.
"Ja..."

Ohne groß zu Zögern senkten sich Graves Lippen wieder auf die ihren...
Und sie gab sich ihm hin.
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Mi 12 Dez - 18:38

Im Raumhafen von Theed, der Hauptstadt von Naboo, ging es heiß her, als hunderte Raumreisende gleichzeitig zu ihren Schiffen vorstoßen wollten, die nun schon seit einem Monat Quarantäne fest in ihren Hangars saßen. Das Personal kam kaum mit den unzähligen Abflugerlaubnissen hinterher, welche es zu verteilen hatte. Dazu kamen noch besonders ungeduldige Reisende, die vollkommen außer Rand und Band auf das Personal losgingen, nur um viel zu spät von den Sicherheitskräften abgeholt zu werden.

Elizabeth stand recht verloren in der Masse aus verschiedenen Alienvölkern, während sie einfach nur versuchte, den eigenen Atem zu kontrollieren. Sie hasste Massenaufläufe mehr als alles andere. Der unausstehliche Geruch nach Schweiß, viel zu viele laute Stimmen, von den Blicken ganz zu schweigen, die die Sith stellenweise von nervigen kleinen Bälgern und besonders neugierigen Passanten ertragen musste.

Mit einem tiefen Atemzug bahnte sie sich schließlich langsam und vorsichtig ihren Weg durch die Menge, hielt dabei direkt auf die Aufzüge zu den Hangars zu. Der Raumhafen war ursprünglich in blauen und goldenen Farben dekoriert gewesen, als Elizabeth vor Monaten auf Naboo angekommen war. Nun, da die Königin tragischerweise ihr Leben lassen musste, prangte statt dem Blau des Meeres ein tief trauerndes Schwarz auf den Wappen, sogar die Blumen waren entsprechend ausgewechselt worden. Ohne sich allzu sehr davon ablenken zu lassen betrat Elizabeth den nächsten Aufzug, knapp vor einem ziemlich negativ erregt in seiner Muttersprache fluchenden Nikto. Zumindest glaubte sie, dass ihr seine Flüche folgten, als sie in die oberen Stockwerke des in die Höhe gebauten Gebäudes fuhr.

Ein brauner Reisemantel bedeckte ihre ansonsten recht schlichte Kleidung, bestehend aus Hemd, Hose und Stiefel. Das Doppellichtschwert baumelte allzeit bereit eingehakt an ihrem dünnen Ledergürtel. Die Klamotten waren das erste gewesen, was sie an diesem Morgen in Graves Behausung hatte finden können, bevor sie sich schnell und leise aus dem Staub machte. Ein Teil von ihr blutete immer noch wegen dieser Flucht, der andere wusste, dass es die richtige Entscheidung gewesen war. Die vergangene Nacht war wunderschön gewesen. Bar jeder Lüge, Zurückhaltung und Furcht.
Wunderschön... und falsch. Einfach falsch. Das war nicht sie, die mit einem breiten Lächeln am Morgen erwachte. Nicht sie, Elizabeth, die leise Liebesschwüre wisperte.

Ein klein wenig verzog die Sith die Mundwinkel. Sie wusste, dass etwas nicht stimmte, und das hatte nichts mit dem Chaos in ihrer Brust zu tun. Ihre Sinne streckten sich aus, witterten nach dem Ursprung der plötzlichen Eingebung.

Gerade erfasste sie die Wurzeln ihrer Vorahnung, da hielt der Aufzug im passenden Stockwerk an und schnappte mit einem leisen Zischen auf. Zwölf Blastergewehre waren im schmalen Gang auf sie gerichtet, welcher kreisförmig um das Grundgerüst des Raumhafens verlief und zu den unzähligen Hangars auf dieser Ebene führte. Der Sicherheitsdienst wirkte absolut zuversichtlich, mit seiner zahlenmäßigen Überlegenheit im Vorteil zu sein.

Elizabeth benötigte genau eine Sekunde, um die Lage zu erfassen und zu einer passenden Reaktion anzusetzen. Ein tiefer Atemzug begleitete die ausholende rechte Hand, bevor sie nach vorn gestoßen wurde. Der Raum verzerrte sich vor den Fingerspitzen leicht, dann bog sich ein Machtschub in den Gang hinein, warf ausnahmslos alle Wachposten von ihren Füßen, ließ sie gegen Wände und auf den Boden klatschen. Wer den Fehler machte, sich gleich nach dem Sturz wieder zu erheben, wurde von der schnellen roten Doppelklinge der Sith niedergestreckt, welche im Gehschritt aus dem Aufzug heraustrat und ohne Gnade jeden niedermetzelte, der es wagte sich wieder gegen sie zu erheben. Irgendwann erhob sich dann niemand mehr.

Eine weitere Geste, dieses Mal mit der linken Hand, da die rechte den langen, brummenden Schwertheft in der Hand hielt, öffnete für Elizabeth die Panzertür, welche sie von der Revenge trennte. Als sie den weitläufigen Hangar mit dem Abfangjäger der Fury-Klasse betrat stockte die Sith. Die Hangartore waren geschlossen.

"Dieser verdammte Kath-Hund, was ist Bestechung eigentlich noch..."

Sie drehte sich um, und sah sich zwei Lichtschwertern gegenüber. Ein blaues, und ein grünes. Sie erkannte einen der beiden Jedi, offensichtlich den jüngeren, vom Balkon wieder, auf dem sie die Königin genüsslich ermordet hatte. Er wirkte gleichzeitig rechtschaffen aufgeregt wie nervös. Sicherlich noch ein Padawan, und der ältere war sein Meister.

"Halt, Sith." sprach der Meister. "Ihr werdet diesen Planeten nicht auf diesem Schiff verlassen."

Fauchend warf Elizabeth dem Padawan einen schnellen Stoß aus Machtblitzen entgegen, welche ihn überraschten und schreiend vor Schmerz zurückfallen ließen. Mit wirbelnder Doppelklinge stellte sie sich danach dem sofort folgenden Angriff des Meisters, der sie mit schnellen und wahnsinnig kraftvollen Hieben attackierte. Seine Haltung verriet schließlich den Ataru-Kampfstil, dem Elizabeth sich anpasste. Sie lenkte seine Angriffe ab, ließ einen Großteil der darin liegenden Kraft ins Leere gehen. Irgendwann würde sich ihr dann schon die Möglichkeit eröffnen, einen guten Konter zu landen.

Leider hatte sie die Rechnung ohne den Padawan gemacht. Ob es nun die Schuld wegen der in seiner Obhut verstorbenen Königin oder tatsächlich der naive Glaube an die Gerechtigkeit war, irgendetwas ließ ihn schneller als erhofft wieder in den Kampf einsteigen, welcher auf der Fläche des Hangars zwischen dem Eingang und der heruntergefahrenen Rampe der Revenge tobte. Die hellen Scheinwerfer des großzügigen Raums bargen die Gefahr einer kurzen Erblindung, die gleichzusetzen war mit einer schnellen Niederlage.

Vollkommen in der Defensive wich Elizabeth immer wieder zurück, um den energischen Schlägen der beiden Jedi zu entkommen. Glücklicherweise stand der Padawan seinem Meister allzu oft im Weg, sodass dieser niemals eine wirklich verheerende Schlagfolge landen konnte. Diesen Umstand machte sich Elizabeth zunutze, indem sie den jungen Mann bei jeder verfügbaren Gelegenheit mit einem Wirbeln ihres roten Doppellichtschwerts verwirrte, nur um dann einen Angriff anzutäuschen. So war der Meister ständig gezwungen, die Defensive seines Schützlings zu übernehmen, was ihm jeglichen Vorteil raubte.

Trotzdem würde sie den Kampf auf kurz oder lang verlieren, wenn es so weiterging wie bisher. Die Sith duckte sich unter einem ungeschickten horizontalen Hieb des Padawans hinweg, der damit beinahe seinen Meister auf Hüfthöhe zerteilte. Das daraufhin folgende Chaos in der Kampfhaltung beider Jedi machte sich Elizabeth zunutze, indem sie die Macht mit einem wütenden Schlag auf den Boden entlud, und damit beide Kontrahenten von den Füßen holte.

Als sie sich erhob um den gewonnenen Vorteil auch auszunutzen hörte sie ein Rumpeln hinter sich, welches sie einen kurzen Blick über die Schulter kostete. Tatsächlich staunte sie nicht schlecht, nun da sie erkannte, dass sich die Hangartore langsam aber sicher öffneten, und natürliches Sonnenlicht in den Raum hineinließen, um sich mit dem künstlichen Licht der Scheinwerfer zu verbinden.

Einen weiteren Moment kostete es sie, zu den verdunkelten Scheiben der Hangarkontrolle hinaufzusehen, wo sich ein Schatten damit beeilte, in den Gang zu verschwinden. Es blieb jedoch keine Zeit, sich weiter mit diesem glücklichen Umstand zu befassen. Beide Jedi preschten wieder vor, drängten die Sith inzwischen mehr und mehr in Richtung der rechten Hangarwand. Sobald sie einmal mit dem Rücken zur Wand stand, hatte sie keinen Platz mehr für ihren ausholenden Kampfstil mit dem Doppellichtschwert. Jeglicher Technik beraubt wäre sie ein leichtes Spiel, sogar für den Padawan.

Während des Kampfes gegen zwei Feinde gleichzeitig fiel es Elizabeth schwer, einen guten Plan auszuhecken, um doch noch aus dieser ekelhaften Situation zu entkommen. Zwar konnte sie mit ausholenden Wirbelschlägen beide Jedi auf Distanz halten, doch würde dies in einigen Sekunden nur noch begrenzt funktionieren.

