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 [WoW] Sartagus - Hoffnungsschimmer

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LeKüken
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BeitragThema: [WoW] Sartagus - Hoffnungsschimmer   So 20 Nov - 21:23

Sartagus stand auf einer kleinen Anhöhe mit Blick auf die Stadt Goldnebel. Wie immer in einer schweren Rüstung gekleidet, deren Gewicht inzwischen zur Gewohnheit pervertiert ist, presste er nachdenklich die Lippen aufeinander. Gedanke um Gedanke passierte seinen Elfenschädel, während er auf die zahlreichen Geister der Verstorbenen herabsah. In Tristessa bekam man recht einfach eine Liste der Toten. Jeder sollte die Möglichkeit bekommen, seine Verwandten auf der Liste zu finden. Auch nach acht Jahren noch. Sartagus war diese Liste dutzende Male durchgegangen, aber auf ihr fand er keine Anhaltspunkte auf sich selbst.

Wer war er denn? Sartagus Del’Thalar. Sein Name, der ihm anhaftete. Sonst wusste niemand irgendetwas. Er war eines Tages einfach aufgewacht, ohne Erinnerung an seine Vergangenheit. Die Suche nach sich selbst hatte ihn schon durch unzählige Länder geführt. Die beiden Schwerter auf seinem Rücken waren gezeichnet von hunderten Kämpfen. Ob vor seiner Erinnerung gefochten oder danach war egal. Was zählte war, dass sie ihm immer noch gute Dienste leisteten.

Seufzend ging der Blutelf nochmal die Liste durch. Emellia Wisperruch. Aslynn Ver’olan. Imarol Düsterklinge. Anarielle Sonnensang. Yviriell Hal’eh… Kein einziger davon war brauchbar. Zerknirscht knüllte Sartagus das Pergament zusammen, und warf es hinter sich. Wieder Tage verschwendet für eine Suche ohne Ergebnis.

Doch was blieb ihm sonst übrig zu tun?

Wieder ein seufzen, dann verschränkte der Elf die Arme vor der Brust. Hoffnungslosigkeit hatte sich schon lange in ihm breitgemacht. Neben Einsamkeit und seiner beachtlichen Kraft eingezogen, fraß sich die Hoffnungslosigkeit durch sein Inneres, nahm sein Herz ein und stahl der Lebenspumpe die Lust auf das Leben. Noch ein Seufzer.

Alles würde anders werden, wenn er einmal schlauer war. Mit grimmigem Ausdruck auf dem Gesicht sah er hoch, und murmelte die so gewohnten Worte zum sicher tausendsten Mal vor sich hin.

„Wer bin ich? Warum kann ich mich an nichts erinnern?"

Ein Blitz. Kurz erschreckte sich Sartagus, bevor der das Phänomen als das nahm was es war. Der Beginn eines Schauspiels. Der Blutelf sah zurück auf das Städtchen Goldnebel. Die Geister gerieten in Aufruhr, und bewaffneten sich mit ihren unechten Waffen. Untote, ebenso Gespenster wie sie, griffen sie an. Eine Schlacht entbrannte.

Sartagus war bereits aufgeklärt über dieses Schauspiel der Geister. In Tristessa warnten sie jeden Reisenden nach Goldnebel davor. Alle zwei Wochen erlebten die Geister ihre letzte Schlacht erneut, und erlitten dieselben Qualen. Bisher wussten sich die Magister nicht zu helfen, wie sie die Seelen erlösen könnten. Also geschah es wieder. Hier vor Sartagus Augen, der erstaunlich desinteressiert war.

Gerade wollte er sich abwenden, als eine dunkle, dröhnende Stimme hinter ihm erklang.

„Del’Thalar… Wie du merkst, ist der Tag der Abrechnung nah. Erinnere dich an dein Wort! Finde Raxelle Schattenfeder und bring sie zu mir, wie versprochen!"

Sartagus sah recht verwirrt zu der… Wolke die ihre Worte an ihn gerichtet hatte. In sekundenschnelle hatte sie sich vor ihm materialisiert.

„Was? Was bist du, und woher kennst du meinen Namen? Und worüber sprichst du?"

Die Wolke blieb ihm die Antwort schuldig. Sie verblasste bereits wieder, bis nichts mehr an sie erinnerte. Zurück blieb ein Blutelf mit offenem Mund, der sich nur langsam wieder fasste als er zu der Geisterschlacht heruntersah.

Wie immer wenn sich Hoffnung in ihm breit machte rasten seine Gedanken. Wer war diese Wolke? Wieso kannte sie ihn, und wann sollte er ihr ein Versprechen gemacht haben?

Natürlich war es klar, dass er sich daran nicht erinnern würde. Also beschloss er für sich selbst, dem Wunsch der eigenartigen Wolke Folge zu leisten. Wenn die Wolke seinen Namen kannte zusammen mit einem Versprechen dann wusste sie auch mehr. Und wenn sie mehr wusste, so hatte er keine andere Wahl als um ihr Wohlwollen zu kämpfen.

Als Belohnung würde er dann hoffentlich endlich denjenigen finden, den er so lange suchte.

Den Mann, der sich einst Sartagus nannte.
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