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 [WoW] Mahak und Rank - Kurzgeschichten

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LeKüken
Admin


Anzahl der Beiträge : 882
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BeitragThema: [WoW] Mahak und Rank - Kurzgeschichten   So 20 Nov - 21:38

Ich habe mich nun entschlossen die wenigen literarischen Kreationen, die meinem Kopf gelegentlich entspringen, hier in diesem Forum und in diesem Threat zu sammeln. Längst nicht können meine Werke an Länge und Qualität mit den euren mithalten, so hoffe ich jedoch, dass sie euch den einen oder anderen Nachmittag unterhalten können.

Die Werke drehen sich alle um den Charakter von Mahak und Rank. Die Charaktere die ansonst in den Geschichten involviert sind, sind zum größtenteil erfunden und haben keinen beabsichtigten Bezug auf Spieler bzw Spielercharaktere oder NPCs. ... oder eben schon *g*. Gelegentlich werde ich auch andere Twinks oder Geschichten verarbeiten, so wie sie tatsächlich passiert sind, welche es jedoch sein werden überlasse ich euch Wink

Die Geschichten sind in keinerlei Reihenfolge gegliedert, die Erste Geschichte kann genausogut vor der dritten, als auch nach der fünften passiert sein. Infos darüber erfährt ihr nur wenn ihr sie auch lest.

Geschichte I: Mahak - Ein bescheidener Tag
Geschichte II: Mahak - ..... wie Schall und Rauch
Geschichte III: Rank - Vom Löwen und der Maus
Geschichte IV: Mahak - Torlak und die Frostbeißer: Aufwärmphase

Viel Spaß,
der Teetroll

PS.: Rechtschreibfehler sind gewollt und dienen der allgemeinen Belustigung!




((Inspiriert wurde ich hierbei von Raxelles Geschichte "Aus den Erzählungen eines Novizen ..." . Gedacht war sie als Charakterbild von Mahak, geendet ist sie jedoch hier, als Kurzgeschichte über einen unglücklichen Elfen.))

Ein bescheidener Tag

Themedir Blutsporn war ein ehrenhafter Sin'Dorei, er war stets pünktlich, hielt sich an Vereinbarungen und erledigte seine Aufträge, ohne wenn und aber. Man könnte sagen die Arbeit einer käuflichen Klinge wäre eine dreckige Arbeit, bis jetzt konnte Themedir sein Leben in vollen Zügen genießen.

Heute jedoch schlich er durch die abendlichen Gassen Ogrimmars, was für seine Verhältnisse durchaus als dreckig galt. Es ging nicht um eine selbstverliebte Intrige oder ein politisches Machtspiel, nein, simple Eitelkeit führte ihn hier her.

Sein Opfer hatte es gewagt die Stimme gegen die Frau eines Adligen zu erheben. Der Erzählung der äußerst betroffenen Dame zufolge hatte er sie auch gefesselt und gewürzt, ehe sie entkommen konnte. Seine Nachforschungen zu den Gewohnheiten des Täters mochten nicht ganz mit der Geschichte der Ehefrau übereinstimmen, seinen Nachforschungen zufolge war die gute Frau aber auch eine Dirne aus Leidenschaft. Das Licht behüte ihn vor der moralischen Dummheit seinen Herren dies mitzuteilen. Viel eher würde er die Dame später noch einmal besuchen, Ritterlichkeit durfte ruhig doppelt entlohnt werden.

Die Sonne senkte sich und färbte das Tal in ein blutiges Rot, sein Opfer war noch immer nicht aufgetaucht, also entschloss er sich die zusammengestellte Akte noch einmal durch zu gehen.

Name: Mahak
Alter: ~ 23
Rasse: Troll
Haarfarbe: Orange
Herkunft: Vermutlich Sen'jin
Tätigkeit: Schamane, Heiler, Kräuterkundiger
Wohnort: Sen'jin, Ratschet (Labor)
Merkmale: Linkes Auge durch Glasauge ersetzt; Verbrennungsnarbe die sich über linke Brust, sowie Rücken und Arm erstreckt
Geschichte: Erstmals aufgetaucht kurz nach der Öffnung des dunklen Portals. Kämpfte an Seite der Horde und versorgte/pflegte die Verwundeten. Verlor zu der Zeit auch sein linkes Auge.
An keinen großen Ereignissen beteiligt.
Nach dem Überfall der Geißel mit der Horde gen Nordend gezogen. Abermals Tätigkeit als Heiler und Söldner im Dienste der Horde. Traf im Scholazarbecken auf den Gorloc Rank, welcher ihn seit her begleitet. Schloss sich kurz nach dem Kataklysmus einer Söldnertruppe an.

Themedir seufzte unzufrieden, das war eine erbärmliche Akte. Über den Troll gab es zu wenig, über seine Vergangenheit war kaum etwas bekannt, besser gesagt gar nichts. Es gab teilweise recht wilden Geschichten über den Troll, hauptsächlich über die Entstehung seiner Wunde. Doch hatte der Elf schon viel zu viele Gerüchte gehört um nicht das brauchbare vom unbrauchbaren trennen zu können.

Eine Bewegung ließ den schon leicht frustrierten Sin'Dorei aufschrecken. Die Tür des Geschäftes, welches er überwachte, wurde aufgestoßen. Gefolgt von einer dichten Rauchschwade schritt der gesuchte Troll in's Freie. Die Sonne war nun beinahe gänzlich verschwunden, doch das markante, orange Haar und der dünnere, mit Verbänden umhüllte Arm ließen kaum einen Zweifel übrig. Sein Opfer hatte sich gezeigt.

