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 [WoW] Raxelle - Ein tiefer Fall

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BeitragThema: [WoW] Raxelle - Ein tiefer Fall   So 20 Nov - 21:41

Knisternd stiegen Funken aus dem kleinen Lagerfeuer, welches der rastende Trupp Waldläufer im Silberwald entzündete. Sieben Personen waren es, um genau zu sein, welche sich um das Feuer versammelt hatten. Raxelle Schattenfeder, Kommandantin, hatte den Auftrag bekommen, einige Novizen mit sich zu nehmen, um sie weg von der Zivilisation zu trainieren. Eher gelangweilt hockte sie an einem wenige Meter entfernten Baum. In der einen Hand eine grosse Flasche Rum, die andere Hand ruhte auf dem weichen Fell ihres dösenden Begleiters, welcher sich neben ihr niederliess. Die sechs Novizen diskutierten heftigst, über ein paar Geschichten, welche sie wohl mal irgendwo aufgeschnappt hatten...

Ein junger Sin'dorei mit haselnussbraunem Haar behauptete, es gäbe einen Mann in den Wäldern Terokkars, welcher den grössten Fisch aller Zeiten beinahe geangelt hätte. Die Jüngste der Truppe, eine kleine, schüchterne Elfe mit rabenschwarzem Haar und aufmerksamem Blick, hörte ihm gebannt zu. Auch der Rest der Gruppe war sichtlich beeindruckt. Raxelle seufzte laut und versuchte den Novizen diese Märchen auszureden. „Unfug! Ihr habt doch keine Ahnung von der Welt!“
Der braunhaarige gab sich entsetzt. „Woher wollt Ihr das wissen? Vielleicht hat er ja wirklich den grössten Fisch der Welt gesehen!“ Raxelle brummte nur und setzte ihre Rumflasche zu einem grossen Schluck an.

Die Novizen plauderten heftigst weiter über irgendwelche Geschichten, bis eine wohl Raxelles Aufmerksamkeit bekam. „Ich habe gehört, dass Sylvanas Windläufer noch NIE einen Schuss verfehlt hat!“, erzählte ein eher unscheinbarer Novize mit wilder Haarmähne. Der Rest schaute ihn mit grossen Augen an. Raxelle lachte abschätzig auf. „Das ist unmöglich. Es gibt keinen Waldläufer auf dieser Welt, welcher noch nie verfehlt hat!“ Die Kommandantin war schon sichtlich betrunken. Lallend versuchte sie den Novizen klar zu machen, dass auch dies nur ein Märchen sei. „Könnt Ihr das beweisen?“, wollte der Strubbelkopf mit erhobener Braue wissen. Raxelle knurrte. Nach einer Weile gab sie von sich: „Natürlich! Ich werde es euch allen beweisen! Gleich morgen werde ich zu Windläufer gehen und sie zu einem Duell fordern! Wenn ich gewinne, nehme ich einen ihrer Pfeile als Beweis mit und zeige ihn euch!“ Die Novizen betrachteten ihre Lehrmeisterin skeptisch. „Als ob die Generälin ein Duell mit Euch annehmen würde...“, erwiderte der Strubbelkopf. Raxelle seufzte. „Ihr habt zwar gelernt in den Wäldern lautlos umherzuschleichen, jedoch wohl nicht was es heisst, ein ehrenvoller Waldläufer zu sein! Man lehnt keine Duelle ab! Nicht, wenn es ums Zielschiessen geht! Merkt euch dies! Und nun ab in die Zelte! Morgen Nachmittag gehts zurück nach Silbermond!“
Nach diesen Worten ging die Truppe in ihren Zelten schlafen...

Eine jedoch konnte nicht schlafen. Es war Raxelle. Nach einigen Stunden wach in ihrem Zelt, stand sie auf und und setzte sich vor die Glut des Lagerfeuers. Kurze Zeit später zog sie die Kapuze ihres Umhangs über den Kopf und machte sich auf den Weg in die Dunkelheit.

Der nächste Morgen kam schneller als gedacht. Die Novizen krochen schlaftrunken aus ihren Zelten. Von Schattenfeder fehlte jede Spur. Schulterzuckend räumten sie das Lager auf. „Das wird wohl einer ihrer seltsamen Prüfungen sein... Bestimmt wartet sie irgendwo im Wald auf uns und überfällt uns sobald wir vorbeireiten.“, verkündete der älteste der Novizen, welcher wohl bald seine Prüfung ablegen würde.

Als alles aufgeräumt und gepackt war, ritten die Novizen auf ihren Falkenschreitern los. Der Weg war lang, sie mussten die Pestländer durchkreuzen um Silbermond zu erreichen. Von ihrer Kommandantin fehlte jede Spur.

