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 [WoW] Interludium - Die Finsterhand

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LeKüken
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BeitragThema: [WoW] Interludium - Die Finsterhand   Mo 14 Nov - 12:50

Verärgert war sie, die dicke Staubschicht des Grabes, die von unliebsamen Schritten aufgewühlt wurde. Im Schein einer hungrigen Fackel offenbarten sich längst vergessene Gebeine, offen niedergelegt in die Grabstätten in den Wänden. Manche waren zerwühlt, keinesfalls mehr so angeordnet wie unter Fleisch und Knochen. Das Werk von Grabräubern, an deren Namen sich ebenfalls niemand mehr erinnerte. Zumindest spielten sie für die beiden neuen Besucher des Grabes keine Rolle mehr. Zwei Verlassene. Einer von ihnen mit der Fackel bewaffnet, gekleidet in eine nachlässig angelegte Robe, wie sie die Priester des Vergessenen Schattens tragen. Ein dicker Schal verhüllte einen Großteil seines Gesichts, bis hinauf zu den gelblich glimmenden Augen, welche die Grabkammer kritisch begutachteten.
In seiner Begleitung: Eine Dunkle Waldläuferin. Eindeutig erkennbar an den spitzen Ohren, die aus ihrer schwarzen Kapuze herausragten. Sie hielt sich stets einen Schritt zurück, als wollte sie die Inspektion ihres Begleiters nicht stören.

Von wurde dünner Schnee auf die Stufen des Grabes geweht. Kühle Luft drang in das bislang stickig zurückgebliebene Grab hinein. Keiner der beiden Verlassenen zitterte auch nur ansatzweise, während sie die erste Kammer durchwanderten. Geführt vom Schein der Fackel fanden sie einen weiteren Treppengang, der tiefer in das Grab hinein führte. Weitere Kammern. Weitere Gebeine, einzig unterbrochen von so manchem Getier, das in dieser Umgebung Schutz vor der Witterung suchte.
Schließlich hielt der führende Verlassene vor einer Sackgasse an und beleuchtete die steinerne Wand mit seiner Fackel. Die freie Hand tastete über die Steinblöcke, suchte nach etwas.

“Sie sahen sich nun schon zwei Mal Blutfaust gegenüber.” begann die Dunkle Waldläuferin ohne Kontext und mit krächzend-schwacher Stimme.
Der Verlassene mit Schal gab ein finsteres Seufzen von sich, das eindeutig fehlende Geduld entlud: “Und?”
“Sie sind noch am Leben.”
“Mein Beileid.”

Ein Moment des Schweigens. Die knochige Hand des Fackelbewehrten hielt inne, untersuchte einen Wandblock etwas genauer. Kopfschütteln, ehe sie weitersuchte. Stellenweise schabten die dünnen Finger an dem Stein, als würden sie etwas offenbaren wollen.

“Demour vertraut auf sie.” fuhr die Dunkle Waldläuferin fort.
Ein amüsiertes Lachen folgte zur Antwort: “Ist das wirklich Euer Argument, Nathleen? Ein Narr, der sich von einer Seherkugel verdrehen ließ?”
“Ein Narr, der mehr wusste als wir.”
“Und trotzdem ein Narr.”

Der nächste Stein erwies sich als Schlüssel, als der Schaltragende Druck auf ihn ausübte. Die Wandblöcke setzten sich mit ihrem ureigenen Stöhnen und Ächzen in Bewegung, ordneten sich neu an, um eine Passage in weitere Untiefen freizugeben. Fremdartige Schatten säumten diesen neuen Pfad, lebendig und mit kleinen Fäden nach den beiden Ruhestörern ausgreifend. Der Verlassene wirkte höchstzufrieden mit seinem Fund, während die Waldläuferin das Geschehen unbeteiligt beobachtete.

“Endlich!” stieß der Schaltragende aus.
Keine Antwort von der Waldläuferin.

Gerade wollte der Priester weiter vorangehen, da überlegte er es sich scheinbar anders. Er wandte sich seiner Begleiterin zu und drückte ihr die Fackel in die Hand. Fern des Feuerscheins waren die Schatten der neuen Passage noch immer deutlich sichtbar, ein wesentlich dunklerer Fleck in der Finsternis.

Im Gegensatz zur anfänglich geführten Frustration kamen die nächsten Worte des Schaltragenden geradezu amüsiert daher: “Wenn diese Rabenwächter unbedingt Krieg spielen wollen, dann gliedert sie ins Militär ein. Auf Eure Verantwortung. Ihr werdet nicht anfangen, Eure Waldläuferinnen an irgendwelche ‘Milizen’ zu verschwenden, oder wie auch immer sich diese Möchtegernhelden nennen.”
Die Waldläuferin nickte ab: “Und Demour?”
Da war es wieder, das Seufzen: “Auf Eure Verantwortung. Und nun bewacht den Eingang des Grabes, bis ich hier fertig bin.”
“Wie Ihr wünscht.”

Der Priester stieg hinab in die bestechende Dunkelheit und wurde innerhalb weniger Augenblicke von ihr verschlungen. Seine Gestalt verschwand, und mit ihr seine Schritte, sein Gemurmel, alles. Nathleen blieb in der Kammer zurück, betrachtete die finstere Passage noch einen Moment lang, ehe der Gehorsam sie zurück in die erste Kammer trieb.


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