Ein älterer Orc verabschiedete den Troll noch, ehe er sich zurück in sein Geschäft zog. Gemächlich wanderte dieser davon, den Gorloc auf seiner Schulter sitzend.

Themedir huschte geübt von Schatten zu Schatten, es hatte einen Grund warum er in manchen Kreisen „Schattenläufer“ genannt wurde. Nicht das er sich viel auf das hochtrabende Geschwätz halb-intelligenter Adligen gab, doch tat es seinem Ego keinen Abbruch, es ab und an zu hören.

Er kam seinem Ziel etwas näher und musterte den Troll, das Vertrauen in seine Fähigkeiten hatte sich bis jetzt immer bewährt. Sein Opfer machte einen zufriedenen Eindruck. Der Geruch von Tabak und Kräutern haftete an ihm.

Der Troll hatte den größten Teil der Wunde unter Verbänden oder Kleidung versteckt. Er trug eine saubere, ärmellose Lederrüstung mit Verzierungen aus unterschiedlichen Materialien, darunter Knochen, Federn und Eisen. Trollische Masken schützten seine Schultern und über seinem linken Auge schien er eine Glaslinse, ein Monokel zu tragen.

Der Gorloc schien bei jeden Schritt des Trolles auf und ab zu hüpfen, doch blieb er wacker auf den Schultern sitzen. Er hatte nachtblaue Schuppen und trug eine Halskette aus Knochen, Federn und Edelsteinen.

Der Assassine entschloss sich dazu den Gorloc zu verkaufen, so ein Wesen würde sicher eine hübsche Summe einbringen und der Todeswunsch galt nur dem Troll.

Als würde das Licht selbst sein Vorhaben unterstützen, bog der Troll in den Durchgang zur Kluft der Schatten ein. Keine Seele würde sich wundern, fände man hier einen abgestochenen Troll. Mit einem kühnen Grinsen auf den Lippen zückte er seine Dolche und beschleunigte seine Schritte.

Der Troll würde nicht einmal merken was ihn getroffen hatte, ging es Blutsporn durch den Kopf als er um die Ecke bog. Gegen Abend war es hier so dunkel das selbst die Feuer den Durchgang nicht vollständig erhellen konnten, die Ursache war der Flammenschlund, in dem sich nach wie vor dämonischer Abschaum regte. Eine Szenerie wie sie in den Büchern stand.

Wenige Schritte vor ihm machte er die Gestalt des Trolles aus. Er war langsamer als der Elf. Themedir atmete nur noch flach, Schritt für Schritt positionierte er seine Füße präzise und lautlos.
Er konnte den Duft der Kräuter riechen, die Verzierungen der Rüstung sehen, das murmeln des Trolles vernehmen.

Er hatte sich so sehr auf das Töten des Trolles konzentriert, dass er beinahe das Gleichgewicht verloren hätte, als sein Bein am Boden festfror. Erschrocken, panisch gar, blickte er an sich hinab. Sein gesamtes rechtes Bein glich einer Eisskulptur. Sobald der Schmerz den Schock überwand, schienen eisige Lanzen in seinem Bein zu explodieren. Panisch hielt er sich das Bein und schaute sich um, in die grinsende Grimasse eines Trolles.

„Tut weh so'was, eh?“, die Stimme des Trolles war rau und erfüllt von Schadenfreude, sein Orcisch grauenhaft zu verstehen. „War nich' leicht da Geister dazu zu überred'n, aber 's war da Sache Wert, eh Rank?“ Mahak wandte sich zu den breit grinsenden Gorloc zu, welcher nur nickte.

Themedir konnte sich von seiner Überraschung kaum erholen, als ein Schlag sein Nasenbein brach. Von der Wucht mitgenommen flog der Elf nach hinten, das Eis brach und gab sein Bein frei, der Schmerz im Bein verschwand zumindest.

Der Troll deckte den Elfen mit Schlägen ein, Schlag folgte auf Schlag und der sonst so geschickte Elf konnte nicht anderes tun, als die Tortur über sich ergehen zu lassen.

„Eigentlich mach' mia das ja nich' so gerne, Heiler un' sowas.“, Nicht ein Fünkchen Wahrheit ließ das Grinsen des Trolles übrig. Themedir vernahm nichts außer den Schmerzen seines Gesichtes, so elend hatte er sich schon seit langem nicht mehr gefühlt. Als er versuchte sich aufzurichten trat der Troll ihm gegen die Seite und stemmte sein Bein gegen die Brust des Verwundeten.

„Habt Gnade“, entrang sich den geschwollenen und aufgeplatzten Lippen Themedirs. Aus zusammengekniffenen Augen konnte er den Troll sehen wie er ihn verwundert anstarrte.

„Iha Elfchen hört einfach nie zu! Hrmpf … wia spiel'n jetzt n' Spielchen, ja?“ Mahak holte begeistert eine Phiole aus der alten Umhängetasche und nahm einen der Dolche des Assassinen auf. „Mia wird jetzt da Inhalt von dieser Phiole üba da Dolch kipp'n. Bekommt dia zu viel ab, wirste 'ne Woche das Scheißhaus nich'mehr verlass'n können un' dann verreckste, kein schöna Tod.
Erwischt dia weniger wiad dia bis zu 'ner Woche am Scheißehaus sitz'n, aba zumindest überleb'n wirste, ja?!“

Themedir war sich sicher, selbst in seinem geschundenen Gesicht konnte man klar und deutlich das entsetzen sehen, dass ihn nun befiel. Ohne auf eine Antwort zu warten rammte ihn der Troll das Messer in das Bein. Mehr verkraftete der Elf nicht und er verlor nun endlich das Bewusstsein.

