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 [SWTOR] Nivon/Regor/Marielle - Das Ende des Alptraums

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LeKüken
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BeitragThema: [SWTOR] Nivon/Regor/Marielle - Das Ende des Alptraums   Sa 2 Feb - 17:36

Der folgende Text spielt am Anfang von Episode II, wo sich die Operationseinheit auf dem Heimatplaneten der Harvester aufhält um die letzten Reste ihrer Macht zu vernichten.
Während Vhem, ihre damalige Schülerin Leona, Megdana und Serenthar gegen einen längst vergessenen Leviathan von Sorzus Zyn antreten mussten machten sich die anwesenden NPCs auf den Weg, um den Fluchtweg sicherzustellen und Marielle vor einem verfolgenden Harvester zu retten.







Die Kom-Einheit in Nivons Ohr knackte unangenehm, brachte danach erst nichts außer ein undeutliches Rauschen heraus. Es brauchte ganze dreißig Sekunden bis der Abdruck der Chiss-Pilotin Lyth einigermaßen verständlich durchkam.

"Revenge an Rettungstrupp. Könnt ihr mich hören?"

Bevor die Miraluka irgendetwas tun konnte hatte der Mandalorianer zu ihrer Linken bereits die Hand an die Kom-Einheit gelegt und geantwortet.

"Laut und deutlich. Wir folgen der Spur."

Nivon strich über den durchtränkten grauen Mantel. Die gewaltigen Häuserschluchten des Heimatplaneten der Harvester waren nichts weiter als Schatten ihrer selbst, als würde man über ein totes Coruscant wandern. An vielen Stellen waren die Außenhäute der ehemals sicher imposanten Wolkenkratzer abgebrannt, sodass nur noch die Gerüste der Riesen zu sehen waren und dabei einen bedenklichen Eindruck von Einsturzgefahr vermittelten. Vom rot-schwarzen Himmel strömte blutiger Regen gen Boden, ersäufte die Straßenschluchten in gewaltigen Blutseen. Die Ex-Jedi schmeckte auch nichts anderes mehr als Blut auf ihrer Zunge.
Auf diesem Planeten waren schreckliche Dinge geschehen, vor langer langer Zeit. Wunden, die bis zum heutigen Tage nicht heilen wollten.

"Wir laufen zurück." stellte der Mandalorianer, Regor, fest während sie beide Seite an Seite durch die tote Straße gingen. Schon seit einer guten halben Stunde verfolgten sie ein gewaltiges Monstrum, welches Marielle verfolgte.

"Zurück wohin?"
"Zu diesem Park. Die Brecher und die Storm müssten dort immer noch stehen."

Nivon presste die schwarzen Lippen aufeinander. Sogar der Schleier vor ihren nicht vorhandenen Augen war von dem blutigen Regen besetzt und schwer geworden. Sie hob die rechte Hand an, drückte auf die Kom-Einheit in ihrem Ohr.

"Lyth, wie steht es um die Revenge?"

Darth Vhem hatte einen Hang für Wahnsinnspläne. Ob es nun Glück oder die geschickte Berechnung der Darth war vermochte keiner zu sagen, allerdings hatten diese Pläne letzten Endes meistens Erfolg. So hoffentlich auch dieses Mal. Getrennt hatten vier Schiffe den Heimatplaneten der Harvester angegriffen, wobei das Schiff in welchem die Schülerin der Darth mit ihr, Nivon, angekommen war völlig zerstört wurde. Darth Vhem selbst war mit ihrem Schiff, der Revenge, in einer der Straßenschluchten abgestürzt.
Wenn nun auch noch die beiden einzig verbliebenen intakten Schiffe, die Brecher von Lord Zaas und die Storm von Lord Serenthar zerstört wurden gäbe es unter Umständen keinen Weg mehr zurück.

Wieder kurzes Rauschen durch den Kom-Kanal, dann meldete sich Lyth undeutlich.

"Sie hat schwere Schäden davongetragen, aber ich glaube dass ich sie wieder funktionsfähig bekomme. Vorausgesetzt ich habe genug Zeit dafür."