Gerade noch parierte sie die grüne Klinge des Meisters, schickte den Padawan mit einem schnellen Tritt auf den Rücken, als vom Gang aus ein Schuss ertönte. Der Meister weitete die Augen, auf einmal fehlte es seinem Lichtschwert an Kraft. Schnell zog Elizabeth die Klinge durch, stieß damit großflächig durch die Brust des Jedi, woraufhin dieser hinterrücks zu Boden fiel. Er war sofort tot. Eine weitere falsche Präsenz in der Macht, die ihr Ende gefunden hatte.

Kurz konnte Elizabeth ihr Glück kaum fassen, da sah sie den Absender des Schusses. Grave hechtete durch den Hangar, hielt erst inne, als die Sith die Hand hob.

"Auf das Schiff, Triebwerke starten! Ich will hier weg sein, wenn die Verstärkung eintrifft."

Er nickte, korrigierte den Kurs seiner Beine und stürmte auf die geöffnete Rampe der Revenge zu, während es Elizabeth noch gerade so schaffte, den heftigen Angriff des Padawans abzuwehren. Sein blaues Lichtschwert schlug wieder und wieder auf die rote Zwillingsklinge ein. Sein Zorn war förmlich greifbar. Mit einem breiten Grinsen verfiel Elizabeth wieder in ihren defensiven Stil, säuselte süffisant über das Brummen der Lichtschwertklingen hinweg.

"Das mit deinem Meister, das war ein Versehen. Tut mir wirklich leid, Junge." Ihre Stimme troff nur so vor bösartigem Sarkasmus, was den Padawan nur noch mehr anstachelte. Mit diesem Zorn waren seine Angriffe stellenweise sogar wirklich gefährlich, weshalb die Sith sich wieder mehr Mühe gab, und ihm die Führung des Duells mühelos abnahm, indem sie etwas aggressiver kämpfte.

"Ihr seid das Böse! Ihr müsst ausgemerzt werden!" brüllte der Padawan, ließ Elizabeth mit einem Stich zur Seite tänzeln, bevor er sich unter ihrer wirbelnden Doppelklinge hinweg ducken musste.

"Du kannst mich nicht besiegen, Junge. Nicht mit den lächerlichen Kräften der hellen Seite."

Es war ein Spiel. Ein wunderbares Spiel. Elizabeth ließ den Padawan immer wieder ins Leere gehen, stachelte ihn mit provokant offen zur Schau gestellten Schwachstellen in ihrer Verteidigung an, es wieder und wieder zu tun, nur um es mit einem schwunghaften Tritt zu bezahlen. Dabei konnte sie den anschwellenden Hass des jungen Mannes spüren. Ein weiterer Hieb des Padawans ging ins Leere.

Just in dem Moment, als sie der amüsanten Vorstellung ein Ende bereiten wollte, bezogen die zur Verstärkung geeilten Sicherheitskräfte am Eingang des Hangars Stellung. Zu erschöpft, um sich noch einmal einem Dutzend Soldaten zu stellen, trat Elizabeth den Rückzug an, hin zur Revenge, die bereits mit dröhnenden Triebwerken kurz vorm Start stand. Sie musste sogar springen, da das Schiff bereits abhob als sie die letzten Schritte im Laufschritt hinter sich brachte.

Der Padawan hing indes etwas hinterher, da er durch die letzte Finte sogar vornüber hingefallen war. Das blaue Lichtschwert zuckte erregt umher, während der junge Mann die Verfolgung aufnahm, um die Sith auf dem fortschwebenden Abfangjäger doch noch zu erwischen. Rote Blastersalven folgten ihm, verfehlten jedoch Elizabeth bei weitem. Den Schilden der Revenge konnten sie ohnehin nichts anhaben.

Gerade, als die Revenge durch die geöffneten Hangartore ablegen wollte, setzte der Padawan zu einem gewagten Sprung an und klammerte sich am Rand der Rampe fest.

"Ich werde Euch vernichten!" brüllte er Elizabeth entgegen, welche sich bereits aufgemacht hatte, ins dunkle Schiffsinnere zu treten. Nun ging sie doch nochmal die Rampe herunter, beobachtete amüsiert, wie der Padawan versuchte hinaufzuklettern.

Bevor er seinen Oberkörper hinaufziehen konnte trennte die rote Vorderklinge des Doppellichtschwerts beide Unterarme vom Körper, ließ den verstümmelten Körper zurück zu Boden fallen und dort regungslos liegen bleiben. Elizabeth konnte nicht genau sagen, ob er tot oder lediglich bewusstlos war, und es blieb keine Zeit das zu überprüfen. Ein Plasmageschoss lenkte sie Kraft ihrer Reflexe noch ab, dann trat sie von der Rampe zurück, die sich in dem Moment schloss, als die Revenge Tempo aufnahm.

Die Stille auf dem Schiff war, abgesehen vom Brummen der Doppelklinge verdammt merkwürdig für Elizabeth, als sie einfach vor der geschlossenen Rampe stand und die letzten Minuten vor ihrem geistigen Auge nochmals passieren ließ. Es kam ihr wie eine halbe Ewigkeit vor, dass sie diese Rampe hinabgestiegen war, um im Auftrag ihrer Meisterin Haleth die Königin von Naboo zu töten. Das Kolonialisierungsprojekt der Republik damit entscheidend zu treffen.

Einmal zog die Sith tief die Luft ein, dann deaktivierte sie ihr immer noch brummendes Lichtschwert und hakte den Griff erneut an den Ledergürtel. Mit ungewohnter Routine betrat sie den finsteren Bauch der Revenge, spürte die Anwesenheit von Grave, bevor sie seine Umrisse wahrnehmen konnte.

"Verdammt, wie kannst du in dieser Gruft nur leben?" brummte er.

Elizabeth lächelte breit, während sie das Cockpit der Revenge betrat, um Naboo endgültig zu verlassen.
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Fr 25 Jan - 21:21

Elizabeth wusste ganz genau, warum sie ihre Kammer auf der Revenge so ziemlich jedem Ort in der Galaxis vorzog. In der Kammer war es still, es gab nur sie und die Macht. Die Wirklichkeit dort draußen wurde auf einmal herrlich unreal und war ganz weit weg. Ihr Doppellichtschwert schwebte in mehreren Teilen um sie herum, setzte sich um den rot leuchtenden Kristall direkt vor ihren Augen langsam wieder zusammen. Elizabeth musste den Kristall nicht sehen, oder wie sich sein dezentes Schimmern perfekt in den dämmrig rot beleuchteten Raum einfügte. Sie spürte seine Perfektion, um welche sich die sonstigen Materialien wie eine zum Schutze geballte Faust schmiegten. Seine Herstellung war brutal gewesen, drei Tage ohne Ruhe und Rast an der Kristallschmiede. Drei Tage lang hatte sie die dunkle Seite der Macht in diesen einen Kristall gewoben. Ein kräftezehrender Prozess, der mit der Fertigstellung ihres ersten Lichtschwerts belohnt wurde.

Leises Klacken untermalte das Zusammensetzen von jedem Teil des Lichtschwerts, während die Waffe mehr und mehr wieder Form annahm. Es entspannte Elizabeth ungemein dieses Klacken zu hören, allein mit ihren Gedanken das Lichtschwert zu formen, die Erweiterung ihrer Hand und ihres Verstandes. Anstatt den Fokus der Meditation in vertrauter Umgebung zu nutzen, um die Galaxis als Ganzes wahrzunehmen, was während der Reise durch den Hyperraum sowieso maximal verschwommen möglich war, richtete sie den geistigen Blick vor allem auf sich selbst. Erleichterung beherrschte ihr Inneres. Erleichterung darüber, endlich der noblen Kolonialhölle von Naboo entkommen zu sein. Erleichterung darüber, den Kampf sowohl gegen Meister als auch Schüler überlebt zu haben. Direkt darauf kam... ein Wust aus Emotion, der ganz klar von einer ganz bestimmten Person ausgelöst wurde. Wo normalerweise Hass und Zorn auf die eigene Meisterin war, stand nun etwas unüberschaubares vor.
Liebe. Elizabeth konnte sich für den Gedanken gar nicht begeistern, was sie wiederum äußerst zufrieden stimmte. Ihr innerer Zwist hatte sich somit erledigt.

Ein etwas längeres Klacken ließ Elizabeth aufhorchen. Sie wusste ganz genau, dass sich die lange Außenhülle ihres Lichtschwerts mit ebendiesem Geräusch zusammengeschoben haben musste, und genau so war es. Wie immer. Sie schnappte den Stab aus der Luft, erhob sich von ihren Knien und ließ mit einer befehlenden Geste die Schiebetür zu ihrer Kammer aufschnappen. Die Dunkelheit der Revenge empfing sie wie eine warme Umarmung, ließ die Zufriedenheit in ihrer Brust Schnurren wie eine glückliche Manka-Katze.

Die Glückseligkeit der Sith wurde jäh durch laut aufgedrehte Musik gestört, die ganz klar aus dem Cockpit kam. Beinahe trauernd strich Elizabeth ihre schwarze Robe glatt, die sie sowieso am liebsten trug und von der sie genau fünfzehn identische im Schrank hängen hatte, bevor sie in Richtung des Cockpits marschierte. Durch die Schleuse hindurch konnte man bereits Grave auf dem Sitz des Co-Piloten sehen, wo er einige Systemchecks über die dutzenden Bildschirme im Cockpit durchführte und dabei zu dem Titellied einer Band mitsang, die aus drei gut bestückten Twi'lek Frauen bestand, die vor allem durch ihre kurzen Röcke und tiefen Ausschnitte bestachen und nur durch ihre beinahe herausplatzenden Argumente in irgendeine galaktische Hitliste aufgestiegen waren.

"Das ist die perfekte Stelle, das ist der perfekte Takt..."