Als er wieder zu sich kam, konnte er das Drücken des Seiles gegen seine Brust spüren, das Murmeln der Leute hören und den Grund für das Ende seiner Karriere riechen...




((und gleich eine Kurzgeschichte hinterher, der Liedertext ist an die Lieder "Waldgespräch" und "Landstreicherballade" von den Streunern angelehnt. Viel Spaß beim Lesen))

..... wie Schall und Rauch

„Jedes Lebewesen besitzt 'nen Namen, 'nen Namen den ihm da Götta gegeb'n hab'n, 'nen Namen der von da Familie un' Freunden verliehen wurde, viele Namen d'e man sich erringen konnte. Doch was zählt 'n Name, wenn man sich seiner nich' gewahr is'?

Namen hab'n Bedeutung, hab'n Macht. Ohne diese Macht würde man in den Abgrund stürz'n. Zu viele plag'n sich mit dem Sinn des Lebens rum, wenn man ihnen noch ihr Sein nimmt, ihr'n Namen, was war dann noch übrig? Ohne Sinn. Ohne Sein.

Kann es überhaupt 'nen Sinn ohne Sein oder eben ein Sein ohne Sinn geb'n? Jedes Sein hat 'nen Sinn und jeder Sinn 'n Sein. War man sich nich' beider gewahr, so ändert sich nich's an da Tatsache, dass sie vorhand'n sin'. Verstehste?!“

Grolok schnaubte entnervt, dies sollte also sein gemütlicher Abend sein? Seine Freunde hatten ihn abgewiesen. Trotzdem bester Laune und höchst motiviert besuchte er die Kneipe im Tal der Ehre. Ein paar Grunzer hätte er wohl finden können zum zechen und es waren in der Tat genügend anwesend. Doch schien ihn der Wahnsinn geritten zu haben als er sich zu den Troll an den Tisch gesellte.

Er war kein unfreundlicher Orc, er ließ den Trunkenbold seine Philosophien erzählen. Hier und da quittierte er eine Meldung mit einem Murmeln oder Grunzen und sah sich weiter in der Taverne um. Alle Tische waren belegt, überall saßen Leute. Vom grölenden Orc an der Bar, dem lachenden Troll und dem verspotteten Tauren, das Beste vom Besten schien sich heute in der Taverne versammelt zu haben, um den Abend ausklingen zu lassen.

Der Tisch in der Ecke, wo ein paar Matrosen Karten spielten, erweckte sein Interesse. Schon lange war es her das er eine Runde Karten gespielt hatte, doch hatte er das Gefühl sein Glück würde ihn heute nicht in Stich lassen.

„... un' da dachte mia das es nich'ma' so wichtig is' wer man war un' was man getan hat. Sondern wer man sein un' was man ändern will, eh?“ Grolok seufzte erneut, mit einem Schluck leerte er seinen Bierkrug und stand auf. „Troll, es tut mir Leid aber deine Geschichten versauen mir den schönen...“. Ein lautes Krachen unterbrach den Orc, der vorhin noch lachende Troll wurde vom verdpotteten Tauren gepackt und einhändig aus der Taverne geworfen. Sehr zum Gefallen der angetrunkenen Gäste.

„Hah, ein guter Wurf!“, rief der stämmige Orc dem Tauren zu, was dieser mit einem zufriedenen Nicken quittierte. „Also mein Freund, ich werde dich un' deine Namen mal in Ruhe lassen und mir mal den Tisch dort anschauen.“ Der Orc deutete auf den Tisch mit den Kartenspielern und grunzte zufrieden.

„Alles kla' Mann, viel Glück!“, der Troll grinste ihn breit an und nahm einen tiefen Schluck aus seiner Flasche. Die Kaputze rutschte ein Stück zurück und Gorlok konnte einen raschen Blick auf den einäugigen Troll werfen, das Glasauge irritierte ihn zutiefst. Mit einem Nicken und einem eigenartigen Gefühl im Bauch verabschiedete er sich vom Troll und Schritt seinem Glück entgegen. Vorbei an leichten Mädchen und besoffenen Helden.

~

„Ha! Gewonnen!“, hörte man Gorlok aufschreien. Schon die siebente Runde hintereinander hatte er gewonnen. Ein Glück das kaum zu fassen war, was man seinen Mitspielern ansehen konnte. „Kein Trübsal blasen Leute“, der Orc sammelte seinen Gewinn ein und grinste erfreut über das ganze Geklimper. „Das nächste mal ist's anders 'rum. Wie heißt es so schön, 'Das Glück ist eine Dirne' nicht?“

Einige wenige Runden ging das Spiel noch weiter, mittlerweile hatte sich die Taverne geleert. Ein paar Betrunkene saßen oder schliefen an ihren Tischen. Eine kleine Gruppe an Orcs war noch nüchtern genug um sich leise zu unterhalten.

Als die letzte Runde gespielt war, das letzte Blatt gelegt und die letzte Münze eingesammelt wurde, war die Luft zum reißen gespannt. Man hätte sie vermutlich mit dem Messer schneiden konnte. In dieser Situation jedoch ein Messer zu ziehen, glich dem Versuch einem Rudel ausgehungerter Wölfe ein blutiges Steak zu stehlen.

Die Matrosen lehnten sich zurück und beobachteten Grolok dabei, wie er seinen Gewinn einstrich. Keiner sagte etwas, alle Augen starrten den glücklichen Orc und seine Beute an. „Nehmt es mir nich' übel Leute, es war eine tolle Runde und ein toller Abend, aber ich verabschiede mich nun. Die Getränke gehen auf mich!“ Grolok wollte sich gerade vom Tisch abwenden, als der größte Orc, wohl der Anführer, sich räusperte. Gelassen zündete er sich eine Zigarre an und musterte den glücklichen Gewinner eindringlich.

