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 [WoW] Ayana - Von Illidari und Ungekrönten

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LeKüken
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BeitragThema: [WoW] Ayana - Von Illidari und Ungekrönten   Sa 15 Apr - 23:52

Dalaran, während die Rabenwächter sich in der Titanenstadt von Ulduar aufhalten…



“Miss Erah’nel! Euch haben wir schon lange nicht mehr gesehen.”
“Hallo Dex. Zu lange, wenn Ihr mich fragt.”

Der glatzköpfige Gnom mit dem Spitznamen ‘Dex’ kletterte mühselig auf den Thresen seines Tüftlerladens und reichte der eingetretenen Blutelfe die Hand. Sein breites Lächeln erreichte nicht die Augen, denn diese waren von einer übergroßen Brille bedeckt. Ayana Erah’nel wusste, dass diese Brillen das Sehvermögen des Gnoms verbesserten. Es gab das Gerücht, er würde dabei auch Kleiderschichten überwinden, aber diesen Munkeleien schenkte die Elfe keinen Glauben. Zumindest nicht völlig. Sie erwiderte sein Lächeln, drückte die Gnomenhand angemessen. Abgesehen von ihr und Dex befand sich niemand im Geschäft. Andernfalls wäre es nach Ayanas Einschätzung wohl auch etwas eng geworden. Es schien ihr, als wäre der Laden für Gnomenmaßstäbe eingerichtet.

“Konntest du denn mit meinen Plänen etwas anfangen?” kam sie direkt zur Sache, dabei den Wink des Gnoms in Richtung einer abenteuerlich aussehenden Kaffeemaschine mit einer freundlich ablehnenden Geste bedenkend.
“Jawohl, Miss! Allerdings gab es ein paar kleine Probleme, die ich glücklicherweise lösen konnte. Ich habe um den Lauf der Pistole einen Flansch angebracht, um dem vorzeitigen Austreten der Brennladung vorzubeugen und…”

Im Laufe der folgenden halben Stunde ließ sich Ayana all die kleinen Spielereien erklären, die Dex ihrer ursprünglichen Erfindung angehängt hatte. Er war ein genialer Kopf, der ihr technisches Verständnis bei weitem übertraf. Nicht zuletzt deshalb ließ sie jede ihrer Erfindungen zunächst von ihm prüfen, um kein Detail, keine Fehlerursache zu übersehen. Denn es ging darum, einen äußerst anspruchsvollen Kunden mit diesen Erfindungen zufrieden zu stellen.
Schließlich hielt sie ihre neuste Erfindung in der Hand. Eine Pistole, wie sie größer wohl kaum nicht sein könnte. Das Gewicht stellte selbst für Ayanas kräftigen Arm eine spürbare Belastung dar.

“Wenn Ihr abdrückt, wird ein kurzer Flammenstoß ausgelöst.” erklärte Dex, “Nach etwa drei Sekunden ist der Lauf jedoch geschmolzen, daher kann die Waffe nur einmal verwendet werden.”
“Das wird kein Problem sein. Aber ich brauche drei davon.” Ayana senkte die Pistole und sah wieder zu dem Gnom, der nicht schlecht überrascht dreinschaute.
“Drei? Ich will ja nicht wie ein Goblin klingen, aber das wird recht teuer, Miss Erah’nel.”
“Keine Sorge, wenn alles gut geht wird uns diese Erfindung in Mithril aufgewogen.”

Auf diese Worte hin dauerte es nicht lange, eine Vereinbarung zu treffen.

Als Ayana Dex’ Tüftlerladen verließ, war die Sonne bereits untergegangen. Die Straßen Dalarans leerten sich allmählich, sah man vom Wachpersonal ab, dessen Patrouillen sich seit dem letzten Angriff der Legion verdreifacht hatten. Nun, da sich der Krieg gegen die Dämonen auf die Verheerte Küste verschob, wurde sehr deutlich, dass Dalaran das attraktivste Ziel für die Invasoren darstellte. Umso wichtiger war der arkane Schild um die schwebende Stadt, der nur durch feindliche Infiltratoren ausgeschaltet werden konnte. Infiltratoren, die von den Patrouillen der Kirin Tor ständig aufgegriffen wurden.
Ayana hielt sich von den Hauptstraßen fern, wollte sie doch keiner Kontrolle in die Hände fallen. All der technische Schabernack in ihrem Besitz würde nur wieder einmal unnötige Fragen aufwerfen. Also blieb sie in den Gassen, wo es nur an jeder Ecke Laternen gab und ansonsten die Dunkelheit vorherrschte. Vereinzelt ging sie dabei an Hehlern und Prostituierten vorbei, die sie jedoch nicht aufhielten. Stattdessen beschlich sie das unangenehme Gefühl im Nacken, welches ihr in den letzten Jahrzehnten zahllose Dienste geleistet hatte. Das Gefühl, verfolgt zu werden.