Mit nach unten verzogenen Mundwinkeln hob Elizabeth den linken Fuß an, ließ ihn seitlich gegen die Rückenlehne von Graves Stuhl schnellen, sodass er sich unkontrolliert dreimal im Kreis drehte, bis er einigermaßen die Kontrolle zurückerlangte. Eine kurze Geste der Sith genügte, um ihn die Musik dankenswerterweise ausstellen zu lassen.

"Was ist dir denn über die Leber gelaufen, Liz?"
"Deine Musik."
"Was ist denn gegen Chicks'n'droids einzuwenden?"
"So ziemlich alles."

Für einen Moment sah Elizabeth durch die verstärkten Cockpitscheiben hinaus in den blauweißen Hyperraumtunnel, dann löste sich dieser auch schon auf und gab Sicht frei in ein freies schwarzes Sternenmeer, ohne allzu nahe Sonne, ohne in der Nähe befindlichen Planeten, Raumstationen, Flottenverbänden... gar nichts. Ein toter Punkt in einem riesigen Netz aus Leben.
Ohne zu zögern wandte sich Elizabeth von Grave ab und kehrte in den Bauch der Revenge zurück, um eine eingetragene Verbindung im Holoterminal aufzurufen und sich danach davor aufzustellen. Im Gang noch hörte sie Grave, welcher hinter ihr herrief.

"Ich find Diskussionen mit dir auch toll!"

Anstatt zu antworten wartete Elizabeth darauf, dass die bläulich flimmernde Gestalt ihrer Meisterin das Holoterminal ausfüllen und die Dunkelheit aus dem Bauch des Schiffes vertreiben würde. Das ganze geschah schließlich innerhalb von wenigen Sekunden, in welchen sich die Gestalt ihrer Meisterin auf dem Terminal aufbaute. Eine prachtvolle weiße Robe und ebenso langes weißes Haar gepaart mit stechenden, eisblauen Augen. Lord Haleth sah aus, wie sie sich gab. Kalt.

"Schülerin. Berichte mir."

Elizabeth verneigte sich tief vor ihrer Meisterin, behielt den Blick sogar die ganze Zeit gesenkt, während sie dem Wunsch von Lord Haleth nachkam.

"Meisterin, ich kam Eurem Befehl nach."
"Gab es Komplikationen?"
"Ich glaube, ich bin eine Witwe."

Haleth verzog keine Miene.
"Hm. Akzeptabel."

Langsam hob Elizabeth den Blick, sah zu der Hologestalt ihrer Meisterin auf, welche ihr politisches Spiel auf Dromund Kaas führte, während sie ihre Schülerin auf belanglose Missionen durch die ganze Galaxis schickte. Aufträge wie der vergangene auf Naboo hatten zwar durchaus ihren Wert für das Imperium, doch genauso sehr hatten sie den faden Beigeschmack von Beschäftigungstherapie, weil ihre Meisterin einfach nichts besseres mit ihrer Schülerin anzufangen wusste.

Dabei hätte die Schülerin so viele Ideen, wie die "verschwendete" Zeit sinnvoller einzusetzen wäre.

Bevor sie diesen Gedanken jedoch weiter ausführen konnte, hob Haleth wieder ihre distanzierte Stimme und fesselte damit Elizabeths Aufmerksamkeit.
"Als nächstes wirst du nach Dantooine reisen, und die dortigen Jedi-Ruinen nach wertvollen Schätzen untersuchen. Findest du nichts bei diesem toten Ort, dann nimmst du eben den Schrottsammlern ihre Errungenschaften."

Elizabeth hob die rechte Augenbraue. Die Ruinen der Jedi-Enklave auf Dantooine waren schon mehr als dreihundert Jahre alt und über diese Zeiten beinahe dauerhaft von Plünderern besetzt gewesen.

"Glaubt Ihr wirklich, dass sich dort noch etwas von Wert befindet, Meisterin?"
"Solche Orte verlieren ihren Zauber niemals. Nun geh und melde dich erst wieder, wenn du etwas gefunden hast."

Die Verbindung zu Lord Haleth brach ab und ließ Elizabeth mit zu Fäusten geballten Händen zurück. Eine frische Welle an Wut und Hass baute sich in ihrer Brust auf, ersetzte das unschlüssige Wirrwarr und verbannte es weiter nach hinten. Wieder ein sinnloser Auftrag, der schlussendlich in einer Sackgasse enden würde. Danach wäre sie genauso schlau wie vorher, und würde sich eben zum anderen Ende der Galaxis schicken lassen.

Knurrend kehrte sie zu Grave ins Cockpit zurück. Die sanften Streichtöne von Violinen erklangen als musikalischer Hintergrund. Ein kurzer, unleidiger Blick gab Grave still zu verstehen, dass auch diese Musik die Laune der Sith nicht besserte. Während er sich daran machte, wieder Stille in die Revenge zu bringen, ließ sich Elizabeth seufzend auf ihren Stuhl des Cockpits fallen.

"Was war das denn für eine Stimmungstöterin?"

Grave bekam keine Antwort. Peinliches Schweigen. Elizabeth genoss die Stille, bis sie von dem Kerl an ihrer Seite wieder unterbrochen wurde.

"Und was machen wir jetzt?"
"Nach Dantooine fliegen."
"Was wollen wir denn in dem Kaff?"
"Die Enklave besuchen."
"Den Friedhof? Was suchen wir denn da?"
"Keine Ahnung."

Wieder kurzes Schweigen, dann zuckte Grave mit den Schultern und gab die Koordinaten für den nächsten Sprung in den Navigationscomputer ein.

"Cool."

Elizabeth ließ die Luft knapp zwischen ihren zusammengepressten Lippen entweichen und schloss die Augen, während die Revenge sich in Bewegung setzte um Geschwindigkeit für den Hyperraumssprung aufzunehmen.

Irgendwann wäre sie mächtig genug ihrer Meisterin zu trotzen. Dann gäbe es keine sinnlosen Beschäftigungsmissionen mehr, keine Routineaufgaben oder sonstige Zwänge.
Irgendwann... Vielleicht schon bald.
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   So 3 März - 14:33

Beinahe lautlos kam Elizabeth auf dem staubigen Boden des Kellergewölbes auf. Die dünnen Sohlen ihrer Stiefel taten bei diesem Kunststück ihr übriges, während die Sith mit ihrem geistigen Auge das sich langsam beruhigende Fadengeflecht der Macht beobachtete. Ohne die Manipulation dieses goldenen Netzes wäre sie bei diesem Fall nicht lebendig unten angekommen. So konnte sie nun schlicht den Finger an die Kom-Einheit in ihrem Ohr anlegen.

"Ich bin unten." murmelte sie leise mit einem Blick nach oben. Das Licht der oberen Etage drang kaum bis zu diesem kleinen Flecken Boden vor, wo sie nun stand. Ein einfaches Loch, ehemals verdeckt von einem provisorischen Deckel. Vor dreihundert Jahren waren die Ruinen der Jedi-Enklave auf Dantooine notdürftig restauriert worden. Danach war jedoch rein gar nichts mehr geschehen. Die oberen Bereiche waren nun von Ungeziefer gesäubert und einigermaßen in Schuss, allerdings zeigte die Regierung von Khoonda kein wirkliches Interesse daran, die Enklave wieder zu alter Größe zu verhelfen. Sie war ein Denkmal, und als solche maximal zu besichtigen.
Im Zuge dieser Verweigerung waren die Kellergewölbe der Enklave in Vergessenheit geraten. Ein schwerer Fehler, wenn Elizabeth ihrer Meisterin Glauben schenken wollte. Die Richtigkeit ihrer Vermutungen müsste sich allerdings noch herausstellen.

"Ein Seil wäre wohl zu viel verlangt gewesen, hrm?" Graves Stimme drang durch die Kom-Einheit. Inzwischen war Elizabeth ziemlich gut darin, seine Kommentare einfach abzutun, wenn ihr keine direkte Erwiderung dazu einfiel.
"Sorg einfach dafür, dass ich nicht von irgendwelchen Touristen gestört werde."
"Die würden sich bei diesem Sturz alle Knochen brechen."

Elizabeth machte sich nicht die Mühe ihm zu erklären, dass sie keine normalen Touristen meinte. Langsame, vorsichtige Schritte brachten sie vorwärts in die Dunkelheit. Ein kurzer Griff in die Tasche, gefolgt von einem Knicken des Leuchtstabes brachten ein grünliches Licht ins Dunkel. Tatsächlich sah bereits dieser Raum so aus, als wäre er seit Jahrhunderten nicht benutzt worden. Netze von verschiedensten Spinnenarten, aufgebrochene Eier von wesentlich größerem Getier am Boden. Wenn der Boden nicht von Staub besetzt war, dann übernahm ein undefinierbarer Schleim diese Aufgabe für ihn. Ohne sich auf ihren Ekel einzulassen schlug Elizabeth die erstbeste Richtung ein, trat in einen langen Gang ein. Gebrochene Säulen zu beiden Seiten deuteten ehemalige Pracht an, genauso wie eine ungewisse Instabilität dieser Räume. Ob die Regierung wusste, dass diese Enklave in ihren Grundfesten jederzeit einstürzen konnte?

"Hey, Liz." meldete sich Grave wieder über die Kom-Einheit zu Wort.
"Was?" Eine dezente Aggressivität konnte Elizabeth nicht verbergen. Am liebsten arbeitete sie in solchen Situationen allein.
"Pass auf die Laigreks auf."
"Was soll das sein?"
"Halt einfach nach roten Augen Ausschau."
"Sehr beruhigend."
"Stets zu Diensten."