„War ein netter Abend“, der würzige Geruch von Tabak breitete sich schnell aus. „Wenn wir uns wiedersehen haste vielleicht nicht mehr so viel Glück, du weißt ja 'Das Glück is' eine Dirne'“ Mit einem Nicken gewährte der große Orc Gorlok den Abgang, dieser machte sich, leicht nervös, davon.

In Ogrimmar war es gespenstisch ruhig geworden und tiefe Nacht hatte die Stadt in Schatten gehüllt. Entlang den Straßen und Wällen sah man Feuerschalen brennen und gelegentlich ein paar Grunzer auf Patrouille. Es war weder kalt noch windig, schnell war dieses nervöse Gefühl, welches ihm den Magen verknotete, abgeschüttelt.

Grolok verließ auf direkten Weg das Tal der Ehre, das hübsche Sümmchen an seinem Gurt beunruhigte ihn kaum. Er vertraute den Wachen Ogrimmars, war er schließlich selber stolzes Mitglied eben jener.

Am Durchgang vom Tal zur Gasse hielt er inne um vor einem Freund mit seinem Gewinn zu prahlen und schon nach einer kurzen Weile machte er sich wieder auf dem Weg.

Er war noch nicht lange die Gasse entlang gegangen, als er jemanden singen hörte. „Es is' schon spät, es is' schon kalt, was schreitest du allein im Wald?“ Die Stimme kam ihm bekannt vor, doch zuordnen ließ sie sich nicht. „Es is' schon spät, es is' schon kalt, kommst nimmer mehr aus diesem Wald!“ Nervös wanderte seine Hand an den Knauf seines Dolches.

„Sie hatt'n sich n' Feuer angemacht ...“, Grolok war kein Feigling, aber er war auch nicht dumm.
Der stämmige Orc nahm seine Beine in die Hand und rannte. Ein Geschäft nach dem anderen ließ er hinter sich zurück, das Lied verklang. Weit und breit keine Seele zu sehen, erschöpft blieb er stehen und verschnaufte. Der Atem ging schwer, sein Verstand drängte ihm zum weiter rennen. Doch das einzige was er zustande brachte war ein lachen.

Er war auf einmal so erleichtert das er nicht anders konnte als lachen. Er freute sich des Abends, des Goldes und des Lebens. Als Grolok sich endlich wieder gesammelt hatte, streckte er sich durch und wollte weitergehen. Er hatte immerhin gute zwei Drittel der Gasse hinter sich gebracht. Das Tor zum Tal der Stärke würde bald in Sicht kommen.

Die Hoffnung auf ein wenig Beleuchtung und die Geselligkeit seiner Kollegen ließen ihn ruhig weitergehen. Er kam nicht weit. Aus dem Schatten zweier Geschäfte drangen mehrere bullige Gestalten und schnitten ihn dem Weg zurück. Sein Rückweg wurde ihm ebenfalls blockiert.

Die bullige Gestalt in der Mitte entzündete sich eine Zigarre, das Gesicht des großen Matrosen wurde für einen Augenblick sichtbar. „Weiste, das Glück is' eine Dirne, man weis nie wann sie einem 'nen Dolch in den Rücken rammt“. Der umzingelte Orc sah sich um. Seine Chancen fünf Matrosen auf einmal nieder zu ringen waren recht gering. Die Chancen die Sache zu überleben indem er ihnen einfach ihr Gold gab war noch geringer. Sie würden keine Zeugen brauchen.

„Na komm Kleiner, lass das Spielzeug stecken und gib uns deinen Goldbeutel, dann lassen wir dir zumindest dein Leben, versprochen!“ In dem Dunkel der Nacht konnte man kaum die Hand vor Augen sehen, Grolok war sich aber zu hundert Prozent sicher das der Anführer grinste.

„Natürlich, wir beide wissen das ihr mich so oder so umbringen müsst. Warum euch nicht einfach ein paar aufs Maul geben und gleich in den Kerker?!“ gab Grolok zurück. Das Knurren des Anführers war eindeutig.

Der erste Angriff kam von rechts, unbeholfen und mehr auf Kraft als Verstand aus, stürmte einer der Matrosen los. Gekonnt tauchte Grolok unter den Orc, rammte ihn seine Schulter in den Bauch und hob ihn über sich hinweg. Die Wucht reichte um ihn vor die Füße einer seiner Kameraden zu schicken, sodass dieser stolperte und hinfiel.

Er hatte nicht viel Zeit sich zu freuen, schon stürmten die nächsten auf ihn zu. Von links und rechts kamen die Hiebe. Jahrelanges Training und die Arbeit als Wache hatten dem Orc zu einem beträchtlichen Arsenal an Möglichkeiten verholfen den Hieben der beiden auszuweichen und sich gleichzeitig nicht in die Ecke drängen zu lassen.

Einen der Beiden streckte er mit einer guten altmodischen Kopfnuss nieder, der andere nahm rechtzeitig Abstand. Die Matrosen spielten auf Zeit, vier von ihnen standen, während sich der fünfte noch immer den Kopf hielt.

Es war nur eine Frage der Zeit bis Grolok einen Fehler machte. Wie die Geier hatten sie sich auf den Orc gestürzt und mit Tritten und Schlägen eingedeckt. Der Anführer der Matrosen zog an seiner Zigarre und betrachtete den geschundenen Orc, keinen Handgriff hatte er bis jetzt getätigt. Fest an den Händen gepackt hatte Grolok keine Chance auf Gegenwehr. Hasserfüllt sah er dem rauchenden Orc dabei zu wie er seine Münzen zählte.