Ein leichtes Beben unterstrich die Vermutung der Miraluka, dass diese Zeit zu einer sehr großen Wahrscheinlichkeit nicht gegeben war. Sie unterbrach die Verbindung und legte einen Laufschritt ein. Regor neben ihr stöhnte, holte dann jedoch recht schnell auf. Ohne die Macht war eine solch dicke Panzerung, wie sie der Mandalorianer trug, einfach unpraktisch.

Begleitet von einem düsteren Blitz hielten sie beide bei der nächsten Kreuzung inne. Tatsächlich fehlte lediglich ein typischer Staubballen um den Eindruck einer verstorbenen Stadt perfekt zu machen. Allerdings gab es nicht einmal das, es wäre wohl zu lebendig für diese Straßen.

"Haben Sie das gehört?" fragte Nivon, sah dabei durch ihre unsichtbaren Augen zu dem Mandalorianer. Sie sah nicht durch normale Augen, sie sah durch die Macht und nahm die Welt um sich darüber wahr. Auf dem Heimatplaneten der Harvester pulsierte die pure dunkle Seite, erzeugte einen dezenten Ekel bei der Ex-Jedi.

Wo Schatten existierte, da gab es normalerweise auch Licht. Dies war hier nicht der Fall.

"Was gehör- Woah!"

Die Schwingungen der dunklen Seite trübten Nivons Gespür der Macht so sehr, dass sie den nahenden Machtschub zu spät bemerkte und zusammen mit Regor quer durch die Straße geworfen wurde. Auf dem verwitterten Bürgersteg kamen sie beide zum liegen, rappelten sich so schnell es geht wieder auf die Füße auf. Bevor das Bewusstsein wieder zu voller Konzentration zurückfinden konnte brach ein gewaltiger Schatten aus dem Boden aus, auf dem sie eben noch gestanden hatten.

"Bei Mandal'or!" brüllte Regor, als er in das Antlitz ihres Ziels blickte. Aus dem Boden hatte sich eine gewaltige schwarze Schlange gebohrt, die der Länge nach durchaus mit den Wolkenkratzern, welche die Straßenschluchten umrahmten, mithalten konnte. Die Schuppen bestanden aus einem fremdartigen, pechschwarzen Metall aus dem alle Harvester bestanden. Messerscharfe Fänge bohrten sich in die gegenüberliegende Häuserwand, wühlten sich unerbittlich weiter vor bis auch das Schwanzende der Schlange in der Häuserwand verschwunden war.

Nivon und Regor waren während des Schauspiels mucksmäuschenstill auf ihrer Position verharrt um keine falsche Aufmerksamkeit zu erregen. Erst, als das ferne Grollen der Schlange verschwunden war, standen sie zu Ende auf und ordneten sich wieder einigermaßen.

"Prioritätsänderung." schlug der Mandalorianer nach einem Moment der Stille vor, in welchem nur das Plätschern des Blutregens zu hören war. "Wir holen uns die Schiffe und machen mit denen Jagd auf das Vieh. Diese Marielle ist sicher schon lange Futter."

"Da wäre ich mir nicht so sicher." weigerte sich Nivon und bezog sich damit auf die zerschlissene Gestalt, welche sich durch die zersplitterte Tür eines ehemaligen Geschäfts, so sah es zumindest aus, kämpfte und über die Straße auf sie zukam. Die schwarzen Haare, die eher dunkle Haut, vor allem jedoch der dreckige weiße Kittel zeichnete die Gestalt als Marielle aus.

"Wurde auch Zeit." war die knappe Begrüßung der Doktorin, während sie sich vor Nivon und Regor aufbaute. Sie hatte zwei Lichtschwerter am Gürtel hängen, was verwunderlich war. Darth Vhem hatte ihr diese Waffen bestimmt nicht gegeben.

"He-he, witzig." knurrte Regor, klaubte nebenbei seinen Blaster vom Boden auf.
"Mach dir mal nicht ins Hemd, Großer. Ich hab euch gerade das Leben gerettet."
"Ich bedank mich, wenn wir den Planeten hier verlassen haben. Der Arsch war diesen Trip echt nicht wert."
"Welcher Arsch?"
"Irrelevant."

