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 [WoW] Melvelith/Faraan - Abreise

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LeKüken
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BeitragThema: [WoW] Melvelith/Faraan - Abreise   So 20 Nov - 21:34

Melvelith stand vor der Zimmertür in den Unterkünften der Seher.

Faraan Val'naar. Blutwächter

Sie hörte Poltergeräusche von innen. Und das ohne großartig zu lauschen. Die blasse Elfe zögerte, als wiedermals Stimmen in ihrem Kopf nachhallten.

Keine Freunde...
Monster...
Macht...
Sinn...

Eigentlich hätte sie erwartet dass die Stimmen mit dem abgeben der Schneide von N'Zoth aufhören würden, aber das hatten sie nicht getan. Eher das Gegenteil war eingetreten. Sie hatte das Gefühl die Stimmen würden sich immer tiefer in ihr Hirn fressen und dort die Erinnerungen durchwühlen. Mehrere Male schon hatten sich ihr so Visionen von längst vergangenen Ereignissen aufgezeigt.

Ein Ereignis was just in diesem Moment sein Comeback feierte.

Die Todesritterin taumelte, stürzte gegen die Zimmertür und fing wieder an schnell zu atmen. Ein Reflex den sie sich selbst im Tode nicht abgewöhnt hatte. Die Hand, die sie nicht an der Tür stützte, wurde zur Schläfe geführt. Dann kam die Vision auf.

Sie sah auf das Meer hinaus, soviel konnte sie mit dem verschwommenen Blick erkennen. Ihr Atem war zufrieden ruhig. Blonde Strähnen fuhren ihr ins Gesicht, die von zwei etwas kleineren Händen weggeführt wurden. Sie spürte ein Gewicht auf ihrem Schoß. Etwas leichteres Körpergewicht. Ihr Blick wurde schärfer.

Lilliandra sah ihr freundlich in die Augen.

Melvelith war stumme Zuschauerin hinter dem Blick. Sie war nicht Herrin des Körpers, durch dessen Augen sie sah. Dieser Körper sagte etwas, was sie nicht verstehen konnte. Doch sie spürte, wie sich etwas schweres neben ihm niedersetzte.

Der rothaarige Londarian.

"Lielan, hier bist du."

Der Blick wurde wieder auf Lilliandra zurückgeführt. Lange unbekannter Stolz erfüllte das Herz der alten Cheida in der Melvelith nun steckte als Gefangene in ihrer Vision. Dieser Stolz versetzte dem schwarzen Herz welches in der Todesritterin ruhte einen schmerzhaften Stich. Sie wurde daran erinnert wie wenig davon doch geblieben war. Anstatt sich jedoch mit diesem Thema das hundertste Mal auseinanderzusetzen horchte sie dem Herzen der Cheida, in der sie steckte.

Stolz. Das war ihre Tochter. Ein beinahe perfektes Ebenbild von ihr, sowohl körperlich als auch im Kopf. Das Herz wurde geradezu mit Liebe zu ihrer Tochter überschüttet, als diese ganz leise sprach.

"Eine Mama... Und ein Papa..."

Die Worte stachen nicht mehr nur zu. Sie spalteten das schwarze Herz Melveliths geradezu. Ein stummer Schrei kam ihr über die Lippen als die schmerzliche Erinnerung endlich endete. Innerhalb von Sekunden war sie wieder in ihrem vertrauten, todblassen Körper der sich gegen die Tür stützte. Sie stellte ihre schnelle Atmung ein.
Wie lange war sie weg gewesen?

Ihre Brust tat weh. Wenn auch nur noch ein wenig. Schmerz der verklingen würde, und rein auf geistlicher Ebene basierte.

Das war nicht gut, aber erträglich.

Gerade wollte sie sich von der stützenden Tür abstoßen als diese geöffnet wurde. Melvelith stolperte gegen die Brust des Mannes mit den feuerroten Haaren. Er fing sie, glücklicherweise. Seine Hände umfassten ihre Oberarme, und er sprach doch recht überrascht.