Es verging einige Zeit, als sie am Strassenrand ein Stück Stoff liegen sahen. Stoff? Nein.. Das war kein Stoff. Das waren eindeutig ein Umhang und eine Rüstung! Entgeistert standen die Novizen um das Häufchen Elend herum und schüttelten den Kopf.
Raxelle richtete sich ächzend auf. Von Kopf bis Fuss voll mit Dreck, rieb sie sich den Schädel. Der Kater von gestern machte sich wohl breit. „Was glotzt ihr so?! Los, los! Aufstellen!“, keifte sie. Verdattert stellten sich die Novizen in einer Reihe auf. Raxelle kämpfte sich auf die Beine. Sichtlich schlecht gelaunt betrachtete sie einen nach dem Andern. „Gut. Wir gehen nach Hause. Ich hab keine Lust mehr...“, murrte sie und pfiff ihren Falkenschreiter zu sich. Einer alten Frau mit Rückenschmerzen gleichend, zog sie sich auf den Vogel. Schweigend ritten die Novizen hinter ihrer Kommandantin her. Jeder wusste, was passieren würde, wenn einer von ihnen sie nun ansprechen würde. Also liessen sie es.

Einige Tage später. Raxelle stand wie gewohnt auf dem Übungsplatz und trichterte ihren Novizen absolute Disziplin ein. „Das kann doch nicht wahr sein! Ihr würdet noch nicht einmal einen Oger treffen, wenn er einen Meter von euch entfernt stünde!“, fluchte sie und setzte selber zu einem Schuss mit dem Bogen an, um zu demonstrieren wie man es richtig machen sollte.

Nach weiterem Gefluche über die Unfähigkeit mancher Novizen, vernahm Raxelle plötzlich ein Räuspern hinter sich. Mit gehobener Braue drehte sie sich um. „Anu belohre, Schattenfeder…“ Es war Halduron Wolkenglanz, General der Waldläufer. Ohne den Bogen wegzulegen antwortete sie gelassen: „Was gibts?“ Die Novizen starrten ihre Kommandantin mit grossen Augen an, salutierten dann ruckartig vor ihrem General. „Wir haben soeben ein Schreiben bekommen... Von Lady Sylvanas Windläufer... Was hat das zu bedeuten?“, mit deutlich erbostem Unterton wedelte der General mit einem Brief vor Raxelles Nase. Diese jedoch zuckte bloss mit den Schultern und spannte einen Pfeil auf ihre Sehne. „Hat unsere kleine Schnapsnase wieder etwas angestellt?“, erklang in spöttischem Ton hinter dem Waldläufergeneral. Vranesh, Champion der Blutritter. Ein Waldläuferhasser wie er im Buche steht. Spöttisch grinsend stand er nun neben dem Waldläufergeneral, hinter sich seine dümmlich lachenden Adepten. „Nichts, was Euch zu interessieren hat, Vranesh…“, mit diesen Worten liess sie den Pfeil von der Sehne schnellen. „Euer nichtsnutziger Vater würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste wie seine Erbin sich aufführt. Wenn man da überhaupt von Erbe reden kann.. Ein Stück Holz mit einem Faden dran kann ja nicht viel Wert haben.“ Die Adepten lachten spöttisch auf. Raxelle’s Gesicht färbte sich rot vor Wut. „IHR wisst GAR NICHTS über meinen Vater! Er war ein ehrenvoller Mann und ist im Kampf für sein Volk von uns gegangen!“, sichtlich musste sie sich beherrschen nicht völlig auszurasten. Halduron Wolkenglanz räusperte sich abermals und wedelte erneut mit dem Brief in der Luft. Raxelle riss das Papier an sich und zerfetzte es in tausend Teile. „Nicht einmal lesen kann das arme Ding… Briefe sind zum Lesen da, nicht zum Zerfetzen… Ihre Mutter hat es ihr wohl nie beigebracht!“, Vranesh lachte schallend auf. Raxelle riss den bereits neu bespannten Bogen herum und liess den Pfeil von der Sehne schnellen. Ihr Ziel? Der nun am Boden liegende und schreiende Vranesh. Der Waldläufergeneral stand mit heruntergeklapptem Kiefer daneben und wusste nicht was er sagen sollte. Raxelle hingegen warf den Bogen zu Boden und stürzte sich auf den am Boden liegenden Blutritterchampion. Bevor sie diesen mit ihren Fäusten weiterbearbeiten konnte, stürzten sich auch schon die Adepten und Novizen auf die Kommandantin, rissen sie von Vranesh und drückten sie mit dem Gesicht zu Boden. Nach längerem Wehren wurde die Kommandantin schliesslich mit auf den Rücken gebundenen Armen abgeführt.

Es vergingen Stunden, bis sich die Blonde in ihrer feuchten Zelle im Blutrittersanktum beruhigt hatte. Wütend trat sie gegen die Gitter und gegen die miefende Matratze auf dem Boden, beschimpfte alles und Jeden. Was der Anlass zu einem solch erzürnenden Brief wohl war? Das wird Raxelle wohl ins Grab nehmen. Nie hatte sie darüber gesprochen. Jedoch erzählt man sich auf dem Übungsplatz der Waldläufer noch heute, wie Schattenfeder den Blutritterchampion von seinem hohen Ross geschossen hatte. Der Rang der Kommandantin wurde ihr entzogen. Sie verliess Silbermond, wollte nur noch allein sein. Ihr eigenes Volk spottet über sie. Zu rechtens, immerhin war sie nicht mehr als ein alkoholabhängiges, entstelltes Wrack. Der Wald war nun ihr zu Hause und der Alkohol mal wieder ihr bester Freund…
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