Rote Augen. Leichtes Unwohlsein stieg in Elizabeths Brust auf, als sie daran dachte, von was sie in diesen Räumen alles beobachtet werden konnte. Vorsichtshalber zog sie ihren Lichtschwertstab vom Gürtel, spielte mit ihm in der rechten Hand um der eigenen Unruhe so gut wie möglich Herrin zu werden. Der Gang führte in einen ähnlichen Raum wie den, den sie eben noch verlassen hatte. Großzügige Ausmaße, kreisrund mit einem Durchmesser von sicher vierzig Metern. Im selben Kreismuster führten Treppenstufen herunter in die Mitte des Raums, wo sich eine einfache Ebene mit Altar befand. Elizabeth spürte, wie sich die Schwingungen der Macht auf genau diesen Altar fokussierten. Es waren jedoch keine ruhigen Schwingungen der hellen Seite, so wie sie es in dieser Jedi-Stätte erwartet hätte. Die dunkle Seite war es, roh und ungebändigt, welche sich um diesen Altar rankte.

Als Elizabeth die ersten Stufen zum Altar nahm achtete sie zu wenig auf ihre rechte Seite. Große, rot leuchtende Augen warteten in sicherer Entfernung zum Licht des grünen Leuchtstabes auf ihre Gelegenheit, welche kam als die Sith ihnen seitlich den Rücken zuwandte beim hinabsteigen der Stufen. Die sechs Beine brachten den Laigrek, ein insektenartiges Wesen mit schwarzem Panzer, schnell in Reichweite zum Sprung. Noch bevor Elizabeth die drohende Gefahr wirklich wahrnehmen konnte hatte sie ihn im Rücken. Der Schwung ließ sie seitlich zu Boden fallen, sowohl Lichtschwert als auch Leuchtstab aus den Händen verlieren. Für einen Moment gab es nur diese verstörenden roten Augen für die Sith, als sie sich zurückzogen. Im letzten Moment konnte sie die freien Hände dazu nutzen, die vorstoßenden Mandibeln des Laigreks aufzuhalten.

Die ureigene Kraft des Tieres war überwältigend. Nur mit Mühe schaffte Elizabeth es, dem Schnappen Einhalt zu gebieten. Kurz schloss die Sith ihre Augen, fasste ihre eigene Mitte und fokussierte die Macht, beugte sie ihrem Willen. Ein unsichtbarer Stoß erfasste den Laigrek, ließ ihn quer durch den Raum fliegen und zu Boden fallen. Dem Knacken nach hatte der heftige Sturz eines der sechs dünnen Beine gebrochen. Mehr als genug Zeit, um den Lichtschwertstab mit einer einfachen Geste wieder in ihre Hand gleiten zu lassen, die Vorderklinge des Doppellichtschwerts herausgleiten zu lassen. Beide Klingen wären im Kampf gegen ein Tier eher hinderlich, da der psychologische Effekt nicht griff.

Zu ihrer Überraschung zog sich der Laigrek geschlagen durch ein kleines Loch in der Wand zurück. Dieser unverhoffte Rückzug reichte jedoch nicht aus, um die Sith wirklich zu beruhigen. Sie wusste, wo einer ist, da gab es auch mehr. Vermutlich würde der Laigrek lediglich seine Artgenossen rufen, um sie mit erdrückender Überzahl zu überwältigen. Ein Laigrek war kein Problem, zwei oder drei schaffte sie auch noch. Wenn es aber an zehn oder sogar mehr ging, so wusste Elizabeth, wäre sie einfache Beute.

Dementsprechend eilig hatte sie damit, zum Altar zu gelangen. Der uralte Stein selbst war nichts besonderes, einfache Stätte für Rituale, wie man sie von der dunklen Seite kannte. Viel interessanter war die kleine Pyramide, die sich auf ihm befand. Elizabeth machte große Augen, als sie diese Pyramide als Sith-Holocron identifizierte. Ein uraltes Artefakt aus Zeiten, lange bevor das Sith-Imperium in die bekannte Galaxis zurückgekehrt war. Sie wusste nur wenig über die Zeiten der Republik während der Isolation des Imperiums. Informationen über die sogenannten "Jedi-Bürgerkriege" waren rat gesät und unter höchster Sicherheitsstufe.

Wissen ganz für mich allein...

Mit diesem Gedanken stellte sich Elizabeth vor dem Altar auf. Eigentlich war keine Zeit dafür, doch ihre Neugier siegte letzten Endes. Eine befehlende Handbewegung und ein kurzes Eintauchen in die dunkle Seite der Macht ließ die kleine Pyramide roten Nebel ausstoßen. Die eingravierten Runen des Artefakts leuchteten auf, als sich kleine Lichter aus ihnen hervorzwängten, um sich an der Spitze der Pyramide zu einer Gestalt zusammenzusetzen. Ein Torwächter. Elizabeth hatte schon viel von Holocrons gehört, aber kaum welche zu Gesicht bekommen. Die meisten Exemplare verschwanden nach ihrem Fund schnell in einer privaten Schatzkammer, damit sich niemand anderes ihrer Mächte bedienen konnte.

Die Gestalt war die einer in die Jahre gekommenen Frau. Weißes Haar, zu langen Zöpfen gebunden, ragte unter der tief ins Gesicht gezogenen Kapuze hervor. Eine einfache schwarze Robe kaschierte so gut es ging die ausgemergelte Gestalt. Die gebückte Haltung der Frau war jedoch genug Zeichen von Alter, um keinen Zweifel aufkommen zu lassen.

"Ich bin Darth Traya. Herrscherin über das Sith-Triumvirat und Geißel der Jedi."

Begeisterung machte sich in Elizabeth breit, als sie den Torwächter musterte. Tatsächlich, dieses Holocron stammte aus der Zeit der Jedi-Bürgerkriege. Und noch besser: Es stammte direkt von einem der damals lebenden Sith. Eine schnelle Handbewegung ließ den Torwächter wieder verschwinden, den roten Nebel und das Leuchten der Runen verebben. Sie griff sich das Holocron vom Altar, verstaute es sicher in ihrem weiten schwarzen Mantel und drehte sich sofort um, um den Raum durch den Gang wieder zu verlassen, durch den sie gekommen war.

Just in diesem Moment erklangen aus allen Richtungen leise, klackende Geräusche.
Der Laigrek hatte seine Freunde gefunden.
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Do 18 Apr - 17:34

Erneuter Zeitsprung zurück zur Akolythenzeit [Seite 1]. Ich weiß, es ist störend.[i]
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Der Schreck schmerzte mehr als der eigentliche Fall. Die Panik ließ ihr Herz bis zum Hals schlagen, schneller Atmen und Adrenalin durch ihre Adern fließen. Euphorie machte sich in Elizabeth breit, als sie die Hände flach auf den uralten Stein des Grabes von Marka Ragnos legte, um den Oberkörper aufzurichten. Absolute Dunkelheit, wie nicht anders zu erwarten. Ihre angefachte Atmung war das einzige Geräusch in ansonsten dominanter Stille, so wie die Schritte unzählige Male widerhallten. Wo sie wohl war? Die Kammer musste riesig sein. Der Fall aus dem engen Schacht hätte sie zu einer flachen Häuflein zusammengepresst, hätte sie ihn nicht im letzten Moment abgebremst.

Als Elizabeth die ersten ziellosen Schritte in die Dunkelheit unternahm wünschte sie sich eine Vibroklinge herbei, oder irgendetwas anderes mit dem sie sich im Notfall verteidigen könnte. So war sie gefundenes Fressen für Tuk'ata oder andere Bestien, die in den Gräbern von Korriban hausten. Hssiss zum Beispiel. Nervös biss sich die Akolythin auf die Unterlippe, hob die Hände an um nicht aus Versehen gegen eine unverhoffte Wand zu stoßen.
Die Wand ließ auf sich warten. Dafür trat Elizabeth auf einmal ins Leere, fiel unkontrolliert in eine unbekannte Tiefe. Gerade wollte sie sich wieder so gut wie möglich fassen für eine erneute Fallbremsung, da landete sie bereits auf einem merkwürdig weichen Boden. Instinktiv hatte sie sich mit den Händen abgefangen, welche tief in diesen Boden eingesunken waren. Ein ekelhaftes, warmes Gefühl, von dem sie sich schnell distanzierte. Zu spät, schließlich war sie mit den Schuhen bereits zur Hälfte eingesunken, als sie sich aufrichtete. Ein fauliger Geruch stieg in ihre Nase auf, drehte ihr den Magen um. Nur mühsam konnte sie den Brechreiz unterdrücken.

"Wenn ich hier rauskomme werde ich nie mehr ohne Leuchtstab ausgehen." murmelte Elizabeth zu sich selbst. Der Klang ihrer eigenen Stimme beruhigte nur wenig, während sie ohne große Alternativen geradeaus weiter durch den weichen Boden watete. Das schmatzende Geräusch raubte ihr dabei die Nerven, ließ sie vor Angst schneller Atmen als eigentlich nötig. Wieder richtete sie die Hände nach vorn, tastete somit nach einer ebenfalls weichen Wand und voran, bis sie an eine Ecke gelangte. Entferntes Licht ließ sie erleichtert aufatmen und jener unbekannten Instanz, zu der sie vorher schon Stoßgebete gesendet hatte, aufrichtigen Dank entgegenbringen. Die folgenden Schritte waren schneller, suchten den Schutz des Lichtes, ehe sie wie erstarrt innehielt.

Das Licht offenbarte, dass sie sich die ganze Zeit schon in einem Gemisch aus Blut und Fleisch fortbewegte, gelegentlich mit den Knochen der ehemaligen Eigentümer durchzogen. Eine ganze Höhle, bestehend aus diesen relativ frisch aussehenden Überresten, von denen auch der passende Verwesungsgeruch stammte. Mit dieser Erkenntnis konnte Elizabeth nicht anders, als zu brechen. Der einzige Gedanke, den sie dabei verschwendete galt der Sicherung ihres Standes, sodass sie nicht erneut in diese Masse kippte.