"Vorsicht Madame! Ihr..."

Sein Blick sank auf die weißen Ohren und das schwarze Haar herab, welches gegen seine Brust stieß.

"Oh... Du bist es. Noch mehr Fragen, damit auch jah keine Überraschung kommt?"

Melvelizh blinzelte mehrere Male. Er stieß sie nicht von sich, was ein großer Gewinn war in Anbetracht dessen dass sie sich noch nicht ganz zum stehen gefangen hatte. Erst mit seiner Führung kam sie wieder auf die eigenen Beine und zum schmatzen. Der Schleim war wieder bis zu den Lippen vorgedrungen.

"Grüße, Faraan. Nein, keine Fragen. Ich bin nur hier um..."

Der Rest des Satzes den sie sich zurechtgeleget hatte ging unter als sie das Chaos im Zimmer des Blutwächters sah. Er erinnerte drastisch an Lavyrias Schreibtisch. Dort lag ein Hemd, dort eine Hose, dort ein paar Plattenstiefel, dort... Das könnte sie ewig fortführen. So gesehen ähnelte das Zimmer eher einer Arena, die nur für einen Kampf freigegeben war.

Faraan Val'naar gegen seinen Reisekoffer.

"Ihr reist ab?"
"So der Plan. Ich hörte ich habe es euch zu verdanken dass Rena zu mir fand. Meinen Dank."

Diese Worte brachte er wohl nur auf Renas Anweisung heraus. Das sah Melvelith an seinem Gesicht. Doch dieses Detail störte sie nicht. Sie nickte und trat ungebeten in die "Arena" ein.

"Wie lange seid ihr schon am packen?"
"Puhhh... Zwei Stunden?"

Melvelith sah zum Koffer.

Er war leer.

Die Todesritterin schmatzte.

Dann machte sie sich daran den Koffer zu packen.

Faraan sah fragwürdig unschlüssig dabei zu. Schließlich brachte er es doch über sich einige Hemden zusammenzulegen und in den großen Koffer zu verfrachten. Die Hautarbeit leistete jedoch wirklich die blasse Elfe. Sicher eine Viertelstunde schwiegen beide dabei während der Koffer sich immer mehr füllte, das Zimmer jedoch nicht im Chaos abnahm. Schließlich brach Melvelith die Stille.

"Und wohin führt euch das Schicksal?"
"Rena und ich treffen uns in Silbermond."

Die Todesritterin hielt inne. Die letzte Erinnerung an die Diebin war keine gute. Fertig, irgendwie gebrochen im Sand liegend und freudlos. Von allen verlassen. Nun, außer natürlich ihr. Aber auch wenn sie naiv genug gewesen war ihr eine Hand zu reichen war sie nicht naiv genug zu denken dass sie jemals eine Bitte von Rena empfangen würde. Der verzweifelte Schrei der Diebin hallte in ihrem Kopf wieder.

"Ich rate davon ab."
"Wieso?"
"Entwicklungen."
"Reicht mir nicht als Antwort."

Melvelith überlegte kurz. Wie weit war es mit ihrem Feingefühl in solchen Belangen? Wie weit sollte sie gehen? Schließlich entschied sie sich für den perfekten Mittelweg.

"Sie war mit einem Schattenläufer zusammen der sie, so denke ich, etwas enttäuscht hat. Ich bezweifle dass sie das innerhalb eines Tages verarbeitet."

Gerade als sie gesprochen hatte wollte sich die Todesritterin vor die Stirn klatschen. Vielleicht brauchte sie bei so etwas doch noch etwas Übung. Doch anstatt ihren recht dummen Schritt allzu offensichtlich zu machen packte sie mehrere Hosen in den Koffer. Hinter ihr ertönte kein Mucks mehr. Glücklicherweise hielt sich ihre Neugier in Grenzen. Sie packte soviel ging in den Koffer und schloss diesen mit einigem Kraftaufwand. Die letzten Überreste im Zimmer waren einige weitere Hemden und eine Hose.