Sie sah von ihrem ursprünglichen Plan ab, direkt in ihre Unterkunft zurückzukehren. Lieber nahm sie einen Umweg und überwand dabei die ein oder andere sich wiederholende Ecke. Doch das Gefühl schwand nicht, ganz gleich wie oft sie im Kreis ging. Also hielt Ayana auf die nächste Sackgasse zu. Sie beschleunigte ihren Gang, überwand die nächste Gabelung in das angepeilte Straßenende. Ein sicherer Griff in ihren Umhang zog eine wesentlich kleinere und einfacher zu haltende Pistole als jene hervor, die Dex ihr vorhin noch gezeigt hatte. Sie zog das Schloss nach hinten, hob die Waffe an und richtete sie auf den Punkt, wo ihr Verfolger sogleich die Ecke überwinden musste.
Doch es kam niemand. Stattdessen erschrak Ayana, als sie auf einmal eine Stimme hinter ihrer Schulter hörte.

“Ihr solltet nicht hier sein.”

Vor Schreck löste Ayana die Pistole aus. Der Schuss knallte ohrenbetäubend und jagte ein Loch in die gegenüberliegende Gassenwand. Ihr Arm trug den vollen Rückstoß  und war dementsprechend augenblicklich taub. Kaum eine Sekunde später spürte sie eine Umarmung von hinten, und wie sie von den Füßen gehoben wurde. Sie wand sich erfolglos gegen den Griff, der sie erst wieder entließ, als sie auf einem nahen Dach landete. Sofort warf sie die Pistole von sich und griff stattdessen mit der nicht betäubten Hand nach dem Messer, welches sie ebenfalls in ihrem Umhang versteckt hielt. Doch die Gestalt, welche sie zum Dach hinaufgetragen hatte, trat bereits mit erhobenen Händen zurück.
Eine Blutelfe, wie Ayana kurz darauf feststellte. Mehr noch, eine Illidari. Die Augenbinde passte, genauso wie die spiralförmigen Hörner.

“Ich will Euch nichts tun.” versicherte die Dämonenjägerin.
“Ein merkwürdiger Weg, das zu zeigen.” murmelte Ayana und richtete sich vorsichtig auf. Das Dach, auf dem sie mit der Jägerin stand, befand sich zwei Straßen jenseits der Sackgasse, in welcher sie den Schuss aus Versehen gelöst hatte. Sie konnte bereits die nahenden Wächter der Kirin Tor hören. Scheinbar hatte ihr die Jägerin mit dem kurzen Flugmanöver einigen Erklärungsbedarf erspart.
Was sie unweigerlich zu dem Gedanken brachte, wie diese Illidari denn fliegen konnte, so ganz ohne Flügel. Doch sie stellte diese Frage nicht.
“Wer seid Ihr?”  fragte sie stattdessen.
“Ich bin Ennera, von den Illidari. Ihr seid Ayana Erah’nel, die Assistentin von Valendrion Sturmsonne.”
Ayana verengte ihre Augen. Das Messer in ihrer Hand hatte sie noch nicht vergessen. “Woher wisst Ihr das?”
“Ich bin eine gute Beobachterin.”
“Ah, das beruhigt mich jetzt.”

Die Illidari, die sich Ennera nannte, ging auf Ayanas offensichtlichen Sarkasmus nicht ein.
“Weiß Valendrion, dass Ihr eine Tüftlerin der Ungekrönten seid?”
“Nein, das solltet Ihr auch nicht wissen.”
“Nehmt mein Wissen als Rat, zukünftig nicht immer dasselbe Käsegeschäft wie alle anderen geheimnisvollen Gestalten zu besuchen.”

Ayana fluchte innerlich und versuchte, sich den Ärger nicht allzu sehr anmerken zu lassen. Sie hätte wissen müssen, dass ihr irgendjemand auf die Schliche kommen konnte, wenn sie immer denselben Zugang zum Versteck der Ungekrönten nutzte. ‘Was sollte schon passieren?’ hatte sie sich gesagt und damit entschuldigt, dass sie eine ungesunde Leidenschaft für Käse besaß.

“Was wird das also jetzt?” fragte sie und behielt noch immer das Messer in ihrer rechten Hand. “Eine Erpressung?”
Die Illidari schüttelte den Kopf: “Valendrion ist ein gemeinsamer Freund, und er wird jede Unterstützung brauchen, die er bekommen kann. Ich will Euch bitten, zu ihm zu stoßen.”

Nachdem die Dämonenjägerin die Lage vollständig geschildert hatte, war Ayana klar, dass sie die Bitte nicht abschlagen konnte.
“Schon gut, schon gut. Ich werde gehen.” bestätigte sie.
Ennera neigte ihr Haupt. “Danke. Seht davon ab, den Rabenwächtern von meiner Rolle zu erzählen. Es ist wichtig, dass ich unentdeckt bleibe, solange es möglich ist.”
“Wie Ihr wollt.”

Die Dämonenjägerin wandte sich von ihr ab und machte sich daran, vom Dach zu springen. Die Fallhöhe reichte vollkommen aus, um sich beide Beine zu brechen. Ayana vermutete einfach, dass die Illidari Wege hatten, um solchen Dingen vorzubeugen.
“Ich sehe Euch dann dort.” Mit diesen Worten war die Jägerin verschwunden.

Ayana stand noch einen Moment dort auf dem Dach und sah ihr nach. Dann blinzelte sie.
“Hey! Wie soll ich denn hier jetzt runterkommen?!”
Keine Antwort.
“… Na toll.”

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