Unkontrolliertes Erbrechen wurde gefolgt von einem panischen Verlassen der Fleischhöhle in die nächste Kammer. Wieder schlug ihr Herz so schnell, dass es wehtat. Auf sicherem Steinboden angelangt fiel Elizabeth auf die Knie, kämpfte mit sich um nicht erneut dem Reiz in ihrem Magen zu unterliegen. Minutenlang kauerte sie einfach nur auf allen Vieren dort, rang mit sich selbst und hatte keinen Blick für ihre Umgebung.
Als sie dann schließlich doch aufsah konnte sie ihren Augen nicht trauen.

Eine große Truhe mit kunstvollen Steingravuren, umzingelt von vier Skulpturen, welche ihre Kriegsklingen vor ihren Häuptern verschränkten und so anscheinend dem Inhalt der Truhe gleichsam Schutz und Ehrerbietung spendeten. Das Licht stammte von den Fackeln an der Wand, die schon seit Ewigkeiten brennen mussten ohne zu erlöschen.
Die Schatzkammer. Elizabeth hatte sie tatsächlich gefunden! Wenn sie jetzt noch einen Weg herausfand, würden auch die letzten Zweifler davon überzeugt sein, dass sie dazu bestimmt war, eine Sith zu werden.

Auch wenn der Schrecken der Fleischhöhle noch nicht ganz vergessen war, gelang es der Truhe doch, Elizabeths Aufmerksamkeit soweit zu fesseln, dass sie sich aufraffen konnte. Sie huschte zu dem uralten Steingehäuse, ging in die Hocke um die Gravuren zu untersuchen. Auf primitive Art und Weise wurde dargestellt, wie die damaligen Sith ihren dunklen Lord verehrten für den Wohlstand, den er ihnen bescherte. Die Akolythin konnte nicht anders, als den Stil dieses Bildnisses zu bewundern.

Für einen kurzen Moment horchte sie auf. Hatte sie da aus der Fleischhöhle etwas gehört? Etwa dasselbe Schmatzen, welches auch ihre Schritte begleitete?
Wie auch immer, sie musste sich beeilen.

Ohne sich weiter der stumpfen Betrachtung zu widmen setzte Elizabeth die blutverschmierten Hände an die schwere Steinplatte der Truhe an, um sie beiseite zu schieben. Das Krächzen des uralten Steins hallte durch die Kammer, feuerte die Nervösität der Akolythin nur noch weiter an. Ihrer neu gewonnenen Körperkraft hatte sie es zu verdanken, dass sich die Platte letzten Endes tatsächlich bewegte und im scheinbar ewigen Kampf nachgab, den Blick auf den Innenraum gewährte. Bei diesem Anblick stutze Elizabeth etwas, schüttelte einmal ihre Arme aus, um dem Kraftakt seinen Tribut zu zollen.

Ein einfacher unterarmlanger Stab lag im Inneren der Truhe. Vergewissernd sah Elizabeth sich um, erst zur Fleischhöhle, wo immer noch nichts war, dann zu den Steinwächtern, die sich ebenfalls keinen Millimeter gerührt hatten. So einfach. Irgendwie traute sie dem Frieden nicht, meist war er ein Vorzeichen für etwas unglaublich Negatives.

Trotz des mulmigen Gefühls griff sie in das Innere der Truhe, holte den Stab heraus und wog ihn in der rechten Hand. Er war angenehm leicht und ausbalanciert, sodass man ihn leicht schwingen...

"Wagh!"

Sie erschrak, als aus beiden Enden des Stabs lange Klingen herausschossen, bis sie zusammen mit ihm sicherlich genauso lang wie Elizabeth groß waren. Bei der Gelegenheit verlor sie die enttarnte Waffe aus der Hand, womit sich die Klingen auch schon wieder zurückzogen und der Griff zurück in sein altes Heim, die Truhe fiel. Einmal atmete die Akolythin tief durch, bevor sie wieder hineinlangte und den Stab an sich nahm, dieses Mal sorgfältig darauf achtend, ihn nicht zu sehr zu schwingen.

Noch ein Blick zu den Steinwächtern, die sich nach wie vor nicht rührten, dann drehte sie sich um.

Nur um in die roten Augen eines wirklich wirklich großen Tuk'ata zu blicken.

Schnaufen vonseiten der Bestie.
"Oh..."
Mehr brachte Elizabeth nicht heraus, da wurde sie auch schon angefallen.
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Do 2 Mai - 16:46

Ein schneller Sprung zur Seite rettete Elizabeth vor den rasiermesserscharfen Klauen des Tuk'ata und sorgte dafür, dass die Bestie all ihren Schwung stattdessen gegen eine der Steinstatuen richtete. Das brachiale Geräusch von berstendem Stein erfüllte die Schatzkammer, während der Tuk'ata beängstigend schnell seine Fassung wiedergewann.
Die Akolythin nutzte die wenigen Sekunden, um in Richtung des verwesenden Fleischtunnels zu hechten. Davor zögerte sie jedoch. Nicht wegen ihres Ekels, zumindest nicht nur, sondern auch weil sie wusste, dass das Waten durch die Eingeweide und Knochen sie zu sehr verlangsamen würde.

Also wandte sie sich wieder dem Tuk'ata zu, sah in seine rot leuchtenden Augen. Millisekunden später kratzten seine Krallen wieder über den Steinboden, das Maul des schwarzen Schreckens auf vier Beinen verbog sich zu einem ohrenbetäubenden Brüllen. Ein Teil von Elizabeth wollte einfach stehenbleiben und sich von dem Grabwächter reißen lassen. Der andere Teil zog seine Lähmung aus der bloßen Furcht. Glücklicherweise gab es da noch den Überlebensinstinkt, der die Akolythin wiedermals zu einem raschen Ausweichmanöver animierte. Im blinden Blutrausch lernte der Tuk'ata nicht aus seinen Fehlern, krachte mit voller Wucht gegen die Kammerwand und blieb dort für einen Moment benommen liegen.

Elizabeths Herz schlug ihr bis zum Hals. Wissend, dass dieses Tänzchen nicht ewig gutgehen würde, erinnerte sie sich an die Waffe in ihrer Hand. In Ermangelung einer wirklichen Alternative schwang sie den Stab, ließ die Klingen herausspringen und nahm den Griff vorsichtshalber in beide Hände.

Das bisherige Kampftraining an der Akademie lehrte die Grundzüge des Schwertkampfes, einfache Angriffsequenzen die nahtlos ineinander übergehen konnten und es dem geschickten Kämpfer somit ermöglichten, ununterbrochen im Angriff zu bleiben. Im gleichen Zuge wurden Verteidigungsstellungen beigebracht, die eben jene Sequenzen konterten und einen leichten Gegenangriff ermöglichten. So waren die Trainingsstunden im Grunde ein ewiges Hin und her zwischen den Akolythen, in welchem eine auswendig gelernte Angriffsfolge auf die nächste folgte.
Wirklich weiter kamen nur diejenigen, die das Training außerhalb des regulären Trainings fortführten. Elizabeth hatte unzählige Stunden damit zugebracht, mit Madison zu üben und somit einen ganz eigenen Stil zu entwickeln, der den Fokus weg vom Schlagabtausch und hin zu bewegungsintensiven Manövern führte. Die Ausbilder zeigten sich gleichgültig ob dieser Entwicklung, schließlich sprachen ihre Ergebnisse für sich. Seit Anbeginn des "privaten" Trainings hatte Elizabeth keinen Probekampf mehr verloren.

Leider war der Kampf mit Kampfstäben nicht Teil dieses Trainings gewesen.

Der Tuk'ata kam wieder zu sich, und Elizabeth blieb nichts anderes übrig, als sich auf eine Fügung der Ereignisse zu verlassen. Sie sah fest in die roten Augen der Bestie, glitt langsam in eine Seitwärtsbewegung, die Waffe fest in beiden Händen gefasst. Der Fackelschein der Schatzkammer warf seine unheiligen Schatten während blanker Angstschweiß über Elizabeths Stirn kroch.

Erneutes Kratzen über den Boden. Die kräftigen Läufe des Tuk'atas setzten sich in Bewegung. Das Maul weit aufgerissen stürmte der schwarze Schrecken auf die Akolythin zu, gierig darauf dieses Mal nicht zu verfehlen und die Fänge in das weiche Fleisch zu stoßen. Der Tuk'ata überwand die letzten Meter im Sprung, ließ Elizabeth zurückweichen, über ihre eigenen Füße stolpern und rücklings zu Boden fallen. Sie konnte ihre Augen nicht schließen, geschweige denn sie vom roten Starren der Bestie abwenden. Stattdessen umklammerte sie den Griff ihrer doppelt besetzten Klingenwaffe fester, richtete sie auf gut Glück nach oben aus.

Reißen. Jaulen. Knurren. Unglaubliches Gewicht stemmte sich auf Elizabeths Arme, als der Tuk'ata sich im Sprung selbst pfählte, nach einem Moment der Schmerzüberwindung brüllend nach seiner vermeintlichen Beute ausschlug. Seine Klauen rissen die Unterarme der Akolythin auf, ließ ihr Blut in Strömen fließen genauso wie jenes der Bestie aus der tiefen Wunde im Leib troff.
In das Brüllen mit einsteigend wuchtete Elizabeth das Biest zur Seite, stand so schnell sie konnte auf und befreite dabei die blutverschmierte Klinge ihrer Waffe aus dem Körper des Tuk'ata. Dieser wand sich auf dem Boden, wo sich unter ihm eine dunkelrote Blutlache bildete. Hilflose Bemühungen, sein Opfer doch noch einmal einzugreifen.