Der nächste der hier einziehen würde durfte sich also freuen.

Endlich wandte sie sich Faraan zu. Dieser hatte sich auf einen der beiden Stühle gesetzt die an einen kleinen Tisch gestellt waren. Er hatte eine Miene wie eingefroren als er auf seine Mundharmonika herabsah.

Mel schmatzte und setzte zum sprechen an.

"Hört, Faraan, ich denke..."
"Nein."

Der Blutwächter erhob sich und steckte seine Mundharmonika in den Umhang. Er sah zu seinem Koffer, dann zu Melvelith, dann zu den Überresten im Zimmer. Anscheinend kam er zum gleichen Schluss wie sie. Auch wenn sein Gesicht immer noch wie das einer Eisskulptur wirkte. Er nickte schlicht.

"Wenn das so ist, dann ist das so. Nicht jeder hält es acht Jahre lang alleine aus. Seid bedankt, Todesritterin."

Melvelith sah Faraan dabei zu, wie er den schweren Koffer anhob. Sie machte ihm Platz, als er zum Ausgang trat. Ohne sich umzudrehen verließ er sein Zimmer welches er sicher eine lange Zeit bewohnt hatte.

Sie schmatzte und sah sich um. Das Zimmer war wirklich für das nötigste da gewesen, das sah man sowohl an der Größe als auch an der Einrichtung. Langsam beschlich der drängende Gedanke die Todesritterin, dass der Blutwächter genau das ausgehalten hatte. Acht Jahre allein zu sein.

Nun trat auch sie aus dem Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Was mit einer netten Geste begonnen hatte war vielleicht in eine recht große Katastrophe gewachsen.

Ungerührt ob dieses Gedankens schmatzte Melvelith als sie ins Freie trat. Von Faraan war keine Spur mehr zu sehen.

"Klasse gemacht Mel. Das mit dem Feingefühl üben wir besser noch mal."

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BeitragThema: Re: Melvelith/Faraan - Abreise Di 7 Jun 2011 - 12:33
Melvelith war dem Blutwächter ab Silbermond wieder auf die Schliche gekommen. Offensichtlich hatte er die Nacht anders verbracht als sich wie angeplant abends mit Rena in der Stadt zu treffen.

"Gut gemacht, Mel. Jetzt hassen sie sich."

Doch etwas amüsiert schmatzte die Todesritterin als sie Faraan dabei beobachtete wie er bei seiner neuen Vorgesetzten vorstellig wurde. Das Amüsement nahm ab, dafür trat Verwirrung auf den Plan. Braune Haare, zum Knoten gesteckt. Schwarzrote Blutritterrüstung samt Wappenrock. Über dem rechten Auge ein Augenklappe. Violettes Schwert der Familie am Waffengürtel.

Lavyria Blutfeder.

Die beiden wechselten einige Worte während die blasse Elfe sich etwas abseits an die Wand lehnte und sie stumpf dabei beobachtete. Ihr Knubbel Willy lag dabei wieder dösend auf der Schulter.

Lavyria Blutfeder...

Sowohl einstige Freundin als auch Feindin. Streng lichtgläubig. Eigentlich in so ziemlich allen Dingen streng. Melvelith setzte gerade zum schmunzeln an, als sich ihr Kopf wieder drehte. Sie verlor sich in einem Wirbel aus Farben während vertraute Stimmen auf sie niederprasselten. Ihre Brust hob und senkte sich rasend schnell als sie versuchte einen klaren Gedanken zu fassen. Erfolglos.

"Du gehörst mir, Cheida."
"Du kommst diesen Baum niemals hoch!"
"Ich hasse dich, Mutter. Ich werde dich erlösen."
"Ich weiß noch damals... Als ich unter Ramstein dem Verschlinger gedient habe!"

Melvelith klatschte auf einen nassen Untergrund. Dem Gestank nach zu urteilen war sie in einer Höhle, in der vor allem eins existierte: Der Mist der Lebenden. Sie presste die Hände flach auf den Boden um ihren Körper hochzudrücken.