Nivon verfolgt das Geplänkel von Marielle und dem Mandalorianer eher beiläufig, sah sich währenddessen viel lieber die Kreuzung an. Wohin man auch blickte, die Straßen sahen allesamt genau gleich aus. Wüsste sie nicht ganz genau, aus welcher Richtung sie und Regor eben noch gekommen waren, sie könnte diese Straße nicht von den angrenzenden zwei anderen unterscheiden.

"Irrelevant? Ich könnt echt 'ne Aufheiterung in Form eines Arschs gebrauchen."

Regor lachte trocken.
"Bist doch selbst einer."
"Du wirst's ja am besten wissen."
"Jup, hab Erfahrung mit Ärschen."

Nivon trat entschieden zwischen die beiden, ließ das Lichtschwert dabei von ihrem Gürtel direkt in die Hand springen.
"Wir müssen zu diesem Park, die Schiffe sichern."

Der Mandalorianer murmelte Marielle irgendeine leise Beleidigung zu, bevor er die Führung übernahm und ohne große Umschweife die Straße wählte, die der vorangegangenen um die Ecke lag.
"Der Weg dauert zehn Minuten wenn wir nicht..."

Sowohl Marielle als auch Nivon liefen an Regor vorbei.

"... hetzen." beendete er genervt und gab sich beste Mühe, in seiner schweren Rüstung mit den beiden wesentlich leichteren Frauen mitzuhalten.

Selbst für Nivon, die schon eine Menge mitgemacht hatte, stellte sich der Lauf als Herausforderung heraus. Die unzähligen kleinen Beben behinderten ordentlich den Gleichgewichtssinn, führten sogar dazu dass die Miraluka mehrmals ins stolpern kam. Marielle schien diese Probleme nicht zu haben und setzte sich daher recht schnell von der Ex-Jedi ab. Regor fiel derweil immer weiter nach hinten.

Im sinnlosen Versuch den ekelhaften Blutgeschmack aus dem Mund zu bekommen spukte Nivon auf dem Boden. Doch es half nicht, der Geschmack blieb. Er breitete sich sogar noch penetranter im Mundraum aus. Eine willkommene Abwechslung stellte erst der knackende Kom-Kanal mit anschließendem Rauschen dar.

"Lord Zaas und die Anderen haben Darth Vhem gefunden. Es scheint ihr gut zu gehen."

"Na so ein Glück..." säuselte Marielle mit kaum verstecktem Sarkasmus. Es war genau dieser Moment, in welchem Nivon gerade noch so zum stehen kam und dabei auch noch beinahe im Matsch ausrutschte.
Sie hatten den Park erreicht.

Beide Schiffe, sowohl die Storm als auch die Brecher schienen äußerlich unversehrt und standen in relativer Sicherheit auf dem toten Flecken Erde, auf dem außer besagter Erde kein Stückchen Leben übrig geblieben war. Sogar dieser machte durch den ganzen gesammelten Blutregen einen äußerst ungesunden Eindruck. Wieder zogen düstere Blitze über den rot-schwarzen Himmel.

Lautstark keuchend schloss Regor zu den beiden Frauen auf. Sein braunes Haar und der dichte Bart waren ebenfalls vom Blute getränkt.

Auf dem Heimatplaneten der Harvester blieb nichts unbefleckt.

"Gut." fing Marielle an. "Ich nehme die Storm, ihr beide die Brecher. Wir werden der Sonnenscheindarth sicher irgendwie Luftunterstützung zukommen lassen können, und dann..."

Ein Beben setzte ein, viel gewaltiger als die vorangegangenen, bei welchen Nivon irgendwann aufgehört hatte zu zählen. Den Halt zu wahren war eine unmögliche Angelegenheit, sodass die Miraluka schlussendlich auf beide Knie fiel und sich auf allen Vieren abstützen musste. Marielle und Regor hatten weniger Glück, sie fielen vornüber in den blutigen Matsch des toten Parks.