„Nimm's nich' persönlich Kleiner. Ist rein geschäftlich, du verstehst?“, lachend gab er einem Matrosen ein Zeichen. Seine eigene Klinge wurde Grolok an den Hals gesetzt, als ein Lied erklang.

„Sie hatten sich n' Feuer angemacht un' weil grad wer vorüberkam, ihn umgebracht!“ Die Klinge stand still, niemand bewegte sich. Alle suchten sie die Nacht ab, wer sang da oder besser gesagt, wer hatte sie gesehen?

„Der rote Mond war auch dabei, und nahm ihn auf, den letzten Schrei!“ Der Orc der ihm die Klinge an den Hals hielt schrie auf. Zuckend ging er zu Boden, klirrend folgte ihm die Klinge.

„Das sin' die Dämonen, sie sind aus dem Flammenschlund gekommen um unsere Seelen zu fressen!“, schrie einer der Matrosen. Panisch rannten die Matrosen, ließen ihren Anführer und bewusstlosen Kameraden im Dunklen zurück, zusammen mit Grolok und den „Dämonen“.

Das es kein Dämon sein konnte war ihm als Mitglied der Wache bekannt, sie kamen nicht aus ihrem Flammenschlund heraus, dafür war gesorgt. Er war frei und das zählte, wem auch immer er dafür zu danken hatte, er würde diese Chance nützen.

Der geschundene Orc stand auf und stürmte auf den Anführer der Matrosen zu, welcher noch immer damit beschäftigt war die untreuen Feiglinge zu verfluchen. Groß war die Überraschung als der Orc umgeworfen wurde und Grolok ihn mit einem einfachen Schlag gegen die Schläfe außer Gefecht setzte.

Erschöpft sah sich der Orc um, noch immer regt sich nichts in der Dunkelheit. „Wer da?!“ rief er in die Nacht hinein. Niemand antwortete, doch aus der Ferne konnte man das Scheppern gepanzerter Stiefel, die sich im Laufschritt näherten, hören. „Das dia eines weiß mein Freund, das Glück mag 'ne Dirne sein, aber wennste nett zu ihr bist, is' s'e auch nett zu dia.“

Fackelschein erleuchtete die Nacht als die Wachen eintrafen und sich um den Orc und seine Angreifer kümmerten. Als er mit den Wachen gehen wollte und noch einen Blick zurück warf, wahr ihm als hätte er den betrunkenen Troll aus der Taverne gesehen.

Lachend und kopfschüttelnd wandte sich Grolok ab und konnte sein Glück nicht fassen. „Jetzt hätt' ich deinen Namen doch gebraucht ...“



Vom Löwen und der Maus

Einem Schatten gleich saß die Kreatur lauernd in einer Ecke. Es war ein heißer, sonniger Tag in Ogrimmar. Massen an Leuten füllten die Straße, der Geruch von Schweiß und eine erdrückende Hitze lagen in der Luft.

Einzig die Kluft der Schatten oder die geschützte Gasse gewährte einen gewissen Grad an Erleichterung. Wobei anzumerken war das Erstere nie bzw. kaum betreten wurde und die Gasse ohnehin immer gerammelt voll war.

Doch all dies interessierte die Kreatur nicht. Es war ihr gelungen dem wachsamen Auge ihres Beschützers und Wächters zu entkommen. Es hatte nicht lange gedauert und es fand sein Opfer. Ein Händler im Tal der Stärke. Köstlichste Fleischwaren bot er den vorbeiziehenden Passanten an, nichts ahnend, welch Horror der Tag für ihn bereithielt.

Es war soweit, der Händler wandte sich der anderen Seite des Standes zu, mit den Reflexen eines Tigers, Anmutig wie eine Antilope und schnell wie ein Gepard, katapultierte es sich auf den Stand. Flink schnappte das Wesen sich das größte Stück luftgetrockneten Schinkens das es finden konnte und machte sich davon. Für jemand seiner Größe keine leichte Aufgabe, doch war es schon ein gutes Stück davon gesaust ehe der Aufschrei des Händlers folgte.

Die Grunzer kamen dem Händler rasch zu Hilfe, schneller als erhofft. Doch das Glück war auf seiner Seite, die Stadt war voll, zu voll um einen luftgetrockneten Schinken auf zwei Beinen zu verfolgen!

~

Irgendwo am Rande des Tales der Stärke saß unterdessen Grunk. Grunk war definitiv kein normaler Orc, Grunk war gigantisch. Es war kein Vergleich ihn neben anderen Orcs zu stellen. Er sah schon auf den einen oder anderen Tauren herab. Gerüchten zufolge war er ein halber Oger, vielleicht auch ein viertel, es würde auch reichen.

Das einzige was Freund und Feind davon abhielt schreiend davonzulaufen oder im Dreck kriechend um Gnade zu flehen, war die Tatsache das Grunk nicht nur äußerst groß, sondern auch äußerst dämlich war. Böse Zungen behaupteten das sich sein Intelligenzdurchschnitt mit dem von Steinen messen konnte.

Trotz allem war Grunk ein friedliebender Riese, solang man ihm nichts anderes sagte. Heute jedoch konnte er sich nicht helfen, ihm tat sein Bein weh und er wusste nicht warum. Das gelegentliche aufbrüllen hatte seine Mitorcs verscheucht und so saß er nun allein an der Palme, welche dadruch an die Grenzen ihrer Haltbarkeit gebracht wurde.

