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 [WoW] Ennera/Zhynnios - Jäger der Alten Schule

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LeKüken
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BeitragThema: [WoW] Ennera/Zhynnios - Jäger der Alten Schule   Fr 21 Apr - 11:58

Während die Rabenwächter ihren Stützpunkt in den Verwüsteten Landen aufbauten…


Die Anhöhe überblickte einen Großteil des unfruchtbaren Landes. Man konnte das Dunkle Portal sehen, mit seinem finsteren, nimmermüden Schimmer. Das Tor in andere Welten, welches so viel Unheil über diese Welt gebracht hatte. Man konnte auch die Ruinen von Burg Nethergarde betrachten, die einst über ebenjenes Portal wachte. Ennera wusste nicht viel über den Konflikt mit der ‚Eisernen Horde‘, wie sie genannt worden war. Die Stützpunkte der Horde und Allianz in diesen Ländern waren danach allerdings zerstört, obwohl der mysteriöse Feind in seine eigene Welt zurückgedrängt werden konnte. Im Laufe der Zeit hörte Ennera immer mal wieder Gerüchte darüber, dass Streitkräfte von Azeroth sich zu dieser fremden Welt begeben hatten, um einen Krieg zu führen, der sie eigentlich gar nicht betraf.
Sie hatte diese Gerüchte für großen Unsinn befunden. Weder Allianz noch Horde waren närrisch genug, um Ressourcen derart zu verschwenden.

Richtung Norden deutete sich am Horizont eine grüne Hölle an. Die Sümpfe des Elends, nun stellvertretende Wächter über das Unheil der Verwüsteten Lande. Ohne Burg Nethergarde fiel es Steinard zu, den Pass zum öden Land zu bewachen. Doch in Anbetracht der natürlichen Gefahren im Sumpf, neben der Allianz, war der Orc-Stützpunkt heillos überbelastet. Es verwunderte Ennera nicht, dass Gorbok Blutfaust und seine Dämonenschar Zuflucht in den Sümpfen finden konnte, ohne dass es jemandem aufgefallen war.

Sie sah zu ihrem Begleiter, dem Netherdrachen Zhynnios. Er hatte sich neben ihr auf der Anhöhe niedergelassen und schien weniger am Ausblick interessiert. Ennera spürte, wie der Drache sie ansah, beinahe starrte.
„Du verachtest gewisse Rabenwächter dafür, Blutfaust entkommen haben zu lassen.“ stellte Zhynnios fest, nachdem sie beide seit der Landung auf der Anhöhe eine gefühlte Ewigkeit des Schweigens eingelegt hatten.
Ennera schnaubte: „Sollte ich nicht? Leute sind gestorben, darunter Alluvuris. Und dafür wurde nichts erreicht.“
„Er hätte es nicht anders gewollt.“

Die Illidari hätte Zorn empfinden können, oder Frustration. Allerdings war sie sich bewusst, dass der Netherdrache ihren Meister besser gekannt hatte als jedes andere Wesen. Dass sein Urteil vermutlich mehr Gewicht hatte als ihres. Das hinderte ihre Augenbraue nicht daran, sich skeptisch zu heben, als sie endlich den Blick des Drachen erwiderte auf ihre eigene, blinde Art.
„Ist das so?“
Zhynnios nickte, zumindest neigte sich sein großes Haupt entsprechend: „Es ist eben diese Naivität, die er geschworen hatte zu beschützen. Er wollte das tun, was andere nicht tun können. Wäre es also nicht vermessen zu glauben, dass die Rabenwächter zu solchen Opfern bereit sind?“
„Das glaube ich nicht. Wer kann so selbstsüchtig sein, dass er nicht alles gibt um seine Heimat zu schützen?“
Der Netherdrache leckte sich die Schnauze. „Die Rabenwächter leben, lieben, fühlen. Sie wollten ihre Freundin Lavyria Blutfeder nicht opfern. Du und Alluvuris, ihr habt euch von all diesen Dingen getrennt. Freunde, Liebe, Sicherheit… Ihr habt all das aufgegeben, um in solchen Situationen die richtige Entscheidung treffen zu können.“

Ennera verschränkte die Arme vor der Brust. Sie war nicht stolz genug, um die Wahrheit in Zhynnios‘ Worten zu übersehen. Trotzdem hatte sie keine Antwort darauf. Sie dachte an Kilreas und Seyca, Elfen, deren Tode sie sich vor fünf Minuten noch allzu lebhaft ausgemalt hatte. Nun, da ihr eine neue Perspektive auferlegt worden war, flaute der unbedingte Hass langsam ab und machte dabei einem unangenehmen Gefühl der Ohnmacht Platz.