Sie sank wieder zurück als die Stimmen wieder anfingen.

"Alwaros ist tot."
"Noit nimmt dich in Besitz. Du musst das verhindern."
"Thellion..."

Die Todesritterin schnappte nach Luft. Sie spürte geradezu wie sich die Stimmen die sie vorher von der Schneide aus gequält hatten tiefer in ihr Hirn bohrten. Nach weiteren Erinnerungen suchten, die sie gegen ihr Gefängnis benutzen konnten. Ungewohnt mühsam stemmte sie sich nun doch auf die Knie und spürte nur noch einen Griff an ihren Haaren, der sie auf die Beine zog. Wieder die Stimmen.

"Ich werde in den Tod gehen.
"Vertrau mir, Cheida. Wir haben Shello überlebt, und überleben auch das."

Das Gefühl in ihrem Körper war sowieso eingeschränkt was durch den Untod verursacht wurde. Doch dieses Mal war es so einschneidend dass es sie beinahe schon schmerzte. Mit einem tauben Gefühl im Kopf und Körper spürte sie gerade noch wie sie ihre Runenklinge zog. Ihre Waffe schrie als sie mit einer anderen in Berührung kam. Zwei Schwerter klirrten aufeinander.

"Ich befreie dich aus dem Untod."

Ihre Arme führten die Klinge nach rechts. Wieder ein Klirren.

"Ich habe dich damals geachtet, weil du stark und stolz warst. Sieh was aus dir geworden ist."

Ein Tritt. Sie taumelte zurück.

"Ich werde wahnsinnig ohne dich."

Die flache Seite einer Klinge wurde gegen ihr Gesicht geschlagen. Sie stürzte zu Boden.

"Ich werde niemals wieder dienen!"

Ein Fuß landete auf Melveliths Rücken gerade als sie sich wieder wie von selbst erheben wollte. Es war als wäre sie die Marionette an den Fäden von jemand anderem. Doch diesmal wurde sie unten gehalten. Düsteres Lachen, dann die dunkle Stimme die sie niemals vergessen würde.

"Du hast es gesehen. Die Zweifel der Lebenden. Die Zweifel in dir selbst. Ihren Hass. Bald wirst du verstehen."

Auf einmal war die blasse Elfe wieder Herrin über ihren Körper. Sie sträubte sich und schrie wutentbrannt.
Dann bemerkte sie dass sie gegen die Wand in Silbermond taumelte an die sie sich gelehnt hatte. Ruhig wurde geschmatzt, dann sich umgesehen. Die Sonne stand noch genauso hell über Silbermond wie vor den Stimmen. Sie sah sich um.

Lavyria und Faraan waren sich gerade am verabschieden. Der Blutwächter ging die Straße entlang, die an ihrer Wand vorbeiführte.

Schnell sammelte sie ihre Gedanken. Es gab keine Zeit mehr zum verschwenden. Sie reckte ihren Kopf und erzeugte so ein übles Knacken. Die Visionen wurden immer realer, wenn es denn noch Visionen waren. Sie spürte immer noch den Nassen Boden an ihrer Wange. Just als Faraan sie passierte trat sie hervor.

"Blutwächter."

Er drehte sich zu ihr um, schien kurz verwirrt, dann aber gefasst wie immer.

"Melvelith. Ihr seid es."

Die Todesritterin nickte.

"Wie ich sehe seid ihr vorstellig geworden. Ihr wollt doch sicher etwas herumkommen wenn ihr schonmal in Azeroth seid."

Faraan überlegte nur kurz und nickte dann.

"Dann folgt mir, Faraan Val'naar. Ich zeige euch Dinge jenseits eurer Vorstellungskraft."

Die blasse Elfe ging voraus. Sie hörte seine schweren Schritte hinter sich. Ihre Gedanken beruhigten sich mit jedem Schritt den sie vorwärts tat. Nach nichtmal einer Minute war alles normal. Sie war dankbar darum.

Und sie war selber gespannt was sie Faraan zeigen würde.
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