Einen kurzen Augenblick lang überlegte Elizabeth, das Leiden der Bestie zu beenden. Dann entschied sie sich jedoch dafür, sich nicht unnötiger Gefahr auszusetzen indem sie noch einmal in die Nähe des Tuk'atas kam. Das Adrenalin beflügelte sie, ließ sie jeglichen Ekel vergessen als sie zurück in den Fleischtunnel trat und durch die blutigen Überreste stapfte. Schnell holte sie die Dunkelheit wieder ein, tastete sich blind keuchend an der feuchtwarmen Wand voran. Sie hatte Schwierigkeiten, einen klaren Gedanken zu fassen. Ein wenig schwindelte ihr auch, weshalb sie nach einigen Metern immer mal wieder inne halten musste, um nicht vollends die Orientierung zu verlieren. Soweit ging es nur geradeaus, doch das würde sich sicher bald ändern.

Gerade als das Adrenalin abflaute und der Geruch von vermodertem Fleisch wieder so richtig zur Geltung kam stieß Elizabeths rechter Fuß auf einen festen Untergrund im halb durchlässigen Boden. Stufen, die sie Schritt für Schritt aus dem Massengrab herausführten und in ein Labyrinth aus Gängen entließen.
Normalerweise hätte sich die Akolythin in diesem Moment die Zeit genommen um ein wenig zur Ruhe zu kommen und sich einen Überblick zu verschaffen. Doch ihre Wunden an den Unterarmen, die einfach nicht aufhören wollten zu bluten, ließen nach und nach die Wärme aus ihrem Körper schwinden, machten klare Gedanken schwer bis unmöglich. So stolperte sie eher voran als dass sie ging, nahm wahllos eine Biegung nach der anderen ohne wirklich zu wissen, was sie herausbringen könnte. War da wirklich entferntes Knurren, oder spielte ihr nebulöser Verstand ihr nur etwas vor? Atemlos hielt Elizabeth inne, stützte sich an der Wand ab und versuchte zu horchen. Kein Knurren, dafür aber Schritte. Durch den Schleier ihres Blickes hindurch konnte sie auch eine Lichtquelle sehen, die sich eine Ecke weiter näherte. Ein anderer Akolyth? Dem hätte sie in diesem Moment nicht viel entgegenzusetzen.

Im Versuch, sich bestmöglich vor dem potenziellen Rivalen zu verstecken, drückte sich Elizabeth an die Wand und legte die freie Hand auf den Mund um ihren Atem zu unterdrücken. In der anderen hielt sie nach wie vor die Beute, die doppelte Kriegsklinge aus der Schatzkammer des Marka Ragnos.
Die Schritte kamen näher, hielten immer mal wieder inne, nur um einige Sekunden darauf im selben Takt fortzufahren, genauso wie die Lichtquelle. Beim Geschmack ihres eigenen Blutes auf der Hand wurde Elizabeth wieder schwindelig. Sie kämpfte mit dem eigenen Bewusstsein, gegen die Müdigkeit, die von ihr Besitz ergreifen wollte.

Langsam entfernten sich die Schritte, die Lichtquelle erlosch aus Elizabeths Blickwinkel. Sie entspannte sich etwas, bog um genau die Ecke ab, aus welcher die Lichtquelle eben noch gekommen war. Vielleicht führte sie dieser Weg in irgendeiner Form zum Ausgang, sodass sie...

Bevor sich Hoffnung in ihr breit machen konnte, wurde Elizabeth grob von den Füßen gehoben und gegen die Wand geworfen, wo sie von einer starken Hand festgehalten wurde. Ein Leuchtstab aktivierte sich, derselbe der Elizabeth mit seinem Licht vor wenigen Momenten noch zum Verstecken animierte.

Madisons tätowiertes Gesicht musterte erst Elizabeths verschwitztes Gesicht, dann ihre teilweise gerissene schwarze Robe, die verbluteten Unterarme und zu guter Letzt die Waffe in ihrer rechten Hand. Die Vibroklinge, die von der rothäutigen Zabrak bereit zum Stich erhoben war, senkte sich langsam, während sie knurrte.

"Du hast tatsächlich gewonnen."
"M-Mad..."

Ohne Vorwarnung ließ Madison von Elizabeth ab, weshalb die Menschenfrau für einen Moment um ihr Gleichgewicht kämpfen musste. Dann lehnte sie sich mit dem Rücken gegen die Steinwand, um ihre müden Beine bestmöglich zu entlasten. Die Erschöpfung war einfach überwältigend. Elizabeth war sich sicher, dass sie lediglich die Augen schließen müsste, um in einen Schlaf zu fallen aus dem sie nicht mehr erwachen würde.

"Du hast wirklich gewonnen, obwohl du unbewaffnet in einen dunklen Schacht gekrochen bist. Ohne zu wissen, wo er hinführt. Ohne Medipack, ohne Leuchtstab."

Unkontrolliert rutschte Elizabeth am Rücken die Steinwand herab, bis sie auf dem Hosenboden ankam. Einfach die Augen schließen... Ihr war so kalt, an sich war der Gedanke richtig verlockend.

"Verdammt siehst du gut aus, wenn du halbtot bist." Madison lachte leise. "Du musst die Macht wirklich mit Löffeln gefressen haben."

"Halt die Klappe... und hilf mir..." murmelte Elizabeth, leiser als eigentlich beabsichtigt.

"Schon dabei."
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Do 11 Jul - 16:42

Elizabeth wachte aus ihrem ungewöhnlich tiefen Schlaf auf, weigerte sich im selben Zug jedoch, die Augen zu öffnen. Seitdem sie mehr oder minder siegreich aus dem Grab von Marka Ragnos zurückgekehrt war und dem Aufseher die geborgene Waffe präsentiert hatte waren die Anforderungen der Lehrmeister gemäß ihrer Erwartungen angestiegen. Dies bestätigte Elizabeth in dem Gedanken, dass sie und Madison eigentlich in dieses Grab geschickt worden waren, um zu sterben. Ihr Erfolg erfüllte sie mit Stolz, die harten Prüfungen mit Erschöpfung, weshalb jede Minute Ruhe wertvoll war.

Der Geruch von Erbrochenem stieg der Menschenfrau in die Nase, unterstrich dabei noch den unbestimmten Reiz, die Augen zu öffnen. Sie widerstand weiterhin. Nach dem Unterricht am letzten Abend war sie von Madison dazu überredet worden, ihren Triumph nachträglich zu feiern, nun, da sie sich von ihren Wunden erholt hatte. Bei dieser Feier in Elizabeths kleiner Kammer kamen sie dann beide zu der Erkenntnis, dass sie keinen Alkohol vertrugen. Daraus resultierten Erbrechen und im Nachhinein lediglich verschwommene Erinnerungen an den weiteren Verlauf des Abends.

Immerhin fühlte sie sich nach dem Aufwachen nicht elendig. Der Krug des Katers war scheinbar an ihr vorbeigezogen. Es herrschte Stille, sowohl in der Kammer als auch vor der Tür. Nach beinahe vier Monaten an der Akademie wusste Elizabeth ziemlich gut, wie laut es draußen wurde, wenn es Zeit für den morgendlichen Appell in der Vorhalle der Akademie war. Dementsprechend entspannt behielt sie die Augen weiterhin geschlossen.

Zumindest, bis sich ein kräftiger Arm um ihre Hüfte legte. Erschrocken riss Elizabeth die Augen auf, starrte einige Sekunden in die Dunkelheit ihrer Kammer hinein. Mit tiefen Atemzügen versuchte sie sich durch den Nebel ihrer Erinnerungen zu kämpfen. War Madison nach der ungefähr achten Flasche zu viel einfach geblieben anstatt zu versuchen, in ihrem betrunkenen Zustand auch noch leise durch die Gänge der Akademie zu schlurfen?

So musste es gewesen sein. Allerdings erklärte es nicht, warum Elizabeth nicht einmal ihr Nachthemd trug. Oder dass Madisons Arm plötzlich gut doppelt so dick war.
Ruckartig stand die Akolythin aus dem Bett auf, nur um dabei zu bemerken, dass sie doch nicht so ganz unbeeinflusst vom Alkohol geblieben war. Im vollen Schwung fiel sie hin und blieb einige Sekunden benommen liegen.

"Möhhhhh..."

Elizabeth krabbelte daraufhin leise stöhnend und schwindelnd auf allen Vieren in Richtung Lichtschalter. Obwohl sie diesen normalerweise blind fand, brauchte sie dieses Mal ganze drei Anläufe um ihn zu betätigen. Mit leichtem Flackern sprang das schlechte Licht in ihrer Kammer an.

"Ach du Schei..."

Ungläubig starrte Elizabeth den grünen Twi'lek an, welcher herrlich unbeeindruckt von ihrem ungeschickten Aufstehen in ihrem Bett weiterschlief. Seine Lekku lagen ziemlich wild auf der Kopfseite des Bettes, den rechten hatte Elizabeth anscheinend unbewusst als Kissen missbraucht. Abgesehen von der dünnen Decke war der Twi'lek genau wie sie unbekleidet, was dunkle Ahnungen in der Menschenfrau aufkeimen ließ. Ungewisser Ekel übermannte sie bei tiefergehenden Gedanken, dieser wurde jedoch recht bald von einer weiteren Schwindelattacke abgelöst.

"Ouch... Ver...dammt..."

Mühsam tastete sich Elizabeth an der Wand hinauf auf die Füße. Sie konnte den Blick nicht von dem grünen Leib abwenden. Das war nicht Madison. Das war nicht einmal ein Akolyth. Das war ein x-beliebiger Sklave, der vergangene Nacht zur falschen Zeit an der falschen Kammer gewesen sein musste. Die Ungewissheit war grauenhaft, folternd. Ob sich der Twi'lek an etwas erinnern konnte? Sollte sie ihn wecken und fragen?