Das Beben dauerte beinahe eine ganze Minute an, bis es langsam aber sicher nachließ. Eine dezente Vibration verblieb jedoch im Erdboden. Erschüttert bemerkte Nivon beim ersten aufsehen, dass die Hochhäuser um den Park herum bei dem Beben beinahe ihre gesamte Außenhaut eingebüßt hatten, sodass nur noch die Skelette der Bauten zurückblieben.

Während Marielle und Regor noch vollends damit beschäftigt waren, sich den Dreck aus dem Gesicht zu spülen, und dabei tatsächlich auf den Blutregen zurückgriffen, hob Nivon die Hand an ihre Kom-Einheit.

"Lyth, was war das?"

Dieses Mal setzte die Stimme der Pilotin wesentlich schneller ein, auch das Rauschen blieb aus.

"Die seismische Aktivität steigt kontinuierlich an, und das planetenweit. Es ist, als würde er auseinander fallen."

"WAS hat diese dämliche Darth jetzt schon wieder angestellt?!" fauchte Marielle aggressiv, kam dabei wieder auf die Füße hoch. Sie hatte immer noch den Schatten des Drecks auf dem Gesicht. Nivon presste die schwarzen Lippen aufeinander, sah zu den beiden Schiffen.

"Sie packt das Problem lediglich bei der Wurzel. Wir sollten so schnell wie möglich verschwinden."

Just als die Miraluka dies aussprach setzte der Boden bereits wieder zum Beben an, dankenswerterweise weniger heftig als noch vor wenigen Sekunden. Bei dem ganzen Chaos schien es der Ex-Jedi unglaublich, dass sie vor fünfzehn Minuten noch beinahe gelassen mit Regor durch die Straßenschluchten gegangen war.

Ohrenbetäubendes Kreischen ließ alle drei zusammenzucken. Grollen, ein Donnern gleich einer Explosion. Nivon wusste ohne sich umzudrehen, dass die Harvester-Schlange sie gefunden und die Verfolgung aufgenommen hatte.

"Die Schiffe. Schnell!" befahl sie Marielle und Regor, welche den Fehler gemacht hatten sich umzudrehen und deshalb für einen Moment erstarrt waren. Dann setzten sich jedoch beide in Bewegung und rutschten über den Matsch in Richtung der beiden Jägerschiffe der Fury-Klasse.

Nivon blieb zurück, drehte sich selbst dann nicht um, als das Grollen und Kreischen so nahe gekommen war, dass man beinahe glauben könnte das Monster wäre direkt hinter ihr. Sie hakte das Lichtschwert an ihren Gürtel, ließ sich ganz in die Schwingungen der dunklen Seite fallen. Die unbändige Macht unter der Planetenoberfläche ergriff sofort Besitz von ihr, ließ die Ex-Jedi beinahe bösartig auflachen. Diese Macht war berauschend, verführerisch. Tatsächlich schafften es nur wenige Jedi, ihrer Verlockung ein Leben lang zu widerstehen.
Wie sich wohl erst Vhem fühlen musste, welche mit dieser Macht vertraut war?

In einer fließenden Bewegung drehte sich Nivon schließlich um, hob beide Hände an und richtete sie direkt auf das Schlangenmonster, welches sich bereits mitten in seiner Attacke befand. Aus der Häuserwand am Ende der Straße gebrochen hatte es sich in typischen Schlangenlinien direkt auf ihr Ziel zubewegt und dabei den Bürgersteg genauso wie sonstige Überleibsel der ehemaligen Zivilisation auf dem Planeten wie Briefkästen und abgestandene Gleiter aus dem Weg geräumt. Gerade noch zuckte der Schlangenkopf zurück, die unheilvollen gelben Augen auf die Miraluka direkt am Rande des Parks fixiert.