Trotz des unergründlichen Schmerzes entging es dem Riesen nicht, wie ein Stück Schinken auf ihn zu gerannt kam und sich hinter seiner Palme versteckte. Verwundert betrachtete er die Palme, nicht viel später kamen Grunzer angerannt. Grunk kannte sie, sie waren nie nett zu ihm, schrien ihn immerzu an, sprachen böse über ihn.

„Grunk … Großer, hast du ein Stück Fleisch vorbei rennen sehen?“ der Grunzer gestikulierte wild und deutete die ungefähren Maße des laufenden Schinkens an. „Lass es Trach, wenn du die Palme fragst bekommst du eher eine Antwort!“. Lachend teilten sich die anderen Orcs auf, Trach stand noch vor Grunk und schien eine Antwort abzuwarten.

„Nö, Grunk nix geseh'n. Grunk tun Füße weh, sitzt schon da ganz'n Tag hia un' nix g'seh'n hat Grunk!“, innerlich grinste Grunk, endlich konnte er sich einmal rächen, wie schlau er doch war. „War so klar“, kam es zuerst genuschelt, dann aber lauter „Na dann viel Glück noch mit deinen Füßen Großer, ich bin mal weg!“

Als die Wache endlich außer Sichtweite war, wandte sich Grunk dem Baum zu. „Kannste raus kommen Futta, da Orcse sein Weg nun. Grunk hat alle weg geschickt!“ Mit der riesigen Pranke griff der Orc hinter die Palme und zog den wunderbar duftenden Schinken hervor.

Als der Schinken auf Augenhöhe hing, konnte der riesenhafte Orc in das wahre Gesicht des wandelnden Schinken sehen … und es hatte große Augen.

„Was bist 'n du füa ein komisches Frosch?!“, mit wenigen, aber kraftvollen Bewegungen schüttelte er das Froschwesen vom Schinken, sodass es in seiner Hand landete. Gurgelnd und tobend sprang es auf und ab, anscheinend wenig beeindruckt von der Größe seines Gegners.

Nachdem es sich eine Weile ausgetobt hatte beruhigte es sich und musterte Grunk. Es war dem Orc nicht wohl dabei, als ihn die riesigen Augen anstarrten. Mitlerweile erschloss es sich sogar ihm, dass dieses dunkelblaue, beschuppte Wesen kein Frosch sein konnte.

„Mia iss da Rank, Mitglied des Stammes der Orakel, Seher in Ausbildung und Begleiter des Schamanen Mahak!“, kam es dem Riesen entgegen. Die Sprache war ein Gemisch aus Gurgellauten und Orcisch und es dauerte eine Weile bis Grunk verstand, aber er verstand. „Dia is' also kein Frosch … vielleicht d'e Schinkenfee?!“

Nachdem sich Rank einige Minuten damit beschäftigte dem lernschwachen Orc beizubringen das er keine Schinkenfee war, konnte sich das Thema etwas wichtigeren zuwenden, dem Schinken. „Grunk helfen Rank, Rank helfen Grunk. Dann geben Grunk Ranks Schinken un' alles fein, ja?“, der Gorloc viel zurück in seine halbintelligente Sprachweise, welche Grunk viel besser verstehen konnte.

Rank hatte eigentlich kein Problem damit in recht passablen Orcisch zu reden, schon lange hatte er von dem Troll, mit dem er umherzog, alle Feinheiten der orcischen Sprache gelernt. Doch übernahm er nur all zu gerne die Philosophie des Trolles, sich dümmer zu stellen als man eigentlich war.

Zum einen brachte es ihm den einen „Knuddel-Bonus“ zum anderen wirkte man viel harmloser auf dieser Weise. Ein Vorteil wenn man dem durchschnittlichen Passanten nur bis zum Knie reichte.

Bei Grunk schien die Taktik aufzugehen, indem der kleine Gorloc seinen Sprachstil änderte und damit auch herunterschraubte, kam in dem Orc eine Gewisse Sympathie für das Froschwesen auf. „Gut kleines Frosch, Grunk tun den ganzen Tag schon da Fuß weh! Wenn dia heile mach'n, Grunk geben dia wieda Schinken!“. Rank grinste breit, sprang vom Handteller des Orcs herab und landete auf dem Bein.

Nach wenigen Minuten fand der Gorloc schon die Ursache des Schmerzes. Der Riese hatte sich einen Splitter eingezogen. Der Schätzung des Gorlocs nach, war es ein Wunder das der Orc nicht Amok lief. Der Holzsplitter war so breit wie die Klinge eines Schwertes und so lang wie Ranks halber Arm. Was nicht sehr lang war, für einen Splitter jedoch groß genug, um so manchen Fuß aufzuspießen.

Grunk schrie auf und zappelte wild herum als Rank den Splitter herausziehen wollte. „Hör auf, bösa Frosch tut Grunk weh!“, das Geschrei war vermutlich bis zu Garrosch selbst zu hören, jedoch hatte Rank in Moment weit wichtigere Probleme die seiner Aufmerksamkeit bedurften.

Zum Beispiel sich am Splitter festzukrallen um nicht in weiten Bogen davon zu fliegen. Nicht fliegende, weiche Objekte und Subjekte hatten für gewöhnlich die Angewohnheit sich in kleinere, unförmige Teile aufzuspalten, sollte es zu einem Aufprall aus größeren Höhen kommen. Ein Schicksal welches zu vermeiden galt.