Irgendwie war Elizabeth dieser Gedanke nicht geheuer. Ob sich der Sklave erinnerte oder nicht spielte keine Rolle, in beiden Fällen würde sie auf ewig ihr Gesicht verlieren wenn diese Sache herauskam. Und sie wusste nur zu gut was mit solchen Akolythen geschah. Der letzte, der sich hatte gehen lassen, endete als Futter für den Bestienmeister der Akademie. So etwas hielt die Disziplin aufrecht.

Eines war der Akolythin trotz des nur langsam abklingenden Schwindels klar. Es war ein Risiko, sich in irgendeiner Form darauf zu verlassen, dass der Twi'lek nichts preisgab. Die sicherste Methode war also, ihn als Faktor zu entfernen. Das klang absolut logisch in ihrem Kopf.

Elizabeth stützte sich sicherheitshalber mit einer Hand an der Wand ab, während sie zu dem Spind schlich, der ihre Sachen beherbergte. Anstatt sich jedoch um die abgetragene schwarze Robe zu scheren, zog sie die Vibroklinge hervor, verlor sie in einem weiteren Schwindelanfall beinahe aus den Händen. Ihre Beine fühlten sich wie Pudding an, ihr Kopf im Gegensatz dazu wie eine schwere Bleikugel. Angestrengt von beidem arbeitete sie sich Schritt für Schritt zurück zum Bett vor, hob die Vibroklinge über dem grünen Leib an.

Augenblick... Blut.

Wenn sie die ganze Kammer einsaute wäre das nicht viel weniger verräterisch. Eher würde es noch mehr Fragen aufwerfen. Von dem Gedanken ernüchtert ließ die Akolythin die Waffe sinken, lockerte den Griff ein wenig zu sehr, sodass die Klinge durchdringend klirrend auf den Boden fiel. Elizabeth erstarrte auf der Stelle, rührte sich zehn Sekunden lang um keinen Zentimeter und hielt die Luft an.

Schnarchen vom Twi'lek.

Mit einem erleichterten Seufzen sank die Akolythin aus ihrer steifen Haltung und rieb sich die pochenden Schläfen. Was sollte sie nur tun? Wie sollte sie diesen Mann in ihrem Bett nur loswerden, ohne dass irgendetwas auf sie zurückfallen konnte?

Ihr Blick fiel auf das Kissen, welches irgendwann während der Nacht vom Bett gefallen sein musste. Es folgte ein kleiner Geistesblitz, der wie ein schmerzhafter Stich durch Elizabeths Kopfs stieß.

Sie legte Hand an den Twi'lek an, drehte ihn flach auf den Rücken, um sich vorsichtig auf seinen Bauch zu setzen. Erst als sie saß bemerkte Elizabeth, wie abartig diese Haltung in ihrem unbekleideten Zustand eigentlich war. Als dann auch noch ein Rülpsen des Sklaven alkoholverseuchten Atem in ihre Richtung stieß war sie in Versuchung, ihm als Zugabe zur vergangenen Nacht direkt ins Gesicht zu brechen. Stattdessen griff sie sich das kratzige Kissen, atmete dreimal tief durch... und drückte es dem Twi'lek so fest sie nur konnte ins Gesicht.

Einige Augenblicke lang passierte gar nichts. Erst, als ihm die Luft ausging, erwachte der Sklave aus seinem komatösen Tiefschlaf, realisierte das unangenehm kratzende Gefühl auf seinem Gesicht und fing mit seiner Gegenwehr an. Elizabeth hatte Mühe den Druck aufrecht zu erhalten, und sich einigermaßen sicher auf dem grünen Oberkörper zu halten.

"Schhhh! Ganz ruhig!" murmelte sie beruhigend, als ob es in irgendeiner Form vertrauensweckend für den armen Kerl wäre.
"Mhhhhmpfmhmmmm!"

In seinem Winden gab der Sklave ihr eine klatschende Ohrfeige, welche sie beinahe vom Bett fallen ließ.

"Ruhig habe ich gesagt!" zischte die Akolythin daraufhin aggressiver.

Nach einer gefühlten Ewigkeit des Ringens wurden die Bewegungen des Twi'leks langsamer, müder, bis sie schließlich ganz erschlafften. Erleichtert seufzte Elizabeth, warf das Kissen zur Seite. Der Sklave hatte die Augen geschlossen, den Mund dafür ziemlich weit geöffnet. Eine gewisse Faszination keimte in der Menschenfrau auf, während sie den Mann ein wenig eingehender betrachtete, mit dem sie vielleicht unbewusst ihr erstes Mal gehabt hatte.

Die Faszination fand ihr grausames Ende, als sich ein letzter leiser Darmwind von dem Twi'lek befreite. Angewidert stand die Akolythin so schnell es eben sicher ging auf und huschte, nachdem sie sich vergewissert hatte, dass von dem Sklaven wirklich keinerlei Regung mehr ausging, wieder in Richtung Spind, um sich anzuziehen.






Zwei Minuten später öffnete die Menschenfrau die Schiebetür zu ihrer Kammer, lugte hinaus in den Gang hinein. Sie hatte in aller Eile ihre schwarze Robe übergeworfen. Wie geschätzt war es noch so früh, dass keine anderen Akolythen auf den Gängen waren. Ein kleines Zeitfenster, welches sie nutzen musste, ohne von einem der Wachen gefasst zu werden.

Elizabeth kehrte zum Bett zurück, packte nächstbesten Fußknöchel des Sklaven und zog ihn rumpelnd vom Bett, um ihn in den Gang hinaus zu schleifen, auf direktem Weg zum Müllschacht. Dabei brauchte sie beide Hände, um das doch merklich vorhandene Gewicht des Twi'lek ordentlich ziehen zu können. Ihr Herz raste in Anbetracht der Tatsache, dass jeden Moment einer der behelmten Wachen um die Ecke kommen und sie entdecken konnte. Möglichst leise ächzend und stöhnend bog sie ab, folgte dem folgenden Gang daraufhin bis zum Ende und fiel auf dem Weg zweimal beinahe aufgrund von weiterem Schwindel hin. Dieser wurde nur langsam besser, auch wenn Elizabeth nicht mehr das beständige Gefühl hatte, dass sich ihr Magen im nächsten Augenblick umdrehte.

Geschafft von der frühmorgendlichen Schlepperei hielt sie schließlich vor der Klappe des Müllschachts inne. Normalerweise schluckte er große Säcke an gesammelten Hinterlassenschaften, weshalb der Twi'lek ebenfalls locker hineinpassen würde. Elizabeth ging um den Sklaven herum, legte ihm die Arme unter die Schultern und hievte ihn mühsam hoch. Trotz des beinahe täglichen Schwertkampfstrainings war sie kein Kraftpaket wie Madison, sodass es ihr ziemliche Kraft abverlangte, den Körper zu hochzustemmen.

Angestrengt keuchend schob sie den Oberkörper des Sklavens in den Schacht, sodass er in einer knieenden Haltung schlaff in ihm hineinhing. In einem letzten Kraftakt schob Elizabeth den Twi'lek dann in Gänze hinein, bis der grüne Körper schließlich bereitwillig in den Schacht hineinrutschte. Rumpeln, entferntes Scheppern... Stille. Schwer atmend verblieb Elizabeth für ganze zwei Minuten vor dem Schacht, bis sie sich vollkommen sicher war, dass der Twi'lek keinen unvorhergesehenen Zwischenstopp gemacht hatte, indem er steckenblieb.

"Puh... Das ist ja nochmal gut gegangen."

Sie drehte sich um, wollte gerade in Richtung ihrer Kammer zurückgehen, als sie von dem breiten Grinsen von Madison aufgehalten wurde, welche sich mit vor der Brust verschränkten Armen hinter Elizabeth aufgebaut hatte. Wie lange sie schon dort stand und sie bei ihrer Entsorgung von Problemen beobachtete wollte Elizabeth gar nicht wissen.

"Jetzt schuldest du mir schon zwei große Gefallen." stellte die rothäutige Zabrak fest.
"Mad... Das ist nicht witzig..."
"Für dich vielleicht. Ich hingegen habe meinen Spaß."

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren ging Elizabeth an Madison vorbei. Sie hatte einiges aufzuräumen, bevor der Appell durch die Akademie hallte, und keine Zeit, um sich auch noch mit einer schadenfrohen Zabrak auseinanderzusetzen.

Beim zweiten Gedanken an diese hielt Elizabeth jedoch inne. Madison hatte gerade überhaupt nicht nach einer trunkenen Nacht ausgesehen. Mit zusammengezogenen Augenbrauen drehte sie sich um.
Madison war verschwunden. Ganz im Gegensatz zu den Kopfschmerzen, die sich mit einem weiteren Stich im Schädel der Menschenfrau bemerkbar machten.

Davon angetrieben beschloss Elizabeth, sich später mit ihrem Verdacht zu befassen, und setzte leise murrend ihren Rückweg fort.





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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Do 11 Jul - 18:06

Endlich ist dieses offene Geheimnis gelüftet! XD ich hab mich gekringelt vor lachen xD der arme Kerl q.q
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Do 11 Jul - 20:34

Also ich hab ja Mitleid mit Vhem.
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   So 14 Jul - 12:25

Der Abschnitt ist im wahrsten Sinne des Wortes urkomisch x3
Du hast es geschafft, die Mischung aus Komik und Mord so abzuwägen, das ich trotz des Toten mit einem dicken Grinsen bis zum Ende gelesen habe.
Es liest sich wirklich schön :> und ich bin weiter beeindruckt, welche erzählerischen Fortschritte du seit den ersten Texten machst. Dabei geht es mehr um Kleinigkeiten, die mir auffallen, wie z.B. das relativ selten zu lesende "sich". Bei meinen Texten, ich bin nach wie vor Anfänger, finde ich das kleine Wörtchen eher häufig, dabei ist es fast so ein Unding wie "man".