Die vorpreschenden Fänge des Harvesters wurden im sprichwörtlich letzten Moment durch die fokussierte Macht Nivons aufgehalten. Sie konzentrierte sich und die dunkle Seite dieses Ortes, hielt den Schlangenkopf in ihrem unsichtbaren Griff, bis sie ihn mit Wucht zurück gegen die nächstbeste Häuserwand schleuderte. Der Harvester in Schlangenform kreischte, krachte gegen die Wand. Die Zeit, die er brauchte um sich wieder zu fangen nutzte Nivon, um ihr Lichtschwert erneut vom Gürtel zu ziehen. Dieses Mal aktivierte sie die violette Klinge jedoch. Im Vergleich zum Kreischen des Monsters wirkte das Brummen der Klinge lächerlich leise.

Begleitet von weiteren düsteren Blitzen und dem strömenden blutroten Regen griff die Schlange wieder an. Dieses Mal wich die Miraluka aus, ließ die Macht durch ihre Beine fließen um einen unglaublich hohen Sprung zu ermöglichen. Wieder musste sie die rohe Kraft der dunklen Seite anerkennen, welche direkte Manipulation wesentlich effektiver gestaltete. Der Kopf des Harvesters jagte direkt in den Erdboden, verfing sich dort für wertvolle Sekunden, in welchen Nivon auf dem länglichen Körper landete. Sie holte mit der violetten Lichtschwertklinge aus, stieß sie geradewegs in das schwarze Metall der Außenhaut. Gähnend langsam bohrte sich der Laser in die Haut hinein. Wieder Kreischen, während sich der Harvester langsam von seinem erneut fehlgeschlagenen Angriff erholte. Nivon hatte das Gefühl, ihre Trommelfelle würden jeden Moment nachgeben und platzen.

Das Monstrum war intelligent genug, sich nicht in den eigenen Leib beißen zu wollen. Deshalb versuchte es, die unliebsame Belagerung des Körpers durch wildes Aufbäumen zu beenden. Nivon nahm ihr Lichtschwert in beide Hände, nutzte den brutalen Schwung des Ritts dazu, sich vom länglichen Schlangenkörper seitlich herunterrutschen zu lassen. Ihre Waffe zog dabei einen tiefen Schnitt quer durch die Seite, bis es am Unterleib zwangsläufig schwerkraftsbedingt austrat. Die restliche Distanz zum Boden dämpfte Nivon wieder durch Benutzung der Macht, landete deshalb relativ sanft auf den Knien.

Während der Harvester vor unendlicher Qual brüllte und fauchte sicherte die Miraluka ihren Stand. Ein weiteres Beben hatte den Planeten während ihrer wagemutigen Aktion erfasst, sorgte neben dem ziellosen Ausschlagen des Monsters dafür, dass die ersten Wolkenkratzer einstürzten. Diese Erschütterungen zogen sich durch Mark und Bein. Nur wenig Staub wirbelte auf dank dem beständigen Blutregen. Sekunden vergingen, in denen sich Nivon lediglich sammelte und der Harvester unkontrolliert nach seiner Peinigerin suchte. Gerade als er sein Ziel wieder fand ließ die Ex-Jedi die Macht durch ihre Hände kanalisieren, ergriff erneut Besitz vom Körper des schwarzen Schlangenmonsters. Hilfloses Gekreische brachte die Ohren der Miraluka zum Zittern als direktes Resultat auf das Anheben in die Luft. Der gesamte Harvester füllte die Straße der Länge nach aus, als er so in die Luft gehoben wurde.

Nivon beließ es jedoch nicht dabei. Sie suchte im flimmernden Fadengeflecht der Macht die winzig kleine Verwundung, die sie dem Harvester zugefügt hatte. Als sie sie fand ließ sie sofort die gesamte Kraft der dunklen Seite, der sie sich in direkter Nähe bedienen konnte in die Wunde einfließen, begleitet von einer ausschweifenden Geste mit den Armen. Ihr Erfolg wurde durch das heiße Gefühl auf dem Körper bestätigt.