Das Glück war dem Gorloc nicht hold, bei einem besonders wilden Schwung löste sich der Splitter. Holzstück und Froschwesen flogen in weiten Bogen und landeten auf einem Sonnenschutz. Mit angeschlagenem Gleichgewichtssinn rollte der Gorloc den Sonnenschutz herab und landete unsanft auf dem Boden. Nur wenige Zentimeter von ihm entfernt schlug der Holzsplitter auf.

Ein kleines Erdbeben wies auf die Ankunft des Riesen hin. Der benommene kleine Tropf eines Gorlocs konnte sich nicht einmal aufrichten, da hatten ihn die riesigen Pranken geschnappt und nah an das Gesicht des Orcs gehoben. „Dia stinkende kleine Made! Grunk werd'n dia zerquetsch'n!“

„Grunk, was soll das und woher hast du auf einmal den Schinken?!“ kam es von der Seite. Der erboste Orc blickte irritiert zu demjenigen der seinen Racheakt unterbrach. Trach und zwei weitere Grunzer waren gekommen um der Ursache für den Radau auf den Grund zu gehen.

„Dea Schink'n kam angerannt un' dea Frosch hat gesagt ea mach'n Grunks Fuß wieder heile! Dann er mach'n Fuß weh un' nu'…“, verwirrt blickte der Orc auf seinen Fuß hinab. Der Schmerz war verschwunden. „Frosch hat Fuß wieda gut gemacht!“, freudenstrahlend drückte er Rank an sich, sehr zum bedauern Ranks.

„Grunk hast du den Schinken gestohlen?!“, drohend kam der Orc näher, eine lächerliche Geste in Anbetracht der Größe Grunks. „Äh … welcha Schinken?“, so dezent wie es dem Riesen eben möglich war, machte er ein paar Schritt zurück und setzte sich auf besagtes Fleischstück. Rank konnte nur hoffen das der Schinken das überstehen würde.

„Grunk sei nicht dumm, gib den Schinken her und sag uns wo der Dieb ist!“. „Nein, Grunk nix g'seh'n un' nis g'hört!“ kam es der Wache wieder entgegen.

Es ging noch eine Stunde so weiter ehe die Wachen aufgaben und einen glücklichen Riesen sowie einen zweifelnden, jedoch zufriedenen Gorloc zurück ließen.

~

Bis spät Abends saßen die Beiden noch beisammen und aßen ihre Beute. Ein Anfall von Großmut, aber auch Ekel, verleitete den Gorloc dazu dem Orc die Hälfte des Schinkens zu überlassen. Es war erschreckend einfach für Grunk den Schinken zu teilen. Die Beiden verstanden sich gut, zwar waren die Unterhaltungsmöglichkeiten mit Grunk sehr eingeschränkt, nichts desto trotz schaffte es Rank eine angenehme Unterhaltung zu führen.

„Rank!“, die raue und leicht erbost klingende Stimme war dem Gorloc wohl bekannt. Das gab Ärger. „Den ganz'n verdammt'n Tag sucht mia dia schon! Mia weis das dia Langweilig is' wenn mia un' Zolok eine rauch'n, das issich aba noch kein Grund davon zu lauf'n!“.

Die Belehrung wäre wohl noch eine Weile weiter gegangen, wäre da nicht Grunk gewesen. „Doofer Troll lässt Rank in Ruh'!“, schrie der unwissende Riese als Mahak in seine Reichweite kam. Einer Fliege gleich wurde Mahak von den Füßen gefegt und gegen die nächste Steinwand geschleudert. Der Troll war wohl viel gewohnt, nicht jedoch dermaßen schnell und kräftig davon geschleudert zu werden.

Rank begann sich seine Chancen aus zurechnen, das würde sehr viel Ärger geben.



Ein kränkliches Husten war von der Seite zu hören, langsam blickte der Troll in die Richtung eben jenen Hustens. Einer der Orcs, vielleicht würde er es nicht mehr lange machen. Wind und Schnee wehten immer noch in die Höhle, in der sich der Trupp verkrochen hatte. Der Sturm war plötzlich aufgezogen, viel zu plötzlich um den Weg nach Agmars Hammer zu überleben. So hatten sie sich in einer Höhle verzogen um den Sturm abzuwarten, doch war dies mittlerweile gute zwei Tage her. Vielleicht auch mehr, vielleicht auch weniger, es viel Mahak mittlerweile schwer die vergangene Zeit abzuschätzen.

Um überhaupt etwas zu tun schob er sich zu dem Orc, vorbei an Elfen, Trollen und weiteren Orcs. Die Tauren waren in der Früh, so glaubte er zumindest, losgezogen um Hilfe zu holen, mit ihrem dicken Fell ging es ihnen in dem Wetter erheblich besser als den meisten anderen Hordenrassen. Ihm war nicht entgangen wie sich jede Rasse für sich anders mit den Umständen zurechtfand, die Elfen saßen Rücken an Rücken gemeinsam zugedeckt. Die Orcs und Trolle Gruppierten sich ebenfalls unter sich, nur wenige durchbrachen die Mauern aus Vorurteilen und Hass und gesellten sich selbst dann nur kurz zu dem anderen Grüppchen.

Mahak für sich saß alleine, schaute immer wieder zu den Grüppchen, versorgte mit dem wenigen was er hatte die schwächsten und zog sich dann wieder zurück. Einzig der Gruppenführer Torlak saß des öfteren bei Ihm, seiner Meinung nach war es besser wenn eine „Führungskraft“ ein wenig Abstand zu den einfachen Kämpfern wahrte. Er mochte zwar die Elfen genauso wenig wie es Mahak gern vorgab, doch konnte er es sich nicht leisten diesem unsinnigen Drang nachzugeben.