„Ein Jäger der alten Schule.“ fuhr Zhynnios schließlich fort. „Er hatte immer die Hoffnung, dass du seinen Pfad erkennen und ihm folgen würdest.“
Schlagartig spitzte Ennera die Ohren. Sie hatte nie verstanden, weshalb Alluvuris ihr damals beim Fall des Schwarzen Tempels zur Flucht verholfen hatte. Auch Zhynnios hatte ihr all die Jahre keine Antwort darauf geben wollen und immer darauf verwiesen, dass ihr Meister erklären würde, wenn die Zeit gekommen war.
Doch Alluvuris war nun tot, und es gab sonst keinen, der die Wahrheit kannte. Ennera hatte eigentlich beschlossen, nicht danach zu fragen. Allerdings schien es dem Netherdrachen ein Anliegen zu sein, also lauschte sie.

Gemeinsam saßen sie noch für Stunden auf der Anhöhe, bis die Sonne sich dem Horizont zuneigte und die Zeit gekommen war, um die Rabenwache bei ihrer ersten Expedition in die Sümpfe zu begleiten.




„Der Schrecken der Legion ist wenigen Völkern so sehr bewusst wie den Nachtelfen. Im Krieg der Ahnen haben die Dämonen viele Narben hinterlassen, die noch heute wuchern. Damals gab es jene, die beschlossen, den Feind zu studieren und zu jagen, anstatt ihn zu fürchten. Sie wurden Dämonenjäger. Illidan Sturmgrimm mag der erste wirkliche Jäger gewesen sein, doch in seiner langen Gefangenschaft konnte er den Orden weder begründen, noch formen. Es waren Nachtelfen wie Alluvuris, die den Kodex beschlossen und sich einem Leben als Einzelgänger verschrieben.

Sie waren Beschützer. Wann immer der Feind aus dem Nether versuchte, nach Azeroth zu gelangen, waren sie zugegen und haben ihn wieder zurückgeschlagen. So verlangte es die Pflicht, die sie sich selbst auferlegt hatten. Eine Pflicht, die ihren Preis hatte. Um Dämonen bekämpfen zu können wie sie es taten, musste man wie ein Dämon denken. So wollten sie keinen Dank, keinen Respekt, keine Nähe. Denn all das hätte die Wacht gefährdet, sie davon abhalten können, das zu tun was notwendig war. Manch Jäger verbrachte Jahrhunderte in stiller Wacht, ohne Kontakt zu anderen Nachtelfen. Und es war gut so.

Dann, tausende Jahre später, kam Illidan Sturmgrimm frei.

Der erste und mächtigste Dämonenjäger folgte keinem Kodex außer seinem eigenen. Er beschützte, ja, aber das zum Preis seiner eigenen Seele und die Leben derer, die ihm folgten. Das Verhältnis zwischen ihm und den anderen Dämonenjägern war stets… schwierig. Doch das störte anfangs nicht, denn Einzelgänger kamen sich selten in die Quere, und man hatte schließlich einen gemeinsamen Feind.
So war es, bis Illidan begann, seine eigene Armee zu begründen. Er verpflichtete die Naga und begann später, eine neue Generation von Dämonenjägern auszubilden. Lehrlinge nach seinen Vorstellungen, mächtiger als Alluvuris und die anderen Jäger der alten Schule es waren. Aber auch ebenso skrupellos wie ihr Meister Illidan, willens, den Dämon in die eigene Seele führen. Unter diesen Lehrlingen warst du, Ennera.

Jahre vergingen, und das Echo der Legion wurde stärker. Die meisten Jäger der alten Schule, darunter auch Alluvuris, beobachteten die Ausbildung der Illidari mit Skepsis, hielten sich aber zurück. Andere, wie Altruis der Leider, gingen gegen Illidans Methoden vor. Am Ende waren es die Streitkräfte Shattraths, die den Schwarzen Tempel eroberten. Illidan Sturmgrimm fiel ein weiteres Mal seiner Arroganz zum Opfer, und mit ihm scheinbar die Illidari. Alluvuris war dort, als Beobachter, und fand dich vor den Wächterinnen. Er nahm sich deiner an in der Hoffnung, dass Illidans Lehren mit Hilfe des alten Kodex‘ gezügelt werden konnten.

Er war streng, denn du wurdest vom rücksichtslosesten – wenn auch erfolgreichsten – Dämonenjäger ausgebildet.
Er war ungnädig, denn als Illidari warst du dem Nether näher als jeder andere Jäger der alten Schule.
Er war entschlossen, denn er wusste, dass du das rechte Herz hast, um den Kodex weiterzuführen.

Nun liegt es an dir, den Pfad der Alten anzunehmen. Es ist kein leichter Weg. Er ist einsam und ohne viel Freude. Ein Jäger des Kodex‘ lässt sich nicht durch blinde Gefolgschaft irren. Er muss Illidan und seine Illidari nicht hassen, oder die Zusammenarbeit mit ihnen verweigern.
Aber er muss seinen eigenen Prinzipien treu bleiben und wissen, wann es Zeit ist… zu gehen.“



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