So kostete es der Miraluka erstaunlich wenig Anstrengung, die Schlange an der Verwundung entzweizureißen und mit gewaltiger Kraft zu Boden zu schlagen. Heißes schwarzes Blut überflutete die Ex-Jedi, während sich die Körperhälften des Harvesters noch wanden. Leiser werdendes Kreischen, dann war das Monster endlich tot und lag ruhig auf der Straße. Das schwarze Blut vermischte sich mit dem roten Blutregen auf der Straße.

Schlagartig überkam Nivon die Erschöpfung und erinnerte sie daran, weshalb sie sich niemals ganz der dunklen Seite hingegeben hatte. Das Gefühl der Macht hielt nur kurz an und ließ einen ausgezehrten Leib zurück. Erst das Geräusch der Triebwerke ließ sie wieder aufhorchen, ihre Beine waren durch das ständige Beben schon ganz taub geworden.

Die Storm stieg direkt in Richtung des schwarz-roten Himmels davon. Die Brecher blieb jedoch zurück, hielt mit offener Rampe über dem Park inne.

Lyths Stimme durch den Kom-Kanal bestätigte das Gefühl der Hektik, welches sich in Nivons Brust ausbreitete.

"Das war's, der Planet fällt auseinander. An beide Einheiten: Rückzug. Ich sammle Darth Vhem und ihre Leute ein."

Auch wenn ihre Beine dagegen protestierten, Nivon setzte sich in Bewegung und eilte am toten Harvester entlang in Richtung Park. Das Beben machte den Sprint erneut zu einem Spießrutenlauf, der bedenklich oft in Stolperei führte. Trotzdem schaffte es Nivon irgendwie, nicht zu fallen. Auf den letzten Metern nahm sie jegliche Kraft ihres Körpers zusammen, setzte zu einem weiteren Machtsprung an der sie knapp auf die Rampe brachte. Tatsächlich bekam sie keinen richtigen Halt und rutschte langsam aber sicher ab. Nivon fehlte die Kraft, sich gegen die Schwerkraft aufzulehnen.

Gerade als sie sich damit abgefunden hatte, zusammen mit dem Heimatplaneten ihren Tod zu finden, packte sie die große Hand von Regor am Unterarm, zog sie mit einem Ruck ins Innere der Brecher hinein.

"Nicht so schnell!" brüllte er sie an, zog den Hebel im Schiffsinneren mit adrenalingestärkter Wucht nach unten um die Rampe hochzufahren.

Die dezente Vibration des Raumschiffs wirkte beinahe wie eine Lüge, wie Nivon bemerkte als sie die Oberfläche des Heimatplaneten betrachtete, während sich die Rampe schloss. Die tote Welt brach wirklich auseinander, gewaltige Schluchten brachen dort auf, wo die Schiffe eben noch standen. Die Leiche des Harvesters fiel in genau diese Schlucht, verschwand in endloser Dunkelheit. Die toten Wolkenkratzer fielen wie Ja'meengo-Steine um, brachen zusammen und begruben die Planetenoberfläche unter sich, bis die Überreste ebenfalls in die größer werdenden Schluchten fielen. Kontinentalplatten, die endgültig auseinander fielen und unter dem aufsteigenden Raumschiff immer kleiner wurden.

Und Nivon saß auf dem vergleichsweise ruhigen Schiffsboden, stützte sich auf den Unterarmen ab. Die Rampe schloss sich in Gänze, ließ die Miraluka im künstlichen Licht zurück. Der Geschmack von Blut wurde zu viel, sie erbrach sich erbärmlich auf den Boden, schaffte es gerade noch so nicht in das eigene Erbrochene einzuknicken.

Stattdessen rollte sie sich daneben, sah zur Decke hinauf. Der Schleier vor ihren Augen wog schwer dank der vielen blutigen Feuchtigkeit, die er aufnehmen musste.

Vollkommen ausgezehrt und erschöpft ließ Nivon sich fallen. Die Gewissheit, dass die Harvester nun endgültig vernichtet waren half dabei.

Sie wusste, dass Vhem das Unmögliche vollbracht und den Alptraum beendet hatte.

Nur zu welchem Preis?

Bevor sie diesen Gedanken weiterverfolgen konnte entließ die Miraluka ihr Bewusstsein in die Ferne.
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