„Na, wird er durchalten“, kam es von Torlak als der Troll zurück Es war dem Orc anzuhören das ihm der Sturm genauso zusetzte, sie hatten kaum Verpflegung, Flüssigkeit bekamen sie indem sie Schnee schmolzen, abwechselnd einige der Elfen und Mahak. Selbst Waldläufer schienen ein wenig dieser unsseligen Magie zu beherrschen.

„Ja, alle werd'n noch ein wenig aushalt'n, aber auf da Dauer schaut es nich' gut aus, wenn wir nich' bald hier wegkommen werd'n w'a elendigst verrecken. Hab kaum noch Kräuter un' Salben.“, der Troll schüttelt den Kopf, ihm machte der Tod an sich nichts aus, doch hatte er sich zumindest einen etwas heroischeren oder zumindest kämpferischen Tod vorgestellt.

Diese Temperaturen schien selbst die gebundene, verdorbene Magie in seinem linken Arm zum schweigen zu bringen, statt dem ewig verzehrenden Brennen war es zu einem stetigen Schmerz zurück gegangen. Ein Schmerz der schon bald von der betäubenden Kälte verschlungen wurde, nicht das es einen sonderlichen Unterschied gemacht hätte.

„Weiste, wenn ich hier raus komm scheiß ich auf Nordend!“, Torlak grunzte zufrieden bei dem Gedanken. „Ich bin schon lang genug hier, habe lang genug gekämpft und überlebt. So ein Urlaub in der Heimat, zurück zu Frau und Kind ...“, er ließ den Satz unbeendet, er klang glücklich, friedvoll. Es wurde wieder still.

Besorgt sah der Troll zu dem Orc, er war etwas zusammengesunken und schien zu schlafen. Es dauerte einen Moment bis der Troll bemerkte das der Orc aufgehört hatte zu atmen.“Du verdammter Idiot!“, fluchend rappelte Mahak sich auf und begann an dem Orc zu rütteln, keine Regung. Der eine oder andere Kopf löse sich von dem wohl bekanntem Muster der Wand und betrachtete den Troll und den Gruppenführer. Es wurde resignierend angenommen das er abgetreten war, die Mühe des Trolls wurden als Unsinnig und Unnötig angesehen. Der Sturm hatte mittlerweile dem Überlebenswillen der Gruppe stark zugesetzt, nicht umsonst hieß es 'Die Stürme Nordends seien die Boten des Lichtkönigs selbst, mehr noch als die Geißel!'

Egal was der Troll machte, ob Schläge oder sein flehen an die Geister, der Orc wollte nicht mehr die Augen öffnen. Er schrie seinen Zorn hinaus, es konnte doch nicht sein das es nun vorbei sein sollte! Voller Wut schlug er auf den leblosen Orc ein, ohne seines Wissen hatten Luft- und Feuergeister ihm wohl etwas ihrer Kraft geliehen. Der elektrische Schock traf Troll und Orc gleichermaßen.
Es fehlte nicht viel und Mahak hätte dem Drang nachgegeben in die wohlige Umarmung der Ohnmacht zu versinken. Was ihn daran hinderte waren ein paar paar welterschütternde, orcisch originale Ohrfeigen!

„Du elendiger, trollischer Bastard bleibst gefälligst hier“, grollte Torlak. „Da macht man kurz die Augen zu und da will der Erste schon verrecken!“ Mahak war dermaßen verblüfft das er zuerst gar nicht realisierte was vor sich ging. Ihm war klar das er geschlagen wurde, er kannte auch die Stimme, doch der Zusammenhang fehlte komplett.

„Schau nicht so dämlich sonst fängst du noch ein paar!“, erschüttert von der Dreistigkeit des Orcs nickte Mahak und setzte sich wieder neben dem wieder erweckten Torlak. Noch immer kam kein Wort über seinen Lippen, der erste der loslachte war ein Troll, schon bald folgten Orcs und Elfen. Sehr zur Verwunderung der Gruppenführers, aber auch er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Es dauerte noch eine Weile bis sich alle wieder beruhigt hatten, aber der Verdruss schien die Höhle verlassen zu haben. Man begann sich Geschichten zu erzählen, von der Heimat, der Familie, Erlebnisse und Kämpfe. Kaum verwunderlich kamen die Dreckigsten natürlich von den Orcs, doch auch Trolle und Elfen ließen sich nicht lumpen und gaben ihre besten Geschichten von sich. So ging es den ganzen Abend bis in den Morgen hinein weiter.

~

Es war am Morgen des nächsten Tages als die Tauren mit Verstärkung zurück kehrten. Die Gruppe wurde vollzählig aus der Höhle geborgen und auf Wagen nach Agmars Hammer gebracht. Nachdem alle wieder auf den Beinen waren reisten sie Heimwärts, Elfen zurück nach Silbermond, Trolle und Orcs nach Durotar und die Tauren nach Mulgor.

Doch war dies nicht die letzte Geschichte von Torlaks Truppe, in einem Monat fanden alle wieder ihren Weg zurück nach Nordend um für Heim und Familie zu kämpfen. Torlak und seine „Frostbeißer“ sollten noch viele Untote zurück in die Gräber schicken und sich Ruhm und Ehre unter der Horde verdienen. Die Trupp wurde größer, doch zerfiel niemals ihre Einigkeit und der Respekt den sie sich in jenen Tagen angeeignet hatten.

Auch Mahak fand sich wieder in Nordend ein und begleitete den Haufen von Torlak, den „Frostbeißern“, auf ihren Abenteuern.

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[WoW] Mahak und Rank - Kurzgeschichten
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