*Hut zieh und verneig* <(^,^)>
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   So 4 Aug - 15:25

2,5 Jahre später...



"Ihr zwei seid die beiden letzten Verbliebenen eurer Gruppe. Ich weiß, warum. Ihr auch."

Der Aufseher ging vor Elizabeth und Madison auf und ab. Seine gelben Sith-Augen wurden streng von den blutroten Tätowierungen um die Augenränder herum betont, das militärisch kurze Haar unterstrich den Eindruck nur noch. Er erstach die beiden Akolythen geradezu mit seinen Blicken, wie er es in den vergangenen Jahren immer getan hatte. Inzwischen löste dieser Blick in Elizabeth nicht einmal mehr ein Wimpernzucken aus. Sie sah ihn ausdruckslos an, verbarg dabei ihren aufsteigenden Eifer, ganz im Gegensatz zu ihrer vollsten Aufmerksamkeit. Nach den drei Jahren, die Elizabeth nun an der Akademie verbrachte, stand die letzte Prüfung endlich kurz bevor. Genau genommen begann sie in diesem Augenblick, in dem der Aufseher ihr und Madison die Instruktionen geben und beide Frauen damit entlassen würde.
Drei Jahre, die sich auf genau diesen Tag ausrichteten.

"Trotz all meiner Bemühungen habt ihr alle Aufgaben an dieser Akademie irgendwie gemeinsam bewältigt, was mich sowohl mit Abscheu als auch mit Neugier erfüllt."

Elizabeth konnte sich bei seinen Worten kaum ein Grinsen verkneifen, denn er hatte Recht. Sie und Madison hatten sich perfekt ergänzt, die Zabrak als geborene Kämpferin, die Menschenfrau als begabte Machtanwenderin und eifrige Studentin. In heimlicher Zusammenarbeit übertrafen sie die Erwartungen der Lehrmeister und bestanden jede Prüfung mit Bravour, allein aufgrund der Tatsache, dass sie sich gegenseitig im Training so weit gefördert hatten, dass sie den anderen Akolythen auch separat überlegen waren. Eine Win-Win Situation, aus der sie beide ihren Nutzen zogen. Deshalb standen sie nun im Büro des Aufsehers, und niemand anderes. Elizabeth musste nicht zur Seite sehen um zu wissen, dass auch Madison mit einem wissenden Grinsen kämpfte.

"Aber das ist jetzt vorbei. Nur eine von euch beiden kann mir das Herz des mutierten Drexl bringen, der gestern vom Bestienmeister ausgehungert in das Grab von Naga Sadow gescheucht wurde. Wer mir das Herz bringt, wird zum Sith ernannt."

Von einem Drexl hatte Elizabeth noch nie gehört, was wohl daran lag, dass sie sich in den Archiven vor allem über jene Bestien schlaugelesen hatte, die von Natur aus von der dunklen Seite berührt waren. Dass dieses Exemplar mutiert sein sollte wies allerdings darauf hin, dass sich an dieser Berührung im Nachhinein nicht viel geändert haben konnte, wenn auch auf Zwang. Vor zwei Jahren hätten ihre Gedanken sich in Anbetracht der unbekannten Gefahr überschlagen und in Furcht gestürzt. Inzwischen ging Elizabeth jedoch wesentlich kontrollierter an die Aufgabe heran, wodurch die Furcht vor dem Unbekannten in den Hintergrund geriet und der Aufregung in Anbetracht der Herausforderung Platz machte.

"Die Prüfung beginnt... jetzt. Geht ohne Umwege zum Grab, es ist euch verboten, mit irgendjemanden von der Akademie zu sprechen. Kommt erst zurück, wenn der Drexl tot ist. Sollte keine von euch innerhalb von 48 Stunden siegreich zurückkehren, habt ihr beide versagt."

Der Aufseher wies mit einer befehlenden Geste zur Tür. Sowohl Elizabeth als auch Madison setzten sich in Bewegung, verließen das Büro und wanderten durch die vertraut gewordenen, dunklen Gänge der Akademie. Drei Abbiegungen lang schwiegen sie beide und gingen damit stumm durch das bekannte Labyrinth. Madison brach schließlich als erste ihr Schweigen, als sie die Vorhalle der Akademie erreichten, wo das gewaltige Monument als Relikt an vergangene Zeiten erinnerte.

"Jetzt gilt's." murmelte die Zabrak mit einem immer breiter werdenden Grinsen. "Sobald wir im Grab sind war's das mit Freundschaft. Wie wär's mit einem kleinen Kuss, bevor eine von uns beiden das Zeitliche segnet?"

Elizabeth verzog bei den Worten keine Miene. Seit der Geschichte mit dem Twi'lek vor über zwei Jahren war sie in Bezug auf Madison stets nüchtern und auf der Hut geblieben. Und das, obwohl die Zabrak sie niemals wirklich betrogen oder gar verraten hatte. Eher im Gegenteil, sie nutzte jede Gelegenheit, um der Menschenfrau auf die Pelle zu rücken, ganz so, als wolle sie die Partnerschaft auf eine völlig neue Ebene heben.
Wenn da nicht stets dieses flaue Gefühl in Elizabeths Magengegend gewesen wäre, das sie davon abhielt, Vertrauen zu schöpfen, wäre Madison das vielleicht sogar irgendwann gelungen. Wer konnte das schon so genau sagen? Es spielte ohnehin keine Rolle mehr.

"Du würdest mir nur ein Messer zwischen die Rippen jagen." antwortete sie trocken, ehe sie beide die Akademie verließen und in die sengende Mittagssonne von Korriban hinaustraten. Die imperiale Ehrenwache war auf ihrem Posten, wie immer. Elizabeth konnte sich an keinen einzigen Moment erinnern, an dem diese Männer und Frauen nicht auf ihren fest zugewiesenen Positionen standen. Wegen der Helme waren die einzelnen Wachen auch kaum zu unterscheiden, was den lächerlichen Gedanken erlaubte, dass es nicht einmal Schichtwechsel gab.

"Dein Misstrauen verletzt mich. Wirklich." Das Grinsen auf Madisons Lippen bewies ihre Flunkerei. Elizabeth ignorierte sie.

Sand und Staub wirbelten in der trockenen Sonne mit jedem Schritt auf, den die beiden Akolythen auf dem Weg zum Grab von Naga Sadow aufsetzten. Das Grab lag der Akademie am nächsten, war deshalb allerdings nicht minder gefährlich. In den Kreisen der Akolythen wurde es sogar als eines der bedrohlichsten gehandelt, da in diesem Grab die meisten unentdeckten Kammern lagen, die jederzeit Unheil auf Pechvögel loslassen konnten.

Das Grab geriet ins Sichtfeld, und Elizabeth verspürte erste Anzeichen von Nervösität. Sie war schon oft auf sich allein gestellt gewesen, dieses Mal jedoch trat sie gegen eine Akolythin an, die sie aus unzähligen gemeinsamen Trainingsstunden bestens kannte. Das galt zwar auch umgekehrt, aber Madison würde sie bedauerlicherweise nicht unterschätzen. Eine Gewissheit, die Elizabeth ihren geliebtesten Vorteil raubte: Den Überraschungsmoment.

Beide Frauen hielten vor den Stufen an, die in das Grab hinein führten. Für einen Moment wusste Elizabeth nichts mit ihren Händen anzufangen, dann legte sie ihre linke einfach auf den Griff der Vibroklinge, die sich in ihrer Halterung am Gürtel befand. Heißer Wind zog auf, zerrte an der abgetragenen schwarzen Robe der Menschenfrau. Seit ihrer Ankunft an der Akademie trug sie diese Robe nun schon, was sich durchaus an ihrer Erscheinung bemerkbar machte. Der Saum war vollkommen zerfetzt, der Synthstoff ausgeblichen und von Dreck überzogen, der sich auch nach mehrmaliger Reinigung nicht mehr lösen wollte. An einigen Stellen gesellte sich auch getrocknetes Blut dazu. Neben anderen Akolythen sah Elizabeth in dieser Robe wie eine Vogelscheuche aus. Es hatte sie nie gestört.

"Das ist es." Madison sprach das Überdeutliche aus. Direkt hinter den Treppenstufen lag die erste Kreuzung, an welcher zwei Gänge in die Finsternis des Grabes abzweigten.
"Ja." antwortete Elizabeth leise, bemerkte dabei ihren trockenen Hals und befeuchtete angedeutet ihre Lippen.
"Gleichzeitig?" Die Zabrak sah ihre ehemalige Partnerin von der Seite an.
"Gleichzeitig."

Mit leisen Schritten stiegen die Akolythen die Treppenstufen hinab. Elizabeth sah Madison nicht an, wandte sich einfach nach links und ging in den Gang hinein. Der Blick der Zabrak folgte ihr, wie sie im Nacken spüren konnte, bis die Finsternis sie verschluckte. Sie nahm sich vor, erst nach drei Ecken einen Leuchtstab zu aktivieren, nur um sicherzugehen, dass Madison ihr nicht folgte. In ihr rang die Furcht mit der Aufregung, was sie dazu verleitete, den Griff um die Vibroklinge noch weiter zu festigen.

Das ist es. wiederholte Elizabeth Madisons Worte im Kopf.
Die Zeit der Partnerschaft war vorbei.
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BeitragThema: Re: [SWTOR] Vhem - Vindictus' Erbe   Heute um 11:43

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